Ich habe mich überwunden und jmd etwas gebeten

Zuerst habe ich leckere Rhabarber-Muffins gebacken und stand mutlos mit meinem Teller vor der Tür. Die Klingel war abgeschaltet, weil es denen so nervt. Doch das Schicksal hat nachgeholfen und mich sanft getreten. Der Nachbar kam gerade nach Hause. Jetzt oder nie! Und ich habe es getan!! In meinen Ohren etwas stotternd kam die Bitte herüber, doch sie kam! Erst mal eine Aussage, dann die Frage. Und eine freundliche Antwort kam zurück! Es hat geklappt! Tat überhaupt nicht weh! :smile:)

Vor Unangenehmes drücke ich mich gerne. Aber je länger man es vor sich herschiebt, desto übler wird. Es zieht richtig herunter! Ich mache mir richtig einen Kopf und mache mich deswegen fertig! Fast wie in der bekannten Geschichte mit dem Hammer, den sich jemand vom Nachbarn ausleihen wollte. Doch die Wut richtet sich gegen mich. Schrecklich!

So, das wäre geschafft! Bißchen stolz bin ich schon. Macht sogar ein wenig Lust, auf mehr! Was wäre in diesen Beispiel das Schlimmste gewesen? Ein klares, freunliches „Nein“! Wäre das wirklich so schlimm? Hätte ich das nicht ertragen können?

Ich suche mir nun die nächste Aufgabe: Urlaub mit einer Gruppe von insgesamt 18 Leuten! *schluck* Was wäre hier das schlimmste? :wink:

Grüße
Sylvia

…dann bist du wahrscheinlich auch eine von denjenigen, die von anderen gerne und häufig um etwas gebeten wirst und die nie nein sagen kann?

Baba

Ich suche mir nun die nächste Aufgabe: Urlaub mit einer Gruppe
von insgesamt 18 Leuten! *schluck* Was wäre hier das
schlimmste? :wink:

hmm… z.B. dass Du Ablehnung erfährst? Wie immer sich das für Dich ausdrückt?
Prüf doch mal selbst:
Stell Dir vor, das für dich Schlimmste würde geschehen (pardon - das kannst wirklich nur DU wissen). Wie geht es Dir dabei? Blockiert Dich dann ein riesiges Gefühl? Schießen unangenehme Sätze durch deinen Kopf?
Was passiert dann? Und wie gehst Du damit um?

Der Weg, den Du gehst, ist mutig und führt wahrscheinlich auch zum Ziel.
Ich selbst hätte es für mich da gerne kürzer und unbeschwerter und würde mal abchecken lassen, was genau mich da in den unangenehmen Zustand bringt, würde das „entkoppeln“ lassen (z.B. alte Erfahrungen neu bewerten)und den Urlaub einfach SO genießen.
Spannender auf jeden Fall ist Dein Weg ;o)

Ich habe ein großes Blech voll gebacken. Brrr, die Muffins schmecken dieses Mal nicht irgendwie nicht gut. Die ganze Mühe umsonst! :smile:))

Ich wußte auch nicht, daß wir zu 18 sind. Das las ich im letzten Info-Brief und ich mußte erst mal schlucken. Augen zu und durch!

Aber ihr habt Recht. Man stellt sich die fürchterlichsten Dinge vor! Okay, ich bereite mich entsprechend vor. Selbst, wenn das Unwahrscheinliche einträfe und alle gräßlich, fies und gemein wären, den ganzen Tag über in Strömen regnet, der Reiseleiter eine Lusche ist, das Hotel eine Zumutung, meine Scheckkarte und Paß verliere, verschlafe und den Flieger verpasse, in Grönland lande, das Flugzeug abstürzt, ich nicht vom Flughafen abgeholt werde, ausgeraubt und gelyncht werde usw. lasse ich mir dadurch meinen Urlaub versauen?

Eigentlich ärgere ich mich, daß ich mir nicht mehr zutraue und mich langweile finde. Ich sollte mal dringend die Erwartungen reflektieren, die an mich herangetragen wurden und werden. Wo hängt eigentlich meine Meßlatte?

Schrecklich!

Eigentlich ärgere ich mich, daß ich mir nicht mehr zutraue und
mich langweile finde. Ich sollte mal dringend die Erwartungen
reflektieren, die an mich herangetragen wurden und werden. Wo
hängt eigentlich meine Meßlatte?

Schrecklich!

Das ist nett geschrieben, Sylvia :o)
Und womöglich kannst Du noch nicht mal was für deine Messlatte und deren Standort.
Gegen alte Ängste/Glaubenssätze gibts einiges auf dem Markt, wenn Du allerdings mit DER Einstellung einfach SO durchmarschierst: um so besser!

Glück auf und halte uns auf dem Laufenden :o)

P.S. neue Ufer

Aber ihr habt Recht. Man stellt sich die fürchterlichsten
Dinge vor! Okay, ich bereite mich entsprechend vor. Selbst,
wenn das Unwahrscheinliche einträfe und alle gräßlich, fies
und gemein wären, den ganzen Tag über in Strömen regnet, der
Reiseleiter eine Lusche ist, das Hotel eine Zumutung, meine
Scheckkarte und Paß verliere, verschlafe und den Flieger
verpasse, in Grönland lande, …?

Früher gabs mal auf Zigarettenpapierchen mehr oder minder sinnvolle Sprüche; einer davon könnte aber hier gut passen:

A ship in a harbour is safe, but that is not what ships are built for

:o)

für die weniger Anglophilen:
ein Schiff im Hafen ist sicher, aber das ist nicht wirklich das, wofür Schiffe gebaut sind

Danke für die netten Worte. Das tat richtig gut und macht Mut, meinen beschwerlichen Weg weitergehen. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, es geht nicht voran, oder an dieses Thema will ich nicht ran. Doch ich kann die Lektion nicht überspringen, sondern muß sie sorgfältig lernen. :smile:

Fast 40 Jahre lang war meine Oma für mich da. Ich dachte, es müßte immer so sein und übersah, daß es nicht so sein kann. Wir leben und sterben. Ich habe etwas, das einer (natürlichen) Entwicklung unterworfen war, als etwas statisches gesehen. Das Leben ist nun mal nicht statisch und gleichförmig. Es ist eine fortlaufende Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen.

Wie ißt man eine Salami? Scheibchenweise!