Ich kämpfe seit einer Woche mit einem Satz. Irgendwie komme ich auf keinen grünen Zweig. Ich habe im Freundeskreis herumtelefoniert und auch sonst schon jeden angesrpochen, aber keiner kommt zu einer befriedigenden Lösung. Also probiere ich es hier. Folgender Satz:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt dort jetzt die Stunde des Staatsoberhauptes, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.“
Ich hatte auch folgende Variante:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt dort jetzt die Stunde deren Staatsoberhauotes, des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.“
Irgendwie passen beide Sätze nicht, oder?
Folgende Erklärung: Im Zuge einer Arbeit für die Uni, musste ein österreichischer Zeitungsartikel für deutsche Leser umgeschrieben werden. Man muss davon ausgehen, dass kein Wissen über die österreichische Politik vorhanden ist.
Ich will im Satz oben verpacken, dass Nationalratswahlen in Österreich waren, dass unser Staatsoberhaupt Bundespräsident genannt wird und auch dessen Namen.
Ich hoffe, dass mir irgendwer hier aus der Patsche helfen kann. Mir kommt mittlerweile ja schon alles „spansich“ vor, haha.
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde des Staatsoberhauptes, Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer.“
Ich hatte auch folgende Variante:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde deren Staatsoberhauotes, des
Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.“
Irgendwie passen beide Sätze nicht, oder?
Doch doch, siehe unter „Ausnahmen”:
„_Steht vor dem Nomen der Apposition kein flektiertes Wort, ist nur der Nominativ üblich:
„Steht vor dem Nomen der Apposition kein flektiertes
Wort, ist nur der Nominativ üblich:
ah, interessant. Das erklärt mein seltsames Gefühl beim Versuch, dort den Genitiv hinzukonstruieren …
Ich hatte auch folgende Variante:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde deren Staatsoberhauptes, des
Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.“
Vielleicht ging es Cinamon nur um die Apposition, aber was mir an diesem Satz nicht gefällt, ist das „deren“, weil der Bezug fehlt (es sei denn, man denkt statt „in Österreich“ „der Österreicher“).
Vielleicht ging es Cinamon nur um die Apposition, aber was mir
an diesem Satz nicht gefällt, ist das „deren“, weil der Bezug
fehlt (es sei denn, man denkt statt „in Österreich“ „der
Österreicher“).
Ja, die mit „deren” nur gedachten, aber zuvor nicht genannten Österreicher wären in diesem Fall eine „anaphorische Insel” und als solche zu vermeiden.
ganz genau Andreas, das „deren“ passt mir nicht. „Österreich, dessen“ sollte es wohl heissen. Mal probieren:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt dort jetzt die Stunde dessen Staatsoberhauptes, des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.“
Na, hört sich das jetzt besser an? Ich dreh noch durch. Ich kann den Satz nicht mehr hören, haha.
Österreich, dessen Staatsoberhaupt Fischer heisst, hat gewählt. „Dessen bei Einzahl männlich.“
Die Österreicher, deren Staatsoberhaupt Fischer heisst, haben gewählt.
Maria, deren Mann Franz heisst, hat gewählt. „Deren bei Mehrzahl oder Einzahl weiblich.“
Jo, so gefällt mir das
Stimmt ihr mit mir überein?
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„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde dessen Staatsoberhauptes, des
Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer.“
Na, hört sich das jetzt besser an? Ich dreh noch durch. Ich
kann den Satz nicht mehr hören, haha.
Besser, aber was hast du gegen:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde des Staatsoberhauptes, des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer. ”
dein Satz hört sich gut an, allerdings wollte ich herausstreichen, dass es Österreichs Staatsoberhaupt ist, also „dessen“. Aber stimmt schon, hört sich irgendwie „böhmisch“ an, wie meine Oma sagen würde.
Kann es sein, dass man den Satz ganz einfach nicht so konstruieren kann? Dass man ihn zerpflücken muss?
Ansonsten gefällt mir auch diese Version noch recht gut:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt dort jetzt die Stunde des Staatsoberhauptes, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer.“
Ich glaub, das hört sich am Besten an. Oder?
Cinamon
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Kann es sein, dass man den Satz ganz einfach nicht so
konstruieren kann? Dass man ihn zerpflücken muss?
Ansonsten gefällt mir auch diese Version noch recht gut:
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, schlägt
dort jetzt die Stunde des Staatsoberhauptes, Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer.“
Ich finde das „die Stunde (von jemandem) schlägt” sowieso sehr unidiomatisch:
Mit Stunde und schlagen gibt es da eigentlich nur:
gebe dir völlig Recht. Der Artikel soll für eine Zeitung auf derm Niveau der Bild-Zeitung sein. Da darf man schon etwas kräftiger im Wörtertopf rühren und Reisserisches hinein packen. Dieser Satz ist darüber hinaus die Einleitung des Artikels. Meine Überschrift lautet „Walten Sie Ihres Amtes, Herr Bundespräsident“. Ich hab mir ja auch schon überlegt, den Satz anders zu schreiben. In der Art "Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich, ist jetzt der/die/das ____________ des Staatsoberhauptes, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, gefragt. Allerdings fällt mir nicht ein WAS gefragt is. Der Auftritt? Das Wort? Die Gewalt? Völliges Blackout hier…
Falls du oder wer anderer Ideen hat, nur her damit
Cinamon
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"Wie immer nach den
Nationalratswahlen in Österreich, ist jetzt der/die/das
____________ des Staatsoberhauptes, Bundespräsident Dr. Heinz
Fischer, gefragt.
lese, dann fällt mir spontan dazu ein
„Wie immer nach den Nationalratswahlen in Österreich ist jetzt DAS Staatsoberhaupt, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, gefragt“.
herzlichen Dank für deinen Beitrag. Du hast Recht, hört sich auch super an. Ich habe den Text allerdings schon vergangene Woche eingereicht. Ich werde ja sehen, was dabei heraus kommt
Cinamon
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Ich bin neu hier, deswegen klinke ich mich reichlich spät in diese Diskussion ein. Es handelt sich hier um einen Fehlgriff in der Redensart, wie er bei Journalisten oft in erheiternder Weise vorkommt.
Wessen Stunde oder wem die Stunde geschlagen hat, der hat eigentlich nicht mehr viel zu bestellen. Es ist nämlich in aller Regel das letzte Stündlein, was sich da per Glocke hören ließ.
Das hat der Journalist weder gemeint noch (wahrscheinlich) dem Bundespräsidenten gewünscht. Gemeint hat er, dass die Stunde des Bundespräsidenten gekommen sei, dass er jetzt in Aktion treten und die Lage klären müsse.
Aber auch das klingt mir etwas zu nibelungenmäßig bei einem Vorgang, der in den einschlägigen Gesetzen genau geregelt ist. Die weiter unten gemachten Vorschläge sind da viel angemessener.