Ich kam mir fürchterlich klein vor

Hallo Experten,

ist euch auch schon mal folgendes passiert:

Ich war mitten in der Nacht aufgewacht und der Gedanke an mein „Ich“, traf mich wie ein Blitz vom Himmel. Ich kam mir fürchterlich klein vor, als ein winziges unbedeutendes Körnchen im Wind, eine zufällige Zusammenballung von Atomen im Wirbel der Galaxien, ein Wimpernschlag im Traum eines Schattens. Ängstlich, unruhig und aufgewühlt grübelte ich über das unendliche Spiegelkabinett des Universums nach und reflektierte die Erde als ein Teil eines Sonnensystems, die Sonne, die nur ein Teil von Milliarden Sternen in der Galaxie ist und dachte, wer wohl die Galaxien im Universum zählt… und mittendrin mein vergängliches „Ich“, dass nur zu einem kurzen Besuch auf diesem Planeten weilt.

Über dieses Erlebnis habe ich mir seither ständig Gedanken gemacht und es fällt mir schwer das Erlebte richtig einzuordnen.

Gruß

Peter

Hallo Peter,

Ich kam mir fürchterlich klein vor, als ein winziges
unbedeutendes Körnchen im Wind, eine zufällige
Zusammenballung von Atomen im Wirbel der Galaxien,
ein Wimpernschlag im Traum eines Schattens. Ängstlich,
unruhig und aufgewühlt grübelte ich über
das unendliche Spiegelkabinett des Universums nach und
reflektierte die Erde als ein Teil eines Sonnensystems, die
Sonne, die nur ein Teil von Milliarden Sternen in der Galaxie
ist und dachte, wer wohl die Galaxien im Universum zählt…
und mittendrin mein vergängliches „Ich“, dass nur zu einem
kurzen Besuch auf diesem Planeten weilt.

Diese Sicht auf die Welt habe ich etwa seit
meinem sechsten Lebensjahr. Wahrscheinlich
nachdem ich das erste mal einige Folgen von
„Enterprise“ sah. Bei dieser Sicht anzukommen
ist imho für jeden einigermassen naturwissen-
schaftlich interessierten Menschen zwangsläufig.

Der nächste Gedanke ist dann das Einsehen
der absoluten Beliebigkeit und Zufälligkeit
(Kontingenz) der eigenen Existenz (und der
Welt überhaupt) …
=> Es (alles) hat an sich nichts zu bedeuten :wink:

Wie alt bist Du denn?

Grüße

CMБ

Hallo Peter!

Liegen wir in der Nacht wach- dann kommen gerne -ich nenn sie „die Dämonen der Nacht“ :wink: - Gedanken, die einen sonstwohin bringen können…

Diese Gedanken hatte ich auch schon!
Und man kann das Ganze negativ fühlen-- aber sich dann auch wieder in den Mittelpunkt stellen!

Mit dem Denken haben wir die Möglichkeit anzusehen- und zu bemerken, wie klein wir in diesem Dasein sind…ich stell mir auch oft die Welt alleine vor, wie dort Milliarden von Menschen jeden Tag rumlaufen- wie jeder seine Probleme hat- und ich doch nur eine von ganz vielen bin…-- und mir kommt sogar manchmal so ein Gedanke, wie wir rumlaufen, vielleicht zwei Käfer miteinander kämpfen sehen- könnten „Gott“ spielen, in dem wir einfach drauftreten (weiss- klingt was herb :wink: )-- aber ich meine damit, wie JEDES Lebewesen nur in seiner Welt lebt und es wohl immer was „Grösseres“ geben wird, was vielleicht zuschaut (sofern man so denken will!).

Aber- vielleicht auch durch manches Lesen über den Buddhismus (wobei ich da kaum was drüber weiß)- JEDER ist eine Welt für sich!

Das Sein besteht aus vielen kleinen Welten-- und das macht diese Welt für jeden einzelnen deshalb nicht kleiner!!
Sich zu erkennen, daß man nicht der Nabel des Universums ist, kann manchem Egoisten gut tun :wink:

WIR sind wichtig- jeder von uns!
Wir können es in EINER Welt gut gehen lassen- in UNSERER!
Ich denke, DA liegt unsere Verantworltlichkeit!

Du lebst nur in Deiner Welt- und die kannst Du so gut, wie es geht gestalten!
Ausserdem kannst Du damit auch der Restwelt was Gutes tun!
WEnn wir uns gut fühlen, strahlen wir das „ab“- und machen damit alles was besser!!

