Ich komm mir vor wie ein Kleinkind

Hallo,
Ich bin zwar schon 20, wohne aber noch im Elternhaus.
Seit einer Weile hab ich desöfteren ziemlich Stress mit meiner Familie.
Ich chatte ziemlich viel im Internet und habe dort Jemanden kennen gelernt.
Wir haben jetzt schon lange Kontakt und ich vertraue ihm voll und ganz.
Wir chatten auch über Webcam, telen, etc.
Ich möchte ihn mal besuchen, seine Familie hat mich auch herzlich eingeladen.
(Er ist NOCH minderjährig [wird dieses Jahr 18] und kann daher nicht einfach so weg ohne die Erlaubnis seiner Eltern, darum möchte ich gerne zu ihm)
Ich wollte mit dem Zug zu ihm fahren, aber meine Mutter ist total dagegen, sie will, dass er hier herkommt oder sie mitkommt…aber das ist mir MEGA peinlich. Sie sagt solange ich noch bei ihr im Haus wohne, hat sie noch zu bestimmen, aber ich kenne kein Gesetz, in dem das geschrieben steht.
Außerdem meint sie immer, ich käme alleine mit dem Zug etc. gar nicht zurecht, gibt mir aber KEINE Chance mal das Gegenteil zu beweisen.
Ich weiß nich mehr was ich machen soll, mir sind schon mehrere Kontakte kaputt gegangen, weil meine Familie sich in punkto Internet-Bekanntschaften so affig hat.
Aber ich bin 20 und kann wohl alleine entscheiden wen ich wo treffen möchte.
Ich hatte gehofft es geht im Guten aber inzwischen spiele ich mit dem Gedanken einfach abzuhauen und für ein paar Tage irgendwo unterzuschlüpfen weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.
Ich kann ihr auch noch so oft sagen, dass ich alt genug bin, ich glaub sie hört mir gar nicht zu oder nimmt mich nicht ernst.
Ich weiß nicht mehr weiter…und ich kann und will so nicht mehr weiter.
Ich will endlich total frei entscheiden können ohne vorher (meist vergeblich) um Erlaubnis „betteln“ zu müssen.
Was soll ich denn noch machen?
Bin total verzweifelt und brauch irgendwie Hilfe, ich kann so nicht mehr.
Könnt ihr mir einen Rat geben was ich noch tun soll?..

Hallo Furuba!

Also, ganz ehrlich…ich denke, dass einfach abhauen die denkbar schlechteste Methode ist, deinen Eltern zu beweisen, dass du reif und alt genug bist. Außerdem musst/willst du sicher noch ne Weile bei ihnen wohnen, oder?

Ich habe mit ca. 15/16 Jahren ebenfalls sehr viel gechattet und einige Leute (vornehmlich männlich) „kennengelernt“.

Obwohl ich mit diesen Personen mehrere Jahre geschrieben habe, war es bei den Treffen immer so, dass meine Internetbekanntschaften stets erstmal zu mir kamen oder wir uns auf halber Strecke auf neutralem Boden getroffen haben…Bremen z.B. in der Innenstadt.

Ich wäre nie, aber wirklich niemals beim ersten Treffen zu einem dieser Kerle nach Hause gefahren, auch wenn sich herausgetellt hat, dass alle nett sind und die Freundschaften auch heute noch bestehen.

Ich glaube deine Mutter macht sich zurecht Sorgen um dich, da du sehr vertrauenseelig zu sein scheinst.
Nimms mir bitte nicht übel, aber wie kannst du einer Person blind Vertrauen schenken, die du nicht wirklich kennst?!

Man hört so viel in den Medien, deine Eltern wollen dich mit ihrem Verhalten ganz bestimmt nicht ärgern, sie sorgen sich um dich und wollen nicht, dass dir was zustößt.

Denk mal drüber nach, liebe Grüße und vielleicht kann er ja wirklich erstmal zu dir kommen :o)

Hallo Furuba,

Was soll ich denn noch machen?
Bin total verzweifelt und brauch irgendwie Hilfe, ich kann so
nicht mehr.
Könnt ihr mir einen Rat geben was ich noch tun soll?..

ausziehen. Bald.

