Ich brauche dringend euren Rat!

Hallo alle zusammen!

Ich mache mir sehr viele Gedanken im MOment über meinen besten Freund. Wir kennen uns schon seit unserem ersten Lebensjahr.
Wir haben auch immernoch ein sehr enges Verhältnis, auch wenn jetzt jeder in einer anderen Stadt wohnt.

Ihm ist vor 4 Jahren seine Mutter gestorben, an Krebs.
Vorher gab es sehr unschöne Situationen in der Familie, weil der Vater eine andere hatte und sie ihn erpresst hat, so lange noch bei ihr zu bleiben, bis sie gestorben ist.
Für alle eine sehr harte SItuation.
Nachdem sie dann gestorben war, ist mein bester Freund nach Amerika für ein Jahr. Es hat ihm sehr gut getan, nur leider war es auch in gewisser Weise eine Art „Verdrängung“ für ihn.
Als er wiederkam war er verändert, ich kann es nicht beschreiben wie!

Vorgestern haben wir uns wieder gesehen, seit langem!
Es war sehr schön, aber ihm gings nicht gut, ihm ging es schon die ganze Zeit nicht gut, seit Amerika.
Er hat den Tod seiner Mutter nie richtig verarbeitet.
Wir hatten vor diesem Wiedersehen sehr viel mailkontakt, wir haben über alles offen geschrieben, er hatte Probleme mit seiner Freundin, mit der er immerwieder an den selben Punkt kommt in der Beziehung, und dnan Panik kriegt und alles beenden will!
Ich weiß, dass es daran liegt, dass er alles bis zu einem bestimmten Punkt zulässt, und dann dicht macht, wenn er merkt, dass es zu intensiv und zu tief geht.
Das habe ich dann auch bei einem Gespräch gemerkt, wo es um seine Zukunft ging und um eben diese Probleme, mit dem „Dichtmachen“.
Er weiß nicht, wer er ist und er weiß nicht, was er will, er ist in einer Depressionsphase(„alles ist irgendwie sinnlos, aber es muß ja irgendwie weitergehen“).
Meine Mutter sagte mir dann, dass er mit ihr auch geredet habe, und da gesagt habe, dass alle Erinnerungen vor dem Tod seiner Mutter ausgelöscht sind.
Ich glaube da nicht drann, er hat nur Angst dahin zu sehen, weil er sehr verletzt worden ist in seiner Kindheit, durch die Eltern, die im Prinzip kaum Liebe geben konnten!( weil sie selbst nicht fähig dazu waren sie sich selbst zu geben)

Wir haben immer ein Computerspiel zusammen gespielt, es heißt Bubble Bobble, und ich habe dieses Spiel mir wieder runtergeladen und wir haben es dann vorgestern auch gespielt!
ER HAT SICH ERINNERT!!! Auch wenn er, als er es gemerkt hat, dass da Erinnerungen hoch kamen, sich gesträubt hat, ich habe es gemerkt.
Und es kamen sicherlich auch Bilder hoch damit!

Ich weiß nicht, was ich tun soll, denn er sucht Hilfe, sonst würde er nicht so viel den Kontakt zu mir( zu meiner Familie) suchen, und auch nicht das Gesprüch, auch wenn er da immewieder abblockt.
Es ist ok, ich dränge dann auch nicht weiter, weil es ihm weh tut, ich sehe das!
Aber ich will ihm gerne helfen, nur weiß ich nicht wie!
Ich bin verzweifelt.
Wisst ihr was?
Er hat eine Therapie gemacht aber ich denke, dass es nicht genung war, allerdings wird er eine Therapie jetzt nicht wollen.
Es geht also nicht um eine ANtwort in dem Sinne „er soll eine Therapie machen…“

Sicherlich wird er irgendwann noch eine machen müssen, weil einfach zu viel noch bearbeitet werden muß, aber jetzt geht es erstmal darum ihn zu „öffnen“ ihm zu helfen, ihm einen Sinn zu geben!

Vielen Dank!
Berlind

Es ist ok, ich dränge dann auch nicht weiter, weil es ihm weh
tut, ich sehe das!
Aber ich will ihm gerne helfen, nur weiß ich nicht wie!

hi berlind,

nicht drängen ist bestimmt erstmal das beste.
vielleicht solltet ihr euch erst wieder aneinander gewöhnen,
gegenseitiges vertrauen wieder wachsen lassen.
dann kommt er eventuell von sich aus auf dich zu.
so ist es doch viel spekulation.
du kannst geduld und wärme anbieten, das ist schon sehr viel.

gruß,
frank

Hallo Frank!

