Ideen aus Berlin: Hochwasserpflichtversicherung

Hallo Micha,

der Ort heißt „Ziltendorf“… es ist aber eine Niederung… :smile:
Und wenn das Grundwasser kommt, ich aber keinen Keller habe… bitte soll es kommen, mein Hausrat und mein Haus erwischt es doch dann nicht… oder hast du Grundwasser schonmal so hoch steigen sehen, dass es freitritt?
Aber letztendlich stand das ja auch nicht zur Debatte. Ich wollte lediglich aufzeigen, dass man nie „nie“ sagen sollte… Schließlich k***** ja Pferde bekanntlich auch schonmal vor der Apotheke. :smile:

Gruß
Marco

Hallo Stefan,

probiere doch mal jetzt deine Anfrage zu wiederholen. So kurz danach hat man natürlich Angst, dass der Bach wiederkommt. Jetzt könntest du etwas mehr Glück haben.

Aber das mit dem Schadenfall ist leider so. Sind erst einmal welche bekannt, ist das Gebiet risikoexponiert. Deswegen fände ich ja einen Ausgleich im Rahmen der Versicherung völlig i.O. Dieser Ausgleich kann ja bspw. in einen Fond eingezahlt werden. Somit wäre zudem gewährleistet, dass die Prämie überall gleich ist.

Was aber passiert mit denen, die keine Versicherung vorhalten? Da gebe ich nach wie vor Raimund und auch Dicker recht… die sollen halt nix bekommen.

Gruß
Marco

Hallo Micha,

der Staat kann einer Versicherung nur dann eine Kontrahierungspflicht vorschreiben, wenn die Versicherung die Absicherung dieses Risiko geschäftsplanmäßig vorsieht. Sprich, ist der Versicherer in diesem Gebiet oder für diese Personengruppe lt. Geschäftsplan nicht tätig, so kann der Staat es dem Versicherer nicht vorschreiben nunmehr darin tätig zu werden. :smile:

Gruß
Marco

hallo Dicker,

nach der Logik müsste eine Hundehaftpflicht, eine Privathaftpflicht, usw. auch eine Zwangsversicherung sein. Hausrat ist sein eigenes Bier.

Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie jemand, der
möglicherweise durchaus große Beträge in seinen individuellen
Wohlstand investiert, sei es nun in Haus, Wohnung oder
Hausrat, wie so jemand sich über die Peanuts für eine
Elementardeckung in der Versicherung beschwert. Das ist in
etwa das gleiche, wie jemand, der sich aus Protest gegen die
eh nur immer abzockenden Versicherungen keine
Hausratversicherung leistet und dann, nach einem Wohnungsbrand
auf das Sozialamt hofft.

Wenn der mensch nicht so veranlagt wäre, gäb´s auch keine „freiwilligen“ Sozialhilfeempfänger. Leider gibt´s die aber.
Man kann dazu auch Schmarotzer sagen.

Das ließe sich fortsetzen: Wer einen Hund hat (so wie ich
*g*),

der Mensch fängt beim Hund an! Wauwau (Kommentar meiner Zora!)

Ob ich dagegen meine edlen Möbel oder mein Haus versichere,
ist mein Privatvergnügen. Wenn ich es nicht tue, habe ich eben
Pech gehabt. Genauso betrachte ich das bei der
Hochwasserpflichtversicherung. Überflüssig wie ein Kropf.
Diese Pläne beweisen nur wieder die allgemeine
Reglementierungswut in D.

Wie Du im Originaltext (siehe oben)lesen kannst, geht es nicht explizit um eine Hochwasser-Pflichtversicherung, sondern um eine Elemantarschädenversicherung

Aus dem vorher von mir gesagten ergibt sich jedoch auch eine
weitere Konsequenz: Wer sich eben aus freien Stücken nicht
Privat absichert, der darf im Schadenfall allerdings auch auf
absolut keine Unterstützung seitens der Öffentlichkeit hoffen.
Für den Geiz anderer Leute darf der Steuerzahler nicht bluten
müssen. Von daher sehe ich es als Unverschämtheit an, das
diese Regierung Milliarden als Flutopferhilfe auf den Tisch
blättert.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer: jede Regierung, der der Arsch auf Grundeis geht wird vor den Wahlen diesen „armen“ Versicherungsprämiensparern mit Steuergeldern helfen. Einmal deswegen, damit sie mehr Stimmen erhält (wie erlebt!) und zum anderen, damit diese Gegend nicht entvölkert wird. Denn viele, die haus und Hof verloren haben (aus eigenem Verschulden) bauen nicht mehr auf, sondern ziehen in andere Gegenden. Das muss vermieden werden. Also Steuerzahler mach die Geldbörse auf!
Grüße
Raimund