Ein Lächeln wird weitergegeben…

Ein Teil eines Grossen Ganzen zu sein muss ja keine Angst machen!
Wir gehören dazu…zu diesem ALL-EINS…und wenn Du Dich mit Freunden, geliebten Menschen abgleichst- in Dich reinfühlst, wirst Du Dich dort auch geborgen und sicher fühlen können!!

Mit dem Respekt vor allem- aber auch der Gewissheit, daß Du ein Teil davon bist und wichtig!!

Kitty

Hallo Peter,

Diese Sicht auf die Welt habe ich etwa seit
meinem sechsten Lebensjahr. Wahrscheinlich
nachdem ich das erste mal einige Folgen von
„Enterprise“ sah. Bei dieser Sicht anzukommen
ist imho für jeden einigermassen naturwissen-
schaftlich interessierten Menschen zwangsläufig.

Der nächste Gedanke ist dann das Einsehen
der absoluten Beliebigkeit und Zufälligkeit
(Kontingenz) der eigenen Existenz (und der
Welt überhaupt) …
=> Es (alles) hat an sich nichts zu bedeuten :wink:

Wie alt bist Du denn?

Grüße

CMБ

Hallo Semjon,

das Alter spielt dabei doch wohl keine grosse Rolle, da mir diese Sicht auf die Welt auch schon lange klar ist. Es geht hier um die Momentaufnahme. Aufzuwachen und plötzlich fürchterliche Angst zu bekommen, dass man diesen Planeten nur kurz besucht und im Grunde genommen eigentlich nur ein unbedeutendes Lebewesen darstellt.

Gruß

Peter

Hallo Peter,

To see a world in a grain of sand,
And a heaven in a wild flower,
Hold infinity in the palm of your hand,
And eternity in an hour.

William Blake, Auguries of Innocence

kommt es nicht auf den Blickwinkel an? Kann das Gefühl just a grain of sand zu sein, nicht auch erleichtern?

…So remember, when you’re feeling very small and insecure,
How amazingly unlikely is your birth…

Eric Idle, Galaxy Song
http://www.mwscomp.com/sounds/mp3/galaxy.mp3

Viele Grüße
;-Diana

Hallo,

ist euch auch schon mal folgendes passiert:
Ich war mitten in der Nacht aufgewacht und der Gedanke an mein
„Ich“, traf mich wie ein Blitz vom Himmel. Ich kam mir
fürchterlich klein vor, als ein winziges unbedeutendes
Körnchen im Wind, eine zufällige Zusammenballung von Atomen im
Wirbel der Galaxien, ein Wimpernschlag im Traum eines
Schattens. Ängstlich, unruhig und aufgewühlt grübelte ich über
das unendliche Spiegelkabinett des Universums nach und
reflektierte die Erde als ein Teil eines Sonnensystems, die
Sonne, die nur ein Teil von Milliarden Sternen in der Galaxie
ist und dachte, wer wohl die Galaxien im Universum zählt…
und mittendrin mein vergängliches „Ich“, dass nur zu einem
kurzen Besuch auf diesem Planeten weilt.

Ja, das kenne ich. Es ist ein kleiner Einblick in die Realität, der Hauch einer Ahnung von dem, was eine Hälfte der modernen Kosmologie seit Einstein ausmacht.
Betrachtet man die andere Seite, so wird es vorübergehend besser: Verglichen mit der Plancklänge (ca. 10-35 m) sind wir unvostellbare Giganten, gesehen an der Planckzeit (ca. 10-43 s leben wir ewig.
Nun muß man sich nur noch die 11 Dimensionen der M-Theorie vorstellen können und alles ist wieder im Lot (http://de.wikipedia.org/wiki/M-Theorie)…
Noch etwas ernsthafter: Wo liegt das Problem? Ich finde es gerade faszinierend, wie solch kleine Nichtigkeiten wie die Menschheit sich Gedanken über Anfang, Beschaffenheit und damit auch Ende des Universums machen kann. Sind wir ein Nichts? Eine Laune, eine Unwichtigkeit, nicht mal die Randnotiz an der Fußnote im Nachtrag zum großen Buch des Universums. Meiner Meinung nach ja. Das entbindet uns aber nicht vom einzigen Sinn, den es dann noch geben kann: dem Streben nach Erkenntnis und Wahrheit über diese Welt. Und der Pflicht, dafür zu sorgen, daß es uns gut geht *gg*. Das Universum kümmert sich nicht um uns, es ist einfach DA, seelenlos, ohne Werte, ohne Moral, nur gefüllt mit Physik. Und es ist unsere Aufgabe, für den winzigen Teil, den wir überblicken, Werte und Moral zu schaffen. Und die Physik weiter zu verstehen, wir fangen gerade erst damit an.

