Ich habe ein Problem mit meiner Heizung

Guten Tag,
ich habe in meinem Doppelhaus eine Gastherme von Vaillant (1994), die nach Angaben von Experten ausreichend dimensioniert ist.
Jedoch werden nur bestimmte Heizungen im Haus richtig heiß, die anderen sind, wenn überhaupt, lauwarm.
Die Heizung befindet sich in der 1. Etage, die Heizungen im Keller und Dachgeschoß werden glühend heiß! Im Erdgeschoß und 1. Etage werden nur die dem Anschlußrohr am nahestehensten Heizungen einigermaßen heiß, der Rest wird nur lauwarm.

Habe schon einen Fachmann dran gehabt, das führte aber lediglich dazu, dass die lauwarmen ein bisschen wärmer wurden. Der Erfolg war dann schnell wieder weg.
Er hat mir ein neues externes Ausdehnungsgefäß eingebaut und das Heizungssystem entlüftet. Die Pumpe läuft seinen Angaben zufolge und kann nicht das Problem sein!
Kann es denn vielleicht dennoch sein, dass die Pumpe mittlerweile zu schwach ist??? Wenn Entlüften schon nicht richtig hilft, wäre es denn dann nicht logisch, dass die Pumpe „altersschwach“ ist?

Wäre sehr nett, wenn mir ein Experte einen Rat geben könnte… vielen Dank im voraus!

Gruß aus Bergheim bei Köln/Neuss/Pulheim (Kennt jemand dort einen guten verlässlichen Heizungsbauer?)

tom_und_Familie

Hei!

Jedoch werden nur bestimmte Heizungen im Haus richtig heiß, die anderen sind, wenn überhaupt, lauwarm.

Das dürfte an unterschiedlichen Strömungswiderständen liegen. Das Wasser nimmt halt bevorzugt den leichtesten Weg.

Die Abhilfe nennt sich hydraulischer Abgleich, dabei werden die heissesten Heizkörper mit einem zusätzlichen kleinen Ventil so lange gedrosselt, bis überall die gleiche Wassermenge durchfliesst und damit die gleiche Wärmemenge frei wird. Vereinfacht ausgedrückt, denn natürlich spielt die Größe des Heizkörpers dabei auch eine Rolle.

Schau mal die Anschlüsse der Heizkörper genau an, vieleicht hast du sowas sogar schon im Rücklauf (also nicht die Leitung, an der der Thermostat sitzt, sondern die andere) drin. Kann unter einer Kappe sitzen und muss nicht groß sein. Einfach bei den heissen Heizkörper nach und nach etwas zudrehen. (Zuerst mal an den Kälteren voll aufdrehen, kann auch sein, das da jemand Mist gebaut hat!).

Solltest du einen Heizkreisverteiler haben, so kann das man dort einstellen (halbkugelförmige Kappen auf den Rücklaufventilen, in der Luxusversion sogar mit Durchflussmengenmesser).

Habe schon einen Fachmann dran gehabt, das führte aber lediglich dazu, dass die lauwarmen ein bisschen wärmer wurden.
Er hat mir ein neues externes Ausdehnungsgefäß eingebaut und das Heizungssystem entlüftet. Die Pumpe läuft seinen Angaben zufolge und kann nicht das Problem sein!

Au weia.
Ich weiss schon, warum ich keine Handwerker in mein Haus lasse . . . das ist 'ne Frechheit, das muss ein Fachmann wissen.

Wenn Entlüften schon nicht richtig hilft, wäre es denn dann nicht logisch, dass die Pumpe „altersschwach“ ist?

Pumpe geht oder geht nicht. Nennenswerter Leistungsverlust durch Alterung ist bei elektrischen Motoren meines Wissens nach kaum möglich.

lg, mabuse

Hallo,
prüfe einmal ob die Pumpe auf Dauer läuft oder über das Raumthermostat abschaltet.Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger

Hallo, zunächst einmal ein Dankeschön für die Antwort.
Ich habe kein Raumthermostat, es das war defekt und wurde demontiert.
Deinen Angaben zufolge könnte es sein, dass die Pumpe Aussetzer haben könnte… oder habe ich das falsch verstanden? Gibt es solche Fälle und haben die dann ein ähnliches Phänomen, wie ich es mit meinen heißen und lauwarmen Heikzkörper erlebe?

Gruß

Hallo mabuse,
erst einmal ein Dankeschön für die pfeilschnelle Antwort.

Aber müsste es denn nicht logisch sein, dass bei den unterschiedlichen Strömungswiderständen ein Abdrehen der beiden „heißen“ Etagen (Dachgeschoß und Keller) die anderen Etagen heisser werden müssten? Denn das ist halt nicht der Fall! Drehe ich die Heizungen der beiden Etagen zu, tut sich bei den lauwarmen Heizungen nichts… zumindest ist es nicht spürbar!

Ich habe übrigens unterhalb der Heizungskörper ein H-Stück, in deren Mitte eine verdeckte Imbusschraube steckt. Damit kann man den Durchlauf irgendwie beeinflussen und die hat der Heizungsbauer auch eingestellt. Aber wie gesagt mit mäßigem Erfolg.

Halbkugelförmige Kappen habe ich nicht feststellen können!

