1.: ich bedanke mich
Das klingt ich-bezogen, nicht auf den Adressaten gerichtet.
Man sagt auch „ich bekleckere mich, ich beömmel mich (mache
mich (hämisch) lustig), ich bepisse mich (vor Lachen)“. ALles
keine schönen Zustände, die aber ähnlich formuliert werden mit
dem reflexiven „mich“.
Und „ich freue mich“, „ich sehne mich“? Sind die etwa negativ? Außerdem ist „sich beömmeln“ eindeutig etwas positives. Es sei denn, du hast etwas gegen herzhaftes Lachen. Mit ‚hämisch‘ hat das Wort nichts zu tun, da es relativ konnotationsfrei ist.
Aufrichtiger formuliert klingt mMn „ich danke Ihnen“ oder „ich
danke für …“ oder auch einfach „ich danke“. Das „ich danke
Ihnen“ gibt verbal etwas zurück an denjenigen, der einen
Gefallen getan, etwas geschenkt etc. hat. „Ich bedanke mich“
dreht sich im Kreis und bezieht denjenigen, dem man vielleicht
danken will, nicht ein.
Auch da kann ich dir nicht zustimmen. Zwar sind deine hier genannten Formen gebräuchlicher und klingen für mich auch besser, aber „ich bedanke mich“ wird durchaus nicht weniger aufrichtig benutzt. Das sagt man sogar sehr oft. „Ich bedanke mich!“ (nach Telefonaten), „Ich bedanke mich für Ihrend Anruf!“ (dito), „Ich bedanke mich recht herzlich!“ (förmlich). Das sind recht fixe und förmliche Floskeln, und müssen nicht die wahren Intentionen des Sprechers darstellen, aber das trifft für „Vielen Dank!“, „Dankeschön!“ und „Ich danke Ihnen!“ genauso zu.
Und wenn man sich bedankt, dann ist der Adressat meistens aus dem Kontext erschließbar (erschließlich?), genau wie der Grund des Dankens. Er muss also nicht zwingend miterwähnt werden.
- ich entschuldige mich
Das klingt ähnlich falsch. Ich kann um Entschuldigung bitten,
wenn ich mich selber entschuldige, per internem Ablassbrief,
hat es für die Gesprächssituation eigentlich keinen Wert.
Warum muss man das dann noch äußern, wenn man sich ohnehin
„selbst“ entschuldigt - das könnte man auch nonverbal machen.
Man denke sich dann intensiv „ich entschuldige mich“ und
braucht kein Wort drüber zu verlieren. Wenn man aber eines
anderen Entschuldigung möchte, sollte man das auch sagen:
„Bitte entschuldige …“
Die feststehende Wendung ist „ich entschuldige mich bei dir/Ihnen für das-und-das“, da auch hier im Normalfall klar ist, bei wem und meistens auch weswegen, können diese Argumente entfallen, zurück bleib „ich entschuldige mich“. Für mich hört sich der Satz sehr aufrichtig (auf jeden Fall besser als ein einfaches „Entschuldigung!“) und höflich an. Auch das ist eine fixe Redewendung und Floskel, die eigentlich nie mit Bedacht über ihre eigentliche, wörtliche Bedeutung verwendet wird – niemand denkt sich dabei, jemanden zu bitten, ihn von seiner Schuld zu befreien. Schuld ist man immer, wenn man Mist gebaut hat, wenn du also von der logischen Seite versuchst, die Floskel ad absurdum zu führen, ist der ganze Akt des sich Entschuldigens nichtig weil unmöglich. Um Vergebung zu bitten, wäre wörtlicher.
Wenn du dich entschuldigst, zeigst du dadurch, dass du einen Fehler oder eine ‚Missetat‘ einsiehst und bringst dein Wissen um die (übertrieben gesagt) „emotionalen Schaden“ zum Ausdruck, den du bei der betreffenden Person anrichtest. Dadurch bittest du implizit schon um Vergebung.
Grüße,