Ich glaube ich beginne meinen Freund zu hassen

Hallo,

ich überlege schon seit Minuten wie ich hier beginnen soll…ich habe enorme Probleme mit mir selber und bin dabei, die wahrscheinlich für mich beste Beziehung die ich je haben könnte, zu zerstören. Vielleicht kennt ihr das Gefühl wenn man Single ist und in dieser Zeit ein enormes Selbstbewusstsein hat. Bei mir war das so als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe,ich war so selbstbewusst dass ich es auch in Kauf genommen habe eine ganze Zeit lang 2.Wahl zu sein, denn mein Partner war noch in einer Beziehung und die Freundin auch noch zum 2.mal schwanger. Wir führten fast 1Jahr lang eine Affäre,auch wenn ich es nicht gern so nenne da wir uns wirklich sehr geliebt haben. Es war eine schwere Zeit doch ich war motiviert und geduldig und am Ende hat es sich dann auch belohnt als er sich trennte. Als wir dann zusammen kamen fingen allerdings die Probleme auch recht bald an. Ich wurde von Angstzuständen fast aufgefressen, die Eifersucht machte mich krank. Mein Freund hat sehr unter der Trennung seiner Kinder gelitten,auch wenn er sie sehr oft sah,es ist doch was anderes…wir hatten einen schlechten Start sozusagen, ich konnte mich unter den Bedingungen auch nicht richtig freuen dass wir nun endlich zusammen sein konnten. Fing an Aggressionen gegen seine Vergangenheit zu entwickeln. Seiner Ex,seinen Kindern…die die beiden noch miteinander verbinden müssen…seine Eltern,weil sie die Ex so mochten und meinen Freund mehrfach ein schlechtes Gewissen eingeredet haben…ich war echt schwierig in dieser ersten Phase,mega misstrauisch, sein Handy habe ich täglich kontrolliert,regelrecht nach Beweisen gesucht die meine Angst in Gewissheit wandeln könnten…es ist dann nach und nach etwas besser geworden,doch ich trage noch immer eine tiefe Aggression in mir. Es gibt Tage da sehe ich in jedem Menschen den ich begegne einen Feind. Meist wenn dieser auch noch glücklich ist. Ich kann mittlerweile von mir sagen dass ich Kinder zu hassen scheine. Es ist so tief in mir verankert.Ich habe seine Kinder noch nie kennengelernt. Wenn er von ihnen spricht bekomme ich manchmal wieder diese Aggression in mir,dann kann ich sie nicht beim Namen nennen und mache alles was mit ihnen zutun hat schlecht. Ich weiß nicht ob man es Eifersucht auf die Kinder nennen kann…denn wie idiotisch und kindisch wäre das! Es ist mehr die pure Genervtheit dass sie da sind.Ich weiß ich muss für vieles Verständnis haben.Ich VERSTEHE auch,aber es nervt mich dass ich so denken muss,das ich Verständnis haben muss,es ist anstrengend und nervig,mir fällt kein anderes Wort ein was diese Gefühle in mir besser beschreiben könnte.Mich nervt einfach alles und dadurch werde ich innerlich aggressiv. Ich habe mir früher oft körperliche Schmerzen zugefügt um Trauergefühle zu überbrücken,auch bei diesen Aggressionsgefühlen verspüre ich den Reiz sie mit anderen Gefühlen zu „heilen“…
Mein Freund ist ein sehr familiärer Mensch,er unternimmt unheimlich viel mit der Familie,dazu arbeiten wir beide viel.Wir sehen uns nur am Abend,3 oder 4 mal die Woche und jedes 2.We wenn er die Kinder nicht hat. Wir haben uns irgendwie nie viel zu sagen und meist freue ich mich zwar im Voraus auf ihn,doch wenn er dann vor mir steht kommt da wieder diese Aggression,gemischt mit ner Menge Gleichgültigkeit in mir auf. Wenn er mir von irgendetwas aus seiner Familie erzählt muss ich es schlecht machen.Oft weiß ich selber dass ich dabei unfair,oder kindisch,übertrieben oder einfach nur sinnlos argumentiere. Doch es muss raus.Ich weiß es verletzt ihn oder macht ihn wütend.Doch ich streite trotzdem darüber. Wenn ich mich so in meine Aggression hineinsteige,baue