Illuminati: an Romkenner

Hallo Rombesucher bzw. Romkenner,

ist es nur mir so ergangen oder haben es auch andere festgestellt?
Ziemlich viel aus dem Roman Illuminati, was ich in Rom gesucht habe, kann ich so wie im Buch beschrieben, nicht wiederfinden.

  1. Altar der Wissenschaft:
    In der Chigi-Kapelle konnte ich die sieben Planeten genauso wenig wiederentdecken (sind das die sieben Köpfe?) wie die 12 Tierkreiszeichen (sind mehrere in den einzelnen Vierecken abgebildet?). Auch die vier Quadranten, die Macht, Intellekt, Wissensdurst und Emotionen symbolisieren sollen, habe ich nicht eindeutig identifizieren können. Hingegen meine ich, die vier Jahreszeiten an den Wänden ausgemacht zu haben.
    Der Engel der Skulptur Habakuk und der Engel zeigt nicht auf den Petersplatz.
  2. Altar der Wissenschaft:
    Das Relief des West-Ponente ist eines von zahlreichen Himmelsrichtungen, die in dieser Form auf dem Petersplatz dargestellt werden.
  3. Altar der Wissenschaft:
    Der Engel der Skulptur der Verzückung der heiligen Theresa weist mit seinem Pfeil nach unten und nicht zur Piazza Navona. Außerdem wird in Illuminati behauptet, die Kirche Santa Maria della Vittoria stehe auf der Piazza Barberini, tatsächlich befindet sie sich aber zwei Querstraßen von der Piazza della Rupublica entfernt.

Engelsburg:
Die Brücke zur Engelsburg wird nicht von 12, sondern von 10 Engeln gesäumt; die zwei vorderen Figuren sind menschlich.

Und schließlich bilden die vier Altäre kein Kreuz und auf dessen Schnittpunkt befindet sich auch nicht die Engelsburg.

Soviel zu meiner Erkenntnis. Vielleicht hat jemand von euch anderes gesehen.

Gibt es Seiten im Netz, die sich genauer damit befassen, was im Roman Illuminati beschrieben wird und was man dann tatsächlich vor Ort wieder entdecken kann? Ich würde gerne wissen, ob ich vielleicht einiges falsch gesehen/interpretiert habe oder ob der Autor ganz nach künstlerischer Freiheit einiges „umgeschrieben“ hat.

Gruß
Kiwi

Hi Kiwi,
ich suche auch immer noch nach den Kontinenten Zamonien und Mittelerde in meinem Atlas. Und stell dir vor, sowohl der Chef des CERN und der Kurator des Louvre als auch der Präsident der USA heissen anders als die in den Dan Brown ROMANEN beschriebenen…

SCNR

Ralph :wink:)

freies Zitat nach Netzer
Wenn du denkst, blöder geht’s nicht mehr, kommt von irgendwo so eine Antwort her.

LmaA -Scnre

Hallo,
obwohl Du mich mit der geharnischten Replik auf einen anderen Antworter etwas verschreckt hast, versuch ich s trotzdem.
Aber leider kenne ich den Roman, um dessen Verifizierung es Dir geht, nicht - eine Kenntnis, die Du voraussetzt; so dass ich Deine Fragen beim besten Willen nicht alle verstehen kann.

  1. Altar der Wissenschaft:
    In der Chigi-Kapelle konnte ich die sieben Planeten genauso
    wenig wiederentdecken (sind das die sieben Köpfe?) wie die 12
    Tierkreiszeichen (sind mehrere in den einzelnen Vierecken
    abgebildet?).

Der das Firmament erschaffende Gott ist umgeben von den astrologischen Symbolen der Sonne und der Planeten.

Der Engel der Skulptur Habakuk und der Engel zeigt nicht auf den Petersplatz.

Das ist richtig beobachtet.

  1. Altar der Wissenschaft:
    Der Engel der Skulptur der Verzückung der heiligen Theresa
    weist mit seinem Pfeil nach unten und nicht zur Piazza Navona.
    Außerdem wird in Illuminati behauptet, die Kirche Santa Maria
    della Vittoria stehe auf der Piazza Barberini, tatsächlich
    befindet sie sich aber zwei Querstraßen von der Piazza della
    Rupublica entfernt.

Die Kirche Sta. Maria della Vittoria steht an der Piazza S. Bernardo. Von der Piazza Barberini ist das schon ein Stück weit weg, aber die VIA Barbarini kommt von der Piazza Barberini hier herauf zur Piazza Bernardo.
Die Kirche ist nicht geostet, sondern ziemlich genau nach Nordwesten gerichtet. Der Altar mit der Verzückung der heiligen Theresia ist in der Coronaro-Kapelle, und die ist links vorne. Der Engel zeigt mit dem Pfeil auf die hl. Theresia (vom Betrachter aus gesehen) rechts unten vor ihm ; wenn er zur Piazza Navona zeigen wollte, müsste er den Pfeil exakt nach hinten halten, denn sie liegt genau südwestlich der Kirche.

Engelsburg:
Die Brücke zur Engelsburg wird nicht von 12, sondern von 10
Engeln gesäumt; die zwei vorderen Figuren sind menschlich.

