'Ich verspreche, dass ...'

Hi.

Manchmal gibt es Missverständnisse, wenn es um ‚Versprechen‘ geht. ‚Versprechen‘ nicht im Sinne von ‚Versprecher‘, sondern im Sinne von ‚Versprechung‘!!).

Manchmal sagt mein Sohn „Du hast aber gestern versprochen, dass du das machst!“, worauf ich dann entgegne, „Ich hatte es nicht versprochen, sondern ich hatte gesagt, dass ich tun werde!“.

Meiner Meinung nach kann von einem (echten) ‚Versprechen‘ nur die Rede sein, wenn man wirklich formuliert ‚Ich verspreche, dass…‘ oder ‚Ich werde das machen, ich verspreche es dir.‘

Denn ein ‚Ich werde das tun‘ ist doch nur ein Vorhaben; eine einfache, unverbindliche Zusage, eine Art Planung.
Mit einem ‚Versprechen‘ hingegen bestärkt man ein Vorhaben, dass man es wirklich garantiert tut, und beim Nicht-Erfüllen gewissermaßen in einer Schuld steht (Bringschuld).

Wie seht ihr das?

Markuss

hi

Manchmal sagt mein Sohn „Du hast aber gestern versprochen,
dass du das machst!“, worauf ich dann entgegne, „Ich hatte es
nicht versprochen, sondern ich hatte gesagt, dass ich tun
werde!“.

das ist das gleiche ! Du hast nicht gesagt du würdest es eventuell machen, oder vielleicht oder sonstwie eingeschränkt …

Meiner Meinung nach kann von einem (echten) ‚Versprechen‘ nur
die Rede sein, wenn man wirklich formuliert ‚Ich verspreche,
dass…‘ oder ‚Ich werde das machen, ich verspreche es dir.‘

Denn ein ‚Ich werde das tun‘ ist doch nur ein Vorhaben; eine
einfache, unverbindliche Zusage, eine Art Planung.

nein es ist eine verbindliche Zusage - unverbindlich ist es nur wenn man etwas unverbindliches wie „vielleicht, möglicherweise, mal sehen…“ dazu sagt

Mit einem ‚Versprechen‘ hingegen bestärkt man ein Vorhaben,
dass man es wirklich garantiert tut, und beim Nicht-Erfüllen
gewissermaßen in einer Schuld steht (Bringschuld).

? schuld ?

ähm… ganz ehrlich ??? wenn jemand zu mir sagt „ich mache das morgen“ dann ist das in meinen Augen ein Versprechen !! Etwas anderes ist es wenn jemand sagt „ich mache es vielleicht“ oder „wenn ich dazukomme mache ich es“ … dann weiss ich, ich kann mich nicht 100% drauf verlassen

wenn ICH sage „ich mache das“, dann IST das ein Versprechen … hat meiner bescheidenen Meinung auch was mit Zuverlässigkeit zu tun …

off topic :komischerschweise sind alle Menschen die mir bisher mit so einer sonderbaren „ich rede mich raus“-Mentalität begegnet sind und nicht zu ihrem Wort standen Männer gewesen … ist das genbedingt ?? die Frauen die gesagt haben „ich mache das“ die haben ihr Wort auch immer gehalten … *grübel*

Gruß Hexerl

Hi.

nein es ist eine verbindliche Zusage - unverbindlich ist es
nur wenn man etwas unverbindliches wie „vielleicht,
möglicherweise, mal sehen…“ dazu sagt

Aber das würde doch bedeuten, dass man dann bei fast allem sagen müsste ‚Vielleicht gehe ich morgen einkaufen.‘, ‚Möglicherweise koche ich morgen Nudeln.‘, ‚Vielleicht rufe ich dich morgen an.‘, da sonst alles ‚Versprechen‘ wären.

Mit einem ‚Versprechen‘ hingegen bestärkt man ein Vorhaben,
dass man es wirklich garantiert tut, und beim Nicht-Erfüllen
gewissermaßen in einer Schuld steht (Bringschuld).

? schuld ?

Ja, ‚Schuld‘ klingt vielleicht zu scharf. Kannst von mir aus auch ‚Verpflichtung‘ sagen.