Hallo Stefan,
das Problem bei Vorschäden kenne ich… doch es gibt Versicherungen, die da etwas großzügiger sind. Hier hilft z.B. auch ein Makler. Der kennt die Leute bei der Versicherung (oft) und weiß, wie er argumentieren muss.
Klar, direkt an der Elbe wird´s in Zukunft schwierig werden, so eine Versicherung zu machen.
Ein „Druckmittel“ ist z.B. bei der Versicherung, bei der man eine Krankenversicherung, KFZ-Versicherung, Lebensversicherung,… hat anzufragen. Die drücken da schon mal beide Augen zu, um nicht den Runden zu verlieren.
Grüße
Raimund

hallo Micha,
.

Alles was Du schreibst ist richtig, leider fehlt ein wichtiger
Punkt. Bei einer Pflichtversicherung kann der Staat die
Versicherungen zur Annahme der Versicherung zwingen
(gesetzliche KV, KFZ-Haftpflicht),

deswegen wehren sich die Versicherungen ja gegen die Pflicht.

derzeit ist es so, das
massenhaft Leute in gefährdeten Gebieten eine
Hochwasserversicherung abschließen wollen, sich dafür aber
keine Versicherung bereitfindet. Diesen Leuten kannst Du
höchstens vorwerfen, an der falschen stelle zu wohnen, aber da
wirst Du einsehen, das so etwas nur auf lange Sicht abstellbar
ist.

Hier muss ich wie Dicker antworten: Pech gehabt: erst sparen wollen und dann, wenn´s passiert ist nach der Versicherung schreien. Das kommt mir vor, wie ein Autofahrer, der sich die Versicherung spart und erst wenn´s gekracht hat sagt: „jetzt suche ich einen Dummen, der meinen Schaden bezahlt.“ Du musst bedenken, dass eine Versicherung nicht nur ein Betrieb ist, der Gewinn machen muss, sondern er hat auch eine Verantwortung der Solidargemeinschft gegeüber.
Bedenke, was eine Versicherung ist: es ist kein Selbstbedienungsladen (glauben sehr viele, wenn´s zu ihrem Vorteil ist) sondern viele zahlen in einen großen Topf, damit die wenigen, die es erwischt hat, ihren Schaden ersetzt bekommen. Würde jeder sich nur dann versichern, wenn es kracht, dann kann er gleich alles selbst bezahlen. Denn der Beitrag wäre höher als der Schaden.
So, war ein langer Text.
Soll ich ihn noch länger machen? :smile:) Wäre noch viel zu sagen!
Grüße
Raimund

Hallo,

Hier muss ich wie Dicker antworten: Pech gehabt: erst sparen
wollen und dann, wenn´s passiert ist nach der Versicherung
schreien.

Das verstehe ich nicht. Viele in Köln am Rhein waren jahrelang versichert, bis es den Versicherungen zu bunt wurde und diese die Verträge kündigten, neue gabs von niemandem. Den Leuten kannst Du ja kaum vorwerfen „erst sparen wollen…“ - und von genau diesen, nicht nur in Köln, rede ich.

Gruß,
Micha

P.S. wenn man hätte können und wollte nicht - da sind wir ja alle einer Meinung!

hallo Micha,
da haben wir uns missverstanden. Ich war geistig bei Oder und Elbe.
Klar, wenn jemand will, aber aus Risikogründen nicht genommen wird… da kann er nichts dafür.
Und eben hier greift die Pflichtversicherung. Aus einer Pflichtversicherung kannst Du nicht rausgeworfen werden, bzw. Du musst aufgenommen werden.
Beispiel KFZ: hier kann Dich die Versicherung zwar schon nach einem Schaden rauswerfen, doch die nächste muss Dich nehmen. Nicht bei der Kasko, doch die HP muss angenommen werden. Eine der Gründe, warum die Versicherungen sich gegen diese Elementarpflichtversicherung wehren.
Würden alle Hausbesitzer Deutschlands pflichtversichert gegen Elementarschäden (Feuer, Wasser, Sturm, Hochwasser…)dürfte die Prämie auch nicht so gewaltig werden. Und den Schutz gegen eine der Elementarschäden braucht jeder Schutz! Oder kann eine Hütte nicht mehr abbrennen? :smile:

Grüße
Raimund

Moin, moin,

der Dicke MD. trifft exact den Punkt und bekommt deshalb auch einen von mir !!

-))

gruss
m.