Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender sprachlicher Mißstand (tschuldigung Misssstand) daß alle immer aus irgendwo sind, ob sie noch ebenda sind oder nicht?.
Gruß
Marzeppa
Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender sprachlicher Mißstand (tschuldigung Misssstand) daß alle immer aus irgendwo sind, ob sie noch ebenda sind oder nicht?.
Gruß
Marzeppa
Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender
sprachlicher Mißstand (tschuldigung Misssstand) daß alle immer
aus irgendwo sind, ob sie noch ebenda sind oder nicht?.
Geht es Dir um „bin aus“ statt „stamme aus“? Dabei dürfte es sich um eine Verkürzung von „bin gebürtig aus …“ handeln.
Ob das erst seit ein paar Jahren gebräuchlich ist, müsste recherchiert werden - mir zumindest ist der Ausdruck seit mindestens 50 Jahren geläufig.
Gruß
Kreszenz
Nein, ich wittere da einen Anglizismus.
Ich „komme“ oder „bin“ nicht „aus“ X-Stadt, solange ich mich noch in X-Stadt befinde. Oder bilde ich mir das nur ein?
Gruß
Marzeppa
Ja, das bildest du dir ein. Nicht alles, was zufällig so heißt wie im Englischen und wörtlich genommen einen anderen oder keinen Sinn ergibt, ist automatisch ein Anglizismus.
Puristen wittern oft Anglizismen, wo keine sind, siehe Bastian Sick oder der Thread ein Stück weiter unten.
„Ich komme aus…“ oder „Ich bin aus…“ ist hier nicht wörtlich zu verstehen, sondern eine Art Redewendung. Ich sehe keinerlei Gründe, warum das irgendwie aus dem Englischen kommen sollte. Es denkt sich ja auch niemand automatisch dabei, dass man zu Fuß irgendwoher gekommen sei oder versteht bei dem „aus“ eine Bewegung aus der Stadt heraus.
Man sagt z.B. auch „Ich bin von hier.“ und drückt damit keine Bewegung aus. Leider kann ich’s momentan nicht beweisen, aber die Beweislast ist doch verschwindend gering.
Warum sollte das also ein Anglizismus sein? Das klingt, als setzt du voraus, dass früher in der deutschen Sprache die Bedeutung jedes Ausdrucks komplett logisch aus den einzelnen Wortbedeutungen her erschließbar wäre.
Das war aber noch nie der Fall.
Viele Grüße,
Hallo,
Ich „komme“ oder „bin“ nicht „aus“ X-Stadt, solange ich mich
noch in X-Stadt befinde. Oder bilde ich mir das nur ein?
was antwortest du denn, wenn dich als gebürtigen X-Städter in
X-Stadt jemand kennenlernt und fragt: „Und wo kommst du her?“?
Gruß
Andreas
PS: Ich würde sagen: „Von hier, aus X-Stadt.“
Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender
sprachlicher Mißstand (tschuldigung Misssstand) daß alle immer
aus irgendwo sind, ob sie noch ebenda sind oder nicht?.
Hallo,
ich bin überzeugt, dass schon Hannibal vor Rom gesagt hat „Hallo, ich komme aus Karthago“. Und womit? Mit Recht.
Gruss Reinhard
Bei Rom ja, natürlich.
Aber heutzutage würde er es in Karthago sagen.
Gruß
Marzeppa
Was ist denn deiner Meinung nach die korrekte oder ursprüngliche Antwort auf „Und wo kommst du her?“, wenn nicht „Von hier.“ oder „Aus Leipzig.“ (in meinem Fall, der ich noch immer hier hause).
Gruß,
„Ich bin von hier.“ Das ist meinem Sprachgefühl nach unproblematisch.
Aber „Aus Leipzig“, wenn ich doch immer noch „in Leipzig“ bin, bilde ich mir das nur ein oder ist das eine recht neue Sprachmode. Ich meine, ich kann doch nicht gleichzeitig „in“ und „aus“ Leipzig sein, oder sollte ich weniger trinken?
Gruß
Marzeppa
„Ich bin von hier.“ Das ist meinem Sprachgefühl nach
unproblematisch.Aber „Aus Leipzig“, wenn ich doch immer noch „in Leipzig“ bin,
bilde ich mir das nur ein oder ist das eine recht neue
Sprachmode. Ich meine, ich kann doch nicht gleichzeitig „in“
und „aus“ Leipzig sein, oder sollte ich weniger trinken?
Und darf ich fragen, wie du zu dem Schluss kommst? Wie neu könnte diese Sprachmode sein? Sicherlich ja älter als 50 Jahre. Warum denkst du, es hätte früher anders geheißen?
Nur ein Gefühl?
Tatsächlich haben Präpositionen im Deutschen sehr weitgefächerte Bedeutungen; die Idee, es könnte sich hier um einen Anglizismus handeln, ist ein bisschen weit hergeholt in meinen Augen. Dazu müsste man zeigen, dass es diese Konstruktion früher nicht gegeben hat. Das könnte schwer werden.
Gruß,
Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender
sprachlicher Mißstand (tschuldigung Misssstand) daß alle immer
aus irgendwo sind, ob sie noch ebenda sind oder nicht?.
Das verstehe ich nicht.
Ich kann in New York sein und aus Wien sein.
Ich kann aus New York sein und in Wien sein.
Und ebenso kann ich gleichzeitig aus Wien und in Wien sein. Nämlich dann, wenn ich dort lebe, wo ich auch geboren wurde.
Wie sonst sollte man das denn ausdrücken? „Ich komme aus Wien“ finde ich allerdings schöner, aber das würde man auch dann noch sagen, wenn man nach wie vor (oder wieder) in Wien lebt.
