'Im Felde ungeschlagen' der Ewiggestrigen

Hallo Forum,

ich habe beruflich manchesmal mit fascho-verblendeten Jugendlichen zu tun. Verherrlichung von Heß, Wehrmacht in den Himmel heben etc.

Nun wurde in Diskussionen auf Jugendfreizeit auch mal von der „im Felde ungeschlagenen“ dt. Wehrmacht posaunt, und ich suche nun Gegenargumente gegen solche Verherrlichung, und außerdem den Ursprung dieser Verblendung. Seit wann wird damit Propaganda gemacht, und welche Fakten kann ich dagegenhalten?

So long

MainBrain

Hallo Forum,

ich habe beruflich manchesmal mit fascho-verblendeten
Jugendlichen zu tun. Verherrlichung von Heß, Wehrmacht in den
Himmel heben etc.

Arme Sau, mein Mitgefühl ist dir sicher.

Nun wurde in Diskussionen auf Jugendfreizeit auch mal von der
„im Felde ungeschlagenen“ dt. Wehrmacht posaunt,

Das wird nicht ernsthaft behauptet, oder? Ich erinnere an El Alamein, Stalingrad, Kursk, Operation Bagration, die Landung in der Normandie,
Und wer zum Teufel sass bei Kriegsende in Berlin? in Köln? in München? in Hamburg. Das nennt man also „Im Felde unbesiegt“… intressant… wie zum Teufel sieht dann „Im Felde besiegt“ aus?"

und ich suche
nun Gegenargumente gegen solche Verherrlichung, und außerdem
den Ursprung dieser Verblendung.

Der Ursprung liegt im Ende des ersten Weltkrieges… Dies ist die sogenannte „Dolchstosslegende“ das tapfer und standhaft an der Front kämpfende Heer wurde durch die Aktionen der „Linken“ sozusagen „von hinten“ erdolcht… und so endete der 1 Weltkrieg „im Felde unbesiegt“ was totaler Quatsch und Blödsinn ist. Zum Zeitpunkt des Waffenstillstandes war Deutschland militärisch erledigt, Spätestens im Frühjahr 1919 wären die allerletzten Menschenreserven aufgebraucht und die Aliierten auf Deutsches Gebiet vorgestossen… daran gibt es keinen ernst zu nehmenden Zweifel mehr.

Fazit: der Ausdruck wird im Zusammenhang mit dem 2 Weltkrieg völlig falsch verwendet

Und noch was zum Lesen gegen rechts:
http://www.idgr.de/
http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr.htm

Grüssle
Mike

Hallo !

„Im Felde ungeschlagen“ war das Schlagwort nach dem 1. WK, als die kaiserliche Armee tatsächlich nicht besiegt wurde.

Erzähl den Jungs doch, dass der Heß der berühmteste Fahnenflüchtige war.

gruß max

Hallo,

für solche „Geschichtsexperten“ hat der Krieg ja auch mit der (auch nicht gewonnenen) Ardennenschlacht auf. Die Unwissenheit auf diesem Gebiet ist schon nicht zu fassen.

Diese Experten sollen doch mal erklären, warum der Russe in Berlin und die Amis an der Elbe standen. Und hat nicht „die“ Wehrmacht die Kapitulation unterschrieben? Der Brandstifter hat sich ja feige davon gemacht und sein Volk „seinen“ Krieg zuende bringen lassen.
Vielleicht hilft es auch mal, sich mit der Heimatgeschichte auseinander zusetzen. Mit den zerbombten Städten, mit den Verfolgungen der ganz „normalen“ Mitbürger durch die Gestapo.

Oder mit der Definition von unbesiegt. Ist besiegt nur der, der „keine“ Soldaten mehr hat?

Ich habe festgestellt, dass bei diesen Leuten ein gefährliches Halbwissen vorhanden ist. Das kann man nur mit komplexen Wissen wiederlegen und ihre halbgedachten „Thesen“ unbarmherzig zu Ende denken.

Du wirst es nicht leicht haben.

Gruß

Frank

ich habe beruflich manchesmal mit fascho-verblendeten
Jugendlichen zu tun. Verherrlichung von Heß, Wehrmacht in den
Himmel heben etc.

Aha die Sektenanhänger die gar nicht wissen wie nah sie einer Sektenideologie stehen - Mein Beileid.