Du bist volljährig. Du trägst die Verantwortung für Dein Leben, dafür, was Du tust, denkst oder lässt. Wenn es Dir nicht möglich ist, dass Deinen Eltern begreiflich zu machen ist ein eigener Haushalt meiner Meinung nach die eleganteste Lösung. Du kannst natürlich auch weiterhin bei den Eltern wohnen und ihre Meinung schlicht ignorieren - es sind nur Vorschläge/ Bitten/ Empfehlungen. Wie Du die Situation schilderst, wird das aber vermutlich nur zu erheblichem Streit führen mit mittelfristig dem gleichen Ergebnis: Du ziehst aus.

Gruß
Ramona

Das hab ich bei meinen bisherigen Kontakten immer gemacht.
Entweder kamen sie her oder man hat sich auf halber Strecke getroffen.
Allerdings hing mir auch da immer meine Familie im Nacken, hat meinen Besuch ausgefragt und peinliche Kindheitsfotos etc. gezeigt.
Das ist mir einfach zu peinlich und einige Kontakte sind daran kaputt gegangen, dass meine Familie zu neugierig war, denen immer hinterhertelefoniert und Briefe geschrieben hat.
Das mach ich nicht mehr…
Und bei ihm jetzt bin ich mir 100%ig sicher, zumal ich noch 3 Leute kenne, die ihn persönlich auch schon getroffen haben.
Und er ist ok.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

das ist ein recht häufiges Problem volljähriger Kinder im Elternhaus. Klar, wenn es wirtschaftlich möglich ist, kann man einfach ausziehen. Aber man will ja sicher nicht nur wegen dieses Themas jetzt von Knall auf Fall alle Brücken abbrechen, oder zumindest ähnlich drastisch werden.

Andererseits muss ganz klar sein, dass man volljährig ist, und gute Beziehung zu den Eltern hin oder her, die Zeit einfach vorbei ist, in der man sich Vorschriften machen lassen muss. Ratschläge schön und gut, aber wenn hier Dinge verlangt werden, dann geht dies eindeutig zu weit.

Ursache dafür, dass es überhaupt so weit kommen konnte ist aber natürlich auch, dass die lieben Eltern so umfassend im Bilde sind. Verstehe mich da nicht falsch, ich bin durchaus für einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander ohne Geheimniskrämerei, aber wenn dies zu solchen Folgen führt, dann dürfte es an der Zeit sein, einmal aufzuzeigen, dass es eben auch anders laufen kann, also nach dem Motto: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“

Also warum nicht einfach tun, was Du tun willst, und so lange Sendepause, bis die Eltern merken, dass Du aufgrund ihres Verhaltens Konsequenzen gezogen hast. Du bist als Erwachsener nunmal nicht verpflichtet deinen Eltern alles zu erzählen, und wirst dies in Zukunft eben nur noch dann tun, wenn sie damit dann auch entsprechend umgehen, und dich als erwachsenen Menschen behandeln, dem man eben nur Ratschläge geben, dem man aber keine Vorschriften machen kann. So etwas fördert gelegentlich den elterlichen Lernprozess ganz massiv.

Ich habe auch lange im Elternhaus gelebt, hatte dieses konkrete Problem glücklicherweise nie, kann mich aber auch durchaus daran erinnern, dass es immer mal wieder „aus der Gewohnheit der ersten 18 Jahre“ Ausrutscher in ähnlicher Form gab. Da wurde dann deutlich darauf hingewiesen, und wenn es mal nicht half, dann wurde das Thema eben solange ausgespart, bis die notwendige Erkenntnis gereift war, dass ich so oder so meinen eigenen Weg gehen würde, und maximal Ratschläge akzeptiere. Spätestens dann waren die Fronten wieder geklärt.

Gruß vom Wiz

Hallo,

Eigentlich kann ich Deinen Eltern und ihre Sorge verstehen.

