liebe/-r experte/-in,
ich suche nach einigen schönen modellen für lampenschirme, die eine interessante und modernere form haben. beispielsweise die jigsaw-modelle sind ganz interessant, man muss allerdings vorher alle teie zurechtschneiden und ein sehr festes fast latexartiges papier nutzen, das wenig licht durchlässt. andererseits kennt dieses modell ja schon jeder. Viel interssanter ist da beispielsweise „Aperture“ von Claire Norcross:
http://www.origamitessellations.com/wp-content/uploa…
da ich bisher keine modulfaltanleitung gefunden habe (es ist schließlich ein designprodukt), bitte ich jetzt dich um hilfe. vielleicht findest du ja etwas, das mir entgangen ist.
…der anspruch des modells ist auch nebensächlich (also es kann auch komplex sein), hauptsache, es ist dekorativ und optisch wertvoll 
hier noch andere schöne modelle:
http://www.tink.ch/typo3temp/pics/28a1d96aca.jpg
http://dawandaimages.s3.amazonaws.com/Product/9617/9…
http://www.origami-world.de/design_lampe1.jpg
http://www.theartistandhismodel.com/images/lampe1.jpg
vor allem auch:
http://www.theartistandhismodel.com/images/Pleated-D… von Sipho Mabona
danke schonmal fürs mitsuchen
Liebe Hanny!
Vielen Dank für deine Anfrage. Zuerst möchte ich dir von den Bildern die du übermittelt hast einige Bemerkungen schreiben.
in der ersten Adresse:
http://www.origamitessellations.com/wp-content/uploa…
steckt bereits ein Begriff, der dir in weiterer Folge auch einen Anhaltspunkt für deine Arbeit geben kann. „TESSELLATION“ ist ein Fach-Begriff aus der Faltkunst und meint, dass durch immer wiederkehrende Falt-Muster auf ein und dem selben Blatt gleichlaufende geometrische Figuren oder Körper gebildet werden können, die dann ein Muster oder ein dreidimensionales Objekt ergeben. Versuch einmal in der Literatur (z.B. AMAZON) nach diesem Begriff zu suchen.
Diese erste Lampe die du hier abgebildet hast besteht aus vielen Modulen die den Lampen aus den 60er und 70er Jahren nachempfunden sind und etweder aus dreiseitigen oder vierseitigen Bauteilen zusammengesetzt werden.
Eine Meisterin in dieser Kunstrichtung findest du in der Matematikprofessorin TOMOKO FUSE. Sie hat mehrere Publikationen zu dem Thema modulares Origami herausgebracht. In meinem Facebook-Profil (Walter Praher, ORIGAMI.GRAZ) siehst du ein Foto wo ich mit ihr bei einem Workshop in Freising bei München die Ehre hatte zu arbeiten. Also Bücher zum Thema „MODULARES ORIGAMI“, Autorin „TOMOKO FUSE“, aber auch „KUNIHIKO KASAHARA“ oder der italienische Sterne-Falter „PAOLO BASCETTA“ sind interessante Quellen für deine Suche.
Weiter in den Anmerkungen zu deinen Bildern:
http://www.tink.ch/typo3temp/pics/28a1d96aca.jpg
zeigt eine typische „Tesselaton“ oder wie sie auch beim internationalen Origami-Treffen in Berlin vor vielen Jahren bezeichnet wurde, eine „SCHWAMM-FALTUNG“ Es gibt unzählige traditionelle Grund-Variationen die bereits in der Serviettenfaltkunst, insbesondere im Mittelalter Anwendung gefunden haben. Hier ist momentan noch bis Jänner 2011 eine repräsentative Ausstellung in Wien, im Museum des Hofimmobilien-Depots unter dem Titel „GEFALTETE SCHÖNHEIT“ zu sehen. Die Arbeiten wurden von meinem Freund und Meister „JOAN SALLAS“ in Szene gesetzt und sind sicher sehenswert, auch wenn nicht der Lampenschirm dabei zu finden ist den du gezeigt hast, sondern eben Variationen davon im Ansatz zu sehen sind. Auch auf meiner Website www.origami-graz.at finden sich Ansätze zu dieser SCHWAMMFALTUNG.
Unter der Adresse: http://dawandaimages.s3.amazonaws.com/Product/9617/9…
ist ein sogenanntes KUSHUDAMA zu sehen. Also eine Kugelform aus Modulen die in dieser Arbeit mit trasparentem Papier gefaltet ist, wie sie die Firma FOLIA produziert. Auch hier sind die Namen BASCETTA gerne mitgenannt, weil FOLIA eigene Papier-Sets aufgelegt hat um den BASCETTA-STERN zur Ent-Faltung zu bringen. In weiterer Folge gibt es viele (unzählige?) Bücher zu diesem Thema, also Bücher die sich mit Raumkörpern und Modulen beschäftigen. Neben MODULARES ORIGAMI ist eventuell auch noch der Begriff UNIT ORIGAMI oder auch Faltkunst für PLATONISCHE KÖRPER eine Suche wert.
