Ich esse ohne Hunger / ohne Appetit!

Guten Tag :smile:

Ich habe das gefühl (!!!) Ich habe eine Essstörung. Ich esse und esse ohne jeglichen Appetit und Hunger. Ich esse einfach. Vorm Computer, im Bett, Am Tisch, und es sind ja nicht mal Süßigkeiten ( auch aber nur u.a), es ist Brot, Käse, Wurst. Und nein ich bin kein Frustfresser, obwohl ich dann auch mir immer den frust wegess, wenn ich welchen habe xD, ja ich esse selbst wenn ich gut drauf bin. -.-

Es ist über Jahre zur Gewohnheit geworden, morgens esse ich meist nichts, in der schule früher noch Brot etc…, jetzt aber nach einer Diät hat es sich „eingebürgert“ in der Schule nichts mehr zu essen und ja am Mittag , Mittagessen, im normalen Rahmen… und dann fängt es an, Kulschrank auf - Kühlschrank zu… und das bis spät in die Nacht! ^^

Und wenn ich esse, bin ich wie in einer Trance, ich esse einfach, und es wird immer mehr und mehr…^^

Kann mir da bitte jemand etwas über dieses Essverhalten sagen …

Weil ja ich hab noch nie so etwas von Anderen gehört!!!

Guten Tag, LiamArndt

Meine Vermutung:

  • Du isst, um eine innere Unruhe zu verdrängen,
    z.B. weil Du einsam bist;
  • weil Dir im Leben etwas ganz Bestimmtes fehlt;
  • weil alles in Butter, das Leben aber todlangweilig ist;
  • weil Du ein Problem hast, das Du ohne weiteres lösen könntest,
    das Du aber verdrängst;
  • weil in Deinem Leben eine Änderung fällig ist, Du aber kein Ziel
    hast, das Du in Angriff nehmen könntest.

Diffuse Ängste und Unwohlsein werden in der Magengegend, bzw. der Leber ausgelöst. Man kann diese dann durch Beschäftigen der Verdauungsorgane eine Zeitlang besänftigen, danach beginnt das Ganze von vorne. Vitamin B12 und - bei mir - Magnesium-Brausetabletten - helfen, um sich wieder zu fassen.

Mir hilft auch etwas Unerwartetes: Lesen! Es muss kein Buch wie „Getting Things Done“ von David Allen sein. Ein gewöhnlicher, spannender Roman, ja sogar ein Romanheftchen mit X Fortsetzungen motivieren mich (Wichtig: es müssen die vertrauten Personen immer wieder vorkommen; gibt ein Zugehörigkeitsgefühl).

In den Büchern ist meist etwas los, die dargestellten (erfundenen) Menschen bewegen sich oder sind bewegt. Das „turnt“ mich an. Ich bekomme Lust, in meinem Leben auch ein wenig Wirbel zu veranstalten. Was ich tatsächlich tun sollte, wäre zwar etwa Staubsaugen; aber da drücke ich vorübergehend ein Auge zu und riskiere nicht, dass durch diese schnöde (wenn auch notwendige) Arbeit mein Schwung vorzeitig nachlässt. :wink:

Lieber LiamArndt, versuche, Dein Problem zu erkennen und nenne es laut und deutlich und tapfer. Dann gehe es an.

Falls Du keines hast, suche Dir ein Ziel ein Hobby, ein Abenteuer, einen Abendkurs), das Dich in die Gesellschaft anderer Menschen bringt - und Du wirst das unnötige Essen vergessen und die notwendige Nahrungsaufnahme dafür geniessen.

