Ich krieg die Krise!

Hallo,

nein, mir geht es nicht um die Herkunft dieses Spruches, sondern um die Legitimität des Ausdrucks „kriegen“ für „bekommen“. Ist das Umgangssprache, Dialekt oder korrektes Deutsch?

Gruß

Bona

Kinder kriegen…
Moin, Bona,

…ist ein derart geläufiger Ausdruck, dass von Umgangsssprache wohl kaum mehr die Rede sein kann. Im Übrigen haben wir ja keine Definition, was korrektes Deutch ist. Fast alles, was erstmal als Umgangssprache bezeichnet wird, lander irgendwann im Duden und zählt spätestens dann zur Hochsprache. À propos: „Wir haben nur ein“ (Rudi Völler) lese ich inzwischen alle naselang. Ohne Tüttelchen und in Zeitungen, die sonst auf gepflegtes Deutsch durchaus Wert legen.

Gruß Ralf

Moin, moin Bonaventura,

in solchen Fällen halte ich es mit meinem alten Freund Luther:
„Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler…“

Gruß - Rolf

Hallo,

so rein formal gibt es an „kriegen“ nicht viel auszusetzen, allerdings wurde mir schon in der Grundschule mitgegeben, dass man dieses Wort nur dort einsetzen sollte, wo es unvermeidbar ist. Nämliches gilt auch für „tun“ und „machen“. Mit einem etwas größeren Wortschatz fällt dies auch nicht schwer. Und genau da dürfte der Hase im Pfeffer liegen: Die übermäßige Verwendung dieser Wörter lässt eben vermuten, dass man nur über einen sehr eingeschränkten Wortschatz verfügt und gerade eben nicht mit höherer Bildung gesegnet ist.

Gruß vom Wiz

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Hallo Ralf,

À propos: „Wir haben nur ein“ (Rudi Völler) lese ich
inzwischen alle naselang. Ohne Tüttelchen und in Zeitungen,
die sonst auf gepflegtes Deutsch durchaus Wert legen.

Ich oute mich jetzt mal: Was ist an „wir haben nur ein […]“ denn falsch oder unerwünscht? Abgesehen davon, dass Rudi Völler IIRC männlich ist/war.

Grüße,

Anwar

Hallo, Bona,
zusätzlich zu den anderen Anmerkungen hier noch die meinige:
Natürlich wird diese Redewendung durch die Alliteration „Krise kriegen“ besonders einprägsam.
Gruß
Eckard

Abgesehen davon, dass Rudi
Völler IIRC männlich ist/war.

Dies ist ein grammatikalisch wichtiger Faktor.

Danke an alle! owT.

Hi Anwar,

der unbestimmte Artikel erscheint in unterschiedlichen Formen, abhängig vom grammatikalischen Geschlecht des Substantives: Ich habe

  • ein Auto,
  • eine Wampe,
  • einen Hund.

Und „Es gibt nur ein Rudi Völler“ haben wir der Sangeskunst der Schlachtenbummler zu verdanken, die diesen Text zur Melodie von Quanta namera singen.

Gruß Ralf

Hallo, Ralf!

À propos: „Wir haben nur ein“ (Rudi Völler) lese ich inzwischen alle naselang.

Das hat auch Hildebrand bemängelt; der zu Unrecht, weil das gesprochene „ein“ in dem Fall sich nicht oder nur schwer vom gesprochenen „ein’n“ unterscheiden lässt.

In ein’r Zeitung ist das „ein“ aber ein Mangel.

Gruß Fritz

Hi,

Quanta namera

Guantanamera.
So viel Zeit muss sein, auch wenn’s das Deutsch-Brett ist. :smile:

Viele Grüße
WoDi

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Hi WoDi,

So viel Zeit muss sein, auch wenn’s das Deutsch-Brett ist. :smile:

das ist keine Frage der Zeit, sondern eine der Rechtschreibkultur im www - suche phonetisch, und Dir fällt etwa 8000 mal quanta namera entgegen, lustigerweise auf deutschen, polnischen, holländischen, englischen, japanischen, … Seiten. Da ich keinen Schimmer habe, was das ist (ein Ort? ein Liebestrank?), habe ich es halt hingenommen.

Recht haben im Internet: Milliarden Fliegen können nicht irren…

Gruß Ralf

Hi, Ralf,

Da ich keinen Schimmer habe, was das ist (ein Ort? ein Liebestrank?), habe ich es halt hingenommen.

Hier findest du einen Schimmer: http://de.wikipedia.org/wiki/Guantanamera

guantanamera = weibliche Form des Adjektivs zu Guantánamo („aus Guantánamo*“)

*Das ist genau das, was du denkst. Da wo die Amis auf Kuba ihre demokratische, humane und friedliche Grundhaltung demonstrieren.

Gruß Fritz

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Moin, Fritz,

guantanamera = weibliche Form des Adjektivs zu Guantánamo
(„aus Guantánamo*“)

besternten Dank, wurde auch Zeit, dass mich mal einer aufklärt. Jahrelang habe ich gegröhlt: „Gwand hamma mehra…“

Gruß Ralf

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Willy Astor

habe ich gegröhlt: „Gwand hamma mehra…“

Bei Astor wird daraus: Gwand-anham-Ära!

Gruß Fritz