„Aber wenn man mal im Duftkreis der oberen 10000
speisen möchte, sind dies erste Adressen.“
Man faßt es nicht: Der Röhrich verschweigt den Dunst, und erst recht den -kreis.
Der kluge Kluge beschreibt natürlich nur die Etymologie:
Dunst
Dunst(ndd. auch Dust) Substantiv Maskulinum, Standardwortschatz (10. Jh.), mhd. dunst, tunst, mitteldeutsch auch f., ahd. tun(i)st f. „Sturm“ vgl. ae. dust n. „Staub“, mndd. dunst „Dunst“
Obwohl sich diese Formen auf den gleichen Lautstand zurückführen lassen, sind sie kaum unmittelbar zusammengehörig. Der Bedeutung „Sturm“ entspricht am besten gr. thy(n)O „ich stürme, brause, tobe“, das auf (ig.) *dhu-nw- zurückgehen kann, und *dhunes-t- oder *dhu-nu-st- wäre für das althochdeutsche Wort eine befriedigende Ausgangsform. Die Bedeutungen „Dunst“ und „Staub“ können zusammenhängen, sind aber nach verschiedenen Richtungen vergleichbar: „Dunst“ mit lett. dvans „Dunst, Dampf“, lett. dvinga „Dunst, Kohlendampf“, was (ig.) *dhwen- (und germanisch eine Schwundstufe *dhun-st-) voraussetzen würde; „Staub“ mit ai. dhvámsati- „verfällt, zerfällt zu Staub“, ai. dhvasrá- „staubig“ usw., was entweder *dhwen-s- oder eine nasalierte Form von *dhwes- fortsetzt. Alles zusammen gehört auf jeden Fall zu der Wurzel *dheu(e)- „stieben“, doch bleibt die Entwicklung im einzelnen unklar. Verben: dunsten, dünsten; Adjektiv: dunstig.
Ebenso ne. dust; dösig, Dusel, quasseln, Tor 1.
Wilde Spekulationen durchzischen meine Gehirnwindungen )
Alles in allem scheint mir „Dunstkreis“ bei der Verwandtschaft mit Tor und Dusel nicht unbedingt etwas Vorteilhaftes auszudrücken.
"Duftkreis"könnte so gesehen auch der Versuch sein, eine positive Bezeichnung zu kreieren. Aber da stele ich wahrscheinlich zu hohe Ansprüche an die Journaille.
Was sagen eigentlich Röhrich, Kluge & Consorten zur Herkunft von „Dunstkreis“?
was der Dunst ist und woher er etymologisch kommt, hat Barney bereits dem Kluge entnommen. Wenn es jemand wünscht, kann ich gerne die Abhandlung aus dem DUDEN hier posten. Vorerst belasse ich es aber bei einem Kurzzitat:
_ Dunstkreis (17. Jh., Lehnübertragung für ‘Atmosphäre’; jetzt nur noch bildlich gebraucht)_
„Aber wenn man mal im Duftkreis der oberen 10000
speisen möchte, sind dies erste Adressen.“
Weil es hier um Restaurants geht, ist schwer zu sagen, ob das
ein Freudscher oder ein sonstiger Verschreiber ist.
Quelle: w-w-w-Eßkultur
Hallo,
das passt hierzu:
Ich habe vor Jahren einmal einen Hochglanzprospekt von einem Nobelhotel in Oberbayern, „Parkhotel Wallgau“ mitgenommen.
darin heißt es:
„Was wäre ein Urlaub ohne die verführerischen Düfte, die oft unerwartet der Küche entweichen?
Wenn sie dazu noch von einem wahren Meister, unserem langjährigen Küchenchef, Dieter Buck, stammen, verlieren selbst beherrschte Gourmets ihre souveräne Zurückhaltung.
Genuß über Genuß, Abwechslung und Überraschungen. Eine wahre Freude, Feinschmecker zu sein!“
„Aber wenn man mal im Duftkreis der oberen 10000
speisen möchte, sind dies erste Adressen.“
Man faßt es nicht: Der Röhrich verschweigt den Dunst, und erst
recht den -kreis.
Der kluge Kluge beschreibt natürlich nur die Etymologie:
Verben: dunsten, dünsten; Adjektiv: dunstig.
Ebenso ne. dust; dösig, Dusel, quasseln, Tor 1.
Wilde Spekulationen durchzischen meine Gehirnwindungen )
Alles in allem scheint mir „Dunstkreis“ bei der Verwandtschaft
mit Tor und Dusel nicht unbedingt etwas Vorteilhaftes
auszudrücken.
Den Eindruck habe ich auch, je länger ich darüber nachdenke.
„Dunstiges Wetter“ ist selten angenehm.
Gegen schlechten Geruch hilft manchmal auch „ausdünsten“ nicht mehr.
"Duftkreis"könnte so gesehen auch der Versuch sein, eine
positive Bezeichnung zu kreieren. Aber da stele ich
wahrscheinlich zu hohe Ansprüche an die Journaille.
Hast Du meine Quellenangabe übersehen? Es war ein User aus dem Brett Eß- und Trinkkultur, der den „Duftkreis“ verwendete (oder kreierte, je nachdem?).
Wenn es also etwas Negatives ist, dann bedeutet „im Dunstkreis der Oberen Zehntausend“, daß man nicht dazugehört.
Was sagen eigentlich Röhrich, Kluge & Consorten zur Herkunft von „Dunstkreis“?
was der Dunst ist und woher er etymologisch kommt, hat Barney
bereits dem Kluge entnommen. Wenn es jemand wünscht, kann ich
gerne die Abhandlung aus dem DUDEN hier posten. Vorerst
belasse ich es aber bei einem Kurzzitat:
_ Dunstkreis (17. Jh., Lehnübertragung für
‘Atmosphäre’; jetzt nur noch bildlich gebraucht)_
Hallo Christopher,
danke für Dein Angebot. Wenn Du tippen mußt, dann brauchst Du Dir wirklich nicht die Mühe zu machen, ansonsten würde mich schon interessieren, ob der DUDEN das auch nur als etwas Negatives darstellt. Atmosphäre ist ja zunächst neutral anzusehen.
das passt hierzu:
Ich habe vor Jahren einmal einen Hochglanzprospekt von einem
Nobelhotel in Oberbayern, „Parkhotel Wallgau“ mitgenommen.
darin heißt es:
„Was wäre ein Urlaub ohne die verführerischen Düfte, die oft
unerwartet der Küche entweichen?
Wenn sie dazu noch von einem wahren Meister, unserem
langjährigen Küchenchef, Dieter Buck, stammen, verlieren
selbst beherrschte Gourmets ihre souveräne Zurückhaltung.
Genuß über Genuß, Abwechslung und Überraschungen. Eine wahre
Freude, Feinschmecker zu sein!“
dieses schwülstige Gelaber ist - wahrscheinlich ungewollt - einfach nur komisch, wenn man es auf das Wesentliche reduziert:
Die Düfte, die unerwartet entweichen, stammen vom Küchenchef! *LOL*