Guten Tag, LiamArndt
Meine Vermutung:
- Du isst, um eine innere Unruhe zu verdrängen,
z.B. weil Du einsam bist;
- weil Dir im Leben etwas ganz Bestimmtes fehlt;
- weil alles in Butter, das Leben aber todlangweilig ist;
- weil Du ein Problem hast, das Du ohne weiteres lösen könntest,
das Du aber verdrängst;
- weil in Deinem Leben eine Änderung fällig ist, Du aber kein Ziel
hast, das Du in Angriff nehmen könntest.
Diffuse Ängste und Unwohlsein werden in der Magengegend, bzw. der Leber ausgelöst. Man kann diese dann durch Beschäftigen der Verdauungsorgane eine Zeitlang besänftigen, danach beginnt das Ganze von vorne. Vitamin B12 und - bei mir - Magnesium-Brausetabletten - helfen, um sich wieder zu fassen.
Mir hilft auch etwas Unerwartetes: Lesen! Es muss kein Buch wie „Getting Things Done“ von David Allen sein. Ein gewöhnlicher, spannender Roman, ja sogar ein Romanheftchen mit X Fortsetzungen motivieren mich (Wichtig: es müssen die vertrauten Personen immer wieder vorkommen; gibt ein Zugehörigkeitsgefühl).
In den Büchern ist meist etwas los, die dargestellten (erfundenen) Menschen bewegen sich oder sind bewegt. Das „turnt“ mich an. Ich bekomme Lust, in meinem Leben auch ein wenig Wirbel zu veranstalten. Was ich tatsächlich tun sollte, wäre zwar etwa Staubsaugen; aber da drücke ich vorübergehend ein Auge zu und riskiere nicht, dass durch diese schnöde (wenn auch notwendige) Arbeit mein Schwung vorzeitig nachlässt. 
Lieber LiamArndt, versuche, Dein Problem zu erkennen und nenne es laut und deutlich und tapfer. Dann gehe es an.
Falls Du keines hast, suche Dir ein Ziel ein Hobby, ein Abenteuer, einen Abendkurs), das Dich in die Gesellschaft anderer Menschen bringt - und Du wirst das unnötige Essen vergessen und die notwendige Nahrungsaufnahme dafür geniessen.
- lerne Drachenfliegen;
- werde Imker;
- eröffne einen Wochenend-Laden und verkaufe dort exklusive Biere
- oder stell’ ein Lokal zur Verfügung, wo man sich zum Spielen
trifft - Brettspiele, Kartenspiele, usw., mit der Möglichkeit,
den Spielstand zu notieren und ein andermal weiterzufahren;
- hüte Haustiere von ferienwütigen Leuten;
- bilde Dich zum Rettungssanitäter aus, usw. …)
Achte auch auf die Qualität der Lebensmittel. Man kann gut mit billiger Ware leben, aber man ist, was man isst. Heutiger Grossverteiler-Nahrung mangeln oft wichtige Stoffe. Der Körper ist nach dem Essen noch nicht zufrieden, was einen dazu bringt, ihm noch mehr und noch mehr anzubieten - dabei fehlt es nicht an der Menge, sondern an einem bestimmten Inhaltsstoff. Kaufe öfter auf dem Markt oder direkt beim Bauern. Für Nahrungsmittel lohnt sich eine Mehrausgabe, die man dann bei Non-Food-Artikeln wieder einsparen darf.
Ich glaube, Du solltest die Frage psychologisch angehen. Dabei brauchst Du Dich nicht krank zu fühlen. Das Dümmste in dem Falle wären Psychopharmaka. Du würdest Dich bald auf sie verlassen und nicht mehr versuchen, den Grund der Störung selbst zu beheben.
Dein Verhalten ist übrigens ganz normal menschlich, ja sogar Tiere sind dem Mechanismus unterlegen (siehe die vielen dicken Hundchen und Indoor-Katzen, die nichts vermissen als den Kontakt zu Ihresgleichen).
Puh, meine Ausführungen sind etwas lang geworden. Dies, weil es sich um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, das mit einem kleinen inneren Anstoss zum Verschwinden gebracht werden kann.
Deshalb trete ich Dir jetzt - im übertragenen Sinne - ans Schienbein: Los! Gib Deinem Leben einen Sinn!
Alles Gute wünscht Dir - Maggie