Ich leiste Beiträge - und Du?

Bei Sichtung dieses Brettes -

gibt es auch jemanden, der vor Inanspruchnahme einer staatlichen Leistung - sei diese auch noch so eisern gesetzlich gesichert - auch nur einen Gedanken daran verschwendet, daß für seime Forderung andere Menschen ihre Ansprüche - aufgrund gnadenlosen Eintreibens von Seiten der Regierenden bei den Lohnsteuerpflichtigen - zurückschrauben müssen, obwohl sie - gemessen an ihrer Arbeitsleistung - zum oberen Drittel (auch was ihr Einkommen angeht) gehören sollten?

Man sieht sich - beim Verteilungskrieg

Helmut

Lieber Helmut,

bevor Du die Mauser entsicherst:

Der gleiche böse Staat, der Dich so gnadenlos rupft, sorgt dafür, daß ich Sozialschmarotzer für die gesamte Dauer meines Anspruchs auf Arbeitslosengeld - wenn ich denn gezwungen sein sollte, dieses bis zum Ende in Anspruch zu nehmen - weniger als die Summe der von mir bezahlten Versicherungsbeiträge erhalten werde.

Nennt sich Solidargemeinschaft. Und hilft.

Übrigens nicht nur den Bossen der Stahlindustrie, die sich bisher noch jede Pleite haben vergolden lassen, sondern auch den Arbeitnehmern dieser und anderer musealen Branchen.

Schöne Grüße

MM

Hallo Helmut!

Ich wiederhole HIER einmal NUR die Kernaussage - ohne die Gedankenstrich-Nebensätze - …

gibt es auch jemanden, der vor Inanspruchnahme einer
staatlichen Leistung auch nur einen Gedanken daran
verschwendet, daß für seime Forderung andere Menschen ihre
Ansprüche zurückschrauben müssen, obwohl sie zum
oberen Drittel gehören sollten?

…damit es auch die verstehen, die sich Deiner Meinung nach unbedingt angesprochen fühlen sollten!

Nein, diese Menschen gibt es kaum. Es ist eigentlich auch nicht relevant, dass sich jemand über die Belange oder Nicht-Belange anderer Menschen Gedanken machen sollte, solange dieser jener mit eigenen Problemen zu kämpfen hat, die seine Existenz bedrohen.

Selbstverständlich unterstützen uns dabei „die Politik“ und Lobbys mit voller Kraft, dass die meisten Menschen ihren Existenzkampf aufrecht erhalten können und neue „Mitglieder“, beispielsweise aus dem Mittelstand, verpflichtet werden.

Andererseits birgt Deine Betrachtung natürlich auch wichtige Hinweise für die, die in einem Mist drin stecken, wie sie denn auch wieder da raus kommen können. (Wenn gleich diese Betrachtung dann eher ins Religionsbrett gehört.)

Nun gehe ich noch davon aus, dass Du zum „oberen Drittel“ gehörst:
Würdest Du auch einmal Deine Frage dem „obersten Zehntausendstel“ - also bei geeigneten Perseonen, weil wirtschaftsformend - gegenüber stellen? (Wünschenswerte Antworten von dort brauchst Du allerdings nicht zu erwarten.)

Die grösste Problematik für ausnahmslos alle Menschen , denn es sind alle betroffen, ist eben, dass man hier auf Erden zwar das Geburtsrecht hat, aber das Recht auf Leben permanent streitig gemacht bekommt. Und das durch jeden Berufsstand, durch jede soziale Struktur usw.

Dass die „übergeordneten Intelligenzien“ wie Vater Staat, Euro-Land usw. gerne mitmachen, weil ja am längeren Hebel, ergibt sich einfach aus der Sache der Natur.

Dass sich jetzt bewusster denn je auch Menschen mit besserem Einkommen bedroht fühlen, zeigt nur, wie schlimm die Missstände auf Planet Erde wirklich sind. Bedauerlich nur, dass das jetzt immer so weiter geht; zuletzt wird gar keine Sicherheit mehr existieren, für niemanden, ausser eben der, dass „alles morgen zu Ende sein kann“.

Man sieht sich - beim Verteilungskrieg

„Der“ ist ja schon seit tausenden von Jahren im Gange.

Nun, wir werden sehen, wie alles verläuft.

So ganz nebenbei: Dein Posting gehört eigentlich weniger in die hiesige Rubrik als vielmehr in „Finanz- und Wirtschaftspolitik“. Es ist halt nur die Frage, wie man Dich dort (er)hört.

