'Ich mag nicht mehr auf der Welt sein'

Hallo!

Wessen Kinder haben in welchem Alter sowas schon geäußert (und in welchem Zusammenhang) und wie seid Ihr damit umgegangen?

Würde mich freuen, wenn jemand davon berichten mag. Gerne auch allgemein und theoretisch, aber bitte sachlich.

Danke
kernig

Frage
Hallo kernig,

in welchem Zusammenhang bzw. in welcher konkreten Situation wird oder wurde das denn gesagt?

Hallo ,
also von meiner Arbeitskollegin die Tochter hat so etwas schon mal geäußert , sie war damals ungefähr 8 Jahre alt , sie ist Einzelkind und hat eine etwas einschränkende Herzerkrankung , sie darf nur mässig Sport mitmachen und einfach nicht so unbelastet wie die anderen Kinder rumtoben. Außerdem wird sie sehr von den Eltern behütet und hat kaum Freunde !
Wie ist es in deinem Fall ? ich weiß leider nicht wie die Situation bei dir ist, welcher der Auslöser eines solchen Satzes ist.Vielleicht magst du noch etwas schreiben !
Bevor man in solchen Fällen eine Psychologen Marathon startet , was sicher nicht immer nur gut ist , sollte man sich mit dem Kind beschäftigen und ihm erklären was ein solcher Satz bedeutet .
Evtl . kann man sich Tipps von einem Psychologen holen und die Sache schildern.

Hallo,

ich erinnere mich gelesen zu haben, dass Kinder zwischen 6 und 7 öfter solche Gedanken äußern würden. Es sei eine Entwicklungsphase. Gerade in dieser Zeit könnten Kinder auch über den Tod eines Käfer in Tränen ausbrechen und große Traurigkeit empfinden.
Nur als Anregung. Ich bin ziemlich sicher, dass es ein südafrikanischer Autor (und eine englische Magisterdissertation waren).

Gruß
Elke

Todesäußerungen/-Sehnsüchte ernst nehmen
Hallo Kernig,

Gerne auch allgemein und theoretisch…

Darauf beziehe ich mich jetzt, ganz bewusst.
„Kurz“ und mit Links,
die sachliche Information liefern und nicht Ängste schüren sollen, O.K.?

Das Kinder und Jugendliche äußern, nicht mehr leben wollen, kommt häufiger vor, als Erwachsene sich vorstellen möchten und man sich als Eltern ausmalt.

IMMER sollte man diesen Äußerungen ernst nehmen.

  • Das heißt nicht, sie zu dramatisieren!

Runterspielen oder übergehen im Sinne von:

  • _Du hast ja noch dein ganzes Leben vor Dir
  • nur alte Leute sterben
  • sag doch nicht sowas!
  • ach komm, das wird schon wieder
  • komm, ich kitzel Dich, dann bist Du wieder fröhlich
  • jaja, das sagst Du ja nur so
  • die Mami/ der Bello wäre dann aber sehr traurig, wenn Du nicht mehr da wärst, also sag nicht son Quatsch!
  • das darf man nicht sagen! ( das ist Sünde)_
    …oder ähnlichen Äußerungen…
    spiegeln nur die Unsicherheit und Angst von Erwachsenen ( uns selbst) wieder, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

-> Kinder haben immer Gründe dafür, solche Äußerungen zu machen.
Nie sagen sie etwas so Ernstes „einfach so“.

Passender
als mit Panik, Ablenkung oder nicht ernst nehmen zu reagieren,
wäre es,
mit dem Kind in positiver Atmosphäre ruhig über das Geäußerte zu sprechen.

Das könnte etwa so aussehen:

  • _Du klingst ganz traurig/ sehr schmerzhaft/ als hättest Du etwas Schlimmes erlebt… wenn Du das sagst, Kindername.
    Möchtest Du mir sagen, was Dich so traurig/ Dir so ernste Gedanken macht?
    Vielleicht kann ich Dich dabei unterstützen, dass Du Dich besser fühlst?

  • Was macht Dir so unangenehme/ doofe/ blöde/ schmerzende Gefühle?

