Nunja, was hilft das Korrigieren des Frequenzgangs des Lautsprechers, wenn dann doch der Raum seine Verzerrungen zum Tragen bringt?! Wenn eine automatische Einmessung fehlschlägt, würde ich mich lieber um eine manuelle Einmessung am Hörplatz bemühen, als um eine Korrektur des Lautsprechers. Das bringt aus meiner Sicht für den Genuss deutlich mehr.
Aber dafür brauchst Du doch keine Daten des Lautsprechers. Statt dessen ein System zum Messen, das in der Regel besteht aus: Testtönen, Messmikrofon, Darstellung des Gemessenen. Dann wird anhand des gemessenen Frequenzganges korrigiert. Und erneut gemessen.
Als ich das noch professionell machte, nutzte ich dafür ATB PC Pro von Kirchner Elektronik.
Ich möchte an meiner Sitzposition den originalen Frequenzgang haben. Daher brauche ich logischer Weise einen originalen Frequenzgang. Also so wie die Lautsprecher draußen machen würden.
Ich danke Dir für die Erklärung, endlich habe ich Dein Ziel verstanden.
Allerdings halte ich das für unmöglich. Zu unterschiedlich sind die Hörräume, zu unterschiedlich Reflexionen, Hall und Absorption. Aber so grob den Frequenzgang imitieren, das sollte gehen.
Als Arbeitshypothese kann man davon ausgehen, dass ein Hersteller versucht, seine Lautsprecher stets gleich klingen zu lassen. Wenn man sich dann den Frequenzgang der i.nova 360 ansieht, hat man eine grobe Richtung: weitgehend linearer Frequenzgang, bis 150 Hz -2dB, ab 10 kHz +5 dB. Und in der Abbildung 9 sind die rein elektrischen Frequenzgänge der DSP-Voreinstellungen zu erkennen.
Da die 380 8 statt nur 6 Mitteltöner besitzt, fällt die Hochtonanhebung möglicherweise etwas geringer aus. Und da der Subwoofer der 380 15 statt 12 Zoll Lautsprecherdurchmesser besitzt, kann man von etwas mehr Tiefgang ausgehen. Die leichte Absenkung im Bassbereich der 360 halte ich für gewollt - zudem kann sie der Nutzer natürlich eben schnell seinen persönlichen Bedürfnissen über die Regler einstellen. Unterschiede durch die unterschiedlichen Gehäuse sind vermutlich in der Praxis zu vernachlässigen, weil sie zu gering sind.
Zusammengefasst: wenn Du einen linearen Frequenzgang erreichst, liegst Du vermutlich sehr nahe am Klangbild, das Novacoustic beabsichtigte.
Nur mal so nebenbei:
Ist dein Gehör auch noch linear? Ab 50 Jahren solltest du mit stärker werdenden Einbußen rechnen. Dann nützen dir die ganzen theoretischen Daten nichts.
Hinzu kommen noch persönliche Vorlieben und Empfindlichkeiten, abhängig von der Gesamtlautstärke. Nicht ohne Grund wurde in den 1980er bis 1990er die „Loudness“-Funktion eingeführt, bei guten Geräten geregelt anhand der eingestellten Lautstärke.
Ich persönlich empfinde einen linearen Frequenzgang an meinem Hörplatz als dünn und langweilig. Für Monitor-Lautsprecher im Studio mag das o.k. sein, aber ich möchte gern etwas mehr Pepp haben.
Aber wie geschrieben: das sind persönliche Vorlieben. Hinzu kommen natürlich noch die, von Dir beschriebenen persönlichen Einschränkungen, die man in Grenzen ausgleichen könnte.