Herzliche Grüsse zum Trost und
CU DannyFox64

PS: Zum Titel „Ich leiste Beiträge - und Du?“ vielleicht noch etwas: Es leistet jeder Mensch seinen persönlichen Beitrag; dass „hier“ aber so sehr Wert darauf gelegt wird, dass dieser Beitrag 1. materiell sein muss und 2. nicht gesehen wird, was bisher geleistet wurde und 3. sich immer genügend A’l*cher finden, die eine Leistung schlecht reden/machen, treibt die Sache natürlich auf die Spitze…

Ich? Ich…
…leiste keine Beiträge in Form von nennenswerten Steuern o.ä. Allerdings nehme ich auch so gut wie keine Leistungen in Anspruch.

ICH reiße mir den Arsch auf, um für lächerliche Stundenlöhne hochwertige und professionelle Arbeit abzuliefern.

Ich bin der, der den Rücken krumm macht und sich die Nächte um die Ohren haut, während Leute aus Deiner Gesellschaftsschicht für’s quasi Nichtstun ungefähr das Zehnfache einsacken (reales Beispiel - erleb ich gerade).

Ich bin der, der sich Gedanken macht, wie man das, was man tut, besser machen kann, dessen Vorschläge jedoch von Leuten aus Deiner Alters- und Gesellschaftsschicht blockiert werden, weil sie unbequem sind, weil sie genau Deine Arbeit in Frage stellen, weil sie Umdenken und Flexibilität erfordern und weil Leute wie Du Schiß haben, daß sie ihren Hintern dann nicht mehr die letzten Jahre bis zum Ruhestand bewegungslos in ihrem Chefsessel vergammeln lassen können.

Ich bin der, der nicht den ersten und einzigen Blick auf’s eigene Konto richtet, sondern auf das, was er gerade tut. Weil er’s gut machen will.

Ich bin der, der nicht will, daß die Leute mal von ihm sagen „Der hat Erfolg!“, sondern der will, daß die Leute von ihm sagen „Der hat’s drauf, der versteht was von dem, was er tut!“.

Ich bin der, der auf das, was er tut, stolz ist und der ein gutes Gewissen hat, wenn er sich das anschaut, während Leute wie Du sich auf den Lorbeeren vergangener Tage oder auf bestmöglichem Beschiß anderer ausruhen und einen auf dicke Hose machen.

Ich bin der, der sich auch noch gut dabei fühlt.

Ich bin der, der Dich nicht für fünf Pfennig beneidet.

Man sieht sich - beim Verteilungskrieg

Ich denke nicht. Der ist für Dich (wie es scheint, durchaus erfolgreich) im wesentlichen vorbei. Du musst jetzt deine letzten Jahre nur noch Schiß um Dein Geld haben, auf daß bloß niemand anderes was davon hat. Wenn’s Dich glücklich macht…

Achja: Die Leute, die die von Dir angepriesenen ach so tollen „Leistungen“ in Anspruch nehmen, haben idR andere Sorgen, als sich über Dein fettes Konto Gedanken zu machen. Die interessieren sich dafür, wo sie morgen was zu essen herbekommen. ÜBERHAUPT irgendwas zu essen, und nicht, ob dieses Essen nun „ausgezeichnet und in angenehmer Gesellschaft“ ist.

Ich bin glücklich darüber, eine schöne kleine Wohnung zu haben, bin dankbar dafür, daß ich interessante Dinge tun darf und daß ich genug zu essen habe, und sogar Dinge wie einen Internetanschluß und ein altes Auto mit kaputter Antriebswelle.

Ich bin glücklich darüber, daß ich von ein paar Menschen geliebt werde, auch wenn ich manchmal Mist baue.

Deine Steuern interessieren mich einen Scheiß, genau wie Deine Vizepräsidentschaft im Lions Club, Dein Schützenverein, Deine „Mitbrüder in Bacchus“ etc. pp.

Echten Respekt erlangt man anders.

Weisste, Helmut, vielleicht bist Du ja ganz anders und ich stell Dich hier völlig falsch hin. Kann sein. Tut mir dann auch leid. Aber irgendwie kann ich Sozialneid gerade von Leuten aus dem an anderer Stelle sogen. „oberen Zehltausendstel“ nicht wirklich ernstnehmen. Wir haben in Deutschland echt wichtigere Probleme als Dein Geld.

Das war’s - Danke!
Liebe Mitmenschen,

jetzt habt Ihr’s mir aber gegeben!