  • Was macht Dich so traurig, dass Du nicht mehr auf der Welt sein möchtest?_

Wenn darauf „nichts“ kommt, hilft es, selbst mögliche Sachen zu benennen, Du kennst Dein Kind.
„Hat der X dich heute wieder geärgert?“
…„Bist Du so traurig, weil ich eben mit Dir geschimpft habe wegen des zerbrochenen Glases?“ …
…„Hat jemand/ x etwas gemacht, was Du nicht wolltest/ was Dir unangenehm war?“

Pauschalantworten/ fragen kann ich auch nicht mal eben so liefern, aber vielleicht verstehst Du ja, was ich meine… :o)

Vielfach nehmen Erwachsene solche Äußerungen nicht für bare Münze, weil sie z.B. denken:
„Es ist ja „nur“ ein Kind… das muss man ja nicht so ernst nehmen, das hat ja alle möglichen Phantasien…“ das Ganze mit einem Lächeln verbunden.
Oder aber, weil das Thema Tod und sterben ihnen selber Angst macht…
„Darüber spricht man nicht!“

Diese Erwachsenen unterliegen leider einem schweren Irrtum:
Kinder und Jugendliche haben Todesphantasien
und
sie sind nicht weniger begründet und ernst zu nehmen, als bei Erwachsenen.
-> Als Kind ist man nicht automatisch lebensfroh und glücklich.

Beispiele möglicher Ursachen, nicht mehr leben zu wollen:

  • Schlimme Erlebnisse in Schule und Kindergarten
  • Angst
  • Ohnmachtsgefühle anderen gegenüber
  • schlechte Noten
  • Versagensängste
  • Zukunftsangst
  • Krankheit ( Depressionen),
  • Mobbing
  • Verwahrlosung, auch emotional
  • wirtschaftliche Notsituation
  • familiäre Vorbelastung
  • Sucht
  • Traumatische Erlebnisse,
  • seelischer, körperlicher und sexueller Missbrauch

Links, auch zum Thema Angst und Trauer:
http://familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeuf…
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Depr…
http://www.familienhandbuch.de/cms/Trauer.pdf
http://www.trauerhilfe.at/thanatologie/kinder-tod.php
http://www.lexikon-psychologie.de/Selbstmord_bei_Kin…
Grüße von Finjen

Ungern, aber
…ich sehe ein, dass mehr Infos nötig sind. Ich habe ein wenig Angst, mich hier zu exponieren und mir Vorwürfe und Unterstellungen einzuhandeln, das kann ich gerade gar nicht gebrauchen. Also, wer das liest: reißt Euch zusammen.

Kind, 9 Jahre, ein lebhafter Junge, Einzelkind , ziemlich zappelig, hat deswegen häufig Ärger in der Schule und natürlich auch von den Eltern ab und an (Das sind auch nur Menschen mit ganz normalen oder sogar sehr wenig Nerven). In letzter Zeit war’s besonders schlimm - ein neuer Lehrer (siehe Schulbrett), der die Kinder runtermacht und nicht die Bohne motiviert. Das Kind ist recht jähzornig und gibt schnell auf, wenn etwas nicht klappt. Vieles „fliegt ihm zu“, weshalb er es nicht gewohnt ist, sich etwas zu erarbeiten oder zu üben.

Oft umgezogen, aber seit 2 Jahren sind wir eigentlich zur Ruhe gekommen. Tja, ich fürchte, wir Eltern vermitteln ihm auch nicht gerade ein positives Lebensgefühl, wie auch: Seit Jahren versuchen wir beruflich Fuss zu fassen, was einfach nicht klappen will. Überwiegend gingen unsere Pläne (nicht nur die beruflichen) in den letzten Jahren schlichtweg den Bach runter.
Dazu kommt, dass der Papa seit dem Sommer wochenweise pendelt, also von Mo-Fr außer Haus ist, worüber niemand so richtig glücklich ist.
Ich bin mit den Nerven schon seit Jahren runter und mehr oder weniger depressiv, eine nachhaltige Behandlung fand bisher nicht statt, wegen der Umzüge, ab Februar starte ich einen neuen Versuch.

Das „Familienglück“ (also das Miteinander und der Zusammenhalt) ist ziemlich sicher, wir reden viel miteinander, streiten wenig, schreien nicht oder gar Schlimmeres. Es wird viel gekuschelt, was unser Sohn gerne annimmt und sich auch abholt.