Selbst wenn Du dir sicher bist und sogar noch 3 Bekannten hast, die dieser Mensch kennen, Deine Eltern lesen bestimmt Presse und sind bestens informiert was passieren kann. Daß dem nicht so sein muß, ist es klar, aber die Vorstellung, daß dich was passiert ist es viel grausamer als alle andere.

Ausserdem wenn du den Mann so sehr vertraust, warum ist es Dir peinlich alte Bilder von Dir zu zeigen???

Darüber hinaus, ich will nicht sagen, daß Deine Internet-Bekannschaft einen bösartigen Widerling ist, aber beim ersten Treffen ist einen neutralen Boden sicherlich nicht verkehrt. Zumal -aus Deiner Sicht, wenn ich darf- wenn ihr euch zum ersten mal sieht, wird ihr evtl gehemmt und schüchtern sein (ich rede aus eigener Erfahrung). Bei ihm (oder Dir) daheim wird dieses Gefühl noch verstärkt. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Und ich stimme auch meinen Vorrednern zu: Wenn Du auf Deinen Eltern nicht hören willst, dann ist es evtl doch empfehlenswert auszuziehen, bevor das ganze noch skaliert!

Schöne Grüße und viel Glück,
Helena

gut so
huhu,

Ich bin zwar schon 20, wohne aber noch im Elternhaus.

es gibt schlimmeres

Seit einer Weile hab ich desöfteren ziemlich Stress mit meiner
Familie.

das ist ein zeichen dafür, dass du ausziehen solltest

Ich chatte ziemlich viel im Internet und habe dort Jemanden
kennen gelernt.
Ich wollte mit dem Zug zu ihm fahren, aber meine Mutter ist
total dagegen, sie will, dass er hier herkommt oder sie
mitkommt…aber das ist mir MEGA peinlich.

ehm…ja…wobei die peinlichkeit nicht das schlimmste daran ist, sondern die tatsache, dass deine eltern über deinen freund entscheiden. arabien lässt grüßen…

Sie sagt solange
ich noch bei ihr im Haus wohne, hat sie noch zu bestimmen,

da irrt sie. sie kann dir regeln und pflichten auferlegen. sie kann aber nicht die einhaltung einklagen. und dich zu hause festhalten ist gesetzesverstoß:wink:

aber ich kenne kein Gesetz, in dem das geschrieben steht.

das gibt es auch nicht.

Außerdem meint sie immer, ich käme alleine mit dem Zug etc.
gar nicht zurecht, gibt mir aber KEINE Chance mal das
Gegenteil zu beweisen.

Ich will endlich total frei entscheiden können ohne vorher
(meist vergeblich) um Erlaubnis „betteln“ zu müssen.
Was soll ich denn noch machen?

hör auf, dinge zu fragen, deren erlaubnis gar nicht notwendig ist. du bist 20.
deine mutter hängt an dir. sie hat angst um dich. das wird noch 5mal schlimmer, wenn du ausziehst. sie wird alles versuchen, dich davon abzuhalten. je früher du es tust, desto besser.

Bin total verzweifelt und brauch irgendwie Hilfe, ich kann so
nicht mehr.
Könnt ihr mir einen Rat geben was ich noch tun soll?..

ich empfehle dir, auszuziehen. ein gespräch kann auch erst einmal ein wenig helfen, aber deine mutter wird, solange du bei ihr wohnst, nicht im geringsten dein alter sehen. in ihren augen bist du 12.

ich empfehle dir, zu gehen. deine mutter wird nicht loslassen, auch wenn du ausziehst nicht. sie wird dir erhalten bleiben.

viel glück:smile:
mfg:smile:
rené

Und er ist ok.

selbst wenn er nicht ok ist, musst du diese erfahrung machen.

deine eltern werden dich in den wahnsinn treiben.

