Ihnen und Sie klein?

Hallo

Ich habe da eine Frage zur neuen Rechtschreibung.
Kann man nach der neuen Regelung *Sie* und *Ihnen* auch klein in Briefen schreiben?

Es wäre nett, wenn mir jemand dazu eine Antwort geben könnte + ein Quellenverweis (Duden etc.)

Grüße
Novalee

Hallo, Novalee,

bei der Regel zur Großschreibung der höflichen Anredepronomen hat sich nichts geändert.

Kann man nach der neuen Regelung *Sie* und *Ihnen* auch klein
in Briefen schreiben?

Eindeutig NEIN!

Dazu:

_Anredepronomen (Anredefürwort)

R53 Die Höflichkeitsanrede „Sie" und das entsprechende Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwort) „Ihr" sowie die zugehörigen flektierten Formen werden immer großgeschrieben.

Haben Sie alles besorgen können? Er sagte damals: „Das kann ich Ihnen nicht versprechen." Wie geht es Ihren Kindern? Ich bin nur Ihretwegen gekommen.
Das rückbezügliche Pronomen „sich" wird dagegen immer kleingeschrieben á§ 66ñ.
Bei diesen Zahlen müssen Sie sich geirrt haben.
Auch in festgelegten Höflichkeitsanreden und Titeln wird das Pronomen großgeschrieben.
Haben Eure Exzellenz noch einen Wunsch?
Veraltet ist die Anrede in der 3. Person Singular á§ 65 E1ñ.
Schweig Er! Höre Sie mir gut zu!

© Dudenverlag._

Gruß Fritz

Moin Fritz,

Kann man nach der neuen Regelung *Sie* und *Ihnen* auch klein
in Briefen schreiben?

Eindeutig NEIN!

mit derartig fein Gedröseltem ist der Normalo unter uns doch völlig überfordert. Er weiß, dass Höflichkeit immer gut ankommt und schreibt deshalb alles , was wie ein Personalpronom aussieht, groß und ist damit auf der sicheren Seite. „Gestern sind mir meine Karnickel ausgebüxt. Als ich Sie gefunden habe, habe ich Ihnen erstmal die Ohren langgezogen“. Sowas finden wir nicht nur im privaten Schriftverkehr, sondern auch da, wo wir bislang die Rechtschreibung vermuten hatten - Zeit, Spiegel, FAZ.

Gruß Ralf

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Eingebaute Personalisierung
Hallo Ralf,

sind die fälschlich groß geschriebenen Sies nicht vielleicht auch Tippfehler?
Meine Kollegen und ich (Werbung) nennen das „die eingebaute Personalisierung“:
Wenn man den ganzen Tag Texte mit Kundenansprache schreibt, also hundert
Varianten von: „Exklusiv für Sie, Frau Mustermann“, hat man das groß
geschriebenen Sie derart in den Fingern, dass man es schon automatisch schreibt,
auch wenn es in dem Zusammenhang verkehrt ist. Dabei kommt dann Schmarrn raus wie
dieser:

„Regentropfen fallen vom Himmel. Warum erschlagen Sie uns nicht?“

(Echtes Beispiel! Ging sogar so in Druck, weil’s kein Mensch gemerkt hat.)

LG
Edith

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„Regentropfen fallen vom Himmel. Warum erschlagen Sie uns
nicht?“
(Echtes Beispiel! Ging sogar so in Druck, weil’s kein Mensch
gemerkt hat.)

Unfassbar! *lol!*
Fritz

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Moin, Ralf,

„Gestern sind mir meine Karnickel ausgebüxt. Als ich Sie gefunden habe, habe ich Ihnen erstmal die Ohren langgezogen“.

Unfassbar! *lol!*

An diese Schwierigkeit habe ich nicht gedacht.

Fritz

HI Fritz

Danke für die Antwort. Mir wollte jemand erzählen, daß man das jetzt nach neuer Regelung klein schreibt. Wäre mir allerdings neu, mal abgesehen davon das es unhöflich ist. Aber man kann ja nie wissen…
Nochmals danke.

Grüße
Novalee

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

bei der Regel zur Großschreibung der höflichen Anredepronomen
hat sich nichts geändert.