Mir gegenüber hat mein Sohn den Satz schon ein- oder zweimal geäußert. An den genauen Zusammenhang kann ich mich nicht genau erinnern. Einmal war eine schlechte Note im Spiel. Ein anderes Mal war das ein ganzer Wust an Äußerungen, von „Ich bin ein schlechter Schüler. Ich kann nichts, ich weiß nichts. Ich hab immer nur Pech im Leben.“
Jetzt noch einmal gegenüber meinem Mann. Er sprach mit ihm darüber, dass der Teich im Dorf nicht mehr betreten werden darf, das sei lebensgefährlich. Daraufhin dann seine Äußerung. Es ist schwer, mit ihm darüber näher zu sprechen, er rückt da nicht viel raus (ein Mann eben :smile: )

Grundsätzlich nehme ich das Ernst, ich gehe auch davon aus, dass ich da durch meine Geschichte „mitschuldig“ bin. Und wir allgemein ein paar Stellschrauben in unserer Erziehung drehen müssen, in Richtung Motivation, Selbstbestärkung, Druck und Drang zum Perfektionismus raus etc. Damit haben wir begonnen, vor allem im Hinblick auf die Schule. Es hat uns bisher sehr gut getan, auch im Miteinander.

Ich bin mir aber unsicher, ob ich z.B. den Kinderarzt (auf den ich große Stücke halte) konsultieren soll, evtl. die Schulpsychologin (ich hab da keine Hemmschwelle, einen guten Rat hole ich mir immer gerne ab). Ich will auch keine Panik verbreiten. Einige Antworten hier zeigen mir, dass so eine Äußerungen durchaus auch „einfach so“ mal drin ist in dem Alter. Aber gerade in unserer doch etwas belasteten Situation möchte ich das nicht so übergehen.

Schöne Grüße
kernig

5 „Gefällt mir“

HAllo,

Einige Antworten hier zeigen mir, dass so eine
Äußerungen durchaus auch „einfach so“ mal drin ist in dem
Alter.

Falls du meine (vielleicht unter anderem) damit meinst --> in dem Buch wurde das Alter SEHR betont, d.h. nicht 9, sondern 6-7 Jahre.

Aber überhaupt würde ich so eine Aussage nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wobei es sicher nicht einfach ist, angemessen zu reagieren.

Gruß
Elke

Hallo

Wessen Kinder haben in welchem Alter sowas schon geäußert (und
in welchem Zusammenhang) und wie seid Ihr damit umgegangen?

mir sind zwei Kinder (ungefähr gleiches Alter)bekannt, die derlei Äußerungen schon verwendet haben aus unterschiedlicher Intention heraus.

Das eine Kind passte durchaus in die Gruppe, die Finjen ansprach und die Äußerungen waren bedenklich (zerrüttetes Elternhaus, Kind bekam auch Gewalt der Eltern untereinander mit…)

Das Andere wiederum äußerte sich trotzig in diese Richtung, weil es eine auferlegte Sanktion für eine Missetat nicht akzeptieren wollte.
Keine familiären Probleme, intaktes Elternhaus.

Kinder haben so feine Antennen und die Gemütslage der Eltern werden von den Kindern empfangen und in gewisser Weise verinnerlicht. Auch sie spüren deutlich, dass etwas nicht stimmt…den Streß die Anspannung, die Traurigkeit und nicht zuletzt den Zeitmangel.
Ein Kind braucht Halt und das Gefühl jemanden mit Stärke und Führung im Rücken zu haben.
Deshalb würde ich in erster Linie mal bei den Elternteilen ansetzen wollen, damit sich ihre Grundhaltung ändert und dann erst (aber auch)beim Kind, sonst bekommt das noch den Eindruck zu allem Übel, dass etwas mit ihm selbst nicht stimmt.
Gegen seine Zappeligkeit und Aggressionen sollte man schon etwas versuchen zu unternehmen, denn wohl fühlt sich das Kind so sicher auch nicht. Ist das Sozialverhalten ok, oder flippt das Kind da auch schnell aus?
Mag jetzt abgedroschen klingen, aber wurde das Kind auf ADHS getestet?

Bitte wende Dich an die Erziehungsberatung/Familienberatung und/oder schau, dass Du mit dem Kind zB. eine Mutter und Kind Kur genehmigt bekommst…
Manchmal hilft es einen Schritt zurück zu machen und das Ganze aus einiger Entfernung zu betrachten.

Kein Mensch ist unendlich belastbar und irgendwann ist das Fass voll und man kann sich auf nichts mehr richtig einlassen oder verliert das Ziel und sämtliche Lösungsansätze für Probleme aus den Augen.

