Ich lerne gerade auf eine Psychosomatik-Klausur und bin dabei in einer Frage auf den Begriff „Ich-Schwäche“ gestoßen.
Kann mir jemand sagen, bei welchen Krankheiten eine „Ich-Schwäche“ typischerweise vorkommt und woran man sie erkennt?
Kommt sie beim „Depersonalisations-Derealisations-Syndrom“ vor?
Ich würde mich freuen, wenn jemand etwas dazu weiß.
Liebe Grüße, Strawberry
Ich-Schwäche vs. Ich-Störung
Hi Strawberry,
Kann mir jemand sagen, bei welchen Krankheiten eine „Ich-Schwäche“ typischerweise vorkommt und woran man sie erkennt?
zunächst wäre dazu zu sagen, daß man im Gebiet Psychopathologie bzw Psychotherapie nur in besonderen Fällen von „Krankheit“ spricht (z.B. im Bereich des schizophrenen Formenkreises), normalerweise vielmehr von „Störungen“.
„Ich-Schwäche“ ist eher ein umgangssprachlicher Ausdruck für mangelndes Durchsetzungsvermögen, mangelndes Selbstwertgefühl, serviles bzw. devotes Verhalten usw.
Terminologisch jedoch gehört es in bestimmte Formen von Persönlichgkeitsstörungen. Insbesondere (je nach Klassifizierungstheorie):
- die emotional-instabile PS (mit Ausnahme von Borderline)
- die dependente PS
- die passiv-aggressive PS
- und ggf. die narzißtische PS (→ Minderwertigkeitsgefühl)
Kommt sie beim „Depersonalisations-Derealisations-Syndrom“ vor?
Nein. Hier und bei dissoziativen Störungen handelt es sich um Ich-Störungen, ggf. um Ich-Dystonien, nicht um Ich-Schwächen. Das ist nicht dasselbe.
Studier ggf. mal die Bestimmungen in der ICD F44.x, F48.x und im Vergleich F60.x
Gruß
Metapher
Danke für die ausführliche Antwort. Hat mir ein bißchen weitergeholfen.
Viele Grüße, Strawberry