(Was beklage ich mich - hab’s doch selbst provoziert!) :wink:

Aber ein Gutes hat das alles auch (und deswegen habe ich das Posting auch so in Szene gesetzt, wie es rüberkam):

Ihr, die ihr darauf geantwortet habt, habt mir genau und unredigiert die Argumente und Sichtweisen an Hand gegeben, die mir bis dato leider (und zu meinem Ärger) bei den täglich mehr werdenden Gesprächen zum Thema „öffentliches Sozialwesen im Allgemeinen und Besonderen“ nicht eingefallen sind bzw. so auch nicht von mir durchdacht wurden.

Dafür danke ich Euch, die Ihr Euch die Mühe eines Antwortpostings gemacht habt, ganz herzlich!

Sollte ich mit meinem Ursprungsposting (und diesem ungewöhnlichen Weg des Argumentesammelns) jemanden verletzt haben, so täte mir das sehr leid und ich bitte herzlich jeden unbekannterweise um Entschuldigung…

Liebe Grüße und

einen schönen Sonntag noch

Helmut

Hallo,

bedenke, wie schnell es gehen kann, dass jemand vom oberen Drittel oder den oberen Zehntausend plötzlich zu den untersten 10 % gehört.

Wobei ich betonen darf, dass ich die Einteilung in „obere“ und „untere“ saublöd finde, aber mir fiel auch nichts anderes ein.

Natürlich kann Sozialneid oder einfach gesagt sogar Hass aufkommen, wenn man sich in Deutschland mal umsieht.

In meiner ehemaligen Stammkneipe zu alkoholgeschwängerten Zeiten haben von 20 anwesenden Gästen regelmäßig nur 2 gearbeitet - die Bedienung und ich. Wenn man dann aber die Sprüche hörte, konnte einem der Konfirmationskaffe nachträgllich hochkommen.

Beispiel: ein ehemaliger Bauhelfer (also ungelernt) lebte von 1200 DM (!) Arbeitslosenhilfe. Auf meine Frage, was er denn nach seiner Vorstellung verdienen müsste, um wieder zu arbeiten, antwortete er, dass unter 2000 DM Netto nix ginge.

Auf meine Frage, warum es 800 DM mehr haben müsse, kam die Antwort, dass er ja auch Essen und Busfahrt bezahlen muss.

Habe ihm daraufhin vorgehalten, dass er ja wohl kaum so viel mehr essen wird als so schon, und dass die Monatskarte lediglich 75 DM kostet.

Daraufhin war es bereit, auch für 1800 DM netto zu arbeiten. Als Bauhilfskraft.

Nachdem mein Blutdruck auf ca. 240:120 war, habe ich das Gespräch abgebrochen.

An dieser Einstellung, die m. E. symptomatisch für Deutschland ist, hat sich wohl bisher wenig geändert.

Gruss

Andreas

Bei Sichtung dieses Brettes -

gibt es auch jemanden, der vor Inanspruchnahme einer
staatlichen Leistung - sei diese auch noch so eisern
gesetzlich gesichert - auch nur einen Gedanken daran
verschwendet, daß für seime Forderung andere Menschen ihre
Ansprüche - aufgrund gnadenlosen Eintreibens von Seiten der
Regierenden bei den Lohnsteuerpflichtigen - zurückschrauben
müssen, obwohl sie - gemessen an ihrer Arbeitsleistung - zum
oberen Drittel (auch was ihr Einkommen angeht) gehören
sollten?

Cooool - EIN Satz!

warum nicht ehrlich
Hallo Helmut,

warum dann nicht direkt die Fragestellung? Dein Posting müsste eigentlich wesentlich emotionalere Antworten zur Folge haben, ich bin erstaunt, dass es nicht so war.

Warum fragtst Du nicht nach Argumenten, sondern versuchst diese über Trollmethoden zu finden. Bei weiteren Fragen von Dir wird immer ein Zweifel bleiben, ob es eine Meinung oder eine Fangfrage ist.

Nur mal so angemerkt.

Gruß

ALex

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Hallo, die Zweite! :wink:

Vielleicht trägt noch folgendes für ein tieferes Verständnis der Sache bei.