Euer intaktes Familienleben hat Vorrang!

Gruß
Maja

Hallo kernig,

zunächst danke für die Hintergrundinformationen und Glückwunsch zu Deinem Mut - ich denke, dass bei einem solchen Satz immer auch das Drumherum berücksichtigt werden muss.

Ein solcher Satz kann - je nach Situation - bedeuten „man möchte unangespitzt im Boden versinken“ bis zum konkreten Wunsch, das eigene Leben beenden zu wollen. Offenbar hältst Du die erstegenannte Interpretation für nicht zutreffend und schließt i. w. S. einen „Wunsch nicht länger leben zu müssen“ nicht aus.

Wenn Du Deinem Kind wirklich helfen, Vertrauens- und Sicherheitsgefühl vermitteln willst, ist m. E. wichtig, dass Du selbst auch tatsächlich in der Lage bist, Hilfe und Stütze sein zu können - insofern finde ich Deinen Ansatz mit eigener Hilfe richtig.

Hallo, Kernig,
mach dem Knaben deutlich, dass das Leben kein Computerspiel ist und es auch keine Chance gibt neu zu laden. Es gehört zum Leben, Schwierigkeiten zu überwinden und auch gelegentliches Scheitern ist nicht das Ende der Welt. Im Gegenteil, man wächst daran und wird stärker dadurch. Hinfallen ist keine Schande, aber das Liegenbleiben und nicht-mehr-Aufstehen-wollen schon.

Sein Fahrrad wird er ja auch nicht gleich auf den Schrott kippen, bloss weil ein Schlauch platt ist, oder die Klingel nicht mehr funktioniert. Und selbst wenn beide Reifen platt sind, wird man das reparieren. Denn es gibt kein neues Fahrrad!

Die wünsche ich Kraft und Mut und nimm den Kerl mal tüchtig in den Arm
Lieben Gruß
Eckard

Nur mal so sagen - ernst nehmen - dramatisieren…
Liebe Kernig,

…Ich habe ein wenig Angst, mich hier zu exponieren und mir Vorwürfe und Unterstellungen einzuhandeln,
das kann ich gerade gar nicht gebrauchen.

(…)

…Grundsätzlich nehme ich das Ernst,

Das war auch deutlich zu lesen, Kernig.
Du hättest sonst niemals diese Frage gestellt.
Du erscheinst nicht wie eine Frau, die irgendwelche Witzchen über ernste Themen macht, selbst im Plauderbrett schreibst Du, was Dir wichtig erscheint, statt auf evtl. populärere Züge aufzuspringen.
Hut ab!
Da wünsche ich mir persönlich für mich manchmal mehr von…

…Kenne Dich nicht, aber das schätze ich, rein vom Lesen und Gefühl her, sehr an Dir.

ich gehe auch davon aus, dass ich da durch meine Geschichte „mitschuldig“ bin.

Nein, das bist Du nicht!
( Ich habe die Anführungszeichen gesehen… :wink: und ich denke, ich weiß, was Du meinst)
Eltern sind mit verantwortlich für ihre Kinder,
Du bist nicht schuldig , hör bloß mit sonem Scheiss auf!

Und wir allgemein ein paar Stellschrauben in unserer Erziehung drehen
müssen, in Richtung Motivation, Selbstbestärkung, Druck und
Drang zum Perfektionismus raus etc.

Wie sehr Du Dich bemühst und Dinge umsetzt ( wozu andere im Leben nicht fähig werden, auch mit nochsonem tollen Hintergrund…) ist immer wieder zu lesen/ erkennen.

Damit haben wir begonnen, vor allem im Hinblick auf die Schule.
Es hat uns bisher sehr gut getan, auch im Miteinander.

Wenn ich bei www etwas von Dir lese, bewundere ich das persönliche Vermögen von Dir und Deinem Mann, Eure Paarbeziehung und Eurer Eltern-sein trotz manch stark belastender Umstände, zu pflegen und Euch gegenseitig Eurer Wertschätzung und Liebe zu versichern.

Ich bin mir aber unsicher, ob ich z.B. den Kinderarzt (auf den
ich große Stücke halte) konsultieren soll, evtl. die
Schulpsychologin (ich hab da keine Hemmschwelle, einen guten
Rat hole ich mir immer gerne ab).