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Seelenverwandte
Hi Furuba,

oh mann, ich weiß, was da abgeht! Werde 22 und in dem Alter -und auch deinem- sollte man nicht mehr zu Haus wohnen. Leider sieht es finanziell nicht so dolle aus und so ist man immer abhängig von den Eltern.
Das freut sie natürlich immens, denn das kleine Baby braucht Mami und Daddy immer noch! Geschissen!!

Dass selbst Entscheidungen getroffen werden, ist mal gar nicht zu überdenken. Meine Eltern wollen mir grad vorschreiben, wie meine Ausbildung aussehen wird, ohne darauf zu achten, dass ich was ganz anderes will.
Und das mit dem Steine in den Weg legen, was das Ausziehen anbelangt, erlebe ich gerade in Hochform. Meine Eltern sabotieren alle meine Pläne!
Natürlich sagen sie, sie wollen nur helfen, aber im Grunde wollen sie nicht, dass ich auch noch ausziehe -bin das Nesthäkchen, zum kotzen!

Die Diskussionen arten schon in Kleinkriege aus…

Halt die Ohren steif und plane, ohne sie alles wissen zu lassen!

LG, Bomba

huhu,

Eigentlich kann ich Deinen Eltern und ihre Sorge verstehen.

„sorgen“ ist eine sache, „klammern“ eine andere.

eltern müssen loslassen. ein weiteres problem einiger eltern ist die behandlung des kindes wie ein pupertäres wesen.

Ausserdem wenn du den Mann so sehr vertraust, warum ist es Dir
peinlich alte Bilder von Dir zu zeigen???

das problem dabei ist nicht, dass SIE die bilder zeigt, sondern das die ELTERN diese bilder zeigen:smile:
ich find das unglaublich. das ist der alptraum eines jeden kindes.

mfg:smile:
rené

ich würde dir empfehlen auszuziehen. es gibt geld. du musst dich nur erkundigen, woher du es bekommst. das risiko, hotel mama ist für immer verloren, erweist sich meistens als falsch. deine eltern werden, auch wenn du ausziehst, für dich dasein. natürlich geben sie das jetzt nicht zu.
je länger du zu hause bleibst, desto mehr wird dir das ewige: du-bist-ja-immer-noch-nicht-fertig auf den geist gehen.
das hört auch nicht auf, wenn du ausgezogen bist, denn es gibt ja telefone - d.h. du wirst auch mit eigner wohnung noch viel spaß haben.

mfg
der ein lied singen könnende
rené

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Hi

A) Woher weiss deine Erzeugerin die ganzen Internet Details?

B) Weshalb wohnst Du überhaupt noch da?

Gruß
S

Hi René,

keine Sorge, spätestens Mitte nächsten Jahres bin ich zu Haus weg. Ich will Hotel-Mama nicht mehr haben.

Hör eh nicht mehr auf meine Eltern; meine Mum ist ganz toll, aber zu nervig. Sie wollen´mir ja helfen, da hab ich keine Angst. Angst macht mir, DASS sie helfen.

Und wenn ich mal auszieh, erfährt erstmal keiner, wohin und ne Nummer gibts auch net! Für die ersten 3 Monate… ;-p

LG, Bomba

Hallo,

die „Alten“ machen das alles nur, damit sie bald
endlich ihre Ruhe im Haus haben :wink:
Gruß Uwi