ich auch manchmal eine Art Mauer auf. Hinter dieser heißt es dann für mich dass die Liebe zu ihm sinkt und Gleichgültigkeit aufkommen kann. Ja ich glaub ich kann meine Liebe zu ihm steuern. Und vielleicht habe ich das schon zu oft gemacht,die Liebe "runtergefahren"damit es nicht so weh tut. Ich weiß selber dass man von mir denken muss dass ich ihn nicht lieben kann. Vielleicht ist es auch eher eine Abhängigkeit,ich leide sehr unter Verlustängsten. Ich kann mich nicht trennen,leg es aber oft drauf an dass er es tut. Ich mäkel an allem an ihm rum. Er ist optisch gesehen nicht mein Typ und ich versuche ihn mir hinzubiegen. Ich sage ihm er ist konservativ und spießig wenn er Sonntags zum Kaffee und Kuchen bei der Familie lädt. Er mag Tiere nicht so gern während meine Hunde mein Leben sind. Er ist super reinlich und ich eher etwas schlampig,ich bezeichne ihn dann oft als „Nicht-Mann“,denn Männer sind für mich chaotisch. Doch eigentlich spielt das alles gar keine Rolle für mich,ich achte weder großartig aufs Äußere, noch ist es mir wichtig ob er nun putzt oder nicht.Ich brauche einfach nur etwas was ich bemäckern kann,wenn er alle meine Ideale erfüllt hätte,hätte ich wohl etwas anderes zum Angreifen gefunden. Ich sträube mich auch grundsätzlich gegen das was er sagt. Sein Frauenbild ist das Typische:hauptsache figurbetont. Er sagt mir ich habe einen schönen Körper und könne ruhig so rumlaufen, aber ich würde ihm ja dadurch einen Gefallen tun. Also mach ich es nicht. Mittlerweile habe ich auch beim Sex das Gefühl ihn einen Gefallen zu tun.Also mache ich es nicht. Ich habe Spaß daran ihm das Gefühl zu geben dass er im Bett ein Versager ist. Wenn er mich fragt ob er mir nicht gerecht werden kann,sage ich absichtlich das was er nicht hören mag.Ich habe dabei das Gefühl ich müsse ihn „von seinem Ross runterholen“. Er hat mir Anfangs öfter gesagt dass sich noch keine beschwert hat. Das verwende ich heute gegen ihn. Irgendwann ist bei uns ein Bruch entstanden. Irgendwann habe ich angefangen eine Abneigung gegen ihn zu entwickeln. Er fragt mich oft ob ich ihn noch liebe und wenn ich ja sage merke ich selber dass ich mir nicht sicher bin ob man das noch als Liebe bezeichnen kann. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich dass doch alles sonnenklar sein müsste,ich lieb ihn nicht mehr,also soll ich doch einfach Schluss machen. Das Problem ist,er ist der perfekteste Mensch den ich je kennengelernt habe. Zu alldem was ich hier geschrieben habe,wie ich mich ihm gegenüber verhalte und so,meint er lediglich ich sei halt ein schwieriger Mensch. Trotz allen Demütigungen die ich ihm zufüge, liebt er mich weiterhin und hat stets Verständnis für mich. Und ich habe das Gefühl so einen Menschen nie wieder zu begegnen. Mit so viel Verständnis, so viel Reife, so viel Verantwortungsbewusstsein…ich sehe unsere Zukunft nicht weil wir so verschieden sind aber ich will ihn nicht verlassen…ich will mich verändern aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll…mir käme es jetzt nach allem was ich schon gesagt und getan habe,alles so unecht vor. Seine Kinder kennenlernen obwohl ich oft genug sagte dass ich keine Kinder mag?Zu seiner Familie zum Kaffee gehen,obwohl ich ihn so oft dafür ausgelacht habe? Mir anhören was seine Kids so getrieben haben,obwohl ich oft genug sagte es interessiert mich nicht die Bohne? Ich hab das Gefühl es ist zu spät für so etwas…vielleicht auch deshalb diese Aggressionen ihm gegenüber,ich bin seintwegen zutiefst unzufrieden in meinem Leben,obwohl er im Grunde gar nichts dafür kann.Lade sie aber selbstverständlich an ihm ab. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Danke fürs Lesen…

Wow…

Hallo Leon!

