Ich brauche ein paar Drehteile. Spezialist nötig?

Hallo zusammen,

ich brauche zwei Drehteile (davon jeweils ca. 20 Stück). Beim Material handelt es sich um mn16cr5 oder crmo4. Ein Bekannter meinte, er könnte sowas schnell bei sich zu Hause machen. Meint Ihr es wäre in so einem Fall besser direkt zu einem Spezialisten zu gehen, als es in einer Garage um die Ecke fertigen zu lassen? Bei mir in der Nähe hab ich die Firma http://www.bruse-gmbh.de gefunden. Bei denen wäre es natürlich teurer. Was sagt ihr, lieber was mehr bezahlen und wissen, dass es vom Profi gemacht wurde? Oder kann man da gar nicht so viel falsch machen…

Hallo,

wenn die Teile maßlich in Ordnung sind, dürfte es ziemlich egal sein wer sie angefertigt hat.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass jemand einfach mal so 40 Teile für lau anfertigt. Und dieses Material zu zerspanen ist wahrlich kein Spaß. Jedenfalls nicht auf einer Hobbymaschine

Gruß,
Woody

Hallo !

Meinst Du,diese Firma fertigt 2 x 20 Drehteile an ?

Du hast recht,wahrscheinlich würde sie es machen,schließlich verdienen sie damit das Geld. Aber wird man so eine Kleinserie bezahlen können/wollen ?

Und wenn ein Bekannter mit Drehmaschine zu hause,die Teile auch von Hand(also ohne CNC-Zentrum) fertigen kann ? Meinst Du nicht,er würde es Dir preiswerter herstellen ?
Und die Präzision ? Muss es die geben,dann wäre wohl die automatische Fertigung die richtige Wahl.

MfG
duck313

Hallo,

Bei denen wäre es natürlich
teurer. Was sagt ihr, lieber was mehr bezahlen und wissen,
dass es vom Profi gemacht wurde? Oder kann man da gar nicht so
viel falsch machen…

Das kommt auf die Toleranzen an. Möglicherweise hat ein „Hobbydreher“ nicht einmal die erf. Meßwerkzeuge.

Gruß:
Manni

Zeichnung?
Hallo,
es kommt auf die Größe, Passungen und Aufbau der Werkstücke an. Einfache zylindrische Teile mit Freimaßtoleranzen (z.Bsp +/- 0,2mm) kann man schon auf einer Hobbymaschine fertigen. Für komplexe Teile mit Radien, Passungen kleiner 0,02mm und Kegeln ist eine CNC-Maschine besser, gerade bei kleinen Serien wie die 20 Stück.

CNC-Maschinen haben Stundensätze von ca 100 Euro plus Lohn für den Dreher. Ein Hobbydreher ist günstiger im Stundenlohn, braucht aber viel länger.

mfG hankoc

Hallo!

Sind die genannten Stahlqualitäten 16MnCr5 + 42CrMo4 alternativ ausgewählt und können nach Spezifikation beide für die zu fertigenden Werkstücke verwendet werden?

Ich frage deshalb, weil die Eigenschaften dieser Stähle doch technisch durchaus unterschiedlich sind.

Ferner sei darauf hingewiesen, dass es zu beiden Qualitäten jeweils eine „besser zerspanbare“ Variante (16MnCrS5 + 42CrMoS4) gibt, die von Zerspanern gern eingesetzt wird, aber für einige Materialeinsatzzwecke aufgrund des erhöhten Schwefelgehaltes nicht geeignet ist.

Vielleicht nochmal bedenkenswert?

Herzliche Grüße

Helmut

Hallo,

ich denke, dass man erst nach dem Vergleich der Preise entscheiden kann.
Spielt Geld keine Rolle wäre die bereits von Dir ausgesuchte Firma in Ordnung.

Gruß
nicki

Auf dem http://www.drehteile-marktplatz.de/ kannst Du kostenlos Preise zum Lohndrehen vergleichen. Dieser Service lohnt sich, haben so auch neue Lieferanten für unser Unternehmen gefunden.