Ich wollte mit dem Zug zu ihm fahren, aber meine Mutter ist
total dagegen, sie will, dass er hier herkommt oder sie
mitkommt…aber das ist mir MEGA peinlich. Sie sagt solange
ich noch bei ihr im Haus wohne, hat sie noch zu bestimmen,
aber ich kenne kein Gesetz, in dem das geschrieben steht.
Außerdem meint sie immer, ich käme alleine mit dem Zug etc.
gar nicht zurecht, gibt mir aber KEINE Chance mal das
Gegenteil zu beweisen.
Ich weiß nich mehr was ich machen soll, mir sind schon mehrere
Kontakte kaputt gegangen, weil meine Familie sich in punkto
Internet-Bekanntschaften so affig hat.
Aber ich bin 20 und kann wohl alleine entscheiden wen ich wo
treffen möchte.
Ich hatte gehofft es geht im Guten aber inzwischen spiele ich
mit dem Gedanken einfach abzuhauen und für ein paar Tage
irgendwo unterzuschlüpfen weil ich einfach nicht mehr weiter
weiß.
Ich kann ihr auch noch so oft sagen, dass ich alt genug bin,
ich glaub sie hört mir gar nicht zu oder nimmt mich nicht
ernst.
Ich weiß nicht mehr weiter…und ich kann und will so nicht
mehr weiter.
Ich will endlich total frei entscheiden können ohne vorher
(meist vergeblich) um Erlaubnis „betteln“ zu müssen.
Was soll ich denn noch machen?
Bin total verzweifelt und brauch irgendwie Hilfe, ich kann so
nicht mehr.
Könnt ihr mir einen Rat geben was ich noch tun soll?..

Hallo Furuba,

also, jetzt setz Dich erstmal hin und schnaufe kräftig durch. Hapuh! Und nochmal: hapuh.

Ich fasse derweil mal zusammen: Deine Eltern (insbesondere wohl die Mama?) behandeln Dich wie ein Kind - gleichzeitig scheint Ihr aber ein recht gutes Vertrauensverhältnis zu haben, sonst wüssten sie nix von Deinem Internetfreund. Das heisst, es ist wohl schon so, dass Deine Eltern endlich mal erwachsen werden müssen (sag ihnen das um Himmels willen nicht so wörtlich *fg*) - andererseits willst Du was fürchterlich kindisches (nämlich weglaufen) machen.

Und damit habt Ihr natürlich eine wunderprächtige Spirale abwärts. Mama behandelt Dich wie ein Baby - Du drohst an, Dich wie ein Baby zu verhalten. Damit behandelt Dich Mama erst recht wie ein Baby — naja, und so weiter.

Aus dieser Spirale rauszukommen ist schwierig. Schwierig für Dich und auch schwierig für Deine Eltern. Ich weiss, mit 20 sieht man das noch nicht so deutlich - aber für Eltern ist’s verdammich hart, wenn das „kleine Baby“ von „neulich“ auf einmal eine erwachsene junge Frau ist.

So - wie kommt Ihr aber aus dieser Spirale raus? Viele meiner Vorposter schlagen vor, dass Du ausziehen sollst. Das würde ich so pauschal nicht unterschreiben - das kommt ein wenig auf Deine Lebensumstände an.
Also haust Du mit 5000 Euro Bruttogehalt noch im 10 Quadratmeter Kinderzimmer - dann nix wie fort.
Bist Du aber noch Schülerin ohne Einkommen und residierst in der Einliegerwohnung mit separatem Eingang, dann würde ich erstmal dort wohnen bleiben.
Dazwischen gibt’s natürlich noch einige Abstufungen, da müsstest einfach mal durchrechnen, was Du im Monat so an Kohle bekommst (Einkommen, Sponsoren, staatliche Kohle) und was Du so monatlich brauchst (Miete, Heizung, Strom, Telefon, Essen, Klamotten, Ausgehen). Da kannst Du auch hier im Forum mal nachfragen - je nach Einkommen Deiner Eltern und Deiner Lebenssituation kriegst Du eventuell auch vom Vater Staat Kohle.

Sehr sehr wichtig finde ich aber, dass Du anfängst Dich wie eine erwachsene junge Frau zu verhalten. Und das geht nicht, indem Du zornig mit dem Fuss aufstampfst und rufst „ich bin alt genug“ sondern indem Du ihr zeigst, dass Du alt genug bist.
Und dieses zeigen in „Elternsprache“. So ist ein wichtiger Punkt, dass Du zuverlässig bist. Völlig wurscht um was es geht: wenn Du was zusagst (sei es, dass Du um 24 Uhr zuhause bist, die Wäsche bügelst, das Bad putzst etc.) halte Dich genau dran. Dann sieht nämlich Mama „Okay, Furuba hat gesagt, dass sie um 24 Uhr daheim ist und tatsächlich ist sie pünktlich gekommen (oder hat Bescheid gegeben)“ oder „Sie hat ja tatsächlich wie versprochen die ganze Wäsche gebügelt! Boah ey!“. Das ist ein Lernprozess, den Du mit Deiner Mama durchmachen musst - sie muss lernen, dass sie Dir vertrauen kann.

