Ideales Wetter für Hausbau

Hallo zusammen,

wir bauen ein Haus (bzw. lassen bauen), diese Woche wurde mit den Wänden begonnen.

Nur mal so interessehalber: wie wären jetzt die idealen Wetterbedingungen? Für den Rohbau soll es ja sogar gut sein, wenn der ein wenig Frost bekommt. Allerdings kann dann ja nicht weitergearbeitet werden. Also erst Rohbau dicht (Dach und Fenster), dann Frost? Und bis dahin deutlich über Null und möglichst kein Regen? Oder ist Regen nur für die beteiligten Handwerker unangenehm?

Wie ihr merkt, ich habe so gar keine Ahnung davon und würde mich über ein paar Erklärungen freuen, welche Arbeiten bei welchem Wetter noch möglich sind!

Danke :smile:
Felix

Hallo Felix,

Nur mal so interessehalber: wie wären jetzt die idealen
Wetterbedingungen?

Das kommt zuerst einmal auf di Bauweise an!

Bei Holz hat man keine grundsätzlichen Probleme mit Minustemperaturen, aber es sollte trocken bleiben.

Beton muss im positiven Temperaturbereich verarbeitet werden. Er darf aber beim Abbinden auch nicht zu heiss haben und vor allem nicht austrocknen. Bei schönem Wetter muss man ihn deshalb feucht abdecken, da wär also leichtes Regenwetter ideal.

Allgemein ideales Wette gibt es nicht!

MFG Peter(TOO)

Hallo
Es wird ja heute leider keine Rücksicht auf die armen Handwerker mehr genommen , ob sie frieren oder nicht . Richtig gesehen sollte ein Rohbau mit Dach und ohne Fenster im Winter die Möglichkeit haben einmal durchzufrieren . Aber die meisten Leute haben es sehr eilig in ihr Haus zu kommen und da werden die meisten Fehler gemacht . Es wird gemauert bis der Speis einfriert - es wird verputzt , egal ob es friert oder nicht . Danach werden die nassen Wände schnellstens mit Heigeräten getrocknet und wenn sie dann einziehen geht das Geheule los wenn sich der Putz löst und es Risse gibt oder die Wände schimmeln vor sich hin . Danach heißt es immer ( der Maurer und der Weissbinder haben gepfuscht )
viele Grüße  noro

Hi Felix,

der Herbst ist nicht schlecht für konventionelle Bauweise… wie schon gesagt Beton und Mörtel trocknen nicht - sie binden ab - Sonnenschein und Trocknungsgeräte sind also eigentlich nix. Du kannst zwar schon ein / zwei Tage später z.B. auf deine Decke gehen - relativ fertig ist sie aber erst nach ca. 6 Wochen und so richtig erst nach noch viel längerer Zeit. Ehrlich gesagt Beton etc. ist eine Wissenschaft - da gibt es zig Bände drüber.

Die Sache mit dem Frost einen Winter durch den Rohbau gehen zu lassen sehe ich ebenfalls als richtig an… das ist ein nicht unbedeutender Kostenfaktor für den Bauherren wenn evtl. Miete gezahlt wird und parallel schon der Abtrag läuft summieren sich da schnell ein paar tausend Euronen - versuch einmal deiner bessern Hälfte oder den Kindern so etwas zu erklären - lass es besser - also einen gesunden Mittelweg finden.

Beste Grüße und viel Erfolg
Keuper

Hi!

Also früher, hat man mit dem Mauern so im Spätsommer angefangen, und gesehen, dass man vor dem Winter fertig war, und das Dach drauf war.
Die Öffnungen für Fenster und Türen wurden mit Säcken / Tüchern zugehängt,
und nach dem Winter ging der innenausbau los.
Die Regel war, 9 Monate dauert ein Haus, genau wie ein Kind.

Jetzt, Anfang November ist es mir eigentlich schon etwas spät.
Aber, ich weiss auch, dass vor 20 Jahren schon gemauert wurde, bis der Mörtel an der Kelle angefroren ist, und im Frühjahr war Einzug.
Das gab dann zwar einige Reklamationen, aber das ist heutzutage wohl egal…

Grüße, E!

Hallo E!,

und nach dem Winter ging der innenausbau los.
Die Regel war, 9 Monate dauert ein Haus, genau wie ein Kind.

Das hängt aber auch vom verwendet Mörtel ab und ist heute anders als früher!
Bim Kalkmörtel hat man früher auch Schwelfeuer aufgestellt um Kohlendioxyd zu erzeugen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Trockenwohner

MfG Peter(TOO)

Hallo!

Das ist ja interessant, mit den Trockenwohnern… das ist mir neu.

Also selbst gesehen habe ich es nicht, aber soweit ich weiss, waren das Eisenkörbe mit glühender Steinkohle, die man da aufgestellt hat. So in den Anfangsjahren der DDR, wie es mir mein Vater berichtet hat.

Und, ich selbst wohne auch in so einem alten Kalkmörtel-Haus, das sind relativ weiche Ziegel, Kalk wohl aus dem historischem Kalkofen im Nachbarort, dann ist da noch Holz- Asche mit eingemischt,
ich hab da kein Problem damit.
Luftfeuchtigkeit ist scheinbar selbstregulierend, ich kümmere mich garnicht darum, das ist immer angenehm,
blos irgendwelche Dübel setzen wird manchmal zur Nervenprobe…

Ansonsten kann ich sagen, dass ich bei Renovierungs-und Umbauarbeiten auch fast ausschliesslich mit Kalkmörtel und Putz gearbeitet habe,
ich habe da kein Problem damit.
Schliesslich hat der Original-Putz auch 100 Jahre gehalten. Und ist überwiegend noch vorhanden. Also innen natürlich nur.

Grüße, E!

Hallo E!,

Das ist ja interessant, mit den Trockenwohnern… das ist mir
neu.

Habe ich mal in der Schule gelernt.

Also selbst gesehen habe ich es nicht, aber soweit ich weiss,
waren das Eisenkörbe mit glühender Steinkohle, die man da
aufgestellt hat.

Ich kenne es auch nur aus Erzählungen.

Und, ich selbst wohne auch in so einem alten Kalkmörtel-Haus,
das sind relativ weiche Ziegel, Kalk wohl aus dem historischem
Kalkofen im Nachbarort, dann ist da noch Holz- Asche mit
eingemischt,
ich hab da kein Problem damit.

Die Feuchte ist ja nur im ersten Jahr, das sollte deine Hütte hinter sich haben :wink:

Luftfeuchtigkeit ist scheinbar selbstregulierend, ich kümmere
mich garnicht darum, das ist immer angenehm,

Die alten Bauweisen haben auch ihre Vorteile!
Nicht alles Modern ist auch besser.
Mit Leimfarbe hat man eigentlich keine Schimmelprobleme wie heute.

MfG Peter(TOO)

Hallo!

Hallo! Mit Leimfarbe hat man eigentlich keine Schimmelprobleme wie
heute.

Wenn man wüsste, wie???

Ich hab da auch schon einiges gelesen, und teilweise auch ausprobiert,
man kann da ja bestimmt mit Schlämmkreide, Sumpfkalk, Tapetenleim, Quark, Firnis, Latex, Farbpigmenten usw. feine Sachen machen, wenn man es weiss.

Bei mir war es dann aber auch so, wie wohl bei vielen, dass man im Baustoffhandel einen fertigen Eimer Dispersionsfarbe kauft… einfach aus Bequemlichkeit.

Hast Du da manchmal Rezepturen für Farben, also einen Link, oder eigene Erfahrungen?

Grüße, E!