Frag den, wo Du Dich besser aufgehoben fühlst und wem Du mehr vertraust.
( Kinderarzt wäre mir näher, der kennt mein Kind auch in anderen Situationen, nicht nur in der Schule. „ganzheitlicher“, sozusagen)

Ich will auch keine Panik verbreiten.

Das tust Du auch nicht.

Du nimmst Deine Gefühle Eurem Kind gegenüber sensibel wahr
und
reagierst angemessen darauf.

Noch was:
„Panik verbreiten“ wollte ich mit meiner Antwort an Dich übrigens auch nicht. Falls das irgenwie bei Dir so angekommen sein sollte, täte mir das leid.

Du bist eine eine sehr ernst zu nehmende, sich selbst reflektierende Frau. Das ist absolut schätzenswert!

Einige Antworten hier zeigen mir, dass so eine Äußerungen durchaus auch „einfach so“ mal drin ist in dem Alter.

Das sind sie ja auch.

Was aber im Umkehrschluß nicht heißt,
dass man sie nicht ernst nehmen sollte ( ohne dabei zu dramatisieren)

Anderes Beispiel:
Kinder sagen auch mal: „Ich hasse Dich!“ oder andere Dinge.
Und in dem Moment ist diese Äußerung Ausdruck ihres Gefühls, was nicht gleichzusetzen ist mit einem allgemeinen Gefühl des Hasses der betreffenden Person gegenüber.
Es geht um den Moment.
Als Erwachsener sollte ich mir dann auch Gedanken machen, warum mein Kind mir das grad sagt, welche Grenze ich wohl überschritten habe oder um was es grad eigentlich ging… :frowning:
Glaub jetzt bloß nicht, das gelingt anderen immer…
Nö.
Ich kann darüber schreiben,
die Umsetzung ist leider ein ganz anderes Thema…

Zurück zum eigentlichen Thema:
Erwachsene, die äußern, nicht mehr leben zu wollen, sagen dies auch nicht nur „einfach mal so“.

(Manche Leute sagen das zwar auch, um zu gucken, wie der Andere darauf reagiert, um zu schockieren. Das tritt aber eher im Jugend-oder Erwachsenenalter auf, nicht im Kindesalter.
Und auch dann gibt es hinter dem Gesagten immer eine Absicht!
Will damit sagen: Hinter allem steckt immer ein Sinn)

Nahezu jeder Mensch hat irgendwann einmal im Leben das Gefühl, lieber tot sein zu wollen, als eine ihn belastende Situation noch länger auszuhalten.
Das ist *völlig normal*.

Aber auch das sollte man genauso ernst nehmen, und eben solche Äußerungen nicht schlicht bagatellisieren oder übergehen.

-> Bei den meisten Menschen geht dieses Gefühl vorbei,
weil die belastende Situation vorbeigeht oder sich weniger negativ auswirkt.
-> Bei Anderen geht das Gefühl des nicht-mehr-leben-wollens nicht vorbei.
Es stürzt sie in tiefe Krisen und Krankheiten.
-> Und wieder andere machen letztlich ernst
und beenden ihr Leben.

Aber gerade in unserer doch etwas belasteten Situation möchte ich das nicht so übergehen.

Genau so hatte ich Dich verstanden.
Viele Grüße,
Finjen

Hi

Je nachdem wie sich das Kind fühlt ist dies durchaus ernstzunehmen.
Übrigens auch, wenn du sagst, dass du depressiv bist- das kann in der Familie liegen und das kann auch schon sehr früh auftreten.

Bei mir ging es auch in etwa diesem Alter los. Ich hatte eine längere Mobbinggeschichte zu der Zeit schon, aber nunja. Ich begann mir Gedanken zu machen, was mein Platz auf Erden war, wozu ich überhaupt gut bin und was die Leute machen würden, wenn ich nicht mehr da wäre.

Je nachdem wie die Umwelt des Kindes aussieht, kann die Antwort auf letzteres sein: Sie würden es ja gar nicht bemerken!
Manche Kinder sind darauf gekränkt, tun aber nichts. Andere laufen für immer längere Zeiten weg, bis die Eltern es mal bemerken (war bei mir der Fall) andere machen ernst.

Die Suizidrate bei Kindern ist im Übrigen gar nicht so niedrig, soweit ich weiß im Alter von 8-12.

Es MUSS nichts schlimmes sein, es KANN eine akkute Äußerung gewesen sein. Aber an deiner Stelle würde ich das Überprüfen und auch immer ein Auge offen halten.