  • lerne Drachenfliegen;
  • werde Imker;
  • eröffne einen Wochenend-Laden und verkaufe dort exklusive Biere
  • oder stell’ ein Lokal zur Verfügung, wo man sich zum Spielen
    trifft - Brettspiele, Kartenspiele, usw., mit der Möglichkeit,
    den Spielstand zu notieren und ein andermal weiterzufahren;
  • hüte Haustiere von ferienwütigen Leuten;
  • bilde Dich zum Rettungssanitäter aus, usw. …)

Achte auch auf die Qualität der Lebensmittel. Man kann gut mit billiger Ware leben, aber man ist, was man isst. Heutiger Grossverteiler-Nahrung mangeln oft wichtige Stoffe. Der Körper ist nach dem Essen noch nicht zufrieden, was einen dazu bringt, ihm noch mehr und noch mehr anzubieten - dabei fehlt es nicht an der Menge, sondern an einem bestimmten Inhaltsstoff. Kaufe öfter auf dem Markt oder direkt beim Bauern. Für Nahrungsmittel lohnt sich eine Mehrausgabe, die man dann bei Non-Food-Artikeln wieder einsparen darf.

Ich glaube, Du solltest die Frage psychologisch angehen. Dabei brauchst Du Dich nicht krank zu fühlen. Das Dümmste in dem Falle wären Psychopharmaka. Du würdest Dich bald auf sie verlassen und nicht mehr versuchen, den Grund der Störung selbst zu beheben.

Dein Verhalten ist übrigens ganz normal menschlich, ja sogar Tiere sind dem Mechanismus unterlegen (siehe die vielen dicken Hundchen und Indoor-Katzen, die nichts vermissen als den Kontakt zu Ihresgleichen).

Puh, meine Ausführungen sind etwas lang geworden. Dies, weil es sich um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, das mit einem kleinen inneren Anstoss zum Verschwinden gebracht werden kann.

Deshalb trete ich Dir jetzt - im übertragenen Sinne - ans Schienbein: Los! Gib Deinem Leben einen Sinn!

Alles Gute wünscht Dir - Maggie

Hallo Liam,

irgendwo beiläufig steht bei dir „nach einer Diät“. Das heißt, da sind auch ein paar Pfunde zuviel im Spiel? Oder nur gefühlt zu viel?

Nach deiner Beschreibung hast du dir selber das Bewusstsein für und den Spass am Essen verdorben. Weil Essen für dich nur noch eine Nebenhersache ist. Und genau das solltest du ganz bewusst (wieder) ändern.

Wenn du isst, dann isst du. Nichts anderes nebenher. Dafür machst du dir das Essen schön. Auch, wenn es eine Zwischenmahlzeit ist. Nicht von der Hand in den Mund essen. Sondern an den Tisch setzen, Die Sachen schön hinstellen, das Essen wieder ein wenig zelebrieren.

Und das sollte eigentlich auch schon morgens los gehen. Ich kenne das, dass man nicht (zu Hause) frühstückt. Ich habe auch immer gesagt, ich kann morgens nichts essen. Merkwürdigerweise ging das dann aber immer prima, wenn ich irgendwo anders war und dort einen schönen, fertig gedeckten Tisch vor mir stehen hatte.

Wenn du das mal versuchst umzubiegen und dann vielleicht auch guckst, dass du auf nicht mehr als 5, 6 Mahlzeiten kommst, dann müsste sich das mit der Zeit einpendeln.

LG Petra

Hallo

Das von Dir beschriebene Phänomen kenne ich sehr gut.
Bei mir war der Grund eben der, dass ich morgens nicht gegessen habe!
Der Körper hat dann auf Sparflamme gesetzt. Aber sobald er wieder Nahrung bekommt, schaltet er auf Dauerprogramm.
Ich hatte immer das Gefühl, als ob da jemand fremdes meinen Kopf steuert - kein Hunger, aber trotzdem was essen.

Seit dem ich wieder regelmäßig frühstücke, hat sich mein Essverhalten wieder normalisiert.

Gruss

Hallo du,

um eine Essstörung irgendeiner Art wird es sich wohl handeln, was genau die Hintergründe dafür sind, das kann man so einfach nicht klären.

Dein folgender Satz hat mich aber an was bestimmtes denken lassen:

Und wenn ich esse, bin ich wie in einer Trance, ich esse
einfach, und es wird immer mehr und mehr…^^

das „mehr und mehr“, könnte so in Richtung einer Essstörung gehen, die man heute
„binge eating“ nennt, ich weiss nicht ob das für dich zutrifft, am besten du schaust mal selber nach, vielleicht findest du dich ja darin wieder. Google doch mal zu dem Begriff !

LG

allround