Dein Essay liest sich ganz schön heftig. So wie es scheint, hattest du auch schon VOR dieser Partnerschaft… Schwierigkeiten – mit dir, mit deinem Emotionen, wie du mit ihnen umgehst? Vielleicht täusche ich mich auch und habe in ein paar Worte zu viel hinein interpretiert.

Für einen leichten Einstieg: Für mich definiert sich ein „enormes“ Selbstbewusstsein einer Frau anders, als dass sie 1 Jahr lang ne Affaire hat (dabei auf Beziehung hofft!), und die ganze Zeit „geduldig“ darauf wartet, dass ER doch endlich seine Frau verlässt. Aber das nur am Rande.

Was jetzt zwischen dir und deinem Partner abgeht, erscheint mir komplett… pathologisch. Total heftig. Und ganz ehrlich verstehe ich nicht, wie der das aushält. Wenn du wirklich STÄNDIG SO reagierst – SO mit ihm umgehst… Wahnsinn! Ich glaube, ihr seid BEIDE derart in einer Dynamik drinnen…

Ich würde dir echt empfehlen, mal über ne Therapie nachzudenken. Und zwar nicht nur in Bezug auf deine Partnerschaft, wo du schon ein sehr heftiges und (für meine Begriffe) auch untragbares Verhalten an den Tag legst… sondern vor allem für dich selbst! Für dein Wohlfühlgefühl bzw. besser gesagt dafür, dass du wieder so was wie Wohlfühlen erlebst; dass du erlebst wie es ist, im Einklang mit sich zu sein, das Leben schön zu finden, sich für andere Menschen freuen zu können, aber auch dass du lernst, mit deinen Emotionen umzugehen und zu ergründen, WARUM du solche Muster abziehst, und warum sich so oft eine derartige Wut und Aggression in dir breit macht; woher deine Angst kommt etc…

Diese Liste ließe sich ziemlich lange so fortführen. Ich glaube nämlich, dass du dir selbst ganz arg im Weg stehst und schon so tief verfangen in irgendwelchen komischen Mustern bist, dass du da von alleine gar nicht mehr rauskommt. Und dadurch, dass dein Partner das (anscheinend) auch noch „aushält“, mitmacht… das macht es nicht besser. Ne normale Reaktion wäre, dass er dir echt mal Grenzen aufsetzt, und SO nicht mit sich umgehen lässt. Du zeigst null Respekt mehr vor diesem Mann (vielleicht fällt das auch schwer, wenn er sich alles gefallen lässt…).

Ich hoffe, dass hier noch ein, zwei Menschen was sehr kluges darüber sagen können, was in dir vorgeht, oder nen guten Rat für dich haben. Ich bin kein Experte, nur Laie, aber… das läuft schon heftig ab bei dir/euch. Und ich bin mir einfach sehr sicher, dass es ganz ganz wichtig wäre, (sehr bald!) dein Leben (dein Innenleben) anzugehen.

Grüße
gremlin

Hallo Kim!

…ich habe enorme Probleme mit mir selber

Ohne dir zu nah treten zu wollen: Ja, sieht ganz danach aus!

Vielleicht kennt ihr das Gefühl wenn man
Single ist und in dieser Zeit ein enormes Selbstbewusstsein
hat.

Ja, durchaus, aber nicht nur dann. Warum aber nicht in einer Beziehung? Deine Bemerkung führt schnurgerade zu deinem Problem:

Ich wurde
von Angstzuständen fast aufgefressen, die Eifersucht machte
mich krank.

Beziehungsweise ist diese Eifersucht Ausdruck deiner Krankheit.
Eifersucht beruht häufig auf einem geringen Selbstwertgefühl. Das hast du oben bereits selbst angedeutet. Deine Eifersucht äußert sich so extrem, dass die Vermutung nahe liegt, dass du große seelische Probleme hast.

doch ich trage noch immer eine tiefe Aggression in mir. Es gibt
Tage da sehe ich in jedem Menschen den ich begegne einen
Feind.