ähm… ganz ehrlich ??? wenn jemand zu mir sagt „ich mache das
morgen“ dann ist das in meinen Augen ein Versprechen !! Etwas
anderes ist es wenn jemand sagt „ich mache es vielleicht“ oder
„wenn ich dazukomme mache ich es“ … dann weiss ich, ich kann
mich nicht 100% drauf verlassen

Es ist also für dich das gleiche, wenn jemand sagt, „Ich komme morgen vorbei.“, als wenn er sagt „Ich verspreche dir, ich komme morgen vorbei.“ ???
Ist der Zusatz ‚ich verspreche, dass…‘ nicht eine zusätzliche Bestärkung, eine Art Steigerung, und damit eine andere Qualität?
Beispiel:
A: „Ich komme morgen mal vorbei.“
B: „Ja, machst du das?“
A: „Ja.“
B: „Kann ich mich drauf verlassen?“
A: „Ja, ich verspreche dir das sogar!“
Hier geschieht doch eine Art gesteigerte Zusage, oder?

komischerschweise sind alle Menschen die mir bisher
mit so einer sonderbaren „ich rede mich raus“-Mentalität
begegnet sind und nicht zu ihrem Wort standen Männer gewesen
… ist das genbedingt ?? die Frauen die gesagt haben „ich
mache das“ die haben ihr Wort auch immer gehalten … *grübel*

*Stöhn* Jetzt kommt so etwas schon wieder…
Das hat nichts mit einer „ich rede mich raus“-Mentalität zutun, sondern im Gegenteil. Wenn ich etwas verspreche („Ich verspreche, dass …“ oder ähnlich), dann ist das für mich eine absolute Verpflichtung. Wenn ich ein solches Versprechen nicht einlöse, ist mir das zu tiefst peinlich, weil es etwas mit Zuverlässigkeit zu tun hat.
Du scheinst wohl die falschen Männer zu kennen (?). :wink:

Markuss

hi

Aber das würde doch bedeuten, dass man dann bei fast allem
sagen müsste ‚Vielleicht gehe ich morgen einkaufen.‘,
‚Möglicherweise koche ich morgen Nudeln.‘, ‚Vielleicht rufe
ich dich morgen an.‘, da sonst alles ‚Versprechen‘ wären.

ja natürlich !! wenn jemand sagt er ruft mich abends so gegen 22 uhr an, dann erwarte ich auch dass er/sie es tut und warte auf den Anruf

ähm… ganz ehrlich ??? wenn jemand zu mir sagt „ich mache das
morgen“ dann ist das in meinen Augen ein Versprechen !! Etwas
anderes ist es wenn jemand sagt „ich mache es vielleicht“ oder
„wenn ich dazukomme mache ich es“ … dann weiss ich, ich kann
mich nicht 100% drauf verlassen

Es ist also für dich das gleiche, wenn jemand sagt, „Ich komme
morgen vorbei.“, als wenn er sagt „Ich verspreche dir, ich
komme morgen vorbei.“ ???

das „ich verspreche dir“ kann er/sie sich sparen … denn „ich komme“ heisst „ich komme“ und nicht „ich komme vielleicht“

Ist der Zusatz ‚ich verspreche, dass…‘ nicht eine
zusätzliche Bestärkung, eine Art Steigerung, und damit eine
andere Qualität?

ich käme mir veralbert vor …

Beispiel:
A: „Ich komme morgen mal vorbei.“
B: „Ja, machst du das?“
A: „Ja.“
B: „Kann ich mich drauf verlassen?“
A: „Ja, ich verspreche dir das sogar!“
Hier geschieht doch eine Art gesteigerte Zusage, oder?

ich frage „ehrlich ?“ " wirklich ?" „verprochen ??“ nur nach bei menschen, die mich schon mehrfach haben hängen lassen bzw. versetzt haben und somit bei mir unter „unzuverlässig“ laufen … speziell dann wenn es 2um was ging"

komischerschweise sind alle Menschen die mir bisher
mit so einer sonderbaren „ich rede mich raus“-Mentalität
begegnet sind und nicht zu ihrem Wort standen Männer gewesen
… ist das genbedingt ?? die Frauen die gesagt haben „ich
mache das“ die haben ihr Wort auch immer gehalten … *grübel*

Das hat nichts mit einer „ich rede mich raus“-Mentalität
zutun, sondern im Gegenteil. Wenn ich etwas verspreche („Ich
verspreche, dass …“ oder ähnlich), dann ist das für mich
eine absolute Verpflichtung.