Zwischen meinen ersten Aussprüchen und dem wirklichen Bedürfnis, mein Leben zu beenden, vergingen etwa 5 Jahre.

Geh also, wie schon anderswo angeraten, zum Kinderarzt. Der kann dir auch weitere Empfehlungen geben.
Bei der Schulpsychologin weiß ich nicht, ob du richtig aufgehoben bist.

lg
Kate

Depressionen
Hallo Kernig,

Ich bin mit den Nerven schon seit Jahren runter und mehr oder weniger depressiv, eine nachhaltige Behandlung fand bisher nicht statt, wegen der Umzüge, ab Februar starte ich einen neuen Versuch.

Ich glaube, dass dann - natürlich erst nach einer Weile - von alleine alles sehr viel besser wird, jedenfalls wenn die Behandlung hilft.

Hast du eigentlich schon mal Johanniskrautpillen probiert? Die wirken wirklich stimmungsaufhellend, wenn man sie sehr lange konsequent und regelmäßig nimmt. Es dauert aber ziemlich lange, bis man was davon merkt. Und natürlich immer rausgehen, das hilft auch viel. (Nur so, falls du es noch nicht weißt, was ich allerdings für unwahrscheinlich halte)

Viele Grüße
Simsy

Dank an alle (auch an oben)
Und ich meine wirklich alle.
Ich hatte wirklich Schlimmes befürchtet, bevor ich die Frage hier stellte.

Aber ich bin wirklich noch völlig platt vom Sachverstand, der Wärme und den aufmunternden Worten der Antworter.

@Finjen: Ich fand nicht, dass Du Panik verbreitet hast. Meine kurze Frage lies ja Raum für alle Möglichkeiten und prinzipiell finde ich es schön, wenn jemand eine Lanze bricht für die Kinder. Und Du hast das ohne Vorwürfe hingekriegt. :smile:
Deine netten Worte gehen mir runter wie Öl, Du ahnst gar nicht, wie sehr mir dergleichen fehlt. Beim Lesen schoss mir das Wasser in die Augen.

Noch kurz ein paar Infos: ADHS ist ärztlich ausgeschlossen.

@Simsy Mone: Johanniskraut kenn ich natürlich, verträgt sich nicht mit der Pille. Wäre wohl auch unangemessen schwach in der Wirkung. Wenn ich mich dazu durchringen könnte, der Bedarf akuter wäre (der Krug geht noch eine Weile zum Brunnen), würde ich was „Richtiges“ nehmen. Ist auch mit der Ärztin so abgesprochen.

@Eckard: Ihn den Arm nehm ich ihn häufig und gern - und das kann ich wirklich gut, versichern mir zumindest viele, die das schonmal genießen durften.

Naja, ich werde mal zum Kinderarzt gehen (erstmal ohne Kind) und ihn dazu befragen. Ich habe viel Zutrauen in seine Meinung, die war bisher immer sehr fundiert (und er erklärt sich auch immer deutlich und scheut vor klaren Aussagen nicht zurück).
Und ansonsten an meinem eigenen Wohlbefinden arbeiten. Wobei, das wäre ein 5-Bildschirme-Posting im Psycho-Brett wert (was aber auch nicht weiterhelfen würde). Nur soviel: Ab Februar stehen wir - wieder einmal - vor einem kompletten beruflichen Neustart (wobei der Start nicht feststeht, nur das Ende des bisherigen). Und: Ich hab die Nase derart gründlich voll, ich mag da schon gar nicht mehr drüber nachdenken. Für uns ist da kein Glück reserviert.

Ganz viele Grüße
kernig

Hallo!

Zum Thema kann ich leider nicht viel beitragen.
Alles was ich für Wictig halte wurde gesagt, und der Weg erstmal allein zum Kinderartzt zu gehen ist meiner meinung nach der richtige.

Und Oft hilft es Ja auch einfach mal mit außenstehenden zu reden, ich denke du kennst die Wege dir WWW dazu bietet.

Trotzdem Wünsche Ich euch allen (also Dir deinem Mann und dem Kleinen)
Alles alles gute und viel kraft das tief zu überwinden.

Wende dein Gesicht der Sonne zu und die Schatten bleiben hinter dir.

