Ich weiss (es) nicht

Hi
Wann verwendet man “Ich weiss nicht” und wann “Ich weiss es nicht.” Wenigstens glaube ich “ich weiss nicht” gehoert zu haben. Darf ich, armer Auslaender, ruhig immer “Ich weiss nicht” sagen - wozu ich tendiere? Bitte, sagt ja, damit ich mehr Gehirnzellen dazu widmen darf, zu errinern wo ich meinen Schluesselbund und Brille hingesetzt (hingestellt? gestetzt? niedergesetzt? gestellt? getan? getputet?) habe.

Uebrigens, wenn man die Frage umgekehrt ansieht und wissen moechte, ob man auf Englisch je sagen koennte “I know it not” die Antwort ist nein. Das teile ich mit, weil ich ab und zu diese Konstruktion gehoert/gelesen habe.

Gruss, Jim

„Ich weiß nicht“ ist Umgangssprache, bzw. der erste Teil eines Satzgefüges, also etwa:
Frage: „Wann fährt der Zug?“
Antwort: „Ich weiß nicht, wann der Zug fährt.“
Da die meisten Leute die Frage in der Antwort nicht wiederholen wollen, sagen sie einfach:
„Ich weiß nicht.“

Korrektes Deutsch wäre natürlich:
„Ich weiß es nicht.“
Aber die Mühe macht sich kaum jemand.

Du kannst also ruhig bei der verkürzten Antwort bleiben. Klingt jedenfalls Deutsch :wink:

Gruß
Uschi

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“Ich weiss nicht”
“Ich weiss es nicht.”

Geht beides, zweiteres ist aber besserer Stil (schriftdeutsch).

Gruss, Bernd

" Ich weiss nicht?!" kann auch eine allgemeine Aeusserung der Ratlosigkeit sein.

Gruss Klaus

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Jim

Wann verwendet man “Ich weiss nicht” und wann “Ich weiss es
nicht.” Wenigstens glaube ich “ich weiss nicht” gehoert zu
haben. Darf ich, armer Auslaender, ruhig immer “Ich weiss
nicht” sagen - wozu ich tendiere? Bitte, sagt ja, damit ich
mehr Gehirnzellen dazu widmen darf, zu errinern wo ich meinen
Schluesselbund und Brille hingesetzt (hingestellt? gestetzt?
niedergesetzt? gestellt? getan? getputet?) habe.

Ich weiss nicht sagen hier nur die Ausländer *g*, wir sagen: Weiss ich nicht, oder die höfliche Variante: Tut mir leid, das weiss ich nicht.

Uebrigens, wenn man die Frage umgekehrt ansieht und wissen
moechte, ob man auf Englisch je sagen koennte “I know it not”
die Antwort ist nein. Das teile ich mit, weil ich ab und zu
diese Konstruktion gehoert/gelesen habe.

Klar, english for runaways :wink:
Gruß
Rainer

I don’t know
Uschi hat recht, „ich weiß nicht“ ist eine elliptische (=Auslassungs-)Form von „ich weiß nicht, ob…“, „ich weiß es nicht“

Ihr Beispiel zeigt auch noch eine andere Ellipse:
„weiß du, wann der Zug kommt?“
„ich weiß nicht, wann“, wo ebenfalls die komplette Wiederholung der Frage fehlt.

Es wäre verwunderlich, im Englischen „I know it not“ zu hören/lesen. Dagegen findet sich dieselbe Auslassungsform wie im Deutschen:
„I don’t know“ für „I don’t know, whether…“, „I don’t know it“

So, und nun kannst du wieder nachsehen, wohin du deine Brille geLEGT hast :smile:)))