Die Anwort mit Bezug auf die Pumpe wurde mir auch so mitgeteilt, kann wohl offensichtlich nicht daran liegen. Meine logische Schlußfolgerung war, dass eine starke Pumpe das Wasser vielleicht besser in die hintersten Ecken transportieren kann… aber daran wird es wahrscheinlich wohl nicht liegen?

Für mich stellt sich jetzt noch die Frage, kann es sein, dass weder der Fachmann noch ich in der Lage waren, das Heizungssystem richtig zu entlüften?
Für mich stellt sich die Frage, wie eine optimale Entlüftungsmethode bei der speziellen Eigenart meines Systemes (Heizung steht ja in der 1. Etage und nicht wie sonst im Keller) erfolgen muss?

Gruß

Hei!

Aber müsste es denn nicht logisch sein, dass bei den unterschiedlichen Strömungswiderständen ein Abdrehen der beiden „heißen“ Etagen (Dachgeschoß und Keller) die anderen Etagen heisser werden müssten?

Richtig.

Denn das ist halt nicht der Fall! Drehe ich die Heizungen der beiden Etagen zu, tut sich bei den lauwarmen Heizungen nichts… zumindest ist es nicht spürbar!

Das ist übel.

Ich habe übrigens unterhalb der Heizungskörper ein H-Stück, in deren Mitte eine verdeckte Imbusschraube steckt. Damit kann man den Durchlauf irgendwie beeinflussen und die hat der Heizungsbauer auch eingestellt. Aber wie gesagt mit mäßigem Erfolg.

Gut, das ist das Ventil für den hydraulischen Abgleich.
Da würde ich jetzt vorschlagen, das du erst mal dieses Ventil an den Heizkörpern, die nicht warm werden, überprüfst. Kann sein, das die dort auf fast geschlossen stehen.
Einfach alle bis zum Anschlag in die gleiche Richtung drehen (bis zum Anschlag nur locker, nicht anknallen!), dann die anderen Heizkörper mal auf Null stellen und schauen, ob unten was passiert. Wenn nicht, in die andere Richtung drehen. Normlerweise funktionieren die Dinger aber wie Schrauben, d.h. rechts = zu, links = auf, aber sicherheitshalber mal beide Richtungen testen.

Meine logische Schlußfolgerung war, dass eine starke Pumpe das Wasser vielleicht besser in die hintersten Ecken transportieren kann… aber daran wird es wahrscheinlich wohl nicht liegen?

Normal nicht.
Wenn der hydraulische Abgleich ordentlich gemacht wurde, dann läuft das Wasser gleichmässig durch alle Ecken, egal wie weit die Strecke ist. Darum macht man den ja. Eine stärkere Pumpe würde dann nur mehr Wasser in der gleichen Zeit durchspülen - was je nach Konstruktion der Heizung durchaus nicht positiv sein muss, da dadurch natürlich (Wärmeabgabe der Heizkörper ist ja begrenzt) auch der Rücklauf wärmer wird. Und gute Heizungen (Brennwertgeräte) laufen um so effizienter, je größer die Temperaturspreizung (also der Unterschied zwischen Vor- und Rücklauf) ist.

Irgendetwas drosselt den Durchfluss durch die Stränge der betroffenen Heizkörper, diese Stelle musst du finden. Irgendwo muss die Leitung ja etagenweise aufgeteilt sein. Gibt’s da Absperrhähne? Kann man evtl. einzelne Stränge von der Gesamtanlage abtrennen und einer gesonderten Druckprüfung unterziehen? Wie alt ist die Anlage und wird sie ab und zu mal mit frischem Wasser durchgespült? Ich weiss jetzt nicht, wie das bei normalen Heizkörpern aussieht, aber bei Fußbodenheizungen muss man das alle zwei Jahre machen, damit der Schmodder nicht die Rohre verstopft - ich befürchte fast, das bei dir irgendwo ein Dreckklumpen in der Leitung sitzt und den Durchfluss in den unteren Etagen behindert.
Wenn man die Leitung auftrennen kann, würd ich erst mal versuchen mit frischem Wasser aus der Leitung durchzuspülen - und zwar anders rum, als das Heizwasser fliesst.

Viel mehr kann ich aus der Distanz leider nicht sagen.
Ich hoffe, das hilft dir ein bischen weiter.

lg, mabuse

Für mich stellt sich jetzt noch die Frage, kann es sein, dass
weder der Fachmann noch ich in der Lage waren, das
Heizungssystem richtig zu entlüften?
Für mich stellt sich die Frage, wie eine optimale
Entlüftungsmethode bei der speziellen Eigenart meines Systemes
(Heizung steht ja in der 1. Etage und nicht wie sonst im
Keller) erfolgen muss?

Gruß

Hallo,
man kann die Pumpen mit drei verschiedenen Anschlüssen versehen,dann wird ein Stecker umgesteckt. Pumpe auf Dauer–Pumpe an wenn Raumthermostat an ist oder Pumpe an wenn das Gerät an ist und nach 2 min wieder abschaltet.Schönen Gruß aus Düsseldorf der Rohrverleger

Vielen Dank für den Tipp, dass werde ich überprüfen lassen!
Gruß

Hallo, insbesondere der Tipp bzgl. der Reinigung erscheint mir relevant. Das wäre eine der Erklärungen für mein Problem und ich werde dies überprüfen lassen!
Vielen Dank für die Hilfe, Gruß