Da mein Freund und ich den Webdienst www.rapidfacture.com für Drehteile 2015 gegründet haben, kann ich die Frage detailliert beantworten:

Für kleine Einzelteile aus Alu, Kunststoff oder Messing mit einfacher Geometrie und geringen Toleranzen tut es eine Hobbymaschine des Bekannten. Sobald weiter Ansprüche dazukommen, kann man sehr schnelle auf der Profimschine günstiger sein:

  • Teilegröße: Auf einer Mini Maschine unter 500 kg Maschinengewicht Stahl ab 50 mm Durchmesser zu drehen ist nicht empfehlenswert. Eine alte konventielle Drehbank mit ein paar KW Antriebsleistung ist aber massiv genug für Stahlbearbeitung.
  • Material: Aluminium/Kunststoff/Messing ist leicht zu drehen - auch gut auf Hobbymaschinen. Für Stahl sind die Anforderungen etwas höher und oft ist Kühlung empfehlenswert. Bei den Stählen haben es vor allem rostfreie Edelstähle ( 1.4301 bzw. V2A ; oder V4A ) in sich, die sehr zäh sind und sich bei Zerspanen verfestigen. 16MnCr5 oder 42CrMo4 sind zwar auch sehr fest, lassen sich aber gut bearbeiten - d.h. kein großer Unterschied zu C45 oder S235.
  • Toleranz: Mit etwas Übung bekommt man auf der Hobbymaschine Toleranzen besser ±0,05 mm hin. Geht es um Passungen, sind die Hobbymaschinen schnell raus. Bei der Profimaschine, hat man bessere Werkzeughalter, Messoptik, weiche Spannbacken (die die genaue Rundung des Spanndurchmessers haben) und ein Wegmesssystem. Das Resultat ist, dass ohne irgend etwas einzustellen ( nur Werkzeuge/Spannbacken in die Maschine werfen) alle Toleranzen schon besser als ±0,05 mm sind.
  • Komplexität: Einen einfachen Bolzen Drehen, kann man konventionell genauso schnell. Sobald, mehr Stufen Radien, Fasen, etc. drin sind, steigt der Aufwand (händisch Verfahren, Messen, Werkzeug wechseln) enorm. Für die CNC- Maschine wird ein Programm erstellt, die Maschine eingerichtet und dann fallen die Teile nur so raus.
  • Stückzahl: Sobald man ein paar mal Werkzeug wechseln muss, spielt die CNC-Maschine die Vorteile aus. Das kann sich schon ab wenigen Stück bezahlt machen. Ab 20 - 30 Stück kann man schon an Stangenlader denken, sodass auch das Material automatisch zugeführt wird. Man sollte sich hierbei nichts vormachen - Automatisierung senkt den Preis. Das kann man mit niedrigen Lohnkosten nicht wirklich reinholen.

Sobald also bestimmte Ansprüche bestehen, kann schnell die Profimaschine kostengünstiger sein. Beispiel: Ein Kunde hat bei uns erst 8 Kleinteile für sein Kamerastativ gekauft. Ein Stück hätte ihn 70€ gekostet, was dem Aufwand für die Einichtung der Maschine geschuldet ist. Gekauft hat er dann aber 10 Stück - nicht für 700 €, sondern für 150 €. Wenn alles steht, fallen die Teile eben nur so raus. Natürlich kann man das auch mit einer schlechteren Ausstattung, viel Mühe und vielen Stunden Arbeitszeit erreichen - ich empfehle es nicht. Aber wissen muss man es selbst.

Zur Info: Branchenübliche Stundensätze 2015 fürs Drehen sollten eher bei 65 € Netto sein (Dreher + Maschine). 100 € ohne Dreher sind schon etwas hoch für eine einfache Drehmaschine (vielleicht bei den größten Firmen - Satz steigt mit der Firmengröße). Jedenfalls gibt es sehr große Preisunterschiede am Markt für gefertigte Teil, was auch der Vielfalt an Maschinen, Materialien, Anforderungen, etc. geschuldet ist.

Wir haben bei Rapidfacture gerade in unser Online-CAD für Drehteile eine Preisschätzung mit aufgenommen, sodass man sich eine preisliche Vorstellung verschaffen kann, ohne eine Woche auf ein Angebot zu Warten, wie bei vielen Firmen der Branche üblich.

Gruß Felix