… dass das Wetter am Wochenende schön wird.
Liebe Leute!
Das Wochenendwetter will ich hier eigentlich nicht zur Debatte stellen (wenngleich mir das Wetter gerade an diesem Wochenende nicht einerlei ist). Vielmehr will ich von euch wissen, ob ein Satz, der mit „bezweifeln“ gebildet wird, zwingend mit „dass“ fortzusetzen ist.
Ich habe es so gelernt. Andere in meiner Umgebung sagen und schreiben aber aus voller Überzeugung „ob“.
Wie nun? Wer irrt?
Hanna
Liebe Leute!
Guten Morgen, Hanna,
ich bezweifle, dass die anderen Recht haben. Sie wissen nicht, ob das richtig oder falsch ist.
Ich bezweifle deren Aussage.
Franz
Allerdings gibt es im Englischen nach to doubt whether oder if.
… dass das Wetter am Wochenende schön wird.
Hi Hanna,
ich bin auf Deiner Seite. Nur Feststellungen können bezweifelt werden, Fragen nicht. Und „ob“ leitet nun mal eine Frage ein.
Es geht aber immer noch schlimmer: „Ich frage mich, ob es morgen schön wird ?“
Gruß Ralf
Hallo Hanna,
und wieder einmal kann ich den wunderbaren Duden Richtiges und gutes Deutsch zitieren, ohne mit weitere Arbeit machen zu müssen:
bezweifeln / zweifeln : Das Verb bezweifeln bedeutet „an einem Sachverhalt Zweifel hegen, ihn infrage stellen“: Ich bezweifle seine Angaben. Dagegen bedeutet zweifeln „sich in Bezug auf etwas im Zustand der Unsicherheit befinden“. Nach bezweifeln darf ein Nebensatz nur mit dass (nicht mit ob) angeschlossen werden: Ich bezweifle, dass sie das getan hat. Auf zweifeln kann dagegen sowohl ein indirekter (mit ob angeschlossener) Fragesatz als auch ein mit dass eingeleiteter Inhaltssatz folgen: Ich zweifle daran, ob sie kommt / dass sie kommt.
© Dudenverlag
Liebe Grüße
Florian
Hi Ralf!
‚Wir fahren morgen fort, egal ob es regnet oder schön ist.‘
Wo ist denn hier die Frage???. und
‚Ich hege Zweifel ob hier überhaupte eine Frage vorliegt!‘
Gruß Alexander
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Hi Alexander,
‚Ich hege Zweifel ob hier überhaupte eine Frage vorliegt!‘
das tust Du mit Recht. Gemeint war natürlich nicht die Frage, sondern das Fragliche im Gegensatz zur Gewissheit: Ob ich das verstanden habe, ist keineswegs sicher; dass Du das erkannt hast, ist über jeden Zweifel erhaben.
Gruß Ralf
Hallo Ralf!
Es geht aber immer noch schlimmer: „Ich frage mich, ob es
morgen schön wird ?“
Entsetzlich! Einen Aussagesatz mit einem Fragezeichen zu beenden, löst bei mir nahezu körperliches Unwohlbefinden aus.
Hanna
Wohlgemerkt ist das nur die halbe Wahrheit, „ob“ kann auch „wegen“ bedeuten.
Levay
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi Levay,
Wohlgemerkt ist das nur die halbe Wahrheit, „ob“ kann auch „wegen“ bedeuten.
da hast Du wohl eine der Formen erwischt, die nur noch der Vollständigkeit halber in Nachschlagwerken überwintert haben. Mir jedenfalls (ich bin schon ganz schön alt) ist noch kein Mensch begegnet, der das benutzt. Literarisch mag es angebracht sein, wenn der Schreiber seine Personen besonders geziert sprechen lassen möchte: „Ich bedarf der Seeluft ob meiner Pickel“. Lebt außer mir noch einer, der weiß, dass zum ob auch der Genitiv gehört?
Gruß Ralf
Hallo Ralf,
da irrst du dich. Die Formulierung „ob“ für „wenn“ wird in der Tat gelegentlich verwendet und zwar in der Presse, in Literatur usw.; das ist gar kein Ausdruck für besonderen Konservatismus, sondern in der Hochsprache durchaus nicht ungewöhnlich, wenn auch relativ selten. Ich selbst bin nicht sehr alt und bin ja nicht dadurch darauf gestoßen, dass ich so gern Wörterbücher lese, sondern weil ich immer wieder auf diesen Begriff stieß.
Levay
??
Hi Levay,
Die Formulierung „ob“ für „wenn“ wird in der Tat gelegentlich verwendet
das mag sein. Ich habe allerdings nicht bemerkt, dass wir davon gesprochen hätten.
Gruß Ralf