Identifikation mit dem Unterdruecker?

Hallo,

ich habe die Erfahrung gemacht dass Menschen oft emotional darauf reagieren wenn man z.B. die Defizite des derzeitigen Systems, die Rolle der Medien… kritisch anspricht.

Wenn jemand (emotional) seine eigene Meinung bzw. seine eigenen Handlungen verteidigt kann ich das verstehen da niemand gerne zugibt etwas falsches getan bzw. Unrecht zu haben.

Aber wieso werden Meinungen, Handlungen anderer emotional verteidigt - und vor allem anderer mit denen man nichts zu tun hat?

Ich meine damit nicht die Richtigstellung falscher Behauptungen ueber etwas sondern emotionale Reaktionen ohne darauffolgende Argumente. (Z.B. die Reaktionen auf das Video
http://www.youtube.com/watch?v=ZEKTHFrx6ms oder natuerlich viele Reaktionen in den Politikforen)

Ich will auch nicht ueber die Beispiele diskutieren sondern einfach wissen wieso ihr denkt dass Leute das genannte Verhalten zeigen.

Ist es vielleicht Identifikation mit dem Staerkeren (bzw. Unterdruecker)? D.h. Menschen tun (vor sich selbst und anderen) so als ob sie die Dinge gut finden wuerden die sie sowieso nicht aendern koennen und wenn jemand anspricht wie schlecht diese Dinge sind emotional reagieren weil sie eigentlich zustimmen muessten, es aber nicht tun weil sie sich dann machtlos und schwach fuehlen wuerden weil sie die Situation eben nicht aendern koennen.

Gruss

Desperado

Projektive Identifikation
Hi

Ist es vielleicht Identifikation mit dem Staerkeren (bzw.
Unterdruecker)?

Du sagst es. Man nennt sowas „projektive Identifikation“. Ein durchaus interessantes und gesellschafts-relevantes Phänomen.
Gruß,
Branden

Ich meine, dass unter anderem, bestimmte Substanzen
in unserer Nahrung , Haushaltschemie und in
unseren Genussmitteln sind, die dieses Verhalten
fördern…

Gruss George

Ich meine, dass unter anderem, bestimmte Substanzen
in unserer Nahrung , Haushaltschemie und in
unseren Genussmitteln sind, die dieses Verhalten
fördern…

Das ist ja höchst interessant.
Gibt es Argumente, die für diese These sprechen?

LG tunefish

Anna oder Melanie? Judith!

Hi

Ist es vielleicht Identifikation mit dem Staerkeren (bzw.
Unterdruecker)?

Du sagst es. Man nennt sowas „projektive Identifikation“. Ein
durchaus interessantes und gesellschafts-relevantes Phänomen.

Oder, lieber Branden, halt gleich „Identifikation mit dem Aggressor“, einer von Anna Freuds langer Liste der Abwehrmechanismen (deiner ist ja von Frau Kleins Liste.)

Übrigens der einzige Annafreudismus, mit dem auch Teddy Adorno je was anfangen konnte :wink:


@ UP: die Frage, warum die Menschen ihre eigenen Unterdrückung selbst wollen, verteidigen und dafür sogar kämpfen, das ist natürlich hoch spannend. Ich finde es aber aussichtslos, dafür einen einzigen oder einige wenige psychische Mechanismen angeben zu wollen. Das wird dann einfach zu wischiwaschi.

Lektüretipp zu diesem Themenkomplex:
Judith Butler, Psyche der Macht: Das Subjekt der Unterwerfung
http://www.amazon.de/Psyche-Macht-Das-Subjekt-Unterw…

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Moin George,

Ich meine, dass unter anderem, bestimmte Substanzen
in unserer Nahrung , Haushaltschemie und in
unseren Genussmitteln sind, die dieses Verhalten
fördern…

stimmt, die größten Produzenten sitzen in Bielefeld und Area 51

Gandalf

Ich weiß, du stehst am meisten auf Judith!
Hi Candide

Du sagst es. Man nennt sowas „projektive Identifikation“. Ein
durchaus interessantes und gesellschafts-relevantes Phänomen.