Ich habe mir früher oft körperliche Schmerzen zugefügt um
Trauergefühle zu überbrücken,auch bei diesen
Aggressionsgefühlen verspüre ich den Reiz sie mit anderen
Gefühlen zu „heilen“…

Wenn du das liest, dürfte dir selbst klar werden, wie sehr deine Seele angeknackst ist. Deine Aggressionen und v.a. Autoaggressionen lassen für mich den Schluss zu, dass du möglicherweise stark traumatisiert bist. So kannst du nicht weitermachen, oder?

ImhO solltest du dir professionelle Hilfe besorgen. Du hast schon richtig erkannt, dass du sonst deine Beziehung zerstörst. Wahrscheinlich aber nicht nur die…

Lass dir helfen! Du kannst das überwinden!

Alles Gute wünscht dir

ChrisTine

P.S.:

Danke fürs Lesen…

Jo. Das war auch anstrengend, so ganz ohne Absätze… ;-/

N’Abend Leon,

ich habe dein Post zu ca. 75% gelesen, dann konnte ich nicht mehr. Es wurde mir zu anstrengend! Der Inhalt und die Aufbereitung machten es mir unmöglich weiterzulesen.

  1. Frage an Dich: hast Du schon mal eine Psychotherapie gemacht? Wenn nein, dann würde ich Dir dies raten.

  2. Ja, nach meinem Eindruck bist Du schlicht und einfach - krankhaft - eifersüchtig darauf, dass Dein jetziger „Partner“ (ich mag es kaum so nennen) ein Leben hatte, vor Dir. Eifersucht auf die Ex-Frau, auf die Kinder, auf das, was er bisher erleben durfte.

  3. Werde Dir klar darüber, ob Du DICH so wie Du bist, magst. So wie Du in dieser Beziehung bist. Findest Du Dich toll? Fühlst Du Dich geliebt?

Du solltest Dir letzlich irgendwann - im optimalsten Fall - klar werden können, dass Du einen Partner mit Vergangenheit hast. Soll öfter vorkommen…

Dieser hat nun auch noch eine Vergangenheit mit Folgen = Kindern. Werde Dir klar darüber, dass seine Kinder immer wichtig sein werden. Manchmal sogar wichtiger als Du es bist. Das ist so und das ist absolut ok.

Es könnte noch schlimmer kommen: Er könnte sich sogar mit seineEx-Frau gut verstehen! Was wird DAS dann für ein Problem für Dich?

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Du ihn anfängst zu hassen. Du hast Angst. Angst, dass Du zweite Wahl bist. Dass Du nicht den gleichen Stellenwert wie Kinder und Exfrau hast.

Du solltest etwas dagegen tun - in erster Linie für Dich selst!

Gruß
Demenzia

Hallo Leon,

ich fang mal hinten an:

ich will mich verändern aber ich weiß nicht wo ich anfangen
soll…mir käme es jetzt nach allem was ich schon gesagt und
getan habe,alles so unecht vor.

ich würde es eher ungewohnt als unecht nennen. Du hast halt auf manchen Gebieten noch keine Erfahrung (z.B. wie es ist, über seine Kinder zu reden oder sie sogar zu sehen), und dass neue Dinge uns manchmal nervös machen, ist völlig normal. So wie sich Deine Schilderungen anhören, kannst Du ihm ja auch dieses Gefühl kommunizieren, dass es für Dich komisch ist, Neuland zu betreten, Du es aber ausprobieren willst. Und wahrscheinlich wird er Dich dabei unterstützen, oder wie siehst Du das?

zu dem „wo fange ich mit Veränderung an“: Du könntest Dir eine Liste machen mit lauter kleinen Punkten, die Du gerne verändern möchtest, wie „ich frag ihn nach den Kindern/ ich geh mit zu seiner Familie/ usw.“ Und dann setzt Du erstmal einen Punkt auf dieser Liste um, schaust, wie es Dir damit geht, dann der nächste Punkt usw.

