Hallo Raoul,
…haben Kinder, die in deutsche
Schulen, Kindergärten oder Ausbildungsstätten gehen und lassen
sich ihre Häuser von deutschen Handwerkern renovieren, kaufen
in deutschen Supermärkten und gehen in Ansbach shoppen.
Wenn das alles wegfällt…gibt es zig Arbeitslose mehr in
Deutschland.
Die Probleme sind bekannt und treten vielerorts in ähnlicher Weise auf. Stellte man aber diese Probleme in den Vordergrund, hieße das, an Militär festzuhalten, obwohl es für die Landesverteidigung nicht gebraucht wird, damit der Supermarktumsatz stimmt. Bei der Frage nach Sinn und Unsinn des Militärs muß die Frage lauten, ob man die militärischen Fähigkeiten braucht und nicht etwa, wieviel Militär braucht der Supermarkt.
Die sich wegzuwünschen nur weil sie Amerikaner sind…
Die Frage der Notwendigkeit des Militärs ist unabhängig davon, ob es Amerikaner, Briten, Eskimos oder Deutsche sind. Ergeben sich bei der Beantwortung der Frage nach der Notwendigkeit des Verteidigungspotentials Strukturprobleme für die Region, müssen diese gelöst werden. Aber dafür braucht man keine Jagdflieger, Panzer u. a. m… Geht es um wirtschaftliche Einbußen als Folge von Standortschließungen, ist es gewiß billiger, die ehemaligen Soldaten auf Staatskosten Rosen züchten zu lassen (dann kaufen sie immer noch im Supermarkt ein), als permanent den Militärapparat zu unterhalten.
Die Argumentation erinnert mich an Befürworter der Wehrpflicht, die genau wissen, daß wir nicht die Wehrpflichtigen, sondern nur die Ersatzdienstleistenden im Sozialwesen brauchen.
Man kann es auch anders ausdrücken: Wird mit der Armee ein Sicherheitsbedürfnis befriedigt, sind die anfallenden Kosten der Preis für die Sicherheit. Gibt es aber kein Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen, weil keine Gefahren drohen, denen man mit der Armee begegnen könnte, wird der Unterhalt der Armee volkswirtschaftlich zur Geldvernichtung. Dabei wird ein Vielfaches des Betrages vernichtet, der möglichen Nutznießern (Handwerk, Handel) zugute kommt. Es wird ohne weiteres einleuchtend sein, daß man besser das Geld unmittelbar in die Förderung einer Region investiert, als über den Umweg zu gehen, das Geld erst für U-Boote, Fregatten und Geschütze auszugeben.
Gruß
Wolfgang