Vielen Dank für deine Antwort!
Wir sind sehr aneinander gewöhnt, aber er öffnet sich niemandem, auch wenn er noch so sehr an ihn gewöhn ist!
Aber vielleicht öffnet ihn meine Wärme ja doch!

Vielen Dank nochmal und einen schönen SOnntag
Berlind

Hi,

ich kann mich Frank nur anschliessen - das muß aus ihm selber kommen. Du kannst nicht viel machen, als da sein und nicht ständig drauf rumhacken (was ich Dir damit nicht unterstelle!). Daß Du siehst, daß da was im Busch ist, das wird ihm schon klar sein.
Bloß keinen Druck.

Gruß,

Doc.

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Hallo Berlind,

villeicht gehts deinem Freund wie vielen Männern.
Ich habe festgestellt, das es häufig vorkommt, dass Männer glauben ihr Problem wäre ein sehr spezielles, einzigartiges und sie wären der Einzige, oder einer von sehr Wenigen die so empfinden. Man(n) schämt sich häufig, dass solch „irrationale“ Dinge den Alltag beeinflussen können. Dadurch wird noch mehr geblockt und versteckt. Die häufig anzutreffende Eigenart, mit anderen Männern lieber smalltalk zu machen als persönliches zu besprechen tut ihr übriges.
Falls dein Freund auch in diesem Muster denkt, ist es für dich schwierig, da durch zu kommen. Er bräuchte einen Austausch mit ebenfalls Betroffenen.
Du kannst ja mal versuchen, ihm vorsichtig(!) die Richtung zu zeigen. Gehen muss er selber wollen.

Liebe Gruße
Heidi

Hallo Berlind,

wenn ein guter Freund leidet, dann geht einem das sehr nahe, unter die Haut, man leidet richtig mit, was sich halt Mitleid nennt. Und dann fängt man automatisch an, für sich zu überlegen, wie oder was man seiner Stelle mit diesem Leiden machen würde. Das ist, als ob man einen Gehbehinderten auf die Beine stellt, und gleichzeitig spürt wie schwer die Person ist, wenn sie sich nicht selbst hinstellen kann.
Weißt du worauf ich hinauswill? Ich glaube, dass du ihm mit keinen Vorschlägen oder Entscheidungen helfen kannst, wenn er vor sich aus nicht darum bittet. Und selbst da besteht die Gefahr, dass er seine Traurigkeit und Lebensunlust durch „andere-machen-lassen“ überlagert, wie mit seinem Amerika-Aufenthalt. Das ist natürlich ein richtiger Kick: andere Leute, Fremdsprache, sich zurechtfinden…kein Problem sich dabei selbst zu übersehen.

Ich weiß nicht, was ich tun soll, denn er sucht Hilfe, sonst
würde er nicht so viel den Kontakt zu mir( zu meiner Familie)
suchen, und auch nicht das Gesprüch, auch wenn er da
immewieder abblockt.
Es ist ok, ich dränge dann auch nicht weiter, weil es ihm weh
tut, ich sehe das!
Aber ich will ihm gerne helfen, nur weiß ich nicht wie!

Nach meinem Eindruck schätzt du sein Kontaktsuchen falsch ein, er ist einsam, und vielleicht erst in er Phase sich zu orientieren, also eigentlich noch gar nicht auf dem Weg seinen schlechten Zustand zu verbessern. Das wird überhaupt sein Problem sein, er steckt in einem tiefen Nebelloch, bei dem er nicht einmal seine eigene Hand vor den Augen wahrnehmen kann. Ein Begleiter an seiner Seite hilft ihm über seine Verunsicherung hinweg.
Und mehr wird er wohl momentan nicht wollen, einfach einen geduldigen Menschen, der es neben ihm aushält, der ihn mit Freundlichkeit erwärmt, der ihn ein wenig für die eine oder andere Unternehmung anschupst. Irgendwann wird er von sich aus sprechen, und dir mitteilen, was er braucht.
Aber ich denke, dass du ihm nicht wirklich helfen kannst, sondern eher ein Profi. Und da kommt es sicher auch auf die Therapie an, also keine x-beliebige.
Ein guter Freund ist man, wenn man für den anderen da ist. Das ist meistens mehr, als man von jedem anderen bekommt. würde ich jetzt so mal sagen :smile:

mit lieben Grüßen
Claudia

Hallo Berlind,

als jemand, der auch erst in den letzten Jahren gelernt hat, offensiv auf andere Menschen zuzugehen und um Hilfe zu bitten, wenn ich Probleme habe (und das auch nur, weil ich in eine ziemlich schwierige Situation gekommen war, weswegen ich das Verhalten Deines Freundes ein bisschen nachvollziehen kann), kann ich dem nur zupflichten, was meine Vorschreiber bereits gesagt haben.