Hallo zusammen,
komisch, ich hatte auch gehört, das Anrede-Sie schreibe man jetzt klein.
Wurde das vielleicht zu Beginn der Rechtschreibreform mal als Falschmeldung verbreitet?

Gruß Martina

komisch, ich hatte auch gehört, das Anrede-Sie schreibe man
jetzt klein.

Hallo Martina,

vielleicht hast du nur mit halbem Ohr hingehört. Was sich verändert hat in punkto Groß- und Kleinschreibung sind die Pronomen „du“, „dein“, „dir“, „ihr“ (Plural von du!!!), „euer“, „euch“ etc.
Die werden nun, abweichend von der früheren Schreibweise, im Brief klein geschrieben.

Grüße
Uschi

Hoi, Martina,

komisch, ich hatte auch gehört, das Anrede-Sie schreibe man
jetzt klein.

Das war dann vermutlich eine der Latrinenparolen, mit der manche die Reform mies machen wollten.

Sie und Ihnen und Ihre bei der formellen Anrede war nie in der Diskussion.

Dagen wird nach der neuen Regelung das „Du, dir, dein etc.“, das man früher in Briefen groß zu schreiben hatte, nun klein geschrieben.

Dazu:

_Anredepronomen (Anredefürwort)

R52 Die Anredepronomen „du" und „ihr" sowie die entsprechenden Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter) „dein" und „euer" werden generell kleingeschrieben.

Dies gilt auch für Briefe, Widmungen, Fragebogen, schriftliche Mitteilungen u. Ä.
Liebe Silke,
ich hoffe, dass es dir und euch allen gut geht und dass du deine Ferien an der See angenehm verlebst …
Die Erde möge dir leicht sein.
Dieses Buch sei dir als Dank für treue Freundschaft gewidmet.
Immerhin hast du dir Mühe gegeben, deshalb: noch ausreichend.
Liebe Freunde! Ich habe euch heute zusammengerufen …
Lies die Sätze langsam vor. Wo machst du eine Pause?

© Dudenverlag._

Gruß Fritz

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Eingebaute Gehirn-Lähmung
Hallo Ralf,

„Gestern sind mir meine Karnickel ausgebüxt. Als ich
Sie gefunden habe, habe ich Ihnen erstmal die Ohren
langgezogen“. Sowas finden wir nicht nur im privaten
Schriftverkehr, sondern auch da, wo wir bislang die
Rechtschreibung vermuten hatten - Zeit, Spiegel, FAZ.

„sowas“ finden wir nicht, weil es die neue RS gibt, nein, ich sehe den Grund hierzu in den unseligen Rechtschreibprüfungs-Funktionen der Text-Programme. Diese können nämlich groß oder klein bei „Sie/sie“ und bei „Ihnen/ihnen“ nicht unterscheiden, weil groß oder klein eben von der inhaltlichen Aussage eines Satzes abhängen.

Bei meinem PC habe ich alle derartigen automatischen Funktionen wie Rechtschreibprüfung und Autokorrektur abgeschaltet.
Ich möchte noch selber denken! :wink:

Gruß Gudrun

Moin, Gudrun,

„sowas“ finden wir nicht, weil es die neue RS gibt,

unbeschadet meiner Ansicht zur NDR habe ich ihr in diesem Fall keine Schuld zugewiesen.

nein, ich sehe den Grund hierzu in den unseligen
Rechtschreibprüfungs-Funktionen der Text-Programme.

Dazu kann ich nichts sagen, weil…

Bei meinem PC habe ich alle derartigen automatischen
Funktionen wie Rechtschreibprüfung und Autokorrektur
abgeschaltet.
Ich möchte noch selber denken! :wink:

ich das geschrieben haben könnte. Hach! Eine Schwester im Geiste…

Gruß Ralf

Wenn ihr zwei ohne so ein Rechtschreibkorrekturprogramm auskommen könnt, seid ihr zu beglückwünschen

Bei meinem PC habe ich alle derartigen automatischen Funktionen wie Rechtschreibprüfung und Autokorrektur abgeschaltet.