DAS solltest du aber JEDESMAL dazu sagen und zwar bitte vorher, sonst enttäuschst du deine Mitmenschen für die ein gegebenes Wort zählt ziemlich …

Wenn ich ein solches Versprechen
nicht einlöse, ist mir das zu tiefst peinlich, weil es etwas
mit Zuverlässigkeit zu tun hat.

"Ich fahre dich morgen auf den Flughafen und bin um 5 uhr da um dich abzuholen … " … ganz ohne den „versprochen“-Zusatz

wenn du DAS zu mir sagen würdest … und du wärst am nächsten morgen NICHT um 5 Uhr vor meiner Haustür, wärst du auf ewig von meiner Freundesliste gestrichen … versprochen !!!

Du scheinst wohl die falschen Männer zu kennen (?). :wink:

nein :o) die die mich schonmal so versetzt haben, kenne ich nämlich nicht mehr … und ich kenne einen Haufen Männer die zu ihrem Wort stehen, die sogar Versprechen einhalten die sie garnicht gegeben haben :o) … aber ich kenne eben auch leider andere, die vor allem im Nachhinein so argumentieren wie du, aber das werden naturgemäss immer weniger :o) „cancel“

… mir ist meine Zeit zu wertvoll um drauf zu warten ob jemand sein Wort hält oder nicht und ob er "ich mache das " so gemeint hat oder nicht …

Gruß Hexerl

Hallo, du Schnelle.

wenn jemand sagt er ruft mich abends so gegen
22 uhr an, dann erwarte ich auch dass er/sie es tut und warte
auf den Anruf

Ja, das stimmt, das erwarte ich auch. Klar. Aber wenn er es zusätzlich verspricht, bin ich mehr sauer, wenn er es dann doch nicht tut, als ohne Versprechen.

Ist der Zusatz ‚ich verspreche, dass…‘ nicht eine
zusätzliche Bestärkung, eine Art Steigerung, und damit eine
andere Qualität?

ich käme mir veralbert vor …

Echt? Ich finde, das ist eine Bekräftigung.
Ähnlich wie z.B. (jaahaa! Ich weiß, Vergleiche hinken…) wenn jemand vor Gericht eine Aussage macht, bzw. wenn er diese Aussage zusätzlich beschwören/eidestattlich versichern tut. Letzteres ist doch eine Steigerung der normalen Aussage. Da sagst du doch auch nicht, dass eine eidesstattliche Versicherung eine Veralberung ist (mit dem Argument, dass man vor Gericht sowieso die Wahrheit sagen muss).

ich frage „ehrlich ?“ " wirklich ?" „verprochen ??“ nur nach
bei menschen, die mich schon mehrfach haben hängen lassen bzw.
versetzt haben und somit bei mir unter „unzuverlässig“ laufen
… speziell dann wenn es um was ging"

Mach ich auch so. Aber damit bestätigst du doch eigentlich, dass ein ‚Versprechens‘-Zusatz eine Steigerung der ‚normalen‘ Zusage ist, oder?

"Ich fahre dich morgen auf den Flughafen und bin um 5 uhr da
um dich abzuholen … " … ganz ohne den
„versprochen“-Zusatz

wenn du DAS zu mir sagen würdest … und du wärst am nächsten
morgen NICHT um 5 Uhr vor meiner Haustür, wärst du auf ewig
von meiner Freundesliste gestrichen … versprochen !!!

Ja, gut. Das hängt natürlich auch vom Beispiel ab. Wenn ich in den Bergen sage „Ich halte dich beim Abseilen fest“ bedarf es wirklich nicht eines Versprechens :wink: .
Aber bei alltäglichen Dingen ist das ein bisschen anders, wie ich meine.

