mein Name ist Oliver und bin vom Beruf Med.-Techn. Ass. für Funktionsdiagnostik und als oli488 schon länger auf diesem Board.
Obwohl ich mein Examen mit glatt 2 bestanden habe, suche ich vergeblich einen Arbeitsplatz. Entweder gibt es nur noch Teilzeit und der Lohn ist nicht mal annähernd nach BAT oder die Kliniken nehmen lieber eine Schwester von der Station um zu sparen. Selbst die Schweiz oder Österreich suchen oder brauchen keine MTAF. Auf meiner Suche nach einen Job trat man mir mit der Idee einer „Mobilen FD“, heran. D.h. bei bestimmten Patienten, wie Älteren, gehschwachen Pat., chron. Erkrankten, Behinderten oder auch privaten Pat., bstimmte Ableitungen
zu Hause beim Patienten durch zu führen. Machbar wären das Standart-EKG, anlegen eines Langzeit-EKG, Langzeit-RR und Langzeit-EEG, eine Spirometrie inkl. Unterbrechermethode und eine Dopplersonographie z.B. bei diabetischen Fuss, Thrombose etc. Ansich ist die Idee nicht schlecht und auch durchführbar. Vorteile für Pat. und Arzt sind erkennbar. Jedoch habe ich bedenken, daß ein Arzt hierbei
zusagen bzw. mitmachen würde. Denn wie soll das abgerechnet werden.
Nehmen wir an, ein Anlegen eines 24h RR + Standart EKG kostet 24,- Euro. Um zu überleben müßte ich mind. 70 % = 16,80 Euro verlangen, während die restlichen 20% an den Arzt gehen.
Da Sie ja praktisch an der Quelle sitzen und damit ich überhaupt eine Aussage zur Orientierung zu erhalten, möchte ich gern Ihre Meinung, Anregung, Ratschlag oder auch Absage von der Idee erfahren.
hallo oliver!
ich finde die idee gut und gar nicht so abwegigt.
denn die patientengruppen die du ansprichst, würden bei einem arztbesuch, oder gar klinikaufenthalt zur durchführung der diagnostischen maßnahmen, die kasse mehr „kosten“ als bei einem heimbesuch.
die transportfahrt fällt weg, evtl. das ausfallsgehalt der betreuungsperson, lange wartezeiten für die patienten fallen weg, die praxis hat eine spürbare entlastung.
als die sozialstationen erstmals auf der bildfläche auftauchten, glaubte man auch kaum das sie zu einer unentbehrlichen institution werden.
du könntest dich an private praxen ranhängen, oder beispielsweise bei dialysezentren, sozialstationen anfragen.
die idee hat in meinen augen zukunft, allerdings wirst du viel geduld brauchen.
ich kann mich dem was Natascha geschrieben hat nur anschliessen, ich glaube dass viele Leute dankbar sind wenn sie diese Möglichkeit in Anspruch nehmen können!
Viel Erfolg, entweder dabei, oder bei der Jobsuche
die Idee ist gut, allerdings gibt es folgendes zu bedenken:
Für ein Langzeit-EKG mit Beurteilung gibt es derzeit ca. 16 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für Gerät (200 Anwendungen/Jahr über 4 Jahre bei ca. 3000 € Kosten) und Elektroden (50 Cent/Anwendung). Das ergibt 11,25 € Erlös. Der Arzt bekommt dieses Geld jedoch zeitigstens 6 Monate nach Abrechnung, im schlechtesten Fall also 9 Monate nach dem Langzeit-EKG. Der Reinerlös nach Abzug der (zumindest theoretischen) Zinsen für 6 Monate wäre 10,89 €. Bei 70% bekämen Sie für das Anlegen und Abnehmen des Gerätes sowie die Fahrt zum Arzt (Daten abgeben) 7,62 € - reicht Ihnen das ? Wenn ja, fragen Sie mal den Arzt, ob er das Langzeit-EKG für 3,27 € auswertet und einen Bericht schreibt und den Bericht im Zweifel noch an den Hausarzt verschickt (übrigens ohne Porto berechnen zu dürfen). Das sieht aus meiner Sicht ziemlich düster aus.
Die anderen technischen Dinge sind leider nicht anders zu betrachten. Schließlich sind diese Dinge sowieso extrem knapp kalkuliert und auf die Praxis berechnet. Die Praxis hat der Arzt aber sowieso, Sie dagegen würden ZUSÄTZLICHE Kosten ausserhalb der Praxis verursachen - deshalb glaube ich nicht, dass dass bei einzelnen Ärzten funktioniert. Eventuell klappt es für ein Versorgungszentrum - die sollen ja jetzt überall entstehen (lt. Ulla Schmidt).