häufig kommen die Floskeln Ich bräuchte bitte…! und Ich brauche bitte…! in der zwischenmenschlichen Interaktion vor, wenn man das Gegenüber um etwas bitten möchte. Also Ich brächte bitte Ihre Hilfe/Ihren Rat, Ich brächte bitte ein Glass Wasser! Ich brauche bitte eine Schere. Ich bräuchte bitte Kleingeld zum Telefonieren. Solche Bitten können erfüllt, aber auch angeschlagen werden.
Ich bräuchte bitte eure Hilfe bitte:smile:
Ich bin auf der Suche nach den festen Äußerungen bzw. Ausdrücken, mit denen man die obigen Floskel
abschlägt und
annimmt bzw. erfüllt.
Ich bedanke mich ganz herzlich für jeden Vorschlagt.
Hallo, Hussein,
(das hat jetzt mit Deiner Frage nur am Rande zu tun) nach meinem Empfinden drückt der Gebrauch des Konjunktivs („ich bräuchte“) eine Ungewissheit aus, ob die Bitte erfüllt wird oder erfüllt werden kann.
Der Indikativ hingegen ist eine Sachaussage, dass zur Erfüllung der Aufgabe ein Hilfsmittel erforderlich ist.
(das hat jetzt mit Deiner Frage nur am Rande zu tun) nach
meinem Empfinden drückt der Gebrauch des Konjunktivs („ich
bräuchte“) eine Ungewissheit aus, ob die Bitte erfüllt wird
oder erfüllt werden kann.
das scheint regional unterschiedlich zu sein: Im südlichen Franken (und nach meiner Erinnerung auch in Oberbayern und im Allgäu) wird in Bitten „bräuchte“ wesentlich häufiger verwendet - als Konjunktiv der Höflichkeit.
Auf mich wirkt „Ich brauche mal deinen Stift“ unhöflicher als „Ich bräuchte…“.
Im südlichen Franken (und nach meiner Erinnerung auch in Oberbayern und im Allgäu) wird in Bitten „bräuchte“ wesentlich häufiger verwendet - als Konjunktiv der Höflichkeit.
dem ist auch in Baden so.
So langsam scheint sich herauszukristallisieren, dass die Menschen im Süden der Republik einfach höflicher sind… ;o)
So langsam scheint sich herauszukristallisieren, dass die
Menschen im Süden der Republik einfach höflicher sind… ;o)
Nein, vom Norden her betrachtet sind sie nicht höflicher, sondern scheinheiliger.
Und ich sitze zwischen zwei Stühlen: 30 Jahre Süden der Republik, 30 Jahre Norden der Republik - das ist glatt zum Schizophrenwerden. Vielleicht bin ich es ja schon …
es gibt doch (ich kenne es nur aus dem bairischen Raum) eine sprachliche Form, mit der man aus Höflichkeit versucht, sich kleiner und weniger bedrohlich erscheinen zu lassen. Also, wenn z.B. zum Jahreswechsel der Kaminkehrer vor der Haustür steht, um sein jährliches Trinkgeld zu erpressen, sagt er: „Der Kaminkehrer waar do“, obwohl er durchaus real und schwarz vor einem steht. Wenn ich mich recht erinnere, wird diese grammatische Form als ‚Irrealis‘ bezeichnet. Gibt es da eine sprachlich/kulturelle Verbindung zu Deinem 'Konjunktiv der Höflichkeit?
es gibt doch (ich kenne es nur aus dem bairischen Raum) eine
sprachliche Form, mit der man aus Höflichkeit versucht, sich
kleiner und weniger bedrohlich erscheinen zu lassen.
sagt er:
„Der Kaminkehrer waar do“, obwohl er durchaus real und schwarz
vor einem steht.
ja, im Bairischen ist der Konjunktiv II auch zur Bezeichnung eines Ist-Zustandes gebräuchlich.
Wenn ich mich recht erinnere, wird diese
grammatische Form als ‚Irrealis‘ bezeichnet. Gibt es da eine
sprachlich/kulturelle Verbindung zu Deinem 'Konjunktiv der
Höflichkeit?
Neben dem bzw. zusätzlich zum Ausdruck der Höflichkeit kann der Konjunktiv II Zurückhaltung, Vorsicht, Unverbindlichkeit und Understatement signalisieren, siehe auch http://www.teachsam.de/deutsch/d_lingu/synt/wort/Ver…
In Deinem Beispiel ist das „waar“ (wäre) wohl als Ausdruck höflicher Bescheidenheit zu interpretieren.
Ein Kommentar dazu aus Ludwig Reiners’ „Stilkunst“ (ISBN-13: 978-3406349850 Buch anschauen):
„… In Süddeutschland ist ohnehin der Konjunktiv noch lebendig. Auf die Frage, wer hier der Wirt sei, antwortet der Bayer: Der Wirt war i (war ist bayrisch wäre); ähnlich an Durscht hätt‘ i scho. Es ist der Konjunktiv der Höflichkeit. Er entspringt der Zurückhaltung, dank deren der Norddeutsche in Bayern auf eine Frage nie das bekommt, was er eine klare Antwort nennt.“