Ja, es sind fünf Engelspaare, und am stadtseitigen Brückenaufgang sind noch die Statuen der Stadtheiligen Petrus und Paulus aufgestellt.

Schlampige Recherche oder dichterische Freiheit oder das Zweite als Ausrede für das Erste - wer will das entscheiden?

Dass ich Deine Fragen in Unkenntnis des Romans nicht alle beantworten kann, habe ich oben schon gesagt. Wenn Du Genaueres mitteilst, könnte ich es ja versuchen.
Gruß
H.

Hallo Hannes,

danke erst einmal dafür, dass du meine Anmerkungen und Fragen ernst genommen hast. Das fällt ja leider manchem www-ler schwer.
Ich ärgere mich hier immer über die Leute, die inhaltlich nicht das geringste beizutragen haben und nur unnötig Schriftzeichen und die Zeit der Fragenden verplempern.

Ich habe in Rom mehrfach Leute angetroffen, die mit Zetteln in der Hand an den entsprechenden Plätzen bzw. vor den im Buch genannten Skulpturen standen und nun Realität und Roman verglichen haben.
Es geht mir deshalb darum herauszufinden, warum der Autor akribisch genau die Örtlichkeiten beschreibt, obwohl man vor Ort dann teilweise etwas anderes feststellt. Die Mühe hätte sich der Autor ja von vornherein sparen können, wenn er einfach Skulpturen und Orte erfunden hätte. Dann wäre wahrscheinlich kein Rombesucher je auf die Idee gekommen, nach den Zeichen der Illuminati zu suchen. Und es würde auch keine Stadtführungen unter diesem Gesichtspunkt geben.

Kiwi

Hallo,

Kiwi,

ich hole mir jetzt den Roman in meiner Buchhandlung ab und lese ihn. Voraussichtlich bin ich - wie fast jedes Jahr - zwischen Weihnachten und Dreikönig in Rom und dann sehe ich weiter. Die Sache interessiert mich nun auch.
Wenn ich beim Lesen oder dann in Rom etwas ausfindig mache, - falls Du noch interessiert und einverstanden bist, geht vielleicht Benachrichtigung über Mailing. (Würd ich aber ohne ausdrückliche Zustimmung nicht wagen.)

Gruß
H.

gerne
owT

Hallo Hannes,

danke erst einmal dafür, dass du meine Anmerkungen und Fragen
ernst genommen hast. Das fällt ja leider manchem www-ler
schwer.
Ich ärgere mich hier immer über die Leute, die inhaltlich
nicht das geringste beizutragen haben und nur unnötig
Schriftzeichen und die Zeit der Fragenden verplempern.

Ich habe in Rom mehrfach Leute angetroffen, die mit Zetteln in
der Hand an den entsprechenden Plätzen bzw. vor den im Buch
genannten Skulpturen standen und nun Realität und Roman
verglichen haben.
Es geht mir deshalb darum herauszufinden, warum der Autor
akribisch genau die Örtlichkeiten beschreibt, obwohl man vor
Ort dann teilweise etwas anderes feststellt. Die Mühe hätte
sich der Autor ja von vornherein sparen können, wenn er
einfach Skulpturen und Orte erfunden hätte. Dann wäre
wahrscheinlich kein Rombesucher je auf die Idee gekommen, nach
den Zeichen der Illuminati zu suchen. Und es würde auch keine
Stadtführungen unter diesem Gesichtspunkt geben.

Hallo Kiwi,

wenn ich für den von dir Gescholtenen eintreten darf:

Wenngleich mit zynischen Worten hat er inhaltlich sehr wohl Wertvolles beitgetragen, indem er auf den zentralen Punkt deiner Frage hingewies:

* Es ist bloß Fiktion *

Selbstverständlich bemüht sich ein Autor um größtmögliche Authentizität, wenn er damit einen Effekt der Wahrhaftigkeit und den Eindruck eines Enthüllungsromans erzielen will (insbesondere in seinem Folgeroman führen er und sein Verlag dieses Mogelkonzept zu erfolgreichen Höhen). Dennoch bleibt alles bloße Fiktion. Und wieviel davon stimmt, ist eine freie Entscheidung des Autors und ohne jede Relevanz. Die ausdrückliche Behauptung (und genaugenommen Lüge), dass alles stimme und man es in Rom überprüfen könne, so unglaublich medienwirksam, dass eben jeder Effekt eintritt, den du selbst beschreibst.
Du bist schlicht auf den selben Marketingclou hereingefallen, wie all jene, die nach Rom und nach Frankreich pilgern auf den nicht existenten Spuren des Autors.

Das „tolle“ an dem Konzept ist: je mehr es als Schein und Trug enthüllt wird, umso mehr bestätigt das diejenigen, die an wahrhafte Verschwörungen glauben. Wohlmöglich musste hier ein Sachbuch sogar als Roman „getarnt“ werden, damit es überhaupt veröffentlich werden konnte?
Aus diesem Grund sind Verschwörungstheorien so erfolgreich, weil jede Widerlegung sie belegt :wink:

Gruß,

Andreas

PS: Du wirst feststellen, dass die Ortsangaben in Umberto Ecos unerreichten Roman „Das Foucaultsche Pendel“ wesentlich präziser sind. Und auch das ist Fiktion.