Grüße Bellawa.
Ist das nicht ein seit ein paar Jahren um sich greifender
sprachlicher Mißstand?
Seit ein paar Jahren,
Marzeppa?
Solche wie der Guttenberg sind immer schon „von Guttenberg“, auch wenn sie daheim sind, und zugleich „zu Guttenberg“, auch wenn sie in Berlin sind. Ob er überhaupt „aus Guttenberg“ ist?
Echt unübersichtlich das, sollte ein Gesetz dafür geben.
Hannes
westfälisch
Hallo,
in Westfalen sacht man: „Wo bist du von wech?“
Tach noch,
Andreas
Hi,
ich lese in dem Thread schon eine Weile mit und weiß nicht so ganz, wo Dein Problem lliegt - vielleicht verwechselst Du ja was?
Wenn ich einen MEnschen nach dem Ort frage, in dem er geboren wurde und aufgewachsen ist (Varianten davon lassen wir der Einfachheit halber mal außen vor), frage ich „Woher bist du?“ oder „Woher kommst du?“ und bekomme zur Antwort „Ich komme aus Dresden.“ oder „Ich bin aus Dresden.“. Die Antwort „Ich bin von hier“ kommt nur dann, wenn man sich während des Gespräches in Dresden befindet (oder in einem Nachbarort, und der Antwortende nimmt es nicht so genau).
Ich stamme auch aus Dresden, wohne aber seit langem in Südbayern. Ich bin also hier ansässig und nicht auf der Reise. Wenn mich jemand fragt: „Und woher kommst Du, du klingst gar nicht bayrisch?“ sage ich „Ich komme aus Dresden.“ Wie sollte ich das denn deiner Meinung nach sonst tun? „Ich bin von hier.“ wäre ja gelogen.
Natürlich sagt auch ein Reisender auf die Frage nach dem Startort seiner Reise „Ich komme aus Dresden“. Da sorgt aber dann der Zusammenhang dafür (genauso wie in der vorher geschilderten Situation), dass man nicht missverstanden wird.
So, jetzt bist Du dran 
die Franzi
Hi!
Ja, das bildest du dir ein. Nicht alles, was zufällig so heißt
wie im Englischen und wörtlich genommen einen anderen oder
keinen Sinn ergibt, ist automatisch ein Anglizismus.
Dann wär’s ja gleichzeitig auch ein Italianismus

Hallo,
ganz genau! Du sagst es. Du verstehst mich.
Ich meine, eine sprachliche Unsitte beobachten zu können, bei der man „aus X-Stadt kommt“, obwohl man zwar in X-Stadt beheimatet ist, sich aber derzeit durchaus in X-Stadt befindet, und das ist ein Dauerzustand.
Natürlich kann man gerade von einer Reise heimgekehrt sein, das ist was anderes.
Ich denke, man kann schlecht aus etwas gekommen sein, wenn man doch drin ist.
Gruß
Marzeppa
Ich denke, man kann schlecht aus etwas gekommen sein, wenn man
doch drin ist.
Doch, das geht. Denn aus bedeutet nicht zwangsläufig „aus etwas herrausbewegt und nun nicht mehr drin“, auch wenn das vllt. die Grundbedeutung sein mag.
Sprache ist nie 100 % logisch. Das heißt, du kannst bei einer feststehenden Wendung, die jeder (das kann man von dieser ja schon behaupten) benutzt, nicht wirklich damit argumentieren, dass sie unlogisch ist. Das mag sie zwar sein, aber das ist für Sprache kein Kriterium gegen einen Ausdruck. Die Bedeutung erschließt sich ja nicht aus den Bestandteilen oder dem wörtlichen Sinn, sondern einzig und allein aus seiner Bedeutung.
Das heißt konkret — und ich weiß, dass das die Puristen und Präskriptivisten sehr stört: Wenn ein Ausdruck von praktisch allen Sprechern benutzt wird, so kann er noch so unsinnig erscheinen, er ist muss korrekt sein. In solchen Fällen müssen die Regelwerke an die Sprecher angepasst werden, nicht umgekehrt.
Klingt vielleicht überliberal, aber genauso funktioniert Sprache und Grammatikschreibung: „Es ist so, also schreiben wir’s so auf.“, nicht „Es müsste eigentlich so sein, also machen’s alle falsch.“
Viele Grüße,
Hallo,
Ich denke, man kann schlecht aus etwas gekommen sein, wenn man
doch drin ist.
„kommen“ bezeichnet aber nicht nur eine Bewegung, die auf ein Ziel gerichtet ist, sondern kann auch bedeuten: von etw. herstammen, -rühren, seine Ursache, seinen Ursprung in etw. haben.
http://www.dwds.de/?qu=kommen&woerterbuch=1 → 10.
http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbu… → II, 17)
Gruß
Kreszenz
Hi,
tut mir leid, falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe, aber ich verstehe dich nicht.
Wenn ich in Dresden bin und in Dresden geboren wurde und mich jemand nach meinem Geburtsort fragen würde, kann ich sagenb „Ich komme aus Dresden.“ oder auch „Ich bin von hier.“ - ist mir völlig gleich, was ich sage. Vielleicht, wenn ich besonders betonen möchte, dass ich in Dresden geboren und aufgewachsen bin (weil sich vielleicht jemand mit mir über die Qualität von Christstollen streiten möchte *gg*), würde ich eher sagen „Ich komme aus Dresden“ oder „Ich komme von hier“ - mit besonderer Betonung auf „komme“.
die Franzi