Sodele - das blöde ist, dass das weder reibungslos noch schnell geht. Aber bisher haben das alle Eltern gelernt, warum also nicht auch Deine *fg* Problematischer ist, das das ein langwieriger Prozess ist und Dir kurzfristig für Dein Treffen nicht viel hilft. Was also hier tun?

Leider schreibst Du gar nicht, um welche Entfernung es geht, aber ich nehme mal an, dass das eine grössere Sache ist und Du nicht mit der Bimmelbahn ins Nachbardorf fahren willst :wink:
Wie auch immer ich verstehe Dich voll: Eltern will man bei sowas nicht dabeihaben. Und zwar weder Deine noch seine! Trotzdem will ich meinen Vorrednern recht geben: die einzig wahre Variante für so ein Treffen ist auf „neutralem Boden“. Und so würde ich das auch meinen (und seinen) Eltern verkaufen.
Ihr trefft Euch in wo-auch-immer, wobei es immer hilfreich ist, wenn der Ort des Treffens irgendwelche (kulturellen) Sehenswürdigkeiten gibt. Hat zwei Gründe: erstens finden Eltern das toll, wenn man sich für sowas interessiert (siehe oben) und zweitens: falls der Kerl ein unendlicher Langweiler ist bzw. die Chemie einfach nicht stimmt, könnt Ihr was angucken ohne allzuviel reden zu müssen. Und wenn Ihr anderes vorhabt, dann lasst halt die Kultur links liegen!

Gleichzeitig kommst Du Deiner Mama entgegen und suchst Dir wenn möglich einen Zug aus, bei dem Du nicht umsteigen musst. Mama darf Dich dann zum Bahnhof bringen und sich überzeugen, dass Du im richtigen Zug landest und einen Fensterplatz, Nichtraucher in Fahrtrichtung kriegst. Dann rufst Du sie (zuverlässig!) an, wenn Du angekommen bist.

Und nun der heikelste Punkt: die Übernachtung. Wie gesagt, das kommt ein wenig drauf an, wie lange Du zum „Kompromissort“ unterwegs bist. Wenn sich das als Tagesausflug organisieren lässt, würde ich das bevorzugen - Kompromiss für Mama: „es ist nur ein Tagesauflug, keine (gemeinsame) Nacht, dafür bleibst Du daheim“.
Wenn die Entfernung so gross ist, dass sich das nicht anders machen lässt, lass Mama bei der Hotelsuche helfen. Und bestehe um Himmels Willen auf zwei Einzelzimmern. Das beruhigt Mama, hilft Dir, falls der Kerl wider Erwarten ekelig ist und was Ihr dann letzten Endes tut mit (bzw. in) Euren zwei Einzelzimmern will keiner wissen *fg*

Achja - generell nochwas: Du hast die etwas besseren Argumente, wenn Du selber Kohle hast/verdienst und den Ausflug selber bezahlen kannst. Schwierig wird’s wenn Du die Kohle (Bahnfahrt, Hotel etc.) dafür bei Mama rausleiern musst. Also im Zweifelsfall lieber das Sparschwein schlachten und bei nächster Gelegenheit wieder füttern. Die Argumentation „ich zahl das selber“ ist nämlich oft sehr effizient :wink:

*wink* und viel Erfolg bei der Erziehung von Mama und Papa

Pezti

noch ein Erfahrungsbericht einer Tochter
Hallo,
es wurde schon gesagt, aber Du brauchst unbedingt eine räumliche Distanz zu Deinen Eltern!! Früher oder später werden noch andere Bomben platzen, das wird böse und zumeist gemein enden. Als Kind hat man noch den „Kusch-Faktor“, ich meine, es sind ja die E-l-t-e-r-n, die Respektspersonen, das ist tief verankert…

