Hallo Tara,
Taschengeldhöhe richtet sich bei uns nach den Ausgaben, die meine Kinder haben. Je älter sie werden, desto mehr müssen sie von ihrem Taschengeld selbst bezahlen.
Meine große Tochter ist jetzt 11 Jahre. Sie bekommt jetzt 20 Euro im Monat. Um diese Summe zu berechnen habe ich aufgestellt, was sie alles selbst bezahlen muss und wieviel ich ihr für „Unsinn“ zugestehe. Sie bekommt am Schuljahresanfang eine Ausstattung für die Schule, nachkaufen muss sie selbst. Geschenke für Freundinnen, Eltern, Geschwister muss sie selbst bezahlen. Taschengeld für Klassenfahrten o.ä. muss sie auch davon bestreiten.
Wenn sie mehr möchte, würde ich sie erstmal fragen warum. Vielleicht ist es angemessen, vielleicht ist es maßlos.
Mein Sohn (9 Jahre) hat nie genug Taschengeld. Aber er verplempert sein Geld in meinen Augen auch ständig. Meistens, weil er meint, er würde von den anderen nicht anerkannt, wenn er dies oder das nicht hätte. Mehr Geld wäre da keine Lösung, sein Selbstbewusstsein aufbauen ist da schon besser.
Pampig und bockig ist er auch. Aber ich bin nicht viel besser. Er kommt mit seinen Wünschen oft auch so raus, dass ich sofort einen Wutanfall bekomme. Kein Wunder, dass er keine Lust hat ordentlich mit mir zu reden, wenn ich gleich sauer reagiere. Wenn er nicht anfangen kann höflich zu mir zu sein, dann muss ich dringend anfangen höflich zu ihm zu sein. Denn was war zu erst da: Das Huhn oder das Ei? Einer muss ja wohl anfangen.
Ein Freund schrieb mir gerade: Es gibt Kinder, die brauchen nur 300 Erinnerungen, und dann haben sie es verinnerlicht, andere wieder brauchen 600 Erinnerungen. Also muss ich erwünschtes Verhalten nicht nur 300 mal anmahnen, ich muss es auch mindestens genaus oft selbst vormachen. Vorbild wirkt ja angeblich doppelt so gut wie hinweisen.
Für mich heißt das jeden Tag aufs Neue: Üben, üben, üben und täglich mindestens eine halbe Stunde mir etwas Gutes gönnen, damit ich die Nerven behalte.
Liebe Grüße
Katharina