Hallo,
ich möchte hiermit niemandem etwas unterstellen oder seine Ideen verunglimpfen.
Die vielen neuen Unternehmer, neu im Geschäft, voller Elan. Aber mit jeder Unternehmensform, mit der man sein Geschäft begründet, geht entsprechendes Wissen, finanzieller Hintergrund, steuerliche Fitness in den Grundbegriffen, Marktanalyse, Kundengewinnung… einher. Wenn ich diese Fragen so hier lese, da kommt mir wirklich nur noch ein Gedanke, der diese Menschen bewegen könnte: raus aus dieser verdammten Arbeitslosigkeit, rein ins unternehmerische „Vergnügen“. Danach wird gefragt, was das eigentlich bedeutet. Warum stürzen sich so viele blindäugig in die Selbstständigkeit? Weils keine Jobs gibt? Weil es „besser“ ist, anfangs 600 Euros für lau zu kriegen, abgesehen von Fördertöpfen? Weil man endlich etwas zu tun haben will, weil eine Idee gut „erscheint“? Sicher mag es bei einigen klappen mit der Gründung, sicher behaupten sich einige am Markt. Doch wie viele landen letztendlich wieder beim Arbeitsamt oder in der Sozialhilfe. Dazu noch der vielleicht große Schuldenberg. Vielleicht wird es sich zu leicht gemacht, vielleicht werden zu große Hoffnungen gesät, vielleicht ist es nur das Neue, was reizt. Das Erwachen kommt spätestens nach einem Jahr, ganz pauschal gesagt. Zirkelt doch jeder nur um die notwendigen „Abgaben“. Fressen doch diese Zahlen den gar so üppigen Gewinn auf (also Rentenvorsorge, Krankenkasse, Versicherungen…). Da wird am Notwendigsten gespart, anstatt eben vorher mal auszurechnen, kann ich mir das leisten, steht meine Familie hinter mir, habe ich was übrig, kann ich mir Maschinen/Material etc. überhaupt leisten? Was mache ich, wenn ich krank werde und nicht arbeiten kann, reicht da das Geld, trotz laufender Kosten? Was mache ich bei Wegfall eines Kunden, reicht dann meine finanzielle Reserve? Und, und, und…
Leute, informiert euch doch richtig und zwar vorher! Um nur einige Beispiele zu nennen: Die IHK bietet kostenlose Informationen, persönliche Gespräche, Schulungen (diese meist kostenlos, Unternehmertage). Auf dem Arbeitsamt selbst gibt es erste Informationen. Sicher kann auch ein Tip eines Freundes oder Bekannten helfen, fragen kostet nichts. Wenn dann das Konzept steht, warum nicht die wenigen Euros ausgeben und einen Steuerberater konsultieren? Warum nicht auch mal auf die Bank des Vertrauens gehen und um ein Gespräch bitten? Ein Betriebskonto braucht man sowieso, also warum dies nicht gleich mit einer Beratung koppeln? Auch kann ein Gespräch bei einem Versicherungsmakler helfen (man muß ja nicht gleich Verträge abschließen *g*), um die notwendigsten Versicherungen und die Kosten dafür abzuchecken. Ein Besuch bei der Krankenkasse bringt auch Informationen, nicht immer ist die PKV die bessere Lösung.
So, ich mußte das genau hier im Brett mal loswerden. Sicher kann man dies auch anders sagen, aber entschuldigt bitte, bei vielen Fragen hier kommt mir einfach die Galle hoch (ohne auf konkrete Postings eingehen zu wollen)!
Gruß
André