Hallo, ich habe da ein Problem.
Ich hatte ab gestern wieder einmal Nachtschicht. Jedesmal wenn ich gegen 6.30 nach Hause komme kann ich nicht schlafen. Ich versuche es den ganzen Tag über, mich mehrmals hinzulegen und zu schlafen. Ich finde keinen Schlaf.Was kann man tun?
Übrigens: Ich arbeite als Produktionsarbeiter und habe erst vor 7 Wochen in dieser Firma angefangen. Also ist es erst meine 3 Nachtschicht in meinem Leben.
Oder muß man sich erst über die Jahre dran gewöhnen?
Danke für eure Hilfe
Guten Morgen,
ja der Körper muss sich erst dran gewöhnen.
Wenn du nach Hause kommst, mach irgendetwas womit du entspannen kannst. Lesen, im www stöbern, eine Schnulze (keinen neuen spannenden Film) im TV anschauen.
Geh erst ins Bett wenn du müde wirst. Das kann leicht 1-2 Stunden dauern. Trinke nichts, was dich wachhält.
Das wird schon, keine Sorge.
Ich bin heute erst gegen 9:00 ins Bett und gegen 15:00 aufgestanden. Hab noch vier Nachtschichten vor mir.
Gruß
Kati
2 Aspekte:
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Grundsätzlich sind die meisten direkt nach der Arbeit noch ziemlich aufgedreht und haben auch im Kopf nicht abgeschalten. Da ist an Schlaf erstmal nicht zu denken. Wenn du schlafen willst, musst du erstmal runter kommen. Was essen (nur ne Kleinigkeit, mit vollem Magen schläft es sich noch schlechter als hungrig), etwas lesen, sich entspannen. Also in etwas das, was man sonst am späten Abend so macht.
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Das zur Ruhe kommen erfordert auch ein geeignetes ruhiges Umfeld. Am Tage zu schlafen ist deshalb so schwer, weil ja meist recht viele Störeinflüsse vorhanden sind. Eine Schlafmaske + Ohrenstöpsel oder Fensterläden mit ordentlich gedämpften Fenstern helfen da sehr.
Die Vorstellung einfach direkt nach der Arbeit zu schlafen wird so einfach nicht klappen, wobei man sich das natürlich auch antrainieren kann. Ich würde sagen, plane ruhig noch ne Stunde zum runterkommen ein, aber erzwinge nichts. Wenn du nicht müde bist, bist du nicht müde.
Hallo Sekunde,
(ich hoffe du hast keinen ‚Sekundenschlaf‘!
)
Es ist völlig ‚normal‘ dass du nach der Nachtschicht nicht schlafen kannst. Und nein - auch wenn Leute was anderes behaupten, man kann sich nicht daran ‚gewöhnen‘. Man kann höchstens eine Methode für sich finden wie man am besten damit umgeht. Jedes Lebewesen hat einen sog. ‚circadianen Rhythmus‘ - alle möglichen Abläufe im Körper finden zu bestimmten Zeiten statt. Diese ‚inneren Uhren‘ gibt es in allen Zellen und Organen und - um das ganze noch etwas komplizierter zu machen - es gibt eine ‚Hauptuhr‘ im Gehirn - den SCN. Die Uhr(en) laufen nicht genau mit einer 24 Stunden Geschwindigkeit-sie müssen jeden Tag neu gestellt werden. Das geschieht hauptsächlich, wenn du dich Sonnenlicht aussetzt. Nachts ist dein Körper auf ‚Schlaf‘ ausgerichtet. Da sinkt z.B. die Körpertemperatur. Am Morgen fahren viele Organe wieder in den ‚Aktivstatus‘ hoch. Es dauert eine Zeit bis sich die biologischen Uhren an einen neuen Rhythmus anpassen, sprich ‚neu stellen‘ - aber dann ist meist der Nachtdienst auch schon wieder vorbei. Ausserdem wirst du auch dann mit dem Licht/Dunkel Wechsel zu kämpfen haben.
Einige Tipps hast du schon bekommen. Hier noch ein paar:
- besonders jetzt im Sommer: trage eine dunkle Sonnenbrille auf dem Weg nach Hause und setze sie erst im abgedunkelten Zimmer ab.
- Vergiss nachts das Essen nicht, aber esse nur leicht, wenig Zucker, wenig Fett.
- lege dich in ein abgedunkeltes, kühles Zimmer und sei zufrieden, wenn du ruhen kannst - zwing dich nicht zum schlafen
- kein Fernsehen, evt. sehr ruhige Musik, nicht lesen (dazu braucht es Licht).
Wenn du mehr wissen willst: Circadianer Rhythmus; Chronobiologie
Schöne Träume…lux
Hi!
Übrigens: Ich arbeite als Produktionsarbeiter und habe erst
vor 7 Wochen in dieser Firma angefangen. Also ist es erst
meine 3 Nachtschicht in meinem Leben.
Oder muß man sich erst über die Jahre dran gewöhnen?
Nee, aber richtig angehen. Während meines Studiums habe ich in der Nachtschicht gearbeitet, also paar Jahre lang. Der häufigste Fehler, den „Anfänger“ machen, ist, sich zu sehr aufs Wachbleiben zu konzentrieren. Zum einen schon vor der eigentlichen Nacht. Sprich hier kurz vor der Arbeit noch ausgiebig zu schlafen zum Beispiel. Da wäre ich nach 8-10 Stunden, also morgens darauf, auch noch nicht müde genug zum schlafen.
Die ersten 1-2 Nächte habe ich gar nicht vorgeschlafen. Danach nur bei Bedarf, aber da brauchte ich das nur selten, da ich dann schon in der Regel bis nachmittags seelig schlummerte.
Desweiteren wird sehr viel Aufwand betrieben, um über die Nachtschicht bis zur letzten Minute noch hell wach zu bleiben. Tjo, wenn ich morgens um 5-6 Uhr noch Kaffee oder Cola trinke, kann ich später auch nicht schlafen. Den letzten Kaffee, wenn überhaupt, trinke ich um 1-2 Uhr und halte mich sonst mit der Arbeit selbst wach. Gibts keine wirkliche Arbeit gerade, dann such ich mir halt stupide und leichte Arbeit (Über Nacht wurde bei uns am liebsten von Krankenschwestern irgendein Teil der Station geputzt - Schränke oder sonstwas *gg*).
Die Tipps für den eigentlichen Morgen hast du ja schon bekommen.
Gruß,
Sharon
Hallo,
es ist vollkommen normal, dass sich der Körper an diese Umstellung gewöhnen muss. Das wird sich mit der Zeit geben. Legen Sie sich einfach hin, wenn Sie wirklich müde sind. Es bringt nichts, wenn Sie versuchen krampfhaft zu schlafen.
Liebe Grüße
Crinale