Du scheinst wohl die falschen Männer zu kennen (?). :wink:

nein :o) die die mich schonmal so versetzt haben, kenne ich
nämlich nicht mehr … und ich kenne einen Haufen Männer die zu
ihrem Wort stehen, die sogar Versprechen einhalten die sie
garnicht gegeben haben :o) … aber ich kenne eben auch leider
andere, die vor allem im Nachhinein so argumentieren wie du,
aber das werden naturgemäss immer weniger :o) „cancel“

Der Unterschied scheint zu sein, dass ich nicht im Nachhinein so argumentiere (zwecks Herausredens), wie es anscheinend deine Männerbekanntschaften machen, sondern, dass ich im Vorhinein eine Zusage mache, an die ich mit absoluter Garantie halte. Rausreden find ich Scheiße.

Gruß
Markuss

Hi auch,

es kommt wohl auch auf den Inhalt und damit auf die Bedeutung für den
Einzelnen an, ob eine Aussage quasi ein Versprechen ist, oder
eine unverbindliche Möglichkeit.

A: Machst Du morgen Tiramisu? Bitte, bitte! (A ist es sehr wichtig)
B: Ja, ich mache morgen Tiramisu (B ist es vielleicht nicht wichtig, erkennt aber, dass es A wichtig ist --> ein Versprechen)

A: Was machst Du morgen zur Nachspeise? (A ist es nicht sehr wichtig)
B: Ich werde Tiramisu machen (Eine Unverbindliche Aussage, A wäre auch
nicht wirklich enttäuscht, wenns stattdessen Eis gäbe)

Dummerweise gibts genau zu diesem Thema einige Komplikationen, wenn
nämlich die Wichtigkeit nicht klar ist.
zB ist wohl die Wichtigkeiten von Telefon-Anruf-Terminen bei Männern und Frauen unterschiedlich :wink:

Ein Versprechen ist zudem nicht absolut, sonst würde es ja nicht noch die Steigerungsform, den Schwur/Eid geben.

Gruß
Gerald

Hi, Markuss

Also ich muss sagen, dass ich da schon einen Unterschied zwischen einer Zusage und einem Versprechen sehe. Für mich sind Versprechen schon etwas Besonderes. Wenn man etwas versprochen hat, dann ist für mich der Einzige Grund es nicht zu halten höher Gewalt. Dinge mit denen ich absolut nicht rechnen konnte.
Wenn ich meinem Sohn verspreche, mit ihm ins Kino zu gehen, mir aber dann später einfällt, dass ich zum Beispiel einen Arzt-Termin habe, dann wird der Termin eben abgesagt. Wie man so schön sagt: Versprochen ist versprochen. Dem Arzt hatte ich nicht versprochen, den Termin wahrzunehmen. Dem hatte ich nur zugesagt, kann also auch wieder absagen.
Für mein Empfinden ist zwischen einer Zusage und einem Versprechen ein himmelweiter Unterschied. Und Versprechen sollten wirklich nur bewusst gegeben werden.

Gruß
daddeldue

Hallo daddeldue.

Für mein Empfinden ist zwischen einer Zusage und einem
Versprechen ein himmelweiter Unterschied. Und Versprechen
sollten wirklich nur bewusst gegeben werden.

Dein Beispiel mit dem Arzt/Kino finde ich passend. Diese Meinung vertrete ich eben auch.
Aber wie man bei ‚Hexerl‘ sieht, gibt es auch die Ansicht, dass ein Versprechenszusatz völlig belanglos ist.

Mich würde interessieren, wie noch andere das sehen.

Markuss

Hallo,

dieses Thema wird bei uns auch viel und heftig diskutiert …

es kommt wohl auch auf den Inhalt und damit auf die Bedeutung
für den
Einzelnen an, ob eine Aussage quasi ein Versprechen ist, oder
eine unverbindliche Möglichkeit.

Das ist für mich das Entscheidende. Und da man, zumindest bei Menschen, die man kennt (und mit denen man darüber vielleicht sogar schon mehrfach gestritten hat), weiß, wie sie so eine Äußerung auffassen, ist es doch wohl nicht schwer, sein Vorhaben entsprechend zu formulieren, z.B. deutlich auf die Unverbindlichkeit einer Zusage hinzuweisen?

