Ich weiss nicht mehr weiter

hallo alle zusammen,
ich weiss nicht so recht wie und womit ich anfangen soll…ich weiss nicht mehr weiter, bin total fix und fertig mit der welt.

ich hatte keine schöne kindheit, nicht das ich missbraucht, gequält worden bin, aber ich bin als kind schon so ziehmlich auf mich alleine gestellt gewesen, da meine eltern beruflich (selbstständig in der gastro) nicht viel zeit oder fast garkeine zeit für mich hatten. mit 16 jahren verlor ich meine mutter, was mein leidensweg enorm beinträchtigt hat. alles andere war mehr oder weniger vorprogrammiert, ich schmiss die schule hin, habe meine ausbildung abgebrochen usw.
somit habe ich noch heute grosse probleme damit einen job zu finden der mir spaß macht und den ich länger als 1-2 jahr behalte. ich bin jetzt 26 jahre alt, bin überschuldet und habe keine ziele, keine lebensfreude… also kurz und knapp gesagt bin ich fertig mit meinen nerven.
naja das war noch nicht alles, mein schicksal meint es nicht gut mit mir, vor 2 jahren verlor ich mein vater, diese qual lässt mich nicht in ruhe. ich habe 1 jahr lang mein vater in sämtliche krankenhäuser begleitet und zugesehen wie er tag für tag starb bis zu zu seiner letzten nacht wo ich „alleine“ ihn verabschiedet habe.

ich brauche hilfe, leider habe ich das viel zu spät erkannt bzw dies zugegeben das ich dringend hilfe brauche. ich hoffe das es nicht zu spät für mich ist, denn ich habe psychische probleme die immer schlimmer werden und die ich jahre lang verdrängt habe.

naja zumindest bin ich nicht ganz alleine, habe 3 ältere schwestern (alle verheiratet und haben ihre eigenen sorgen) in münchen, aber die konnten meine tiefgründigen probleme/gefühle niemals durchschauen so das sie mir helfen konnten, da ich eine sehr verschlossene person bin und niemand so leicht an mich ran lasse.
ich komme mir so alleine vor auf dieser welt, ich möchte ein freund haben mit dem ich durch dick und dünn gehen kann und über alles reden kann, doch so ein freund habe ich leider nicht…
doch in wirklichkeit möchte ich eigentlich ein gesellschaftlicher mensch sein, der rede gewandt ist und schnell freundschaften schliesst. aber das bin ich halt nicht, und freunde hatte ich wie gesagt wirklich keine gehabt. das wort selbstbewußstein ist für mich seit einer ewigkeit zu einem fremdwort geworden.

ich komme aus münchen, kennt ihr einen guten psychologen bzw. könnt ihr mir sagen was ich überhaupt in meiner lage jetzt erstmal unternehmen soll…?

danke für eure hilfe

volkan

Hallo

Ein zielloses Leben, ist ein elendes Leben, hat jemand gesagt. Und es stimmt. Für die meisten ist die Gründung einer Familie und beruflicher Erfolg ein Ziel, daß sie erfüllt. Die Zeiten sind nicht so günstig dafür, deshalb sollte man sein Ziel weiter und größer stellen. Das Aufgehen in die Aufgaben die sich ergeben, erlöst von der ständigen Selbstbetrachtung und von allen solchen Problemen wie Du sie beschreibst.

…oder macht sie zumindest leichter

gruß
rolf

Hallo Volkan,
deine Zeilen habe ich eher zufällig gelesen und leider bin ich auch nicht die Super-Expertin,aber ich möchte dich ein bißchen aufmuntern,weil mich dein Schreiben sehr berührt hat.Das liegt daran,dass ich einen Bruder habe,der eine ähnliche Lebens-Statistik führt,wie du.Vorab aber eins:stuck_out_tongue:sychologen oder Psychotherapeuten findest du mit Sicherheit im Telefonbuch.Es wäre gut,wenn du einen Passenden für dich findest.Ich denke,dass du nicht auf dem Standpunkt „Was habe ich nur alles schon hinter mir ?“ stehen bleiben solltest,versuche doch mal zu erkennen,was du für Wünsche und Träume hast ! Deine Mutter und dein Vater sind leider verstorben,aber sicher gibt es Dinge,auf die sie stolz wären,wenn sie noch leben würden,warum fragst du dich nicht danach ? Deine Trauer kann ich gut nachvollziehen,aber du bist ein erwachsener Mann,der sicher nicht ganz ohne Qualitäten,Fähigkeiten und guten Eigenschaften ist-kram sie doch mal hervor,statt in Selbstmitleid zu baden !! Sorry-das ist wirklich nicht böse gemeint,sollte nur ein kleiner A…tritt werden.Du bist noch jung und leider hast du nie die Erfahrung eines „besten Freundes“ machen können,gerade den könntest du vielleicht brauchen.Aber danach suchen macht wenig Sinn (Erfahrung),sie sind da-man muß es nur erkennen.Solltest du ganz alleine sein,schließe dich Gruppen an,die deine Interessen anbieten,z.B.Sport,weiterbildende Maßnahmen,geh raus unter die Menschen-wenn du kannst !Für eine Ausbildung ist der Zug auch noch nicht abgefahren,du mußt dich halt bewegen.Ich wünsche dir viel Kraft und Mut den Weg nach vorne zu finden.Gruß Bea

