Hallo Roger,
Gibt es überhaupt ein Gewerbe – bei mir Gastronomie ohne
Angestellte -bei dem man sich von diesen Aasgeiren befreit
kann oder eine Weg sie nicht anzuerkennen?
allemal: bei den superliberalen europäischen Nachbarn. Da gibts dann aber auch kein Insolvenzausfallgeld, keine Unfallrenten, keine Unfall-Reha, keine gratis-Beratung in kaufmännischen und juristischen Angelegenheiten etc. Die gerade von diesen viel beschumpfenen IHKn machen es möglich, dass die viel gelobten kleinen und mittleren Unternehmen überhaupt noch mitspielen können. In z.B. UK darf man wettbewerbsfähige KMU, die nicht die Abschreibungen verfrühstücken, bis halt Ende ist, sondern noch tragfähige Ergebnisse auch international erzielen, ein bissel suchen.
Bei vielen IHKn (sind nicht nach Branche, sondern örtlich organisiert) können ertragsschwache Kleinstunternehmen vom Beitrag befreit werden.
Dass einige historischen Aktivitäten der IHKn ein wenig abgespeckt werden könnten (Lehrlingsrolle z.B.), steht außer Frage.
Wenn Du aber mal hier im Existenzgründerbrett und im Steuerbrett schaust, woher die gut aufbereiteten Infos u.a. für Kleinstgewerbetreibende kommen: Was nicht vom BMF ist, ist von den IHKn. Stell Dir mal vor, Du müsstest wegen jedem Pups einen aus der ehrenwerten Clique der „Unternehmensberater“ bemühen: Allein schon das Aussondern der 20% seriösen von den 80% Geiern würde Dich, der Du ebent Spezialist in Deiner Tätigkeit bist und nicht in dieser, im harmlosesten Fall überfordern, aber leicht mal eben mit einer Schublade voll teurer und wertloser „Finanzierungskonzepte“ versehen, die schnell in die Pleite führen. Ja, der böse Staat, er gängelt die Unternehmer schon ganz schön, um sie vor den Schwachstellen in der eigenen Kompetenz zu schützen…
Die Gesetzliche Unfallversicherung ist aus gutem Grund nicht so sehr im Artilleriebeschuss der Hyper-Liberalisatoren, weil man eine Unfallversicherung mit diesen Leistungen zu diesem Preis in der „freien Wirtschaft“ suchen darf.
Ob der Unternehmer selber bei der BG pflichtversichert ist (eher selten), oder eben bloß seine Mitarbeiter, hängt von der Branche ab. Dieses ist keine Antwort auf Deine Frage, aber die Berufsgenossenschaften selber verraten das gerne. Ob das freilich ein geeignetes Kriterium ist zur Entscheidung über die Aktivitäten („die Unfallversicherung für den Kosmetikbetrieb ist mir zu teuer - also mach ich lieber Trocken- und Messebau?“), sei dahingestellt.
Das Insolvenzausfallgeld ist ein idealer Schutz der Arbeitnehmer vor den derzeit schwungvoll gründenden und genauso schwungvoll in die Pleite rauschenden Amateuren.
So what?
Schöne Grüße
MM