Aufrichtigen gruß vom Werwölfling (dessen Probleme plötzlich viel kleiner erscheinen)

Hallo,

ohne dass ich einzelne Beiträge in den letzten Monaten von dir zitieren könnte, aber ich habe viele gelesen, und hatte immer den Eindruck, dass du relativ strenge, konservative Ansichten vertreten hast. Du hast immer sehr sehr hohe Erwartungen und Ansprüche an dich gestellt, über deinen Mann hast du sehr wenig oder nie geschrieben (kann mich zumindest an nichts Konkretes erinnern), und hohe Erwartungen an das(?) Kind gestellt. Letzteres dahingehend, dass das Kind es irgendwie einmal besser haben sollte als du. Und du versuchst immer, ihm alle Wege zu bereiten, auch wenn ich deine Kritik an Lehrern, Erziehern und Ärzten in diesem Zusammenhang nicht immer verstanden habe.

Und ich habe den Eindruck, dass deine Grundsätze und Positionen allmählich aufweichen. Das ist insofern gut, weil du dich gewissen Realitäten (Kindergarten, Schule, Beruf) mehr annäherst und deine Prinzipien ein wenig in den Hintergrund treten lässt. Wenn du nicht all deine Grundsätze aufgibst, bist du m.E. auf dem richtigen Weg.

Zu deiner Frage und wie wir damit umgegangen sind: Eine(s) der beiden Kids hat uns überrascht, als es sich diese Frage auch stellte und uns mit einer entsprechenden „Aktion“ (falsches Wort, aber ich mag es es hier nicht näher erläutern) vor vollendete Tatsachen stellte. Nun, es beschäftigt noch heute, mehrere Jahre danach. Und wir haben noch immer keine richtige Ursache oder Begründung gefunden. Es liegt auch an uns, wir wollten nicht intensiv Details ausquetschen. Falsch oder richtig? Mittlerweile haben wir ein ruhiges Gefühl, vielleicht weil wir uns über die gegenseitige Kommunikation (unsere alltägliche Sorge, seine/ihre Möglichkeiten uns gegenüber) verständigt haben.

Und ansonsten an meinem eigenen Wohlbefinden arbeiten.

Ohne dies wird es nicht gehen. Du kannst positives nur ausstrahlen und übertragen, wenn du selbst …

Wobei, das wäre ein 5-Bildschirme-Posting im Psycho-Brett wert (was
aber auch nicht weiterhelfen würde).

Das würde ich nie und nimmer nicht unterschreiben. Denkanstöße von außen sind immer gut.

Nur soviel: Ab Februar
stehen wir - wieder einmal - vor einem kompletten beruflichen
Neustart (wobei der Start nicht feststeht, nur das Ende des
bisherigen). Und: Ich hab die Nase derart gründlich voll, ich
mag da schon gar nicht mehr drüber nachdenken. Für uns ist da
kein Glück reserviert.

Ein ganz großes Mmmhhh.
Ich könnte wiederholen:
Du hast immer sehr sehr hohe Erwartungen und Ansprüche …
Du, oder besser gesagt ihr, habt es schon des öfteren geschafft. Und jedesmal vorher hattet ihr ähnliche Befürchtungen. Es zermürbt vielleicht ein wenig, das gebe ich zu. Andererseits, irgendwie habt ihr es doch immer richtig gemacht. Es ist nichts Schlimmes geschehen, und es wird auch nichts Schlimmes, so wie ich es sehe, geschehen.

Mal einen Haken unter die jetzige Situation machen, und das weitere gemeinsam in Ruhe überdenken.

Gruß
Der Franke

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konservativ? Ich?
Moin!
, und hatte immer

den Eindruck, dass du relativ strenge, konservative Ansichten
vertreten hast.

Da komm ich doch glatt ins Grübeln. Im Vergleich zu meiner Umgebung hier bin ich geradezu fortschrittlich. Streng - ja, sicher, im Sinne von konsequent und verantwortungsvoll handeln. Ich habe immer so das Gefühl, es ginge gerechter zu, wenn mehr das täten.

Du hast immer sehr sehr hohe Erwartungen und
Ansprüche an dich gestellt,

Das Problem ist schon erkannt.

über deinen Mann hast du sehr
wenig oder nie geschrieben

das stimmt sicher nicht, da hast Du eine Wahrnehmungslücke :smile:

und hohe Erwartungen an das(?) Kind
gestellt.

Auch das ist als Problem erkannt.

Und du versuchst immer, ihm
alle Wege zu bereiten,

das stimmt sicher nicht, das weise ich entschieden zurück.

auch wenn ich deine Kritik an Lehrern,
Erziehern und Ärzten in diesem Zusammenhang nicht immer
verstanden habe.