Es hilft, wenn wir etwas Humor einstreuen, lassen wir Douglas Adams zu WOrt kommen:
„Unendlich
Größer als das Allergrößte und dann noch ein bißchen mehr. Also, noch viel größer als das; wirklich wahnsinnig kolossal, eine absolut phantastisch lange, „echt, Mann, das ist riesig“-Zeit. Unendlich ist einfach so groß, daß im Vergleich dazu das Großsein selber richtig mickrig aussieht. Gigantisch multipliziert mit kolossal multipliziert mit überwältigend riesig, das ist ungefähr die Vorstellung, die wir hier begreiflich zu machen versuchen.“

Vielleicht werden wir nie alles verstehen. Ich hoffe das, denn dann wäre diese Welt wirklich langweilig geworden. Vielleicht steckt aber auch alles nur in einem Stückchen Punschtorte, wieder habe ich die Ehre, Douglas Adams zu zitieren:
"Totaler Durchblicksstrudel
Der Totale Durchblicksstrudel ist nach dem im Roman erwähnten Anhalter Roosta die „grausamste Seelenfolter, der ein fühlendes Wesen ausgesetzt werden kann“. Jeder, der in den Totalen Durchblicksstrudel gesteckt wird, verliert seine Seele. Erfunden wurde der Durchblicksstrudel von Trin Tragula mit dem Ziel, seine Frau zu ärgern.

Der Strudel funktioniert nach dem Prinzip der Analyse extrapolierter Materie: Alle Materieteilchen des Universums wirken aufeinander ein, daher kann man die Gesamtheit der Schöpfung zum Beispiel aus einem Stück Punschtorte extrapolieren. Konsequent ist der Durchblicksstrudel also folgendermaßen aufgebaut: An einem Ende steckt die gesamte Realität, aus einem Stück Punschtorte extrapoliert. Am anderen Ende erhält nun eine Person einen flüchtigen Einblick in die Gesamtheit der Schöpfung: Man sieht unendlich viele Sonnen, zwischen denen für den Verstand von Lebewesen nicht erfassbare Entfernungen liegen und einen kaum sichtbaren Pfeil, der auf einen mit bloßen Augen nicht erkennbaren Punkt zeigt, der mit „Das bist du.“ beschriftet ist. Kurzum: Man sieht sich selbst im Verhältnis zur ganzen Unendlichkeit der Schöpfung.

Als Trin Tragula entdeckt, dass dieser Anblick das Gehirn seiner Frau restlos zerstört, schließt er daraus: Wenn das Leben im Universum Bestand haben wolle, dann könne es sich nicht leisten, Sinn für Verhältnismäßigkeiten zu haben.

Im Buch wechselt der Durchblicksstrudel mehrmals den Ort und wird schließlich auf Froschstern B untergebracht. Von außen ist er als eine stählerne Kuppel beschrieben und wird vom körperlosen Geist (Pispot) Gargravarr bewacht. Der Roman erwähnt, dass leider nicht bekannt ist, ob nun der Körper oder der Geist Gargravarrs das Sorgerecht für den Vornamen erhalten hat.

Der Durchblicksstrudel ist deshalb ein wichtiges Element der Erzählung, weil im Anhalter-Universum Zaphod Beeblebrox der einzige ist, der den Totalen Durchblicksstrudel unversehrt übersteht. Das liegt in der Geschichte daran, dass er sich zu dieser Zeit in einem künstlichen, extra für ihn angefertigten Universum befindet und somit der wichtigste Teil des Universums ist, und seine Ansichten von sich selbst somit bestätigt. Dadurch wird er auf eine spätere Aufgabe vorbereitet. Nachdem er den Aufenthalt im Durchblicksstrudel überstanden hat, stärkt er sich an dem Stück Punschtorte."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Technologien_und_Hinter…)

