If clauses spezial fall

Hallo zusammen,

Mir ist in einem Songtext etwas aufgefallen das mir irgendwie unlogisch erscheint: Im Lied „If I was a river“ von Tina Arena heißt es im Refrain

„If I was a river, I’ll flow to you forever, love would run forever in this heart of mine…“

später dann noch einmal: " if I could, I’ll be all you ever would need"

mich verwirrt die konstruktion mit dem will-Future.
Wie lässt sich das erklären? Ich möchte den Text eventuell in meiner Klasse verwenden um die If-clauses einzuführen (oder zu wiederholen), aber mir fällt keine logische Begründung für diese Konstruktion ein, da sie sämtlichen Regeln der If-clauses widerspricht und quasi eine Mischform zwischen Typ 1 (wahrscheinlich) und Typ 2 (eher unwahrscheinlich) darstellt.
Oder handelt es sich hierbei um schlechtes Englisch und der Text ist für den Unterricht ungeeignet?

Danke schon mal,

viele gruesse

tante Emma

Hallo,

Oder handelt es sich hierbei um schlechtes Englisch und der
Text ist für den Unterricht ungeeignet?

Es handelt sich hier um von der Schriftsprache abweichendes Colloquial-/Slang-Englisch. Für den Englisch-Unterricht eignet sich so etwas je nach Kontext durchaus, aber eher nicht zur Wiederholung der Grammatik der if-clauses.

Gruß,

Myriam

Oder handelt es sich hierbei um schlechtes Englisch und der Text ist für den Unterricht ungeeignet?

So ist es. eck

Oder handelt es sich hierbei um schlechtes Englisch und der
Text ist für den Unterricht ungeeignet?

Absolutely! Einfach GRAUSAM, ist es!

„If I was a river, I’ll flow to you forever, love would run
forever in this heart of mine…“

Das tut weh.
In Ordnung wäre: „If I were a river, I would flow to you forever, love would run etc., etc.“

(Wobei heutzutage „If I was…“ auch gängig ist)

später dann noch einmal: " if I could, I’ll be all you ever
would need"

Es wird immer schlimmer… :frowning:
„If I could, I would be all you could ever need“ würde gehen.

mich verwirrt die konstruktion mit dem will-Future.

Nicht ohne Grund. Es geht so nicht. :smile:

danke fuer die antworten. ich habe mir inzwischen gedanken gemacht und bin zu folgendem plan gekommen:

zur einführung der grammatik ist das lied absolut ungeeignet. vorher müssen die regeln der conditional clauses auf jeden fall gelernt werden. man könnte das lied dann schon behandeln, aber dann auf jeden fall die frage stellen, was an der sprache auffällig ist. dann muessen die schueler darauf kommen dass der hauptsatz in der falschen zeit steht und es muss ihnen erklärt werden, dass es eben in der realen welt und in den medien oftmals der fall ist, dass die regeln der sprache verletzt werden und nicht jeder native speaker ein wandelndes grammatikbuch ist (sinngemäß). am schluss könnte man das gedicht noch mal als lückentext austeilen, in klammern werden die verben angegeben und die schüler müssen die korrekte form einsetzen. dann haben sie am ende die grammatikalisch richtige fassung. oder könnte das zu sehr verwirren? ich denke, wenn man am ende die richtige version selbst erarbeitet hat, werden die richtigen formen schon verinnerlicht, oder?

was haltet ihr von der idee?

viele gruesse

tante emma

Hallo,
Hab den Thread mitgelesen und finde deinen Plan sehr gut. Ich kenn nun das Lied nicht, vielleicht solltest du den Originaltext irgendwie mit Polylux oder Beamer and die Wand projizieren, da man manchmal einige Lieder nicht soooo gut versteht oder die kleinen Unterschiede nicht so gut raushört.
Sonst find ich’s generell gut, zu zeigen, dass sich auch Englischsprecher nicht immer an die grammatikalischen „Vorschriften“ halten. Machen wir ja auch nicht. :wink:

Gruß,

  • André

hallo,
ja den text würde ich auf jedenfall entweder „an die wand beamen“ oder auf blättern austeilen. jetzt könnte man weiteren pädagogischen gedanken nachgehen ob es überhaupt gut wäre, den text auf nem blatt auszuteilen weil die schüler ja dann das falsche englisch schwarz auf weiß bekommen und mit nachhause nehmen :smiley:
da ist dein plan mit dem beamer denke ich auf jeden fall besser.

Hi,

ich sehe das ein bisschen skeptisch. Ich würde den Text nicht in einer Grammatikstunde zum Thema if-clauses verwenden - egal ob zur Wiederholung oder zur Einführung. Du wirst unverhältnismäßig viel Zeit auf die eine falsche Form verwenden müssen (wird isoliert behandelt, der Rest summarisch) - rate mal, was sich in den Köpfen der Schüler festsetzt. Das Handout macht da keinen Unterschied mehr (du glaubst doch nicht wirklich, dass unsere kleinen Engel Handouts lesen, auf denen eh nur steht, was sie in der Stunde schon gelesen haben *gg*) Die if-clauses sind so schon schwer genug. Es hängt natürlich auch vom Alter der Schüler und dem Schultyp ab, aber trotzdem entsteht kein grundsätzlicher Unterschied.
Ich halte mich da an die Regel, nie etwas anzuschreiben / auszuteilen etc., das falsch ist.
Warum nimmst du nicht Marit Larsen - If a song could get me you oder Midge Ure - If I was, Kate Winslet - What if, Beyonce - If I were a boy, Coldplay - What if, …

die Franzi

da ist dein plan mit dem beamer denke ich auf jeden fall
besser.

Dacht ich auch, v.A. könnten die Schüler dann nachher bei dem Lückentext gucken, wie’s nicht heißen sollte und sowas. :wink:

Gruß,

  • André

hi miezekatze,

irgendwie ist mein gewissen auch noch nicht ganz rein bei der sache. ich hätte es halt wie gesagt dann so gemacht, dass ich den text nur an die wand projiziert haette, und dann auch nur kurz auf die falsche form eingegangen waere um dann eben generell zu verdeutlichen, dass es slang varianten gibt (if i was hoert man ja zB auch sehr oft in englischen songs). die aufgabe der schueler waere es dann gewesen, den songg als lueckentext zu bearbeiten; dann haetten sie ja die korrekte loesung schwarz auf weiß.
aber da die mehrheit bis jetzt dagegen war, denke ich dass ich vielleicht doch ein anderes lied auswählen sollte.
viele gruesse