Sei für ihn da, die Gespräche und das Zusammensein mit Dir werden ihm unendlich wichtig sein, dränge ihn aber nicht, sich weiter zu öffnen, als er es will oder derzeit kann.
Halte von Dir aus Kontakt, damit Du rechtzeitig mitbekommst, wenn etwas wirklich schiefläuft bei ihm. Erst dann ist externe Hilfe dringend geboten.
Sei ihm nicht böse, wenn er plötzlich auf Distanz geht, weil es ihm zu nah kommt, sei dann geduldig und bleib vorsichtig dran.
Sei aber auch ehrlich, wenn Dich etwas an ihm nervt (Du bist schließlich nicht seine Therapeutin und wirst dafür bezahlt, belastet zu werden, sondern Du machst das absolut freiwillig, weil Du ihn magst). Halte ihm ruhig bei Zeiten den Spiegel vor…
Erzähle ihm auch, wenn Du Dir Sorgen machst oder es Dir zu nahe geht!

Und akzeptiere, dass Du nicht verantwortlich bist, wenn er sich nicht helfen lassen will. Denn ich bin mir sicher, dass er niemals wollte, dass es Dir wegen ihm schlecht geht!

Sei einfach sein Freund ohne Dich selbst zu verlieren.

Grüße
Jürgen

Hallo Berlind,

vor nicht allzu langer Zeit habe ich schon einmal geschrieben, dass unser heutiges Leben weitgehend dadurch beeinflusst ist, wie wir erzogen wurden und geprägt wurden, durch unser Umfeld in der Kindheit.

Dein Freund hat Dinge erfahren, die ihn dazu veranlasst haben zunächst mal auf Distanz zu gehen (Amerika) Dies erscheint mir auf dem Hintergund Deiner Schilderungen, als eine natürliche Reaktion. Das er heute Ängste, oder Unsicherheiten zeigt, wenn es um die Familie, oder eine Beziehung geht, erscheint mir genauso natürlich. Egal, ob er in seiner Familie, zu wenig, oder aber auch zuviel Zuneigung erfahren hat, es veranlasst ihn heute, mißtrauisch zu sein. Er möchte selbst Erfahrenes nicht wiederholen, oder erneut erfahren. Alles erscheint mir sehr natürlich und ich frage mich, ob wir immer direkt eine Therapie brauchen, oder gar von einer Störung, ja vielleicht sogar von einem abnormen Verhalten sprechen sollten??

Der eine erlebt dies, der andere das, unser Verhalten ist begründet in solchen Erfahrungen und jeder Mensch macht andere.
Eines allerdings sollten wir nicht verlangen und das ist leider manchmal so meine Befürchtung, nämlich das wir die Menschen denen wir uns in irgendeiner Art verbunden fühlen, so haben wollen, wie wir sie gerne hätten. Wie wäre es, wenn wir sie einfach so nehmen wie sie sind? Wie wäre es, wenn wir sie so akzeptieren, mit all ihren Schwächen und Stärken? Wo sind die positiven Seiten Deines Freundes? Die gibt es, aber unser (Dein) Augenmerk liegt auf seinen Unsicherheiten!

Du spürst, dass er Hilfe braucht?
Wenn Du so ein feinfühliges Gespür hast, ist das sicher eine schöne Eigenschaft, auf der anderen Seite kenne ich 'ne ganze Menge Leute, die wiederum aufgrund ihrer eigenen Geschichte, ihrer eigenen Erziehung und Prägung, dass Bedürfnis verspüren anderen unbedingt helfen zu wollen!!! Deine vielen Ausrufe im Titel veranlassen mich, zu hinterfragen, ob Du nicht so ein Mensch sein könntest, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, für andere da zu sein.

