Ich kann Stoff XYZ nicht anfassen!

Liebe Experten!

Es gibt verschiedene Stoffe - es handelt sich um sehr glatte Materialien, vor allem bestimmte Arten von Regenklamotten -, die ich nicht anfassen kann, ohne dass sich in mir alles zusammenzieht. Ich kann gar nicht genau beschreiben, was es ist, aber es ist jedenfalls sehr unangenehm. Dasselbe Gefühl beschleicht mich, wenn ich das Material höre; gemeint ist: Jemand bewegt sich z.B. mit so einer Regenjacke.

Am ehesten vergleichbar ist das Phänomen wohl mit dem des Tellerquietschens, wenn jemand also mit Besteck auf einem Teller hoch- und runterfährt.

Nun ist mein Leben durch diese Tatsache nicht sonderlich eingeschränkt; rein aus Interesse würde mich aber interessieren, ob es psychologische Erklärungsansätze für das gibt, was ich beschrieben habe. Des Weiteren wüsste ich gern, ob dergleichen vielleicht eine gewisse Verbreitung hat und vielleicht sogar einen Namen. Sollte es für eine Antwort nötig sein, genauer zu schreiben, wie sich das für mich anfühlt… will ich es redlich versuchen… aber leicht ist das nicht.

Levay

Hallo Levay,

ich kenne keinen anderen Begriff dafür als „Abneigung“ oder „Widerwillen“. Warum soll „das mag ich nicht“ nur auf sehen, hören, riechen und schmecken beschränkt sein? Warum soll es auch nicht Dinge geben, die man nicht gerne anfaßt? Moment, das ist vielleicht gar nicht so ungewöhnlich: viele fassen nicht gerne etwas schleimiges, glitschiges an, wie eine Schnecke, oder Schleim. Ist das nicht im Grunde ähnlich?

Mein Bruder zum Beispiel mag keine Pfirsiche und Aprikosen anfassen, er ekelt sich regelrecht davor; genau wie meine Tante auch. Vielleicht ist es erblich? Vielleicht ist es erlernt? Vielleicht ein bißchen was von allem? Wie ist es denn mit anderen „Geschmäckern“? Jede Mutter wird Dir sagen, dass die Kinder schon mit ganz bestimmten Vorlieben und Abneigungen auf die Welt kommen. Eines ihrer Kinder liebt vielleicht süßes, wie Babybrei, das nächste mag nur Kartoffeln … Einiges „erlernen“ wir wohl im Laufe unseres Lebens, durch unsere Erfahrungen: vielleicht zieht sich bei dem Namen „Dieter“ alles in uns zusammen, weil wir mal einen fiesen Deutschlehrer hatten, der so hieß … Manches ist vielleicht auch evolutionspsychologisch erklärbar: wir haben in der Menschheitsgeschichte gelernt, dass verwestes Fleisch viele Gesundheitsrisiken birgt, und haben nun eine „instinktive“ Abneigung gegen den Geruch …

Kann Dir leider auch nicht mehr dazu sagen, ausser: ich denke zwar, dass es ungewöhnlich, aber nicht sooo außergeöhnlich ist …

Viele Grüße von
Sibylle aus M

hallo sibylle!

ähnlich wie levay geht es mir bei federn.
ich krieg schon angst, wenn eine übern fußweg weht, anfassen geht nur bei ganz piepsligen, weichen, ohne kiel und dann auch nur bruchteile von sekunden, dann krieg ich reflexe, meine hand schüttelt sich und lässt die feder fallen, selbst wenn ich sie festhalten WÖLLTE! auch an jegliches wo federn dran, drin oder was auch immer sind, kann ich nich ran. federkopfkissen, hühner, hutschmuck…mich grauts.
ich hab das seit ich denken kann. was kann denn die ursache dafür sein? niemand sonst in meiner familie hat das, laut meinen eltern bin ich auch nie mit agressivem flatterviech in berührung gekommen…

gruß
yvi

Hallo Yvette,

ich sagte Dir schon einmal, wie man Dein Problem bezeichnen könnte. Was es verursacht hat und was es aufrecht erhält, kann man nur in längeren Gesprächen klären. Das geht hier im Forum nicht.

Beste Grüße,

Oliver

PS: Mein Buch kommt bald ´raus. :wink:

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Lieber Levay,

mir geht es mit Watte so.
Im Praktikum für Mikrobiologie muß man häufig damit hantieren, um z.B. Stopfen für Reagenzgläser daraus zu formen.
Jedesmal kriegte ich Schauer von Gänsehäuten (im Hochsommer) und die Betreuerin kriegte sich dann nicht mehr ein.

Es ist für mich aber soweit harmlos.

Gandalf