Ich hab das Gefühl es ist zu spät für so etwas

ist es fast nie. Frag ihn, ob er das anders sieht, falls Du ein Feedback brauchst. Ich halte dieses auch mir bekannte Gefühl „es ist eh zu spät dafür“ eher für den inneren Schweinehund, der die Situation, so wie sie ist, eigentlich ganz bequem findet und keinen Grund sieht, mühsam an Veränderungen zu arbeiten.

ich bin seintwegen zutiefst unzufrieden in meinem Leben

nee. Du bist Deinetwegen unzufrieden. Du schreibst von Deiner Aggression, die Dich nervt, Deinem Misstrauen, Deinen Ängsten, Deiner Autoaggression in Konfliktsituationen. Das sind alles Dinge, bei denen ich Dir dringend empfehlen würde, Dich auf Deinem Weg professionell - sprich therapeutisch - begleiten zu lassen.

Ein Gedanke zum Schluss: wieviel Glück gestehst Du Dir selber im Leben zu? Kennst Du vielleicht sogar Sätze wie „so eine wie Du … findet nie den richtigen Mann/ …bringt es nie zu was/ …“? Dieser Gedanke kam mir, weil Du schreibst, dass in der Zeit Eurer Affäre eigentlich alles ok war, wenn ich Dich richtig verstanden habe, die Probleme tauchen erst dann auf, wenn er wirklich verfügbar ist, wenn er verständnisvoll und nett ist, usw. Dann tust Du scheinbar alles, um solche Sätze zu bewahrheiten, d.h. Du legst es z.B. drauf an, dass er Dich verlässt. Wenn es so sein sollte, ist ja bisher nur Spekulation, dann änder diese Sätze so, wie sie für Dich heute in Dein Leben passen. Z.B. „ich darf eine funktionierende Beziehung haben“ o.ä., was halt für Dich passt.

So, jetzt hab ich mich weit rausgelehnt mit meinen Fantasien.
Alles Gute auf Deinem Weg,
Anna

Hi Leon,

Auch wenn das negative Gefühle sind, von denen Du schreibst - ich finde, das ist schonmal was wert, denn Du fühlst noch was. Bessser, als auf kleinstem gemeinsamen Nenner ein „als-ob-Leben“ führen. Die Frage ist ja nun, was Dir diese „Schmerzen“ genau sagen? Ist er nicht der „Richtige“ oder bist Du nicht „Richtig“? Mir scheint, als ginge es nicht um Deinen Freund - zwar finde ich sein gleichmütiges Akzeptieren Deiner Ablehnung ebenfalls merkwürdig, aber das wäre ggf. sein Problem. Hier geht es ja erst einmal um Dich. Wahrscheinlich durftest Du nie „richtig“ sein, also das angstfrei leben und sagen, was Du fühlst und hast evtl. so gut gelernt, etwas anderes „falsches“ sein zu sollen dass du es jetzt nicht mehr unterscheiden kannst und immer denkst im falschen Film zu sein. Das „falsche“ wurde ja immer belohnt (und würde wieder belohnt, z.B. gute Miene beim Kafeetrinken) Durch gesittetes sich gegenüber sitzen und Reden, wie es in einigen Theapieformen üblich ist, kannst Du diesen Gefühlsknoten glaube ich, nicht entwirren. Die Leute raten immer schnell „Mach ne Therapie“ aber die Frage ist ja dann auch, welche Form Dir was bringen könnte. Vielleicht mußt Du diese Gefühle, den Hass auf Kinder und Ex-Frauen, die Wut auf Dich und deinen Freund, weil vieles dauernd in Symbolen und Spielchen abläuft aber nicht direkt ausgesprochen werden darf, den Frust über den doofen Anfang Eurer Beziehung mit „Wartezeit“ und gleich schon Problemen hinter den rosa Wolken, einfach mal rausschreien dürfen! Vielleicht mußt Du einfach mal ne Schranktür eintreten, wenn Dich das Gefühl dazu übermannt? Versenke Dich in diese beängstigenden Gefühle und finde heraus, wo das hinführt. Ich könnte mir vorstellen, wenn schon eine Therapie, dass Du eher bei einem Gestalttherapeuten gut aufgehoben bist als bei einem Verhaltens- oder Gesprächstherapeuten.

Hallo Leon,

am besten du druckst deinen Text aus und liest ihn dir ab und wann mal durch. Aber immer in Person eines Außenstehenden (stell dir vor den Text hätte ne andere Frau verfasst). Vielleicht erkennst du dadurch dein wahres Problem und kannst dir selber aus der Misere helfen.