Mein Wunsch liebe Berlind ist, sich nicht zu sehr auf das zu konzentrieren, was uns bei unseren Mitmenschen weniger gefällt.
Wenn wir uns mehr auf ihre positiven Eigenschaften, auf ihre Stärken besinnen und darüber sprechen, ja vielleicht uns selbst etwas davon abgucken können, dann können wir wirksam helfen, dass sie mit ihren Schwächen besser klar kommen.

Wir alle vergeuden viel zuviel Energie mit Dingen die wir nicht können, dabei verkümmern unsere Stärken. Wir scheitern daran, dass wir es uns zur Aufgabe machen, etwas zu können, wofür wir aufgrund unserer Veranlagung, Erziehung und Prägung gar nicht in der Lage sind.
Bevor ich mit allen Mitteln etwas an meinem Verhalten ändern möchte und das muss ja nun mal immer von mir selbst (in dem Fall von Deinem Freund) ausgehen, sollte ich mir bewußt machen, ob ich nicht lieber meine natürlichen Stärken, die ich selbstverständlich habe, ausbauen möchte.
Meine Talente, meine starken Seiten, meine positiven Eigenschaften, gezielt einsetzen, um Positives zu erfahren und meine Schwächen einfach weniger beachten, das wäre meine Art die Dinge zu betrachten.

Liebe Grüße

Frank

Hallo Frank!

Du hast Recht damit, das wir nicht immer eine Therapie brauchen! Es geht auch vieles von selbst und vieles muß auch so sein, damit sich unsere Persönlichkeit weiterentwickelt!
Bei meinem Freund ist es so, dass er eigentlich ein sehr ausgeglichener, starker Mensch ist!
Er ist sehr liebsnwürdig und eigentlich auch offen( das ist sehr paradox);O) Er ist hilfsbereit und ehrlich. Ich schätze ihn sehr, und ich will ihn nicht verändern;o)
Ich will lediglich für ihn da sein und ihm helfen, wenn er hilfe braucht dass habe ich falsch ausgedrückt.
Ich habe bewußt nur von seiner Unsicherheit geschrieben, weil ich mir um seine positiven Seiten keine Sorgen mache.
Wenn er hilfe von mir braucht, dann kommt er zu mir, ich will ihm meine Hilfe nicht aufdrängen und das habe ich auch noch nie getan, denn er hat mich immer frei und offen um meine Meinung gefragt!
NUr bin ich ratlos, wie ich nicht weiß, wie ich in so einer Situation, auf ihn reagieren soll. Er sitzt vor mir, und sagt, dass er Hilfe braucht, und dann im nächsten Augenblick macht er dicht!
Was würdest du in so einer Situation machen?

Mein Wunsch liebe Berlind ist, sich nicht zu sehr auf das zu
konzentrieren, was uns bei unseren Mitmenschen weniger
gefällt.

Lieber Frank, das tue ich auch nicht;O)

Wenn wir uns mehr auf ihre positiven Eigenschaften, auf ihre
Stärken besinnen und darüber sprechen, ja vielleicht uns
selbst etwas davon abgucken können, dann können wir wirksam
helfen, dass sie mit ihren Schwächen besser klar kommen.

Das ist der Schlüssel!Wunderbare Worte!

Ich werde ihm das mal sagen, weil er sich selbst nicht bewußt ist, was er an Stärken hat!!
Vielen Dank!!! Damit ist mir sehr geholfen *sternchengeb*

Viele Grüße
Berlind

Hallo Berlind,

nochmal ein paar Zeilen von mir…

NUr bin ich ratlos, wie ich nicht weiß, wie ich in so einer
Situation, auf ihn reagieren soll. Er sitzt vor mir, und sagt,
dass er Hilfe braucht, und dann im nächsten Augenblick macht
er dicht!
Was würdest du in so einer Situation machen?

Tja, also das erlebe ich in meiner Arbeit mit Suchtkranken jeden Tag.
Meine Devise in dieser Arbeit ist eben die natürlich vorhandenen Stärken aufzubauen. Zunächst bewußt von den Schwächen ablenken und die Stärken hervorheben. Mittlerweile sehe ich diese Methode auch bei nicht suchtkranken Menschen, die Schwierigkeiten haben, als eine Möglichkeit- wobei es ja immer auf die Sichtweise ankommt.
Deine Sichtweise hast Du ja geschildert (und Du hast Dich auch nicht falsch ausgedrückt) Ich mach das manchmal gerne bewußt ein wenig „spitz“ um Gedanken anzuregen…

