Hallo,
ist euch auch schon mal folgendes passiert:
Ich war mitten in der Nacht aufgewacht und der Gedanke an mein
„Ich“, traf mich wie ein Blitz vom Himmel. Ich kam mir
fürchterlich klein vor, als ein winziges unbedeutendes
Körnchen im Wind, eine zufällige Zusammenballung von Atomen im
Wirbel der Galaxien, ein Wimpernschlag im Traum eines
Schattens. Ängstlich, unruhig und aufgewühlt grübelte ich über
das unendliche Spiegelkabinett des Universums nach und
reflektierte die Erde als ein Teil eines Sonnensystems, die
Sonne, die nur ein Teil von Milliarden Sternen in der Galaxie
ist und dachte, wer wohl die Galaxien im Universum zählt…
und mittendrin mein vergängliches „Ich“, dass nur zu einem
kurzen Besuch auf diesem Planeten weilt.
Ja, das kenne ich. Es ist ein kleiner Einblick in die Realität, der Hauch einer Ahnung von dem, was eine Hälfte der modernen Kosmologie seit Einstein ausmacht.
Betrachtet man die andere Seite, so wird es vorübergehend besser: Verglichen mit der Plancklänge (ca. 10-35 m) sind wir unvostellbare Giganten, gesehen an der Planckzeit (ca. 10-43 s leben wir ewig.
Nun muß man sich nur noch die 11 Dimensionen der M-Theorie vorstellen können und alles ist wieder im Lot (http://de.wikipedia.org/wiki/M-Theorie)…
Noch etwas ernsthafter: Wo liegt das Problem? Ich finde es gerade faszinierend, wie solch kleine Nichtigkeiten wie die Menschheit sich Gedanken über Anfang, Beschaffenheit und damit auch Ende des Universums machen kann. Sind wir ein Nichts? Eine Laune, eine Unwichtigkeit, nicht mal die Randnotiz an der Fußnote im Nachtrag zum großen Buch des Universums. Meiner Meinung nach ja. Das entbindet uns aber nicht vom einzigen Sinn, den es dann noch geben kann: dem Streben nach Erkenntnis und Wahrheit über diese Welt. Und der Pflicht, dafür zu sorgen, daß es uns gut geht *gg*. Das Universum kümmert sich nicht um uns, es ist einfach DA, seelenlos, ohne Werte, ohne Moral, nur gefüllt mit Physik. Und es ist unsere Aufgabe, für den winzigen Teil, den wir überblicken, Werte und Moral zu schaffen. Und die Physik weiter zu verstehen, wir fangen gerade erst damit an.
Es hilft, wenn wir etwas Humor einstreuen, lassen wir Douglas Adams zu WOrt kommen:
„Unendlich
Größer als das Allergrößte und dann noch ein bißchen mehr. Also, noch viel größer als das; wirklich wahnsinnig kolossal, eine absolut phantastisch lange, „echt, Mann, das ist riesig“-Zeit. Unendlich ist einfach so groß, daß im Vergleich dazu das Großsein selber richtig mickrig aussieht. Gigantisch multipliziert mit kolossal multipliziert mit überwältigend riesig, das ist ungefähr die Vorstellung, die wir hier begreiflich zu machen versuchen.“
Vielleicht werden wir nie alles verstehen. Ich hoffe das, denn dann wäre diese Welt wirklich langweilig geworden. Vielleicht steckt aber auch alles nur in einem Stückchen Punschtorte, wieder habe ich die Ehre, Douglas Adams zu zitieren:
"Totaler Durchblicksstrudel
Der Totale Durchblicksstrudel ist nach dem im Roman erwähnten Anhalter Roosta die „grausamste Seelenfolter, der ein fühlendes Wesen ausgesetzt werden kann“. Jeder, der in den Totalen Durchblicksstrudel gesteckt wird, verliert seine Seele. Erfunden wurde der Durchblicksstrudel von Trin Tragula mit dem Ziel, seine Frau zu ärgern.
Der Strudel funktioniert nach dem Prinzip der Analyse extrapolierter Materie: Alle Materieteilchen des Universums wirken aufeinander ein, daher kann man die Gesamtheit der Schöpfung zum Beispiel aus einem Stück Punschtorte extrapolieren. Konsequent ist der Durchblicksstrudel also folgendermaßen aufgebaut: An einem Ende steckt die gesamte Realität, aus einem Stück Punschtorte extrapoliert. Am anderen Ende erhält nun eine Person einen flüchtigen Einblick in die Gesamtheit der Schöpfung: Man sieht unendlich viele Sonnen, zwischen denen für den Verstand von Lebewesen nicht erfassbare Entfernungen liegen und einen kaum sichtbaren Pfeil, der auf einen mit bloßen Augen nicht erkennbaren Punkt zeigt, der mit „Das bist du.“ beschriftet ist. Kurzum: Man sieht sich selbst im Verhältnis zur ganzen Unendlichkeit der Schöpfung.
Als Trin Tragula entdeckt, dass dieser Anblick das Gehirn seiner Frau restlos zerstört, schließt er daraus: Wenn das Leben im Universum Bestand haben wolle, dann könne es sich nicht leisten, Sinn für Verhältnismäßigkeiten zu haben.
Im Buch wechselt der Durchblicksstrudel mehrmals den Ort und wird schließlich auf Froschstern B untergebracht. Von außen ist er als eine stählerne Kuppel beschrieben und wird vom körperlosen Geist (Pispot) Gargravarr bewacht. Der Roman erwähnt, dass leider nicht bekannt ist, ob nun der Körper oder der Geist Gargravarrs das Sorgerecht für den Vornamen erhalten hat.
Der Durchblicksstrudel ist deshalb ein wichtiges Element der Erzählung, weil im Anhalter-Universum Zaphod Beeblebrox der einzige ist, der den Totalen Durchblicksstrudel unversehrt übersteht. Das liegt in der Geschichte daran, dass er sich zu dieser Zeit in einem künstlichen, extra für ihn angefertigten Universum befindet und somit der wichtigste Teil des Universums ist, und seine Ansichten von sich selbst somit bestätigt. Dadurch wird er auf eine spätere Aufgabe vorbereitet. Nachdem er den Aufenthalt im Durchblicksstrudel überstanden hat, stärkt er sich an dem Stück Punschtorte."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Technologien_und_Hinter…)
Gruß
BeLa