OT Kindergärten, Großeltern etc.
Hallo Marion
Wenn er 3 Stunden vormittags im Kindergarten verbringt, ist das lang genug für einen knapp 3-jährigen, oder 4 Stunden wenn er bald 4 wird.
Das mag deine persönliche Meinung sein. …
Normal entwickelte 3-Jährige sind Energiebündel ohne Ende, sie wollen spielen, sich bewegen, sozial interagieren, Anregungen ohne Ende, toben, sich dreckig machen undundund …
Das ist ja das Problem, dass das in den Kindergärten, die ich kennengelernt habe, gerade eben nicht möglich war. Da durften die Kinder nicht toben, nicht rennen, klettern nur sehr bedingt, die durften in dem einen Kindergarten noch nicht mal laut sein.
Und Anregungen ohne Ende haben die Kinder dort auch nicht bekommen.
Hier bei uns am Ort gibt es 7 Kindergärten, und bei einem davon hätte das genau zugetroffen, was du schreibst, bei einem weiteren wahrscheinlich, bei noch zweien wohl so halbwegs, und bei dreien … hm nicht wirklich.
Dafür bietet ein moderner Kindergarten heutzutage die besten Vorraussetzung.
Ja eben, das glaube ich nicht unbesehen. Es kommt eben drauf an.
Stundenlang mit Mama allein oder Oma und Opa zu Hause abzuhängen und vorm Fernseher geparkt zu werden, wenn Mama oder Oma ihre Hausarbeit erledigen muss, ist einfach nur öde.
Wer sagt denn, dass die dauernd und stundenlang Hausarbeit erledigen?
Ich denke leider, dass eher die Mutter, wenn sie von der Arbeit kommt, erstmal Hausarbeit erledigen muss.
Und mit den Babies auf dem Spielplatz ist auch einfach nur öde, wenn alle anderen Gleichaltrigen im Kindergarten sind.
Nachmittags sind die meisten Spielplätze, die ich kenne, aber gut frequentiert, auch von älteren Kindern.
Wichtigste Betreuungsperson bleibt die Mutter.
Wäre das das Ziel dieser Betreuungsprioritätenänderungsaktion?
Es geht hier um das Ziel.
Ach so, das war mir nicht deutlich, weil du „bleibt“ geschrieben hast.
Ansonsten bin ich mal gespannt auf deine „Beweise“.
Was für Beweise? Was soll ich denn beweisen?
Es sollte doch jedem normalen Menschen halbwegs einleuchten, dass weder Mama noch Großeltern das leisten können, was ein Kindergarten leisten kann. Oder haben die irgendwelche Heinzelmännchen zu hause, die nebenher noch den Einkauf erledigen, das Haus putzen, kochen etc.?
Ich weiß ja nicht die Lebensumstände von den Großeltern, aber wenn die schon Rentner sind, dann sind die doch den ganzen Tag zu zweit! Die werden doch wohl mehr Zeit für das Kind aufbringen können, als eine Erzieherin, die (sehr oft allein, die haben nämlich dort im Kindergarten auch Hausarbeit zu erledigen) für ca. 15 - 25 Kinder zuständig ist!
Die Großeltern brauchen doch wohl nicht beide zusammen zu putzen, einzukaufen oder was weiß ich! Und vielleicht ‚hilft‘ das Kind ja immer beim putzen! Mit drei machen sie es ja noch gerne.
Und rein theoretisch könnte es sogar sein, dass in der Nachbarschaft der Großeltern einige gleichaltrige Kinder wohnen, mit denen ein reger Kontakt besteht.
Was die Großeltern für das Kind leisten können, hängt natürlich stark von deren Fähigkeiten in der Hinsicht ab, die ich natürlich nicht beurteilen kann. -
Nö, da wird dann der Kleine solange irgendwo geparkt.
Wie du das immer weißt!
Es gibt genügend Kinder die in Ganztagskindergärten gehen oder
sogar jüngere in Kinderkrippen, die das bestens verkraften.
Das kann sein, aber es gibt es auch welche, die das nicht verkraften.
Ok, ob jetzt 3 oder 5 oder weiß ich wieviel Stunden Kindergarten für einen 3-jährigen genug sind, das kann man nicht pauschalisieren. Ich bin davon ausgegangen, dass das Kind bisher noch nicht im Kindergarten ist (was man ja auch nicht wirklich weiß).
Mich stört aber, dass du offensichtlich pauschal vorraussetzt, dass jeder Kindergarten eine sehr gute Qualität bietet. Nach dem, was ich so mitkriege, ist das eher die Ausnahme, und es gibt ab und zu auch grottenschlechte Kindergärten. Viele Kindergartenleiter klagen über zu wenig Personal. Und es gibt da auch reine Kinderverwahranstalten.
Früher waren Großfamilien in denen es viel Anregung mit vielen
anderen Kinern zusammen gab völlig normal.
Eine Großfamilie ist aber keine Kinderkrippe. Da gibt es einige grundsätzliche Unterschiede.
Es geht nicht darum, dass er keinen Kontakt mehr zu Opa und Oma haben soll, sondern darum, dass er unter andere Kinder kommt, Spaß haben kann und seine Mutter wieder mehr in den Vordergrund rückt für ihn.
Erstens finde ich diesen Übergang extrem krass von ständig bei Großeltern zu fast garnicht mehr bei Großeltern. Zweitens wissen wir wohl nicht, ob er nicht auch jetzt schon Spaß haben kann. Drittens wird die Mutter nicht in den Vordergrund rücken, wenn das Kind anstatt bei den Großeltern im Kindergarten ist. Dann rückt der Kindergarten in den Vordergrund. Und wenn die Großeltern im Moment die Bezugspersonen für das Kind ist, was ja doch den Anschein hat, dann hat es von jetzt auf gleich keinen Kontakt mehr zu seinen Bezugspersonen, ist aber gleichzeitig ganztags im Kindergarten.
Wenn die bisherigen Betreuungspersonen damit nicht klarkommen, dann sollten sie sich vielleicht mal überlegen, für welchen Zweck sie das Kind gebrauchen, um welche Lücke in ihrem Leben zu schließen.
Das ist ja wohl eine Vorverurteilung über 4 Ecken, über eine Sache, die wohl gar nicht stattgefunden hat.
Eigentlich war aber doch die Erziehungsqualität der Großeltern gar nicht in Frage gestellt worden. Das Problem waren doch eher die Arbeitszeiten der Mutter und vermutlich damit zusammenhängende Entfremdung. Deswegen habe ich OT in den Titel geschrieben.
Viele Grüße
Simsy