Angst vor dem Laufen
Ich bin mit 54 Jahren Frührentner und habe ständig Angst vor dem Laufen. Meine tägliches Laufen beschränkt sich vom Schlafzimmer in den Sessel ins Wohnzimmer. Allenfalls erledige ich den Abwasch der täglich anfällt und eventuell die Wohnung wischen oder saugen. Sonst befindet sich mein Körper permanent in Ruhestellung. Meine Frau geht alleine Einkaufen und ist langsam genervt von mir. Wenn ich aufstehe konzentriere ich mich auf meine Beine die dann wckeln und ich bekomme Angst dann weiter zu laufen. Dieses wird immer schlimmer bei mir, so schlimm das ich mich nicht mehr aus dem Haus wage. Ich habe schon mehrere Therapien und Krankenhausaufenthalte hinter mir gebracht.
Ich weiss mir nicht mehr zu helfen. Wenn ich im Sessel sitze denke ich an meine Beine die zittern und werde somit bestärkt das ich denke nicht gehen zu können. Aus lauter Verzweifelung hat mir der Arzt mitlerweile
Parkinsontabletten verschrieben, die ich täglich einnehmne. Ich weiss nicht mehr was ich machen soll.
Bitte um Hilfe
Hallo,
gibt es denn organische Ursachen? Wenn nicht, würde ich eine gravierende Angststörung vermuten. Du konzentrierst dich so sehr darauf, dass das Laufen nicht funktionieren wird, dass deine Beine zittern. Und je weniger Übung du im Laufen hast, umso stärker wird die Symptomatik - und die Angst steigt weiter.
Du verurteilst dich damit zum Dauerknast zuhause. Und der Einzige, der das ändern kann, bist du selbst. Das geht nur, indem du trotz Angst aufstehst und gehst. Jeden Tag. Egal, wie sehr die Beine zittern und wie groß deine Angst ist.
Setz’ dir schrittweise Ziele und verfolge sie. Du könntest damit anfangen, jeden Tag 10 Mal hintereinander von einem Punkt deiner Wohnung zum entferntesten anderen und zurück zu laufen. Wenn das fünf Tage lang geklappt hat, gehst du 15 Mal. Und ein paar Tage später 20 Mal. Dann fängst du an, diese 20 Mal statt einmal 2x am Tag zu gehen.
Entscheidend dabei ist, dass du es immer tust. Bitte notfalls deine Frau, dich zu stützen - aber geh! Das Zittern wird möglicherweise rapide zunehmen und die Angst wird enorm steigen - aber wenn du durchhältst, wirst du im wahrsten Sinne Schritt für Schritt den Punkt erreichen, an dem du immer weniger Beschwerden spürst.
Dein Zutrauen wird steigen, und die Angst, dass dein Körper dich im Stich lassen könnte, wird der Erkenntnis weichen, dass er das nicht tut.
Schöne Grüße,
Jule
Hallo,
hat die Frührente etwas mit dem nicht laufen können zu tun oder it das erst nach Renteneintritt passiert. Seit wann bist Du Rentner?
Was wurde bei Dir beim Arzt gecheckt und mit welcher Diagnose?
Was waren es für Therapien und was genau haben sie im Krankenhaus gemacht? Aus „lauter Verwzweiflung“ werden keine Medikamente verschrieben (sollten zumindest nicht).
Hast Du Schmerzen? Wovor hast Du konkret Angst - zu fallen?
Du schreibst ja hier im Psychologiebrett und nicht im Medizinbrett. Warst Du schon beim Psychiater und hast eine Depression oder eine Psychosomatik ausgeschlossen?
Viele Grüße
erinnert mich ans Morbus Sudeck, m.M. nach oft psychosomatisch bedingt (–> funktionsunfähige Hand), das einen hindert, wichtige Dinge zu tun (arbeiten, „zuschlagen“, jemandem „die Hand reichen“), Grund ist wohl oft verdrängte Wut, bei den Beinen müsste es dann was anderes sein („einen Schritt vorwärts machen“?)
eine Idee
Ergänzung:
… „auf eigenen Beinen stehen“, „eigene Ziele erreichen“