Aus einer eben wieder vor die Nase bekommenen eMail, die unter dem
Betreff „Alles Gute in der Freundschaftswoche“ lief, möchte ich
zitieren:

Wenn wir die ganze Menschheit auf ein Dorf von 100 Einwohner 
reduzieren würden, aber auf die Proportionen aller bestehenden 
Völker achten würden, wäre dieses Dorf so zusammengestellt:
 
 57 Asiaten 
 21 Europäer 
 14 Amerikaner (Nord u. Süd) 
 8 Afrikaner

 52 wären Frauen 
 48 wären Männer 

 70 Nichtweiße 
 30 Weiße 

 70 Nichtchristen 
 30 Christen 

 89 Heterosexuelle 
 11 Homosexuelle 

 6 Personen würden 59% des gesamten Weltreichtums besitzen und alle
 6 Personen kämen aus den USA

 80 hätten keine ausreichenden Wohnverhältnisse
 70 wären Analphabeten 
 50 wären unterernährt 

 1 würde gerade sterben 
 2 würden gerade geboren 

 1 hätte einen PC 

 1 hätte einen akademischen Abschluss
 
 
Wenn man die Welt aus dieser Sicht betrachtet, wird jedem klar, dass
das Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, Verständnis, Akzeptanz und
Bildung notwendig ist. 
 
 
Falls...
 
...Du heute Morgen gesund und nicht krank aufgewacht bist, bist Du
 glücklicher als 1 Million Menschen, welche die nächste Woche nicht
 erleben werden. 
...Du nie einen Kampf des Krieges erlebt hast, nie die Einsamkeit durch
 Gefangenschaft, die Agonie des Gequälten, oder Hunger gespürt hast,
 dann bist Du glücklicher als 500 Millionen Menschen der Welt. 
...Du in die Kirche gehen kannst, ohne die Angst, dass Dir gedroht
 wird, dass man Dich verhaftet oder Dich umbringt, bist Du 
 glücklicher als 3 Milliarden Menschen der Welt. 
...sich in Deinem Kühlschrank Essen befindet, Du angezogen bist, ein
 Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum hinlegen, bist Du reicher 
 als 75% der Einwohner dieser Welt.
...Du ein Konto bei der Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas
 Kleingeld in einer kleinen Schachtel, gehörst Du zu 8% der 
 wohlhabenden Menschen auf dieser Welt. 
...Du diese Nachricht liest, bist Du doppelt gesegnet worden, denn 
 
 1. hat jemand an Dich gedacht und 
 2. gehörst Du nicht zu den 2 Milliarden Menschen, 
 die nicht lesen können. Und Du hast einen PC!
 
Einer hat irgendwann mal gesagt: [1]
 
 Arbeitet, als würdet ihr kein Geld brauchen, 
 Liebt, als hätte euch noch nie jemand verletzt,
 Tanzt, als würde keiner hinschauen,
 Singt, als würde keiner zuhören,
 Lebt, als wäre das Paradies auf der Erde.

Dies ist die internationale Woche der Freundschaft... [usw. blabla]

Uns geht es - auch ohne diese Betrachtung - in Deutschland kaum besser als jemals. Aber trotzdem scheint es so, als wären da welche, die es uns massiv neiden und etwas dagegen haben. Dazu kommt, dass wir - Deutsche - uns mehr als genug selbst behindern…

CU DannyFox64

[1] Wenn ich wetten müsste, denn ich weiss es nicht, würde ich aber sagen, Mahatma Gandhi hat das gesagt.

hab mal 3 Monate Beiträge gezajlt, und nicht wiederbekommen, da ich nur 3 Monate arbeite und 6 hätten es mindestens sein müssen (HAb Ausbildung abgebrochen).
Hab dann Studiert ohne Bafög zu bekommen, da meine Eltern im Jahr vor meinem Studienbeginn zuviel verdienten, im Jahr des Studienbeginns aber Rentner waren und genug wenig gehabt hätten.
Nebenbei geringfügig gearbeitet, AVbeiträge gezahlt (da öff. Dienst).
Nu arbeitsloser Akademiker ohne Leistungsanspruch, bekomme keine Alu und auch keine Sozi, da immer noch meine Eltern zuständig wären. Die wollen aber nicht mehr (selbst ex Sozialarbeiter), Nu wohn ich in „eheähnlicher Gemeinschaft“ mietfrei(2 Pers. WG) und komm nicht weg (würde gerne mal in eine andere Stadt ziehen, um dort zu arbeiten, krieg aber höchstens halbe befristete Stellen BAT IVb), von denen sich kaum eine doppelte HAushaltsführung bezahlen lässt. Und darf von 0Eu Einnahmen meine (un)freiwillige KV von 126 Eu bezahlen.
Schöner Sozialstaat
Susanne