Gruß
BeLa

ich glaube das ist ein ganz normaler psychologischer effekt. in der regel ist einem das eigene Ich nicht bewusst, auch wenn man gerade über sich selbst nachdenkt oder spricht. also bewusst ist man sich seines Ichs natürlich schon, aber eben nur aus einer rationalen sicht heraus. nur in seltenen fällen, wird einem das eigene Ich wirklich gewahr, so wie z.B. bei dir in jener nacht. absolut bewusst machen kann man sich sein eigenes Ich eigentlich nur durch starke konzentration darauf oder vielleicht durch meditation. ansonsten wird dieses bewusstsein von der psyche weggefiltert. man könnte nicht normal seinen alltag bestreiten, wäre man sich ständig seines Ichs vollkommen bewusst. man würde sich ständig nur als einzelnen, isolierten organismus oder geist in einem vergänglichen körper wahrnehmen, vollkommen getrennt von all den anderen individuen um einen herum. jeder einzelne ist der einzige mensch auf der welt der von sich sagen kann: „ich bin ich.“
zu solchen wirklich bewussten momenten über sein eigenes Ich kommt man in der regel nur wenn es einem gelingt diesen schutzfilter seiner psyche zu umgehen; z.B. bei halbautomatischem gedankenwandern in der einschlaf-/halbschlafphase. nur in so einem moment ist man sich seiner selbst und seinem ich vollkommen bewusst. nur dann sieht man sich als einzelnes, in der tat vollkommen einsames „ding“ in der unendlichkeit von raum und zeit. es kommt zu einer „objektiven“ betrachtung des eigenen Ichs. ansonsten ist man nur getrieben von mechanismen, trieben, instinkten und verhaltensschemata („ich habe hunger“, „ich muss das und das tun“…).

was jetzt das Ich wirklich ist, ob sich das ichbewusstsein automatisch bildet ab einer gewissen gehirnmasse oder ob es nur eine einbildung ist, erfunden als überlebenshilfe von der eigenen psyche im laufe der evolution, ist eine andere frage.

… Du wirst so langsam mein Lieblingsautor.
Wenn auch ein kleiner.

mfg:stuck_out_tongue:it
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Hallo Peter!

ist euch auch schon mal folgendes passiert:

Ja doch!

Ich war mitten in der Nacht aufgewacht und der Gedanke an mein
„Ich“, traf mich wie ein Blitz vom Himmel.

Das kann schon mal passieren, so zwischen den Traumwelten, zwischen Wachen und Schlafen ereeilen einen manchmal so ganz andere Gedanken und Gefühle…

Ich kam mir
fürchterlich klein vor, als ein winziges unbedeutendes
Körnchen im Wind,

stimmt ja auch! Aber wichtig für welche Menschen auf dieser Welt??
;eine zufällige Zusammenballung von Atomen im

Wirbel der Galaxien, ein Wimpernschlag im Traum eines
Schattens. Ängstlich, unruhig und aufgewühlt grübelte ich über
das unendliche Spiegelkabinett des Universums nach und
reflektierte die Erde als ein Teil eines Sonnensystems, die
Sonne, die nur ein Teil von Milliarden Sternen in der Galaxie
ist und dachte, wer wohl die Galaxien im Universum zählt…
und mittendrin mein vergängliches „Ich“, dass nur zu einem
kurzen Besuch auf diesem Planeten weilt.

Der Besuch kann viel bewirken im kleinen, und manchmal auch im großen, Gutes wie Schlechtes, je nachdem, worauf wir den Fokus legen.

Über dieses Erlebnis habe ich mir seither ständig Gedanken

Na ja, vielleicht auch darüber, was DU bewirkst? In deinem Rahmen?

gemacht und es fällt mir schwer das Erlebte richtig
einzuordnen.

Manchmal lässt einen was nicht los, weil was Anderes dran wäre(nur so als Iddee!)
Tu was Gutes! Mach was draus!

Gruß

Peter

Auch Gruß
Ulla

Hallo Allu (Ulla),

danke für deine gut gemeinten Ratschläge. Es ist aber nicht so, dass dieses Erlebnis, nennen wir es mal eine gedankliche Begegnung mit einer anderen Dimension, ein Problem für mich geworden wäre. Ich denke, dass ich für meine Familie und Freunde wichtig bin und ich, wie du letztlich bemerkt hast, für diese Menschen gutes bewirken kann.

Sicherlich komme ich mir im Kreise dieser Menschen nicht unbedeutend und klein vor. Keine Frage!

Es grüßt Dich

Peter

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