Ich, als Tochter, einziges Kind, habe ständigt mit solchen Bevormundungen gelebt. Ich habe sogar noch auf Abschlussfahrten handgeschriebene Briefe meiner Mutter (sie ist Diejenige, die sehr klammert) mitbekommen, wo drin stand, wann ich noch raus darf und in welcher Begleitung. GOTT, war mir DAS peinlich…Gut, das ich tolerante Klassenlehrer und Mitschüler hatte, die darüber schmunzelten. (und nicht mobbten zB.)

‚Damals‘, vor dem Internet, hatte ich einige postialische Brieffreunde. Meine Mutter flippte völlig aus, wenn ein älterer männlicher Kontakt dabei war. Den Kontakt musste ich dann unterbinden. Natürlich checkten meine Eltern ihren Briefkasten, so wäre jeder Brief aufgeflogen. Du hast Glück: in Dein e-mail Postfach kann niemand reingucken!
Die Auffassung meiner Mutter, die sie auch deutlich vertrat: als Tochter ist man ständig vergewaltigungsgefährdet.

Es ist gut vorsichtig zu sein, aber keine unnötige Angst zu schüren, oder wennmöglich dem Kind noch Verbote aufzuerlegen. Denn dann trifft man sich erst recht! Dann steigt man erst recht ins fremde Auto ein, um den Eltern zu trotzen! (mal überspitzt formuliert)

In der Ausbildung, ich war 18-19, musste ich im Internat Rückmeldung halten und wehe im Hintergund war Gekicher zu hören (

Hallo,

Ich wollte mit dem Zug zu ihm fahren, aber meine Mutter ist
total dagegen, sie will, dass er hier herkommt oder sie
mitkommt…aber das ist mir MEGA peinlich. Sie sagt solange
ich noch bei ihr im Haus wohne, hat sie noch zu bestimmen,
aber ich kenne kein Gesetz, in dem das geschrieben steht.
Außerdem meint sie immer, ich käme alleine mit dem Zug etc.
gar nicht zurecht, gibt mir aber KEINE Chance mal das
Gegenteil zu beweisen.
Ich weiß nich mehr was ich machen soll, mir sind schon mehrere
Kontakte kaputt gegangen, weil meine Familie sich in punkto
Internet-Bekanntschaften so affig hat.
Aber ich bin 20 und kann wohl alleine entscheiden wen ich wo
treffen möchte.

Hallo,

  1. Du bist (zumindest dem Gesetz nach) erwachsen. Du kannst also machen „was du willst“.
  2. Wenn man mit anderen Menschen zusammenlebt, dann gelten gewissen Regeln, um dieses Zusammenleben konfliktfrei zu ermöglichen - das ist das Thema mit dem „Bestimmen“.
  3. und 2. widersprechen sich nun eventuell, ein bisschen. Allerdings nicht unbedingt in Bezug auf dein Problem.
    Was hindert dich daran, dich in den Zug zu setzen und zu deinem Freund zu fahren? (außer dass deine Mutter NEIN sagt, was hier aber keine Bedeutung hat)
    Du wirst noch öfter in deinem Leben Sachen machen (wollen), die nicht mit der Meinung der Eltern konform gehen. Willst du dein ganzes Leben lang machen, was sie wollen? Irgendwann wirst du vielleicht doch mal was anderes tun wollen? Warum also nicht jetzt damit anfangen?

Beatrix

Das hab ich bei meinen bisherigen Kontakten immer gemacht.
Entweder kamen sie her oder man hat sich auf halber Strecke
getroffen.
Allerdings hing mir auch da immer meine Familie im Nacken, hat
meinen Besuch ausgefragt und peinliche Kindheitsfotos etc.
gezeigt.