Hallo Volkan,

ich hab eine Weile über das nachgedacht, was du geschrieben hast. Mir
ist überwiegend aufgefallen, dass du mir sehr überlastet vorkommst.
Jemand, der schon gleich einen riesengroßen Berg Arbeit und
Verpflichtungen vor Augen hat, wirft schnell alles hin. Dann gibt es
Phasen, in denen man erkennt, sich auch mal den angenehmen Seiten des
Lebens zuwenden zu müsssen, hast du eine Kaufsucht wegen der
Überschuldung? Oder man denkt, auch mal ausspannen zu müssen, macht
viele Fehler bei der Arbeit oder in der Schule und wird prompt mit
Missachtung gestraft. Dann ist man wieder streng mit sich, gibt alles
und überarbeitet sich; so geht das dann abwechselnd weiter, bis man
mit den Nerven am Ende ist und nur noch Probleme sieht, die man auch
noch mitverursacht hat. Wenn das so ungefähr bei dir abläuft, dann
geh zu einem Arzt und lass dir eine THerapie verschreiben; du
brauchst dir keine Sorgen zu machen, welcher Therapeut nun besonders
empfehlenswert ist, die wissen alle, wie sie mit dir umzugehen haben.

Schuldnerberatungsstellen sind auch gut, um erst mal wieder den Boden
unter den Füßen zu finden; vielleicht warst du da aber auch schon.

Was Freunde anbelangt, brauchst du dich bloß so zu zeigen wie du
bist, sag was dich belastet, was dir Freude und ein wenig Hoffnung
gibt, und vor allem, dass du Freunde suchst und selbst auch für
jemanden ein Freund sein willst. Frag doch mal nach, ob es für andere
auch wichtig ist, jemanden zu haben, der einem ein wenig unter die
Arme greift, einfach nur ein wenig Unterstützung zu haben; das
wünschen sich doch viele und schon bist du am Ball. Freunde findet
man, wenn man ehrlich zu sich selbst und zu anderen ist. Nur Gedanken
lesen können die wenigsten, deshalb muss man schon etwas von sich
erzählen. Wenn du nicht weißt was, sag das, was dich gerade
beschäftigt. WEnn mich jemand mit den Worten anspricht: „Mir fällt es
anfangs schwer, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, ich würd mich
aber gern ein bisschen mit dir unterhalten, wenn du magst“, dann werd
ich bestimmt nicht nach ihm treten; und Leute die’s tun sollte man
wohl nicht mit Freunden verwechseln. Also, du hast nichts zu
verlieren, bloß jede Menge zu gewinnen.

Wenn du mit einem Therapeuten an der Seite ein wenig ausgelotet hast,
wieviel Belastung du im Moment vertragen kannst, findest du auch
einen Weg, in eine richtige Arbeit. Du bist wirklich noch nicht zu
alt dazu. Du brauchst bloß ein wenig Hilfe, um herauszufinden,
welches Pensum du gerade schaffen kannst, um dich nicht zu
frustrieren. Das wird schon. Oder hast du etwa geglaubt, dass du mit
deinen Problemen alleine auf der Welt bist?

Daumen drück

Sprite

Hallo volkan,

könnt ihr mir sagen was ich überhaupt in meiner lage jetzt
erstmal unternehmen soll…?

Na, den ersten Schritt hast Du mit Deinem Posting bereits erledigt - Du bist aktiv geworden. Für den medizinischen Aspekt könntest Du Deinen Hausarzt zunächst konsultieren. Er ist Deine erste Anlaufstelle und wird Dir weiterhelfen.

Lieber Volkan,

was hältst Du davon, diese Zeilen von Dir auszudrucken und sie Deinen Schwestern in die Hand zu drücken?

Nur ein Vorschlag.

Aufmunternde Grüße
Jana

hallo,

als erstes möchte ich mich für die aufmunternde wörter und ratschläge von euch bedanken. eure zeilen haben mir einen antrieb gegeben, endlich etwas zu unternehmen. jetzt muss ich endlich anfangen diese ratschläge in die tat umzusetzen. Ich haben mir jetzt vorgenommen hilfe von der schuldnerberatung zu holen, mich mit meinem hausarzt in verbindung zu setzen bezüglich den depressionen und was mir als wichtigstes erscheint, mich ab jetzt mit menschen zu umgeben die mir kraft geben und nicht die letzten kraftreserven von mir ausrauben. ich habe mich vorgestern gegenüber meiner ältesten schwester endlich geöffnet und ihr meine situation geschildert, ihr hättet mal diesen schockausdruck in ihren augen sehen sollen, die nahm mich in die arme und wir weinten uns beide aus und unterhielten uns anschließend bis in den tiefen morgengrauen… sie machte sich unheimlich grosse vorwürfe wie das alles geschehen konnte ohne das irgend jemand davon wind bekam, daraufhin habe ich versucht ihr das schlechte gewissen auszureden, da ich bis dato immer versucht hatte alles zu verdrängen und nie mit meinen problemen an meine familie gewandt habe. ich habe schmerzhaft erfahren, wie wichtig eine familie ist, denn die familie ist immer für einen da um einem den rücken zu stärken.
ich bin jetzt nicht mehr alleine mit meinen problemen, meine drei geschwister unterstützen mich von nun an bei meinen vorhaben die mich vorwärts bringen sollen und helfen mir dabei schritt für schritt neue ziele in mein leben zu setzen.

also nochmals danke an euch alle…

ps
es war für mich eine grosse überwindung meine intimen probleme hier reinzuschreiben, aber jetzt im nachhinein bin ich doch ganz froh dies getan zu haben.

ich wünsche euch alles glück dieser welt

euer
volkan

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