Ich muss seit gestern 3x tgl. Lyrica 225mg nehmen

Hallo, ich leide unter Neurofibromen/Schwannomen und muss starke Schmerzmittel nehmen. Montag war ich bei einem neuen Schmerztherapeuten, der meine Medikation umgestellt hat. Statt 4x Gabapentin 600mg soll ich jetzt 3x Lyrica 225mg nehmen. Dazu kommen noch 3x Hydromorphin 24mg retard, 4x Novaminsulfon 500mg, 1x Amitriptylin 50mg und nach Bedarf bis zu 4x Paladon 2,6mg. Gestern abend habe ich das erste Mal das Lyrica 225mg genommen. Heute morgen um 6 Uhr die Zweite. Als ich dann um 8 Uhr aufstehen wollte, dachte ich der Raum dreht sich. Nach einer Flasche Wodka muss man sich bestimmt ähnlich fühlen.
Hat jemand ebenfalls Erfahrungen mit Lyrica 225 gemacht? Vielleicht auch in Verbindung mit anderen Medikamenten? Danke schon mal für Eure Antworten.
Markus

Hallo Markus,

Gabapentin und Lyrica sind Neuroleptika, gehören also zur Gruppe der Psychopharmaka.

Neuroleptika haben viele Nebeneffekte, sie wirken nicht nur gegen Epilepsie. Eine dieser Wirkungen ist eben bei neuropathischen Schmerzen, also etwas vereinfacht, Schmerzen welche durch die Nerven selbst erzeugt werden.

Normalerweise versucht man ein- und auszuschleichen, aber selbst bei nur einer Dosisänderung kommt es oft, so 14 Tage lang, zu komischen Nebeneffekten. Das scheint aber bei dir nicht wirklich möglich zu sein, da ist der Cocktail zu gross. Bei normgerechtem Ein- und Ausschleicher aller Medis müsste man mit der Umstellung so 3-6 Monate rechnen, damit ist die aber auch nicht wirklich geholfen :frowning:

Beim Lyrika konnte ich zusehen wie die Anzeige der Waage nach oben klettert, wir haben dann nach der ersten Schachtel auf Gabapentin umgestellt … Hat aber bei mir beides nichts gebracht.
An die genauen Nebenwirkungen kann ich mich nicht mehr erinnern.

MfG Peter(TOO)

Schwindel als Nebenwirkung ergibt sich doch schon aus dem Beipackzettel?

Vor allem durch das Amitriptylin kann es zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen von Lyrica kommen.

Kommt mir ein bisschen viel vor an verschiedenen Schmerzmitteln;
vielleicht mal an alternative Methoden denken, um die Schmerzmittel zu reduzieren.

Hallo,

Kommt mir ein bisschen viel vor an verschiedenen
Schmerzmitteln;
vielleicht mal an alternative Methoden denken, um die
Schmerzmittel zu reduzieren.

DAS kann man so wirklich nicht stehen lassen…

Prinzipiell ist das Schema mit Nicht-Opiat (Novalgin) + retardiertes Opiat (Hydromorphon) als Basis, nochmal das gleiche Opiat als schnell wirksames Präparat (Paladon=Hydromorphon) für Schmerzspitzen und Begleitmedikation (Lyrica/Amitryptilin) völlig in Ordnung. Hier irgendwas rauszustreichen, nur um „weniger Tabletten“ zu haben, wäre völliger Unfug!

Und zum Fragenden: Hilfreich wäre noch, wie die Medikation vor der Umstellung ausgesehen hat - nur Gaba? Oder Gaba + Begleitmedikation (evtl. in anderer Dosierung)? *Wirklich* wird Dir aber nur der Schmerztherapeut helfen können. Also hin oder wenigstens anrufen! :smile:

Viele Grüße bzw. gute Besserung
niere

Hallo niere,

ich habe vorher die gleiche Medikation gehabt, nur statt Lyrica hatte ich 4x 600mg Gabapentin. Das Paladon 2,6mg für die Schmerzspitzen soll ich dokumentieren. In 14 Tagen wird dann entschieden, abhängig von der eingenommenen Menge an Paladon 2,6mg, ob eventuell das Hydromorphon 24mg schrittweise auf 1x36mg / 2x24mg; 2x36mg / 1x24mg oder sogar 3x36mg angehoben wird. Ja,ich weiss, dass das sehr viel ist. Allerdings habe ich das Problem, dass 98% aller Ärzte meine Erkrankung das erste Mal sehen.
In Deutschland gibt es nur eine handvoll Ärzte, die überhaupt schon mal NF behandelt haben. Ich habe aber auch keine „normale“ NF, sondern nur die Fibrome / Schwannome ab Ischias rechts ins Bein bis zum Fuß. Keine Cafe o Lait Flecken, keine Schäden an Seh- oder Hörnerv usw.
Ganz dringend suche ich nach einem (Neuro)Chirurgen, der sich traut, mich von den größten „Tumoren“ zu befreien. Die Schwierigkeit dabei: Welcher Nerv in dem Knäuel wird gebraucht, um die Bewegungsfunktion aufrecht zu erhalten. Also wird jetzt erstmal versucht,mich möglichst schmerzfrei zu bekommen. Allerdings habe ich durch die ganzen Medis massive Schlafstörungen ( seit Monaten ca. 2-3 Stunden pro Tag ).
Gruß
markus

Das ist wieder eine andere Fragestellung, wenn du einen speziellen Facharzt suchst;
das geht aus deiner ursprünglichen Frage nicht hervor.

Da würde ich noch mal eine neue Frage stellen, auch in anderen Foren.

Hallo sperminator,

nein es ging rein um die Medikation.

Gruß
markus

Amitriptylin und Lyrica sind beides Psychopharmaka.

Amitr. ist ein altbewährtes klassisches Antidepressivum;
Lyrica ein neueres atypisches Neuroleptikum.

Und solange das Lyrica unter Patentschutz steht, gehört es natürlich zu den Umsatzbringern von Pfizer.

Sowohl die klassischen Antidepr. als auch die Neuroleptika( egal ob typisch oder atpisch) haben eine schmerzbeeinflussende Wirkung,
so dass sie auch in der Schmerztherapie eingesetzt werden.

Bei den Psychopharmaka kann es aber grundsätzlich zu Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten kommen;
derart dass sich die wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig verstärken können;
oder dass neue bisher unbekannte Nebewnirkungen entstehen.

Die Kombination von einem Antidepr. und einem Neuroleptikum ist in der chronischen Schmerztherapie altbewährt.

Man hat einerseits den vorteil, dass man aufgrund der wechselseitigen Verstärkungen in der Kombinationstherapie oft schon mit sehr geringen Dosierungen auskommt;
andererseits besteht die Gefahr, dass sich auch die unerwünschten Nebenwirkungen verstärken konnen.
Schwindel gehört jetzt zu den häufigsten Nebenwirkungen von Lyrica;
es besteht auch die Gefahr, dass das ganze noch durch das Amitr. verstärkt wird.
Aber auch Wechselwirkungen mit den anderen Schmerzmitteln kann man grundsätzlich nicht aussschließen.

Wenn die Nebenwirkungen auf Dauer zu stark sind, muss man sich was überlegen:

  • niedrigere dosierungen des Lyrica; 3 * 225 mg sind für eine Kombinationstherapie m.E eine sehr hohe dosierung

-ein anderes Neuroleptikum

  • Verzicht auf das Lyrica, man hat ja schon die drei starken Schmerzmittel und das Amitr.