Hallo ihr lieben Wissenden.
An einem Stammtisch kam letztens das Thema „IHK“ auf. Zu hören war, dass die IHK zwar für jeden Azubi, jede Gewerbeanmeldung im Handel und Industrie reichlich Geld verlangt, aber sich die Mitgliedschaft kaum bezahlt macht. —> Hält die IHK nur die Hand auf?
Warum wird es den Unternehmern nicht selbst überlassen, ob Sie Mitglied der Kammer sein möchten oder nicht? Warum ist es verbindlich? Für mich klingt das nach viel Bürokratie.
Was ist dazu zu sagen?
Danke für Eure Beiträge.
Gruß
Giovanni
Hallo Giovanni,
nur als kleine Anmerkung: Es gibt nicht DIE IHK.
Die einzelnen Industrie- und Handelskammern, vertreten als eigenverantwortliche öffentlich-rechtliche Körperschaften das Interesse ihrer zugehörigen Unternehmen gegenüber Kommunen, Landesregierungen und regionalen staatlichen Stellen.
Als Dachorganisation der 81 deutschen IHKs übernimmt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), im Auftrag und in Abstimmung mit den IHKs die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft gegenüber den Entscheidern der Bundespolitik und den europäischen Institutionen. (Quelle: www.dihk.de)
Nun eine Frage meinerseits. Wieso macht sich deiner Meinung nach die Mitgliedschaft bei deiner zuständigen IHK nicht bezahlt?
Neugierige Grüße
Phoebe
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Hallo Giovanni,
ich gehöre nicht zu den (Hintergrund-) Wissenden und will mich an der Stammtischschelte nicht beteiligen, allerdings ist das Kammer(un)wesen m. W. eine deutsche Erfindung und aus eigener Erfahrung wird es u. a. miss- oder gebraucht (je nach Standpunkt), um den Markt zu regulieren, indem z. B. unliebsame Konkurrenz „bürokratisch bombardiert“ wird. Im Bereich der Handwerkskammern funktioniert das gegen deutsche Mitbewerber (Stichwort: Meisterzwang), weil es in anderen europäischen Staaten (Ausnahme m. W. Luxemburg) derartige Regularien nicht gibt. Auffällig ist für mich, dass selbst jene politischen Parteien und ihre bekennenden Wähler zwar nicht müde werden, Deregulierung zu fordern, aber beim Kammerwesen (Äzte-, Apotheker-, Architekten-, Rechtsanwalts- und Notar-, Handwerks-, Industrie- und Handelskammer [Ich fürchte, dass ich nicht alle nenne]) Abstriche vehement ablehnen und düsterste Szenarien malen.
Neben der Zwangsmitgliedschaft in entsprechender Kammer, sind viele Unternehmen freiwillig zusätzlich an anderen Arbeitgeberorganisationen Mitglied (z. B. Innung, Verband, Tarifgemeinschaft usw.), die mehr oder minder eindeutig als Interessenvertretung in Erscheinung treten.
Hallo Giovanni,
nur als kleine Anmerkung: Es gibt nicht DIE IHK.
Die einzelnen Industrie- und Handelskammern, vertreten als
eigenverantwortliche öffentlich-rechtliche
Körperschaften das Interesse ihrer zugehörigen Unternehmen
gegenüber Kommunen, Landesregierungen und regionalen
staatlichen Stellen.
Als Dachorganisation der 81 deutschen IHKs übernimmt der
Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), im Auftrag
und in Abstimmung mit den IHKs die Interessenvertretung der
deutschen Wirtschaft gegenüber den Entscheidern der
Bundespolitik und den europäischen Institutionen. (Quelle:
www.dihk.de)
Nun eine Frage meinerseits. Wieso macht sich deiner Meinung
nach die Mitgliedschaft bei deiner zuständigen IHK nicht
bezahlt?
Neugierige Grüße
Phoebe
Hallo Phoebe,
ich will mich als Selbstständiger da mal einklinken.
Ich zahle jedes Jahr - egal ob Gewinn oder nicht - rd. 150 € an die IHK Berlin. Dafür bekomme ich alle paar Wochen ein Hochglanz-Heftchen - mehr Werbung als Informationen.
Als ehemaliger Berufsschullehrer lache ich mich über die „Mitwirkung“ der IHK als Bindeglied gem BBiG nur schlapp und als Mitglied einiger Prüfungskommissionen erlebe ich die „Tätigkeit“ der IHK hautnah…
Nein, ich habe wirklich keinen Nutzen aus dieser Zwangsrekrutierung-Mitgliedschaft.
Gruß Ralf
PS kannst Du mir denn Einen nennen? ausser der Floskel von der „Interessenvertretung“, denn als Einzelunternehmer fühle ich mich wahrlich NICHT vertreten, ich habe eher den Eindruck, die IHK vertritt die Interessen der Vielzahler; und denen bin ich - und meine Kostenleidensgenossen - ein erheblicher Dorn im Expansionsauge.
Zu hören
war, dass die IHK zwar für jeden Azubi, jede Gewerbeanmeldung
im Handel und Industrie reichlich Geld verlangt, aber sich die
Mitgliedschaft kaum bezahlt macht. —> Hält die IHK nur
die Hand auf?
Also ich kann nur sagen, das nicht jede IHK einen Businessplan lesen kann. Bei meinem Fall war es so, das ich für das Überbrückungsgeld eine fachkundige Stelle (IHK Köln) haben mußte um meinen Businessplan überprüfen zu lassen. Leider konnte keiner der anwesenden die Zahlen lesen. Ich mußte dann über Nacht jede einzelne Zahl zuordnen. Die Mitgliedschaft hat sich nicht bezahlt gemacht!
Nächster Fall: Zone 2 Förderung
Neue Überprüfung von der IHK Bochum, mit dem selben Businessplan. Hat alles wunderbar funktioniert. Mitgliedschaft hat sich bezahlt gemacht.
Zum Abschluß:
Nicht jede IHK Stelle ist gleich zu bewerten.
Ich bezahle jetzt gerne meinen Mitgliedsbeitrag.
Schönen Gruß
Dirk