Oder, lieber Branden, halt gleich „Identifikation mit dem
Aggressor“, einer von Anna Freuds langer Liste der
Abwehrmechanismen (deiner ist ja von Frau Kleins Liste.)

Ja, im Grunde läuft es darauf hinaus. Wir meinen etwa denselben Mechanismus.

Übrigens der einzige Annafreudismus, mit dem auch Teddy Adorno
je was anfangen konnte :wink:

Ja, mit der Anna konnten die wenigsten. (Höchstens Dorothy Burlingham *gg*). Die große, dicke Melanie Klein hat da doch mehr Anhänger, wie es aussieht,.
Gruß,
Branden

da müsstest du in der Abteilung „Sucht“ mal eine Frage
zu stellen dann schreib ich dir ein paar youtube
Beiträge auf…
Grüsse aus dem Schlarraffenland-George

Nein, in den Grossbäckereien, Brauereien, Brennereien,
Kaffeeröstereien, bei Wasch- und Reinigungsmittelherseller,
Pharmakonzernen, Ziggi-Produzenten aber sicher nicht
auf dem „Areal einundfünfzig“ werden des „Volkes
Rauschmittel“ gebraut… .

Und als wenn, gut gefüllte deutsche
Mägen, von sich aus, nicht schon träge genug wären;
müssen sie nun auch noch drüber nachdenken, wie man
sich erhebt ohne gleich zu wanken und wieder
umzufallen,
…wahrlich ich sage euch: darum sollt ihr an den
herannahenden Feiertagen nicht schwelgen in des
Pharisäers altem Sauerteig;
sondern, mit Eifer, Liebe, Neugier und Fantasie,
selbst-hergestellte Plätzchen geniesen…

…in diesem Sinne,
ich klatsch ab
und Du bist drinne…

Gruss George

Yeah!
Moin George,

kannst Du mir bitte sagen, was Du gerade geraucht oder genommen hast?
Manchmal möchte ich auch so drauf sein!

Gandalf

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oT
ich mag eure Betreffzeilen irgendwie…

Gruß
Judith

;^)

Mein Geheimnis ist „Das Millionen Dollar Kraut“- Youtube…
ach übrigens was sind eigentlich Pharisäer, warte sag`s nicht…ich weiss schon „Wiki“…
Jetzt sind du und deine WegWeiser mich
erstmal für ein paar Wochen los…
( nicht das ich hier noch mehr sinnlose Fragen stelle und sinnlos beantworte …)

Du hast aber auch einen schönen Namen!
Hast du eigentlich auch einen Butler?

Ich liebe Judith!
… aber das weißt du ja, lieber Branden, dass ich Betreffzeilen stets mit besonderem Charme gestalte.
Ist das eigentlich ein Stilmittel, wenn man einen Satz ganz anders beendet als man ihn begonnen hat?

Ja, mit der Anna konnten die wenigsten. (Höchstens Dorothy
Burlingham *gg*).

Auch der Heinz Hartmann war bekanntlich ganz scharf auf die kleine Anna (in rerum theoreticis natürlich).

Die große, dicke Melanie Klein

Ach du meinst die:
http://www.phillwebb.net/History/TwentiethCentury/co…

:wink:

_ ℂ Λ ℕ Ð I Ð € _

Lass das nicht deine Ladies zuhause hören
Hi Candide

Ist das eigentlich ein Stilmittel, wenn man einen Satz
ganz anders beendet als man ihn begonnen hat?

Ich fürchte: ja. :wink:

Auch der Heinz Hartmann war bekanntlich ganz scharf auf die
kleine Anna (in rerum theoreticis natürlich).

Ja, einige wollten sie haben (Ernest Jones, Ferenczi), aber es gab nach Vater Sigi eben keinen anderen M a n n mehr für sie. Was blieb, waren Frauen. Ist ja auch nicht übel.

Die große, dicke Melanie Klein

Ach du meinst die:
http://www.phillwebb.net/History/TwentiethCentury/co…

Genau die.
Es grüßt dich
Branden

offensichtlich ist Judith ihr eigener Butler–