Auch mir gefaellt dein Beitrag. Er ist sehr motivierend und schuert
die Lebensfreude.
Ich bin nur ein wenig skeptisch, dass er Peter wirklich hilft.
Die beiden sind wohl seit 12 Jahren zusammen und haben anscheinend
ein leidenschaftsloses Leben gefuehrt. Die Leidenschaftslosigkeit
liegt in ihrer Natur, denn warum sonst sollten sie so miteinander
umgehen? Moeglicherweise aus Angst, dem anderen weh zu tun.
Ob sie nun Angst haben oder ob sie einfach nur phlegmatisch sind,
spielt keine so grosse Rolle, wenn ich behaupte, dass sie sich nicht
einfach aendern koennen.
Dein farbenfrohes Bild einer Ehe setzt andere Menschen voraus. Peter
und seine Frau muessten anders fuehlen, anders denken und anders
handeln als sie es bisher getan haben. Nun wissen wir doch aber, wie
schwer es ist, dass sich ein Mensch auch nur in einem dieser drei
Gebiete aendert.
Die Frage " Wie werde ich zu dem, der ich sein will?" bleibt
offen. Es ist so, als wuerdest du einer mittelmaessigen
Fussballmannschaft einen Film zeigen, in dem eine grandiose
Fussballmannschaft beim Spielen zu sehen ist und ausrufen: „So muesst
auch ihr spielen!“ Das wuerde die Fussballer zwar inspirieren und
motivieren und sie wuerden vielleicht auch beim naechsten Spiel
besser spielen, aber schon beim dritten und vierten Spiel waere die
Fussballmannschaft wieder so mittelmaessig wie zuvor.
Das ist uebrigens auch der Mangel vieler Ratgeberbuecher: Sie
motivieren zu einem neuen Leben, sagen aber nicht wie man dort
hingelangt.
Ausserdem frage ich mich, wie Peter seine Frau so lange lieben
konnte, obwohl sie einander nur mit Samthandschuhen anfassten.
Haette die Leere, die er jetzt spuert, nicht schon kurz nach dem Ende
der Verliebtheit eintreten muessen? Wie schaffte er es bisher, seine
Liebe aufrecht zu erhalten?
Einmisch
Sorry Metapher, das ich mich einmische,
das Thema liegt mir am Herzen.
Hallo Tychi,
Die Frage " werde ich zu dem, der ich sein will?"
Das ist die falsche Frage, lieber Tychi. Sie muß
lauten: wie werde ich zu dem, der ich bin.
Ich habe Peter unten geraten sich selbst zu finden.
Damit habe ich dezent das angedeutet, was Metapher
so grandios, eloquent und mutig ausgeführt hat.
Es sind die Konventionen, Zeitgeist, Bewußtseinsevolution
etc., die aus dem Mann einen Macho machen.
Emanzipierte und selbstbewußte Mütter, die „Mann“ der
Fähigkeit berauben zu dominieren, im Sinne
die Triebe gewähren zu lassen. Mann wird konditioniert
empathisch zu sein und verwechselt das mit Zurückhaltung.
Das ist wie mit den Flußbegradigungen,
erst hinterher merkt man, was man damit anrichtet, der
Natur ihre Ecken und Kanten zu nehmen.
Waren in den 80ern die Softies noch in, sind diese heute
völlig out.
Es ist schwierig ein Mann zu sein und trotzdem ein anständiger
Kerl zu bleiben, wer aber letzteres geschafft hat,
so wie Peter, dem wird das gelingen. Andersrum ist das
schwieriger. Der Hai hat ausgedient, es lebe der Delfin!
Der hat dieselben positiven, aber nicht die negativen
Eigenschaften.
Insofern sehe ich das positiv.
Seine Frau aber wird ihm dabei helfen können/müssen und aus
der Krise kann eine starke, vertrauensvolle Beziehung
wachsen. Das Problem behaftet ja nicht nur ihn.
Vielleicht läßt er sie diesen thread lesen?
Das ist die falsche Frage, lieber Tychi. Sie muß
lauten: wie werde ich zu dem, der ich bin.
Das ist eine Frage der Definition. Wir haben Peter, der
jetzt ein liebvoller, zaertlicher Mann ist und sich nicht traut,
auf den Putz zu hauen. Und dann gibt es den Peter der Zukunft, der
sich seine positiven Eigenschaften bewahrt hat, aber selbstsicherer
ist und auch seine egoistischen und aggressiven Seiten akzeptiert und
teilweise auslebt. Nun kann man sagen, dass letzterer der neue Peter
sei (meine Definition) oder man kann sagen, dass letzterer der wahre
oder der eigentliche Peter sei (deine Definition). Praktisch ist das
ziemlich egal, oder?
Ansonsten habe ich mich zu „sei du selbst“ schon einmal so
geaeussert: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Deinen restlichen Ausfuehrungen stimme ich voll zu.
Nun kann man sagen, dass letzterer der neue
Peter sei (meine Definition) oder man kann sagen, dass letzterer der
wahre oder der eigentliche Peter sei (deine Definition). Praktisch
ist das ziemlich egal, oder?
Es ging mir um die die von dir erwähnte Schwierigkeit,
zu „etwas“ zu werden. Es ist doch um ein vieles einfacher
etwas zu sein, was man ist, als etwas fremdes zu werden.
Es ist einfacher etwas zuzulassen, als neu zu kreieren.
Man ist mit der Natur im Rücken stärker, als gegen sie
anzurennen.
Deine Gedanken sind weder lächerlich noch pubertär. Dir fehlt schlicht und einfach die Erfahrung, dass es mit anderen Frauen auch nicht besser sein wird, als mit Deiner jetzigen Frau. Eher schlechter.
Wenn Du Deine „Erfahrungslücke“ jemals ausfüllen solltest, kannst Du davon ausgehen, dass Dir ziemlich schnell klar werden würde, was für ein Glück Du mit Deiner jetzigen Frau hattest, und wie dumm es war, dieses Glück wegzuwerfen.
Man weiß leider oft solange nicht, was man an einem Menschen hatte, bis dieser weg ist. Wenn Du es nicht schaffst, Dir dies bewusst zu machen, gehörst Du wohl zu den Menschen, die eine schlechte Erfahrung erst selbst machen müssen, bevor Sie einem glauben.
Eines jedoch kann ich Dir sagen (als jemand, der sich seine „Hörner abgestoßen“ hat): Du hast nicht wirklich was versäumt. Man neigt dazu, dem Sex zu viel Gewicht zu geben, und dabei die wirklich wichtigen Komponenten einer Beziehung unterzubewerten. Letztendlich zählt der Mensch und nicht der Körper.
Du hast mein Mitgefühl! Ich hoffe, Du wirst wieder vernünftig und bleibst bei Deiner Frau. Das hoffe ich für Dich, und nicht für Deine Frau. Denn sie wäre (solltest Du sie wirklich verlassen) ohnehin ohne Dich auf Dauer besser dran. Das bitte ich Dich, nicht als persönlichen Angriff gegen Dich zu werten.
sorry, aber Du hast das wohl in den falschen Hals bekommen. Ich träume generell von Gefühlen zu haben, von Sehnsucht, von Begehren, vom Kennenlernen, erleben, wie jemand ist - meine Sehnsucht nach SEX mit irgend einer Frau ist - nun ja, fünft - bis zehntrangig, irgendwo dort.
Na ja… Machs mal gut, Andi Partyheld.