Hallo.
Dann macht es doch so, daß du deinen Eltern ein Stück weit entgegen kommst, du aber auf ein Paar Regeln bestehst.
Z.B.:
Ihr trefft euch bei dir zuhause, aber es werden keine Fotos gezeigt, nur allgemeines Zeug gefragt (Fragenspektrum evtl. vorher festlegen!) und ihr nehmt euch das Recht heraus euch nach einer Weile zurückzuziehen.
Drohe deinen Eltern nicht mit so Sachen wie „sonst mache ich das oder das!“.
Zerstrittenheiten über derartige Dinge können die Beziehung zueiander ein Leben lang beeinträchtigen.
Redet vernünftig miteinander und lasst den anderen erklären, warum er auf diesem oder jenem Punkt besteht. Mach deinen Eltern klar, daß du verstehst, daß sie sich Sorgen machen; Daß es aber auch Zeit wird dir in deinem Alter nach und nach mehr Freiraum und Verantwortung einzuräumen.
Nur so kannst du ihnen beweisen, daß sie dir vertrauen können.
Sie werden ihre Angst um dich sonst nie loswerden!
Viel Glück!
Anja

mir kommst du auch so vor.

Könnt ihr mir einen Rat geben was ich noch tun soll?..

wenn du in den alter noch nicht mal deine eigenen privaten ansichten vertreten und durchsetzen kannst, scheint mir die sorge deiner eltern berechtigt.

stell dich auf eigene füße und entscheide dann selbst - auch auf die gefahr hin, daß nicht jede entscheidung richtig ist. aber das gehört zum (erwachsenen) leben.

gruß
ann

Hallo,

sei mir nicht böse, aber viel von dem, was Du da schreibst würde ich für richtig erachten, wenn es um jemanden von 14, 15, oder 16 Jahren gehen würde, kann ich aber für jemanden mit 20 einfach nicht mehr nachvollziehen.

Natürlich sollen sich alle „wohlfühlen“ und muss man auch als junger Erwachsener im Zusammenleben unter einem Dach Kompromisse schließen, sich an gemeinsam vereinbarte Regeln halten, … aber es gibt auch einen ganz privaten und intimen Bereich, in dem es nichts zu verhandeln gibt, wo man als Erwachsener nicht mehr wie ein Jugendlicher bitte, bitte und Gutwetter machen muss, „Gegenleistungen“ anbietet, um die Götter gnädig zu stimmen, um dann unter zig Einschränkungen dankbarerweise das tun zu dürfen, was man will.

Und daher sollte man meiner Meinung nach damit auch gar nicht erst anfangen hier groß zu verhandeln, sondern deutlich machen, dass man in diesem Bereich für sich selbst Verantwortung trägt, und auch in der Lage ist diese zu tragen. Das mag ggf. einmalig Konflikt oder Erstaunen auslösen, aber dann ist das Thema auch gegessen. Denn wenn man erst mit großen Verhandlungen und Kompromissen anfängt, dann wird man auch jede weitere „Vollzugslockerung“ entsprechend hart verhandeln müssen, und hierzu besteht für einen Erwachsenen einfach keine Notwendigkeit.

Das hat auch nichts mit kindischem, bockigen Verhalten, … zu tun, sondern würde ich für vollkommen normal im Umgang zwischen Erwachsenen erachten. Insoweit muss man das auch gar nicht trotzig oder böse rüberbringen, sondern einfach ganz neutral berichten. Also warum nicht einfach Fahrkarte und Hotel buchen, und dann ganz sachlich mitteilen, dass man am … nach … fährt und am … wiederkommt, man sich freut, wenn einen jemand zum Bahnhof fährt oder abholt, man sich nach Ankunft telefonisch melden wird, und gut ist. Alles weitere ist der ganz private und intime Bereich, und daraus wird nur dann erzählt, wenn die lieben Eltern keine Märchen hören wollen, und mit der Wahrheit richtig umzugehen wissen (also davon abrücken Verbote aufzustellen und akzeptieren, dass ein erwachsener Mensch bestimmte Dinge nur für sich selbst entscheiden kann und muss).

Gruß vom Wiz

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