Erziehern? Lehrern? Ärzte? Also soweit ich mich erinnere, habe ich in Bezug auf mein eigenes Kind jemals nur einen einzigen Lehrer kritisiert (Und die Kritik hast du wirklich nicht verstanden?).

Und ich habe den Eindruck, dass deine Grundsätze und
Positionen allmählich aufweichen.

Falscher Eindruck. Ich habe gemerkt, dass ich zu sehr versucht habe, mich zu verbiegen, um der Land-Hausfrauen-Mutterrolle zu genügen. Ich fühle mich mit jedem Schritt wohler, mit dem ich mich davon wegbewege und meine eigenen Positionen vertrete und mehr „ich“ bin. Das Gefühl, hier als „bunter Hund“ zu gelten, kann ich da besser aushalten.

Es liegt auch an uns, wir
wollten nicht intensiv Details ausquetschen. Falsch oder
richtig?

Kommt aufs Kind an, würde ich sagen.

Wobei, das wäre ein 5-Bildschirme-Posting im Psycho-Brett wert (was
aber auch nicht weiterhelfen würde).

Das würde ich nie und nimmer nicht unterschreiben. Denkanstöße
von außen sind immer gut.

Hatten wir alles schon, mehrere Male.

Ich könnte wiederholen:
Du hast immer sehr sehr hohe Erwartungen und
Ansprüche …

Einmal nach elender Schufterei auch nur annähernd genug Geld zum Leben zu haben? Einmal Weihnachten wenigstens terminlich den Sommerurlaub planen zu können? Ein einziges Mal eine Arbeit tun zu dürfen, die meinen Fähigkeiten entspricht? Mit fast 40 endlich auf eigenen Beinen stehen zu können? Das sind hohe Erwartungen? Naja.

Du, oder besser gesagt ihr, habt es schon des öfteren
geschafft.

Was haben wir denn geschafft? Nichts - es ging alles gegen die Wand und nichts blieb übrig, keinen Schritt sind wir weitergekommen. Wir leben von Erspartem, das immer weniger wird und von der Unterstützung durch den Schwiegervater. Rente, Vorsorgen oder sowas? Ein schlechter Scherz. Kein schönes Gefühl.

Es ist nichts Schlimmes geschehen

? Wie bitte? Na, vielen Dank. Einiges kannst Du natürlich nicht wissen. Aber ich wäre mit so einer Aussage zumindest vorsichtig.

Mal einen Haken unter die jetzige Situation machen, und das
weitere gemeinsam in Ruhe überdenken.

Ruhe, das ist das, was wir nicht haben. Wir leben derzeit vom Lehrgeld meines Mannes (der das selbe studiert hat wie ich), der sich auf einer Auswärtsbaustelle bei Wind und Wetter den A… für eine Firma aufreißt, die ihm als Dank dann in den selbigen tritt. Im Februar ist Prüfung, danach ein großes Fragezeichen. Wie sollen wir da ruhig sein? Was sollen wir denn überdenken? Unsere Pläne und Wünsche? Die interessieren doch niemanden. Die Realität sieht anders aus: Ein Job muss her und zwar irgendein blöder unterbezahlter Drecksjob, der unseren Unterhalt irgendwie sichert.

So, das musste mal raus. Sorry, auf solche Gut-Zurede-Versuche reagiere ich ein wenig gereizt. :smile:

Grüße
kernig

2 „Gefällt mir“

Einschränkung
Noch was:

Ich glaube, dass dann - natürlich erst nach einer Weile - von alleine alles sehr viel besser wird, …

Allerdings hat die Schulsituation bestimmt einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden des Kindes.

Möglicherweise wäre es gut, wenn der auch eine Therapie machen würde (wobei ich mir jetzt vorstelle, dass er dadurch lernen könnte, Sachen an sich abprallen zu lassen, und bessere Methoden, wie man sich Anerkennung verschafft). Und dann wäre es vielleicht auch gut, wenn er öfters oder regelmäßig in irgendwelche Gruppen kommt, wo er vorurteilsfrei angenommen wird (Sportverein, Chor, usw.).

Na ja, glaub ja nicht, dass das Sachen sind, die nicht schon in Erwägung gezogen wurden, aber könnte ja sein, dass nicht.

Viele Grüße