Guten Morgen.
Ich bin Peter, Lehrer und habe morgens endlich einmal Zeit, denn für mich haben die Ferien schon angefangen.
Ich möchte mich an euch Menschen hier wenden, denn ich brauche dringend einen Rat, es geht um meine Ehe und ich wollte endlich mal Meinungen anderer Menschen dazu hören, denn ich schäme mich sehr, was dieses Thema betrifft.
Ich habe eine wundervolle Frau, die liebevoll, emotional, offen, klug und dazu auch noch sehr schön ist, sie ist einfach klasse. Das kann ich so sagen, ich hatte mich in sie verliebt und sie ist auch heute noch das bezaubernde Geschöpf, das sie für mich immer gewesen ist. Sie ist einfach eine tolle Frau, und ich schäme mich sehr, denn ich habe aufgehört, sie zu lieben. Es muss so in den letzten beiden Jahren passiert sein. Ich hatte auf einmal dieses Gefühl nicht mehr. Manchmal bin ich morgens aufgewacht, da wusste ich, fühlte ich : Ich liebe sie, und ich war unendlich erleichtert und froh. Und am nächsten Morgen war es wieder fort, weg. Ich hab das Gefühl für sie in den letzten zwei Jahren so nie mehr wiedergefunden. Manchmal habe ich gewartet und gehofft, wodurch es natürlich ganz und gar wegblieb, manchmal habe ich es versucht so zu nehmen, aber ich fühle mich wie ein Verräter an ihr. Sie liebt mich nämlich sehr und sie meint selbst, dass nichts sie glücklicher macht als mit mir zu sein.
Ich weiß kaum, was mit mir los ist. Ich verstehe mich nicht. Ich habe auch keine Lust mehr auf sie, sexuell, meine ich. Ich finde sie wunderschön und habe auch manchmal noch ein zärtliches Hefühl, wenn ich ihre Schultern sehe oder was immer - aber ich empfinde keine Erregung mehr, absolut nicht.
Ich habe es ihr erzählt. Sie war so verständnisvoll, dass es mir fast das Herz zerrissen hat. Ich habe alles versucht ihr zu erklären, dass ihr nichts fehlt, dass sie wunderbar ist - aber dass mit mir irgend etwas los ist. Dass es keine andere Frau gibt. Sie versucht, auf mich einzugehen und ich fühle mich sehr schuldig dabei - sie ist es doch, die sich so schreckliche Dinge von ihrem Mann anhören muss.
Mein großer Schampunkt ist: Das mit der anderen Frau - das ist nicht gelogen aber auch nicht wahr. Ich habe meine Frau kennen gelernt, als wir beide 18 Jahre alt waren, zu der zeit fing unsere Beziehung an. Heute sind wir beide dreißig, und ich hatte niemals anderen Kontakt als normale Freundschaft zu einer anderen Frau - vor ihr nicht, und während der Ehe auch nicht. Sie ist die einzige, die ich je geküsst, inning umarmt und alles andere habe.
Ich bin dreißig, und die Vorstellung, vielleicht noch vierzig Jahre lang niemals Herzklopfen für eine andere Frau bekommen zu dürfen, niemals eine andere Frau küssen zu dürfen - niemals, nie noch einmal Verliebtheit… empfinden zu dürfen - das ist nicht zu ertragen. Es gibt keine andere Frau in meinem Leben, nach der ich mich sehne, die ich begehre, deren Persönlichkeit ich kennen lernen möchte. Aber ich sehne mich danach, es zu dürfen, es noch irgendwo in meinem Leben vielleicht wartend zu haben.
Diese Gedanken finde ich bei jeglicher Betrachtung verwerflich und pubertär, lächerlich und undankbar. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich möchte meiner Frau nicht wehtun, sie hat nichts falsch gemacht und hat nur Liebes verdient. Ich schaffe es nicht. Ich verletze sie, wenn ich bleibe, weil ich weiterhin mich zwingen muss, sie zu lieben, und ich verletze sie, wenn ich gehe, weil ich - ja, was? Freiheit ersehne?
Ich weiß nicht, was tun. Bitte helft mir - jede Stellungnahme, die von Herzen kommt, wird mir ein Stückchen weiterhelfen, egal, welche Position ihr habt.
Ein Gruß von
Peter