Gruß
Kreszenz

Hi,

ja klar, entweder fragt der eine dementsprechend (Bitte versprich mir, daß Du …) oder der andere antwortet dementsprechend (ich rufe Dich ganz sicher an) - je nachdem, wer mehr „nachgibt“.

Gruß
Gerald

Hallo!

Du beschreibst eine Situation, die in allen Lebensbereichen zu manchaml geradezu dramatischen Mißverständnissen führen kann. Der redet viel, wenn der Tag lang ist und ein anderer nimmt jedes Wort für bare Münze.

Sage einem Kind:„Morgen machen wir…“. Das Kind freut sich auf das Ereignis und Du sagst am nächsten Tag, es sei alles nicht so ernst gemeint gewesen… Das machst Du wenige Male und dann hast Du ernsthafte Zerstörung von Vertrauen hinterlassen.

Gehe als Chef zum Mitarbeiter und teile etwas mit, eine Anweisung, eine zu erledigende Aufgabe. Am nächsten Tag gehst Du wieder zum Mitarbeiter, um das Ergebnis Deiner Mitteilung zu kontrollieren. Der Mitarbeiter sagt Dir daraufhin, daß er nichts gemacht hat, weil er nicht wußte, ob er Dich ernst nehmen sollte. Bist Du danach immer noch der Meinung, daß Aussagen der besonderen Bekräftigung bedürfen?

Eine Aussage ist eine Aussage ist eine Aussage… Wenn es Einschränkungen und ein Vielleicht gibt, gehören sie sogleich zur Aussage. Umgekehrt vorgegangen begibst Du Dich in die Rolle des unzuverlässigen Sprücheklopfers, dem man erst Beteuerungen abnötigen muß, bevor er ernst genommen werden kann.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang.

Mir ging es letzenendes auch darum, meinem Sohn zu erklären, dass ein Versprechen eine besondere Zusage ist, die man wirklich einhalten sollte. Das ändert natürlich nichts daran, dass nach Möglichkeit auch eine ‚normale‘ Zusage erfüllt werden sollte!
Das Beispiel mit dem Arzt und dem versprochenem Kinobesuch zeigt, dass m. E. ein Versprechen eine höhere Priorität hat, als eine ‚normale‘ Zusage hat. Sonst könnte man wirklich darauf verzichten, das ist wahr.

Sage einem Kind:„Morgen machen wir…“. Das Kind freut sich
auf das Ereignis und Du sagst am nächsten Tag, es sei alles
nicht so ernst gemeint gewesen… Das machst Du wenige Male
und dann hast Du ernsthafte Zerstörung von Vertrauen
hinterlassen.

Genau aus diesem Grund versuche ich ihm klarzumachen, dass man sich auf eine versprochene Zusage absolut verlassen kann. So hatte ich ihm z.B. versprochen, dass ich heute mit ihm Spielzeug einkaufen gehe. Auch wenn ich zeitlich in Bedrängnis käme, hätte das für mich absolute Priorität, eben aufgrund meines Versprechens. Und das soll er wissen, dass ich als erstes für ihn heute da bin. Ein Versprechen ist so etwas wie ein Ehrenwort.
In anderen Fällen, wenn ich z.B. sage, dass ich morgen dies oder das mache, muss ich oft sagen ‚ich versuche es zu tun, ich habe es aber nicht versprochen!‘. Damit ich diesen Beisatz spare, dachte ich eben, dass die Erwähnung des Versprechens den Unterschied macht.
Das scheint aber nicht immer so anzukommen.

Markuss

Hi, alle,

die Gültigkeit von Versprechen ist meines Erachtens nicht allein vom Wortlaut abhängig, sondern auch von den Gesprächspartnern, der Gesprächssituation, der Mimik und Gestik, dem Tonfall, dem Inhalt und vielleicht noch mehr äußeren und inneren Umständen, unter denen ein Versprechen, eine Zusage, oder wie man es nennen mag, gegeben wird.