Hi

Dagegen findet sich dieselbe Auslassungsform wie

im Deutschen:
„I don’t know“ für „I don’t know, whether…“, „I don’t know
it“

Eigentlich haette ich mich besser ausdruecken sollen und durch meine Bemerkung auch „I don’t know it.“ angehen. Und zwar: Im Englischen kann man nicht immer „I don’t know it“ verwenden, wenn man „Ich weiss es nicht“ auf deutsch verwendet…Vielleicht einige Beispiele werden uns die Moeglichkeit geben, einen Regel zu formulieren:

moeglich:
„Do you know the formula for coca-cola?“
„No, I don’t know it.“ (auch moeglich: „No, I don’t know.“)

NICHT moeglich:
„Do you know how to make coca-cola?“
„No, I don’t know it.“ statt dessen sagt man: „No, I don’t know.“

NICHT moeglich:
„Do you know when our train will arrive in Spaziergang im Winkel?“
„No, I don’t know it.“ statt dessen sagt man: „No, I don’t know.“

Es scheint mir (weil, fuer uns Muttersprachler, diese Sache eine derjenigen ist, die wir nicht erlernen muessen - wir internalisieren die Regeln lange bevor wir die Schule betreten) dass „it“ in „I don’t know it.“ immer auf eine einzige Sache sich beziehen muss. Nicht auf eine herausgelassene Phrase.

Also:
Hiermit gebe ich feierlich diesen im obrigen Paragraph durch Induktion ausgewickelten Regel als „letztes Wort“ in Beziehung auf diese Frage bekannt - ausser wenn man ein Beispiel aufbringen kann, der diesen Regel in Zweifel bringt. Wer nimmt diese Herausforderung auf?

Ich beschraenke mich bei diesen Ueberlegungen absichtlicht auf „to know“ als Uebersetzung fuer „wissen“ und lasse „to know“ als Uebersetzung fuer „kennen“ aus dem Spiel. Bei „kennen“ kommen andere moegliche Schwierigkeiten/Komplikationen vor. Und grammatisch gesehen, ist kennen/to know eine ganze andere Frage.

So, und nun kannst du wieder nachsehen, wohin du deine Brille
geLEGT hast :smile:))) Danke. Bis jetzt brauche ich nur eine Brille zum Lesen. Wenn ich schliesslich eine Brille brauche, um nachzusehen, wo ich die Brille gelegt habe, werde ich keinen Rat mehr wissen.

tschuess und froenliche Weibnaechte
Jim

Hi, James!

Wie würdest Du denn Deine Beispiele ins Deutsche übersetzen?
Es muß korrekt heißen:

  1. „Kennst Du die Formel für Coca Cola?“
  2. „Weißt Du, wie man Coca Cola herstellt?“
  3. "Weißt Du, wann unser Zug ankommen wird?

Der Unterschied zwischen „kennen“ und „wissen“ (im Englischen durch „to know“ wiedergegeben) ist also sehr wohl relevant… :smile:

Die Antworten lauten:

  1. „Nein, ich kenne sie nicht.“ („I don’t know it.“)
  2. „Nein, ich weiß es nicht.“ („I don’t know.“)
  3. „Nein, ich weiß es nicht.“ („I don’t know.“)

Im Englischen erfordert „to know“ das „it“ offensichtlich dann, wenn es die Bedeutung „kennen“ annimmt.

Im Deutschen ist „wissen“ ein transitives Verb („etwas wissen“), erfordert also ein direktes Objekt. Dieses kann z.B. durch ein nominales Akkusativobjekt ausgedrückt werden oder eben durch einen Nebensatz. Und wenn man letzteren nicht mehr wiederholen will, muß das unpersönliche „es“ stehen. Man kann es sich erklären, indem man sich vorstellt, daß durch Verwendung eines transitiven Verbs eine „Planstelle“ entsteht, die ausgefüllt werden muß - im Zweifelsfall durch „es“. Vergleichbar: „Es regnet.“ Es hat wenig Sinn zu fragen, wer oder was genau regnet - das „es“ ist wiederum nur ein unpersönlicher Lückenfüller, diesmal für die Stelle des Subjektes.

In der Hoffnung, geholfen zu haben,
Vlado