Hallo miteinander,
mein Problem liegt darin, dass ich beim verfassen von Texten sehr oft schreibe:
Ich habe/hatte …
Beispiel:
Ich hatte gestern mein Auto gewaschen. Auf die 1. Vergangenheitsform greife ich eigentlich nie zurück, da sich die Sätze (aus meiner Sicht) komsich anhören.
So sage ich nie: Ich wusch gestern mein Auto.
Wahrscheinlich liegt die Problematik an meinem fränkischen Dialekt (ich sprech viel in der „habe“-Form.
Wie kann ich mein Deutsch verbessern, damit ich auf „habe/hatte“ verzichten und die Sätze besser umschreiben kann?
Gibt es vielleicht Bücher, die ihr mir empfehlen könnt?
Vielen Dank schon einmal im Voraus.
Gruß
Dieter
Hallo, Dieter,
mein Problem liegt darin, dass ich beim verfassen von Texten
sehr oft schreibe:
Ich habe/hatte …
Beispiel:
Ich hatte gestern mein Auto gewaschen. Auf die 1.
Vergangenheitsform greife ich eigentlich nie zurück, da sich
die Sätze (aus meiner Sicht) komsich anhören.
… aber wenn Du so schreibst, wie Du sprichst, liest es sich eben „komisch“.
Wie kann ich mein Deutsch verbessern, damit ich auf
„habe/hatte“ verzichten und die Sätze besser umschreiben kann?
Indem Du beim Verfassen von Texten darauf achtest, jeweils die passende Zeitform des Verbs zu verwenden, wie z. B. das Präteritum („wusch“) für in der Vergangenheit abgeschlossene Sachverhalte.
Gibt es vielleicht Bücher, die ihr mir empfehlen könnt?
Für den Anfang könnte wohl schon ein Überblick über die Tempora und ihre Funktionen helfen, z. B. hier.
Und dann musst Du Dich halt überwinden, die ungewohnten Formen auch zu benutzen …
Gruß
Kreszenz
@Kreszenz: ich bin deinem Link nachgegangen. Unter dem Link
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Wort/Ver…
kann folgendes nachgelesen werden:
„In der Allgemeinsprache wird im Norden des deutschen Sprachraums eher das Präteritum, im Süden eher das Perfekt verwendet.“
Meine Ausdrucksform ist demnach nicht verkehrt, und wird in meinem Bundesland (Bayern) bevorzugt.
Irgendwie stört mich die Ausdrucksweise trotzdem.
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Hallo,
Für den Anfang könnte wohl schon ein Überblick über die
Tempora und ihre Funktionen helfen, z. B. hier.
So albern es vielleicht auch klingen mag - über diesen kognitiven Ansatz hinaus würde ich auch eine massive Leseoffensive anraten.
Derart gewinnt man nämlich ein „Gefühl“ für Wortumfedler und Stil.
Im Übrigen weist „cannoo“ das Perfekt zwar tatsächlich eher der Allgemeinsprache zu, jedoch ist hier wesentlich zu beachten, dass sich dies vmtl. doch eher auf die gesprochene Sprache als auf die geschriebene Sprache bezieht. Es ist zwar augenblicklich ein heißes Streitthema ob, wie und warum sich gesprochenes und geschriebenes Deutsch trennen lassen sollte - insbesondere, wenn man sich mal den Duden 9 betrachtet - aber gleichwohl wird eine solche Trennung schon noch angenommen (vgl. Fiehler et.al.).
MFG Cleaner
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Hi Ceaner,
So albern es vielleicht auch klingen mag - über diesen
kognitiven Ansatz hinaus würde ich auch eine massive
Leseoffensive anraten.
Derart gewinnt man nämlich ein „Gefühl“ für Wortumfedler und
Stil.
Das ist überhaupt nicht albern. Ich oute mich jetzt mal: Ich habe von deutscher Grammatik keine Ahnung, schreibe dennoch Texte, Artikel und Kurzgeschichten, redigiere nebenbei und habe für eine namhafte Institution (Medizin/Familie/Gesundheit) alle Publikationen für die Klienten in eine auch für Laien verständliche Sprache umgesetzt.
Warum ich das kann? Weil ich seit meinem 5. Lebensjahr lese, lese, lese.
WE-Gruß,
Anja
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Lieber Dieter,
Perfekt mag ja noch angehen, du hast aber in deinem Beispiel Plusquamperfekt benutzt. Ich höre diesen Fehler immer häufiger, „Ich war gestern im Kino gewesen.“ DAS geht so nicht! SO geht’s:
Ich hatte gestern mein Auto gewaschen, als ein anderer Wagen vorbei sauste und es wieder schmutzig machte.
Ich war gestern im Kino gewesen, als ich auf der Straße meine Freundin traf.
Aber: Ich habe mein Auto gewaschen oder
Ich wusch mein Auto
Ich bin im Kino gewesen oder
Ich war im Kino
Plusquamperfekt ist eine Zeitstufe zurück, also du beschreibst etwas, das in der Vergangenheit schon ABGESCHLOSSEN WAR.
LG
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„In der Allgemeinsprache wird im Norden des deutschen
Sprachraums eher das Präteritum, im Süden eher das Perfekt
verwendet.“
Meine Ausdrucksform ist demnach nicht verkehrt, und wird in
meinem Bundesland (Bayern) bevorzugt.
Die ursprüngliche Frage war nicht, ob das Perfekt für vergangene Handlungen richtig oder falsch ist, sondern wie Du in schriftlichen Texten die häufige Wiederholung von „habe … getan“ (= Perfekt) vermeiden kannst. Und das lässt sich relativ leicht bewerkstelligen, indem man - unabhängig davon, was vertrauter klingt, weil es in der gesprochenen Sprache üblich ist - für in der Vergangenheit abgeschlossene Handlungen statt des Perfekts das Präteritum verwendet
Irgendwie stört mich die Ausdrucksweise trotzdem.
Welche jetzt?
Gruß
Kreszenz