Hallo Roland,
Er möchte einen PC Notdienst für Privat anbieten, die die
bisherigen Notdienst Preise stark unterschreiten.
Oh je, die Pleite ist mal wieder vorprogrammiert. Bitte unbedingt eine Kalkulation machen, welche Preise er verlangen muss, um langfristig am Markt zu bleiben. Dazu zählt nicht nur das Netto-Einkommen eines Angestellten, sondern vielmehr die Kosten für Sozialversicherung (Arbeitgeberanteil nicht vergessen), Krankheit, Urlaub, nicht verrechenbare Arbeitszeit, Fahrtkosten, Bürobedarf usw.
Ich bin mir sicher, es kommt ein Stundensatz nicht unter 20€, eher mind. 30 € zzgl. MwSt. dabei raus. Und selbst dann wird er damit nicht reich, sondern kann gerade mal überleben !
Das bedeutet, er möchte für Privatanwender mit PC Problemen
jeder Art Tag und Nacht zur Verfügung stehen. Auch Einbauten
und Konfigurationen etc.will er ausführen. Also alles was den
Pc betrifft.
Seine Meinung ist, das es viele PC Anfänger gibt, die noch
nicht mal eine Karte einbauen oder einen Internetzugang
einrichten können. Ein normaler Notdienst kommt wegen der
Preise für diese Leute nicht in Frage.
Er wird recht schnell merken, warum man solche Preise verlangen muß. Oftmals bedienen die Anfänger das Gerät dann falsch und lassen Dich nochmals anrücken (Fehler könnte ja bei Dir liegen…).
Glaube mir, ich lehne solche Arbeiten sogar bei Freunden mittlerweile ab, da der tatsächliche Aufwand hinterher wesentlich größer ist, als ursprl. geplant.
Übrigens kann man eine Karte oder ein Laufwerk auch dort einbauen lassen, wo man es gekauft hat. Erspart viel Ärger.
In diesem Bereich ist er wirklich fit, denn aus seinem
Bekanntenkreis wird er ständig mit Problemen konfrontiert, die
er auch löst. Auch beruflich (bisher) ist er in diesem Bereich
tätig.
Zwischen privat machen und dafür haften (selbstständig sein) ist ein großer Unterschied. Beruflich fehlt ihm höchstwahrscheinlich das Gefühl für Kosten, da EDV-Abteilungen oftmals unter „ehda“-Kosten laufen und somit eigentlich keine Zeiterfassung gemacht wird. Übrigens rechnet man z.B. für einen EDVler in der Industrie zwischen 50 - 60 € / Std. bei innerbetrieblicher Verrechnung.
Nun meint er, das zu Geld machen zu können und will eine
Ich-AG gründen.
Hat er schonmal eine Kalkulation aufgestellt ?
Nun stehen meine Bedenken dagegen. Mit der Förderung die er
vom Arbeitsamt bekommt, kann er gerade mal die
Sozialversicherungskosten tragen. Viel Geld für die
Überbrückungsphase hat er nicht zur Verfügung. Die Werbung und
alles was dazu gehört kostet natürlich und leben muß er ja
auch noch. Und bis er sich eine Kundenstamm aufbaut, dauert es
auch, davon abgesehen ob seine Art von Dienstleistung
überhaupt gefragt ist.
Er muß meiner Meinung nach mind. 6 Monate ohne Aufträge überbrücken können, da die Vorbereitungen für die Selbstständigkeit (Werbung, Verwaltung usw.) schon jede Menge Zeit brauchen. Anschließend müssen noch Kunden gefunden werden.
Also kurz und gut, ich rate ihm davon ab, aber er ist davon
fest überzeugt.
Lass ihn mal einen Businessplan aufstellen. Im Internet gibt’s dafür jede Menge Vorlagen, bei Bedarf kann ich Dir auch einige davon per mail zusenden.
Was gibt es noch für Gründe die dagegen sprechen, die
plausibel klingen?
Eine vernünftige Ertragsvorausschau mit plausibler Abschätzung Umsatz und Kosten. Das Ganze noch bei einem Existenzgründerzentrum ww. IHK vorlegen und beurteilen lassen.
Evtl. helfen auch die Branchenbriefe der unter http://www.vr-westfalen.de/rl/index.html
Grüsse
Sven