Fritz

Hi,
Deine Frage ist ja schon ein paar Tage alt, und einige Antworten dazu hast Du ja auch schon - dennoch: meines Erachtens ist dies nicht ne Frage, die ins Forunm Sprache, sondern eher ins Forum Psychologie gehört.

Man sollte nicht zu seiner Gunsten mit Sprache spielen.
Nicht nur Kinder (obwohl natürlich vor allem die) nehmen das, was man sagt, für bare Münze. Und das muss auch so sein, sonst können wir Kommunikation zwischen Menschen gleich abschaffen.

Kinder sind entäuscht, wenn man ihnen etwas versprochen hat, und es doch nicht tut - dazu braucht man das Wort ‚versprochen‘ nicht ausgesprochen zu haben.

Wenn ich als Frau einem Mann sage, er soll irgendetwas doch bitte unterlassen (zB beim Sex), dann glaube ich ihm, wenn er sagt, ist ok.
Wenn er es dann dennoch tun würde, und sich damit rausreden wollte, dass er es ja nicht ausdrücklich versprochen hätte, oh, der würde was zu hören kriegen!

Wie willst Du denn Vertrauen in einer Beziehung aufbauen - ob zu einem Partner oder zu einem Kind - wenn Du das von Dir Gesagte durch Deine Wortspielerei wieder nichtig machst?

Es bringt also auch nichts, zu sagen, ‚ich werde es tun, aber ich habe es Dir nicht versprochen‘. Der Satz ist völlig widersprüchlich in sich! ENTWEDER Du WIRST es tun, ODER eben nicht.

Natürlich lässt es sich einfach sagen, ja, ich werde versuchen, es zu erledigen, aber ich kann’s Dir nicht versprechen.

Der erstere Satz kommt mir so vor, wie das, was im Kindesalter gemacht wird - irgendwas ‚schwören‘, und hinterher sagen, ich hab aber meine Finger verkreuzt, hinterm Rücken, so dass Du es nicht gesehen hast, … und deshalb galt es nicht…

Das ist doch irgendwie total hinterlistig, hinterhältig. Klar, wenn man irgendwas nicht erledigt bekommt, weil was dazwischen kam, dann war das nicht vorsätzlich. Aber dieser so eindeutig widersprüchliche Satz, irgendwie zeugt er doch von einem ähnlichen ‚safety mechanism‘ wie das mit dem ‚Schwören‘ - mal so tun, als ob man’s verspricht, aber es so ausdrücken, dass man sich hinterher wieder rausreden kann…

HINTERHER ist halt zu spät! Dein Gesprächspartner muss VORHER wissen, ‚zu wieviel Prozent‘, sozusagen, er sich auf dich verlassen kann.

Hope you know what I mean.
Gruss,
Isabel

Spaet kommt ihr, doch ihr kommt …
Hi Isabel,

danke fuer deinen Beitrag. Genau meine Meinung.
Irgendwie hab ich’s aber nicht zu ‚screen‘ bringen
koennen.

Mach’s gut,
Elke

Ich finde , wir sollten noch einmal ganz an den Ursprung der Frage zurückgehen, Markuss hat einen Dialog mit seinem Sohn als Beispiel aufgeführt.
Wenn meine Kinder mich fragen, machen wir das morgen und ich sage ja, dann ist das ein Versprechen und daran fühle ich mich dann auch gebunden. Und ich finde, dass Kinder sich auch ohne linguistische Feinheiten auf mich verlassen können müssen. Deshalb sage ich meinen Kindern auch, wann immer ich nicht hundertprozentig sicher zu sein glaube, unter der Voraussetzung, dass nicht unplanbares x y dazwischenkommt.
Wenn ich nicht einschränke, dann muss ich mich auch daran halten.
Kinder sehen die Welt viel absoluter als wir und wir verlieren selbst eine Menge Glaubwürdigkeit, wenn wir uns auf unsere linguistischen Feinheiten zurückziehen. Wenn dann einmal wirklich unabänderliche Tatbestände (aber wirklich nur ganz gravierende ) dazwischenkommen, sehen sie es in der Regel auch ein.

Das als Maßstab, lässt es sich in der Regel auch mit Erwachsenen ganz gut aushalten.
Viele Grüße

Apfelsine