Im großen und ganzen erlebst du den enormen Unterschied zwischen Verhältnis und Beziehung. Ihr passt einfach nicht zusammen und das ist in einer Partnerschaft wichtig, bei einem Verhältnis zweitrangig .

Die Beziehung ist ne reine Qual für dich und auch für deinen Partner, der ja alles ertragen und runterschlucken muss, was ein Anzeichen ist das zu mindestens er dich liebt. Aber du tust ihn nicht gut.

Vielleicht solltest du ne Trennung in Erwägung ziehen, es könnte euch beide befreien aus dieser festgefahrenen Situation.

Also, nimm dir ein Herz, du hast deinen Partner zu mindesten irgendwann mal geliebt und gönnt euch Freiraum zum durchatmen.

Gruß
Medusa

ich überlege schon seit Minuten wie ich hier beginnen
soll…ich habe enorme Probleme mit mir selber und bin dabei,
die wahrscheinlich für mich beste Beziehung die ich je haben
könnte, zu zerstören. … …Trotz allen Demütigungen die ich ihm
zufüge, liebt er mich weiterhin und hat stets Verständnis für
mich.

Liebe Leon,
es war erschütternd, Deine Geschichte zu lesen.
Es wäre bestimmt empfehlenswert, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Warum weiter leiden? Das macht keinen Sinn. Es scheint mir, dass die Schwierigkeiten nicht nur aktuell sind, sondern schon seit Jahren bestehen.
Außerdem glaube ich, dass auch Dein Bekannter dringend Hilfe benötigt, denn das, was er alles über sich ergehen läßt, deutet stark darauf hin, dass er überhaupt nicht gesund ist.
Herzlich alles Gute für jeden von Euch beiden.
K.

Vorschlag
Hallo!
Wie ich es sehe, hast du dir selbst eine Falle gestellt. Frag dich aber erst ob du wirklich mit ihm zusammen bleiben möchtest? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, wäre woll das Einfachste, du zeigst ihm einfach diesen Beitrag. Wenn er wirklich so verständnisvoll ist, droht dir nix - du könntest ihm alles erklären ohne zu überlegen, wie du es am Besten machst und du bräuchtest keine Erklärungen ausdenken, um dein Verhalten zu verändern.

Hallo auch,

Dein Verhalten erinnert mich stark an eine Bekannte von mir, die Borderline hat. Muss ja nicht heißen, dass Du auch betroffen bist. Aber vielleicht erkennst Du Dich ja zum Teil wieder?

Schau doch mal hier:
http://www.blumenwiesen.org/borderline.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nl…

Liebe Grüße
Stefanie

Hallo Leon,

also, wenn ich mir das so durchlese, frage ich mich wieso Du nicht bei der Affäre geblieben bist und ob Dir nun, da Du das Ziel erreicht hast-nämlich ihn zu kriegen und zwar ganz und gar- nicht plötzlich alles zuviel wird weil Dir nun bewußt wird welche „Last“ nun auf Deinen Schultern liegt. Unbewußt nagt es vielleicht doch an Dir, daß er Deinetwegen seine Familie verlassen hat.

Auf der einen Seite ist er angeblich der perfekte Mann aber du schreibst soviel negatives über ihn, was Dich dann doch stört…

Verlustängste sind ganz normal, denn Du kannst ja nicht sicher sein, ob er Dich nicht für eine andere verlässt- schliesslich hat er das ja schon mal getan… das sagt Dir das Teufelchen, welches auf Deiner Schulter sitzt…das Engelchen auf der anderen Schulter flüstert Dir zu: er liebt Dich, sonst hätte er nicht seine Familie verlassen.

Dieses Hin-und Hergerissen-sein kann einen ganz schön fertig machen.

Wichtig ist, daß Du herausfindest was Du wirklich willst und ob Du das was Du im Moment hast überhaupt noch willst.

Ich selbst habe während einer Beziehung durch meine Eifersucht (die zudem noch unbegründet war) zuviel kaputt gemacht und den Mann dadurch verloren. Später habe ich dann begriffen, daß ständiges Mißtrauen schliesslich keine Vertrauensbasis schafft mit der man eine beständige Beziehung leben kann.

LG
Marion