Bei der Lampe unter dem Link:
http://www.origami-world.de/design_lampe1.jpg
ist hat grob gesagt nur der Titel des Links etwas mit Origami zu tun, zumindest die Traditionalisten würden sich beschämt umdrehen. Es handelt sich um eine Lampe, die aus einer Vielzahl von eizelnen Quadraten besteht deren Ecken jeweils durch zwei Schnitte ineinander Steckbar zu einer Röhre geformt wurden. Diese (vielen) Röhren sind im Zentrum an ein Kunststoff- oder Metall-Skelett gesteckt oder gebunden und manchmal auch noch unmittalbar aneinander genietet. Aber unter dem Link www.origami-world.de/ findest du noch eine Menge unterschiedlicher Hinweise und Abbildungen zu diesem Thema.
Die Abbildung von:
http://www.theartistandhismodel.com/images/lampe1.jpg
zeigt im Wesentlichen die gleiche Falt-Muster-Anordnung wie dies bei
http://www.tink.ch/typo3temp/pics/28a1d96aca.jpg
zu sehen ist. Nur die Dimension des Papieres ist unterschiedlich und die am Ende vorgenommene Formung zu einem Raumkörper. Das heißt, SCHWAMMFALTUNG herstellen (oder TESSELATION) und dann damit experimentieren.
Bei der Abbildung von
http://www.theartistandhismodel.com/images/Pleated-D…
ist die Faltgrundlage ein Blatt (vermutlich ein sehr langes Rechteck) bei dem wiederholt (tesselierend) Halbierungen und Zick-Zack-Faltungen gelegt wurden. Nach der Faltung wurde eine Mittel-Linie über das gesamte Blatt gefaltet und entlang dieser Faltung wurden die Zick-Zack-Faltungen wieder aufgelöst, nicht jedoch an den Blatt-Rändern die offen das Innere Zentrum der fertigen Figur dann bilden. Ähnliche aber vom Arbeitsaufwand umfangreichere Arbeiten wurden im Jahr 2005 im Hangar 7 (in Salzburg) ausgestellt. Diese Ausstellung (Masters of Origami) war anschließend in Hamburg ausgestellt, möglicherweise ist sie jetzt wieder in einem anderen Ort.
Wie du vielleicht schon vermutet hast, es sind häufig Faltungen die in Variationen wieder verwendet werden und dann Lampen oder Vasen oder auch Säulen darstellen.
So wie Janina Weinand (origami-world.de) ihre Anleitungen aus ihrer Website genommen hat, weil andere Künstler und speziell Design-Firmen sich ihres geistigen Eigentums bedient haben, ohne dafür auch nur eine Idee einer Anfrage zu haben, so ist es verständlich, dass deine Suche großteils Ent-Produkte zeigt, aber kaum den Weg zu diesen Produkt.
Auch ich produziere für Interessenten Lampen. Meine Spezialität ist die Faltung von formbaren und faltbaren Kunststoffen wie Polypropylen. Zum Beispiel Glas von der Rolle (ca. 1 Quadratmeter) wird ganz traditionell zu einer achtzackigen Sternenvase (in verschiedenen Variationen gefaltet). Oder die Verwendung von Bau-Materialien wie Netzgewebe zur Produktion von Vollwärmeschutz wird ein Gartenkranich oder ein klassischer japanischer Frosch. Diese Grundfaltungen unterliegen keinem Urheber-Recht, aber die künstlerische Umsetzung ist durch das Material und die Größe des Ausgangsformates doch nicht jedermanns oder jederfraus Sache.
Die Künstlerinnen und Künstler, also auch Tomoko Fuse, Kawasaki, Bascetta, Kasahara oder wie immer sie heißen, nicht zuletzt auch meine Wenigkeit, sind interessiert Kunstwerke zu verkaufen und Seminare in der Basis der Faltkunst abzuhalten. Wer sich dann damit beschäftigt kommt früher oder später oder auch nicht zu einem höheren Level der ihn oder sie befähigt eigene Kreationen und Ideen umzusetzen und zu vermarkten.
Aber nicht zuletzt noch ein Hinweis auf die Seite:
http://easylivingshop.net/product_info.php?info=p192…
Hier finden sich viele Variationen des Urtypes der Jigsaw-Lampe.
