Hallo,
ich hoffe, ich kann an dieser Stelle ein paar helfende Worte finden zu dem Thema, was „normal“ ist: der Mensch als Herdentier oder als einsamer Wolf…
In letzter Zeit gab es so einige Diskussionen mit meinem Freund, da es mir irgendwie nicht mehr so gut geht 
Der Hintergrund ist, dass ich vor einem halben Jahr zu ihm gezogen bin. Vorher lagen ca. 500 km zwischen uns.
Doch ich kann mich mit der Situation nicht so richtig anfreunden.
Ich vermisse meine Familie wahnsinnig, mit dem Job bin ich auch nicht so glücklich.
Für ihn ist das natürlich paradox, da ich vorher ja auch „unglücklich“ war und oft geheult hab, weil ich immer so Sehnsucht nach ihm hatte und nicht bei ihm sein konnte. Jetzt bin ich hier und auch nicht zufrieden…
Ein Punkt, den er überhaupt nicht nachvollziehen kann, ist, dass ich eher ein Einzelgänger bin.
Er ist zwar auch eher häuslich - im Prinzip macht er neben der Arbeit gar nix, nur manchmal braucht er seinen Männerabend und ab und zu ist der eine oder andere Geburtstag in der Family.
Doch er kann es nicht verstehen, dass ich das nicht brauche und mir keine Freunde suchen will.
Mir reicht die Nähe zu meinem Partner und meine Family (ok. -die fällt ja momentan weg)
Ich hab aber auch kein Problem damit, allein zu sein - also wenn er auf seinen Männerabend geht, kann ich mich ganz gut beschäftigen.
Für ihn ist das irgendwie nicht normal, dass man sich keine „Freiheit“ sucht - also Unternehmungen unabhängig vom Partner.
Aber mich machen andere Leute wahnsinnig. Ich habe es schon mehrmals versucht, „Freundschaften zu schließen“, aber ich halte das nicht durch. Nach kurzer Zeit fühle ich mich unheimlich belastet und möchte das wieder los werden.
Irgendwann habe ich dann beschlossen, das sein zu lassen, da ich auch niemanden vor den Kopf stoßen möchte, weil ich mich nicht mehr melde oder ähnliches.
Irgendwelche „Bekanntschaften“, mit denen man feiern kann, denen man aber ansonsten am Arsch vorbei geht, sind Zeitverschwendung für mich.
Und richtige Freundschaft bedeutet, da zu sein und auch zu helfen u.ä. Doch dafür habe ich keinen Nerv. Ich will nicht so verpflichtet sein. Dieses Gefühl mag ich nur bei einer Beziehung oder gegenüber meiner Family empfinden.
Doch ich fühle mich total belastet, wenn ich regelmäßig mit jemand anderem Kontakt haben „muss“. Es fällt mir sogar schwer, regelmäßig Emails zu schreiben (zB meinem alten Trainingspartner).
Es ist nicht so, dass ich es nie probiert habt. Manchmal heißt es ja, man muss bloß seinen Schweinehund überwinden und hinterher ist man froh, es getan zu haben. Dieses Gefühl trat hier leider nicht ein. Ich war vorher immer schon total hibbelig und hatte diese „wieso hast du das bloß ausgemacht-Gedanken“ , dabei war konnte ich dann immer kaum erwarten, dass es vorbei war und hinterher hab ich mich geärgert „Zeit verloren zu haben“.
Ist es unnormal, dass man lieber so ein „Eremit“ sein will??
Dass mir andere eher auf den S… gehen, war schon immer so.
Und das habe ich total von meinem Vater. Der hat auch lieber seine Ruhe 
Bevor ich hier her kam, habe ich neben der Ausbildung noch Dinge nebenbei gemacht. Sport, ich hatte ein Ehrenamt,…
Da war es aber auch so, dass sich die Kontakte, die ich dadurch hatte, nicht in meinen privaten Bereich übertragen haben.
Das höchste der Gefühle war einmal Cocktails trinken mit meinem Trainingspartner zur bestandenen Gürtelprüfung…
Nun ist es so, dass ich nach der Arbeit so schnell wie möglich einfach nur nach Hause will. Ich bin meist so erledigt, dass ich nix anderes mehr schaff, und durch den langen Weg, den ich hab, ist es auch immer sehr spät, wenn ich heim komme.
Es spielt aber auch der Faktor mit, dass ich mir nix „aufbauen“ will, -also keine neue Sportschule usw., weil ich eigentlich nicht vorhabe, hier zu bleiben.
Ich möchte wieder zurück in meine Heimatstadt.
Mein Freund weiß das auch und er sagte, er könne sich auch vorstellen, mitzukommen.
Aber dass ich so ein Einzelgänger bin, versteht er überhaupt nicht.
Wie kann ich ihm das noch erklären? Muss ich das überhaupt’? Immerhin kann doch jeder selbst entscheiden, wie er leben möchte…
Ich habe halt auch keine Lust, zu irgendwelchen Sachen mitgeschleppt zu werden. Mit meinem Freund allein gehe ich gerne mal weg. Aber sonst – am nächsten Wochenende ist zB die Geburtstagsfeier von seinem Cousin. Da will ich auch nicht mit. Ein Haufen Leute, die ich nicht kenne. Das stellt mich vor folgene Problematik:
Ich möchte diese Leute auch gar nicht kennen lernen. Nur ist mir auch bewusst, dass es komisch ausschaut, wenn man sich den ganzen Abend abkapselt und mit niemandem was zu tun haben will (À la „was hat der denn für ne Freundin“ - das mag ich ihm nicht antun…) Also ist es doch eigentlich nur logisch, dass ich dann dort fern bleibe, oder?
Natürlich ist mir klar, dass es genauso strange wirken muss, wenn jemand, der in einer Beziehung ist - immer nur alleine auftaucht.
Zu kleineren Sachen gehe ich auch mit, aber ich kann mich nicht überwinden, in diese Massenveranstaltungen mit reinzugehen.
Es geht ja nicht so weit, dass ich unfähig bin, mich mit jemandem zu unterhalten, oder ein Menschenhasser bin. Ich komme überall mit meinem Mitmenschen gut zurecht.
Ich will halt einfach nur meine Freizeit (Privatzeit) für mich haben^^
Geht es jemanden ähnlich? Oder gibt es jemanden, der eher das gleiche mit jemandem erlebt wie mein Freund jetzt mit mir?
Es wäre schön, ein paar Meinungen hierzu zu hören-
Im Eifer des Schreibens, habe ich sicher die eine oder andere Sache vergessen, -also bei Fragen bitte fragen 
LG
Kathrina