Ich verzichtete auch gern darauf, aber angesichts der Eigenwilligkeit meiner kleinen dicken Wurstfunger, die oft auf Tasten runterstoßen - ich schreibe im Dreifungeradlersuchsystem: lange in den Lüften schweben und dann plötzlich niederstoßen -, die gar nicht anvisiert waren, ist es für mich sehr hilfreich, dass ein Korrekturprogramm mir die Unregelmäßigkeiten signalisiert.

Ich möchte noch selber denken! :wink:

Das kann ich, wenn ich schaue, welche Fehler meine Funger verursachten und sie dann verbessere. Klein und groß bei „Sie“ und „Ihnen“ verwechsle ich allerdings nicht.

So hat jeder mit Tücken zu kämpfen. :wink: Das hier ist ohne Korrekturprogramm geschrieben ind „i“ und „u“ liegen einfach zi nahe beieinander!

Fritz

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Maschinelle Intelligenz
Hi Fritz,

ich leide an einer ausgeprägten Rinks-Lechts-Verschwurbelung (das haben nur Zweifingerklopper), die mir i und e regelmäßig vertauscht. Sobald ein „dei“ auftaucht, macht die Korrektur ein „die“ daraus, und hastenichgesehn steht da „diene“ anstatt „deine“. Sowas bringt mich dermaßen ins Schleudern, dass ich als alter Programmierer anfange zu grübeln, was sich der Programmierer dabei wohl gedacht haben könnte. Und bevor ich mir Verbesserungsmöglichkeiten ausdenke, schalte ich jegliche Korrektur aus und schreibe meinen Text zu Ende.

Gruß Ralf

Hi Ralf,

und hastenichgesehn steht da „diene“ anstatt
„deine“.

Mein unausrottbarer „Lieblingsvertipper“ in Geschäftsbriefen heißt:
„Bei liebend erhalten Sie die gewünschten Informationen“…
Und das als 10-Finger-Blind-Tipperin, da sowohl das „G“ als auch das „B“ mit dem linken Zeigefinger getippt werden…
Grüßle,
Anja

Moin Ralf,

Hach! Eine Schwester im Geiste…

Hach! Schön hast Du das gesagt.

Gruß Gudrun

Hi Fritz,

ind „i“ und „u“ liegen einfach zi nahe beieinander!

da hätte ich was Schöööööööööönes zum Üüüüüüüüüüüüben:

_Drii Chinisin mit dim Kintribiss
sißin iif dir Strißi ind irzihltin sich wis.
Di kim dii Pilizii: „Ji, wis ist dinn dis?“
Drii Chinisin mit dim Kintribiss.

Druu Chunusun mut dum Kuntrubuss
sußun uuf dur Strußu und urzuhltun such wus.
Du kum duu Puluzuu: „Ju, wus ust dunn dus?“
Druu Chunusun mut dum Kuntrubuss._

Einige Male hintereinander, das würde helfen. Gaaaaaaaanz bestimmt.
Tippen, versteht sich, nicht singen! :wink:

Griß äh Gruß Gudrun *gruns äh grins*

Hallo Ralf,

ich leide an einer ausgeprägten Rinks-Lechts-Verschwurbelung
(das haben nur Zweifingerklopper), die mir i und e regelmäßig
vertauscht.

bist Du ein „umgetrimmter“ Linkshänder? Dann könnten das die Spätfolgen sein und das passiert auch den 10-Finger-Schreibern. Bei mir ist es das „ch“, das öfter mal als „hc“ dasteht. Da wäre mir die Autokorrektur sogar hilfreich, aber wegen des ganzen anderen Mülls,

Sobald ein „dei“ auftaucht, macht die Korrektur ein „die“ daraus,
und hastenichgesehn steht da „diene“ anstatt „deine“.

den sie produziert, bleibt sie ausgeschaltet.

Gruß Gudrun

Hi Anja,

egal, ob „beiliegend“ oder Dein Vertipper: moderner Geschäftsbriefstil ist das schon lange nicht mehr. Oder schreibst Du etwa auch noch „Hochachtungsvoll“ am Ende des Geschäftsbriefes?
Das dürfte in etwa aus derselben vorsintflutlichen Zeit stammen.

Wie wäre es daher mit:
" Als Anlage erhalten Sie …"

Gruß Gudrun