Diesen Weg der Ent-Faltung zu gehen und dabei viele interessante Möglichkeiten und Wege zu finden das zu erreichen was du suchst wünsche ich auch dir.
Ich hoffe doch einige Anregungen für dich gefunden und deine Schaffenskraft angeregt zu haben. Ein Feedback wäre nett. Du erreichst mich entweder auf facebook unter ORIGAMI.GRAZ oder dem Namen Walter Praher. Genauso findest du auch meine Website, wenn du das möchtest und kannst mir direkt auf [email protected] schreiben.
Gute Ent-Faltung
lg
Walter
danke schonmal für die schnelle antwort
da mir die nötige fachterminologie im weltweiten origamigeschehen fehlt, find ich es sehr nett, das du mir zu den beispielen eine jeweilige zuordnung gegeben hast.
allerdings bin ich, was origami angeht, auch sehr „traditionell“ eingestellt - ich benutze weder schere noch kleber und versuche, meine papiermodelle auch ohne „schummeln“ möglichst plastisch wirken zu lassen
- die angefügten beispiele waren eben auch wirklich nur beispiele und sollten dir nur ein bild dessen vermitteln, wonach ich suche.
bascettasterne finde ich ebenfalls sehr schön und besonders in der weihnachtszeit äußerst dekorativ (mein weihnachtsbaun im letzten jahr 30 strene, durchmesser ~5cm http://img256.imageshack.us/img256/6605/dsc00162fo.jpg), wobei ich auch schon kleinere gebastelt habe (http://img513.imageshack.us/img513/7121/dsc00145e.jpg).
auch der hinweis auf die ausstellung in wien ist sehr gut gewesen. ich hatte einige meiner klassenkammeraden im verlauf unserer kursfahrt vor etwa 2 monaten mit dorthingeschleppt und war begeistert (habe natürlich nicht in der ausstellung fotogrsafiert aber den werbebanner: http://img51.imageshack.us/img51/2204/dsc01530x.jpg)
natürlich ist die kritik völlig berechtigt, dass man nicht die modelle anderer nachahmen sollte oder sie sogar verkauft (kreativer hehl) aber so war das ja garnicht gedacht.
…wie schon gesagt danke für die antwort… ich werde mich jetzt wieder der suche nach, wie ich jetzt gelernt habe, „TESSELLATION“-modellen machen und hoffe, bald ein schönes lampenmodell gefunden zu haben.
…und verzeih die miserable bildqualität (handy^^)
lg
henning
Liebe Hanny93
Liebe henning!
Vielen Dank für das Feedback, es ist schön zu wissen wie man mit seiner Beantwortung positioniert ist und ob sie auch hilfreich war.
Im vergangenen November hatte ich das Vergnügen im Referenten-Team der Didaktischen Tagung für Origami in Freiburg (im Preisgau) neben vielen anderen interessanten Künstlern auch gemeinsam mit Paolo Bascetta und Joan Sallas an der Gestaltung dieser Tagung mitzuarbeiten. Für dich wäre es vermtulich auch interessant bei dieser oder auch bei der internationalen Tagung des Vereins Origami-Deutschland im kommenden Jahr dabei zu sein. Du kennst vermtulich die Seite www.papierfalten.de, dort findest du Informationen die dazu und auch sonstwo in Europa über Termine und Treffen einladen. Sehr zu emfpehlen wäre auch das regionale Treffen im Raum Freising, rund um die Gruppe von Paolo Mulatinho und Silke Schröder, die als Gründungsmitglieder den deutschen Verein vor vielen Jahren gegründet haben und jetzt wieder klein und neu Interessenten um sich herum einladen.
Informationen dazu bekommst du vermutlich über die Adresse des Viereck-Verlages (Bitte googlen).
Wie gesagt, gute Ent-Faltung
Wäre schön sich dabei in naher Zukunft einmal zu begegnen.
lg
Walter Praher
ORIGAMI.GRAZ
Liebe hanny93,
tut mir leid ich kann nur häkeln. Von Origami habe ich keine Ahnung.
Gruss Monika
Und genau das ist der Grund, warum man sich nicht wundern muss, warum es immer mehr interesuierte und frustrierte Ein- und gleich wieder Aussteiger gib.
Sollte einer Ideendiebstahl oder auch Modeldiebstahl betrieben, gibt es in unser Zeit genügend rechtliche Mittel dieses zu unterbinden, sogar über die Grenzen hinaus.
Aber hoffentlich gibt es noch morgen Leute, die sich dafür interesieren.
Sonst stirbt diese schöne Art, des Gestaltens.