Also meine Sichtweise könnte ja auch sein, dass ich Menschen, die eher auf Distanz gehen, die nicht sofort ihr Herz ausschütten und ihr Innerstes zu meinen Füßen legen, ganz symphatisch finde. Unsichere, zurückhaltende Menschen, die Schwächen zeigen, erscheinen mir als NATÜRLICH. Die Knallharten, die jeder Situation gewachsen scheinen, haben für mich etwas Unnatürliches (aber das ist MEIN Ding, andere dürfen das durchaus anders sehen)
Wenn nun jemand, wie Dein Freund anscheinend Hilfe braucht, von seinem Selbstwert her, aber eher am Boden ist, dann erscheint es mir sinnvoller ihn soweit zu motivieren, dass er sich selbst helfen kann- eben durch seine starken Seiten.
Was ich sagen will ist, jemand der UNTEN ist und dem ich dann auch noch helfe, der erfährt u.U. nochmals DRUCK von OBEN. Er könnte den Eindruck gewinnen, dass er nun schon nicht mehr in der Lage ist, sich selbst aus dem Dreck zu ziehen. Hilfe von Außen muss nicht immer zwingend aufbauend sein, sondern kann auch nochmal so was wie eine Niederlage vermitteln.
Anders gesagt: Der eh schon Schwache wird nochmals geschwächt!
Habe ich mich jetzt verständlich ausgedrückt?

NUr bin ich ratlos, wie ich nicht weiß, wie ich in so einer
Situation, auf ihn reagieren soll.

Also, auch das passiert mir ständig. Da verhält sich jemand so, dass ich nicht weiß, wie ich reagieren soll. Ja und? Ich bin MENSCH. Wie perfekt möchtest Du sein, um Lösungen für andere finden zu können?
Ehrlichkeit hilft mir weiter, indem ich sage, dass ich im Moment nicht so recht weiß, wie ich reagieren soll. Ich spreche es einfach aus…und daraus ergibt sich dann irgendwas. Mein Gegenüber bekommt den Eindruck, dass ich auch nur MENSCH bin und kein Übermensch, der für alles eine Lösung bietet. Das bedeutet manchmal, dass er sehen kann, wir sind nicht weit voneinander entfernt und könnte bewirken, dass er selbst aktiv wird…

Noch ein Gedanke:
Auffallend ist oft die Bewertung, die wir uns selbst geben. Da sagt jemand: Ich bin sensibel. Das bedeutet für ihn nichts anderes als: Ich bin ein Schwächling.
Sensibel kann aber doch auch heißen: Ich bin sehr feinfühlig und habe ein gutes Gespür… also etwas Positives. Fast alle unsere Eigenschaften können wir von ZWEI Seiten sehen. Mir kommt es immer darauf an, dass wir nicht eine Seite unterschlagen.

Liebe Grüße

Frank

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Ehrlichkeit hilft mir weiter, indem ich sage, dass ich im
Moment nicht so recht weiß, wie ich reagieren soll. Ich
spreche es einfach aus…und daraus ergibt sich dann
irgendwas. Mein Gegenüber bekommt den Eindruck, dass ich auch
nur MENSCH bin und kein Übermensch, der für alles eine Lösung
bietet. Das bedeutet manchmal, dass er sehen kann, wir sind
nicht weit voneinander entfernt und könnte bewirken, dass er
selbst aktiv wird…

Das ist dann der Unterschied zwischen „Begleiten“ und „aufoktruierter Hilfe um des Helfens Willen“, also Hilfe als Selbstzweck. Man kann neben jemandem stehen und ihm die Hand reichen, um mit ihm ein Stück seines Weges zu gehen, oder man kann seine packen und ihn in irgendeine (eigene) Richtung zerren.

Gruß,

Doc.

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Du bringst es auf den Punkt…
…wobei „Begleiten“ schon wieder eine unauffällige „Hilfestellung“ beinhalten kann.

Gruß

Frank

…wobei „Begleiten“ schon wieder eine unauffällige
„Hilfestellung“ beinhalten kann.

Sicher, aber solang diese wirklich unauffällig bzw. vielmehr „unaufdringlich“ ist, ist es doch wunderbar! Nur muß sich der Begleitende dafür zumindest auf das „Thema“ bezogen selbst sehr zurücknehmen, und das fällt halt oft nicht so leicht.

Gruß,

Doc.