Nun wurde in Diskussionen auf Jugendfreizeit auch mal von der
„im Felde ungeschlagenen“ dt. Wehrmacht posaunt, und ich suche
nun Gegenargumente gegen solche Verherrlichung, und außerdem
den Ursprung dieser Verblendung. Seit wann wird damit
Propaganda gemacht, und welche Fakten kann ich dagegenhalten?

Im Felde ungeschlagen - wohl eher verraten und verkauft.

Link gegen Ausschwitzleugnung:
http://www.h-ref.de/

Aktion Kinder des Holocaust
http://www.akdh.ch/index1.html

Auf Heise finden sich auch einige Artikel z.B.:
Im Kreis der schwarzen Sonne
Über den Nazi und Okkultisten Heinrich Himmler
http://www.ct.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/8980/1.html

Auch im Historiker Forum findest du genügend Beiträge
http://www.nfhdata.de/premium/index.shtml

Buchtips:
‚In Auschwitz wurde niemand vergast‘
von Markus Tiedemann
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442151422/qid…

Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren
von Hubert Schleichert
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/340642144X/qid…
Handelt zwar über Religion, aber unsere Fascho-Anhänger sind dem sehr nahe.

Gruss
Armin

hohle Phrase und irrelevanter Nonsense

Hallo Forum,

ich habe beruflich manchesmal mit fascho-verblendeten
Jugendlichen zu tun. Verherrlichung von Heß, Wehrmacht in den
Himmel heben etc.

Von solchen Dingen sollte man sich nicht provozieren lassen. Hier handelt es sich um Pöbelei und Einschüchterungsmethoden, um Diskussionen ins Lächerliche zu terrorisieren oder eine Betrachtung der Geschichte mit vollem Kontext kommunikativ frech abzuschneiden. Oft handelt es sich dabei auch um eine hysterische Überreaktion von Jungendlichen gegenüber ihren Vorgesetzten und Lehreren, die auch allzu oft dazu neigen, andere mit fragwürdigen Aussagen und Scheinfakten zu indoktrinieren und ungeliebten Kritikern das Wort abzuschneiden oder Außenseiter auszujohlen.

Nun wurde in Diskussionen auf Jugendfreizeit auch mal von der
„im Felde ungeschlagenen“ dt. Wehrmacht posaunt, und ich suche
nun Gegenargumente gegen solche Verherrlichung, und außerdem
den Ursprung dieser Verblendung. Seit wann wird damit
Propaganda gemacht, und welche Fakten kann ich dagegenhalten?

Dies ist eine Frage der Betrachtung. Wenn man bedenkt, dass die Wehrmacht vor allem durch Verheizung wichtiger Kräfte und Mangel an Versorgung sich auflöste, könnte man zu dem wenig sagenden Schluss kommen, dass es nicht an Mangel an Disziplin und Kampfkraft fehlte, sondern externe politische Gründe zum Verderb führten wie eben der Missbrauch zu allen möglichen fragwürdigen Zwecken einschließlich Opferung zu niederen politischen Zielen.

Als Fakten dagegen halten lassen sich alle möglichen Schlachten, wo massiv Kräfte aufgerieben wurden und die Truppen zum Rückzug gezwungen wurden, beginnend mit dem jämmerlichen Ende von El Alamein und der Katastrophe von Stalingrad. Und es folgten weitere schwere Niederlagen wie in der Normandie. Die Ardennen-Offensive scheiterte schließlich an mangelndem Nachschub. So sind alle Behauptungen, nicht geschlagen worden zu sein, an den Haaren vorbei gezogen und vor allem eine Verhöhnung der vielen Opfer.

MainBrain

Gerald

Hallo Max!

Hallo !

„Im Felde ungeschlagen“ war das Schlagwort nach dem 1. WK, als
die kaiserliche Armee tatsächlich nicht besiegt wurde.

Wie, kein Mal? Wie wurde denn da der Ausgang einer Schlacht berechnet?Sind die Verluste an Menschenleben auf deutscher Seite immer niedriger als die der Alliierten gewesen?

Erzähl den Jungs doch, dass der Heß der berühmteste
Fahnenflüchtige war.

Guter Tip, Danke!

MainBrain

„Im Felde ungeschlagen“ war das Schlagwort nach dem 1. WK, als
die kaiserliche Armee tatsächlich nicht besiegt wurde.

Wie, kein Mal? Wie wurde denn da der Ausgang einer Schlacht
berechnet?Sind die Verluste an Menschenleben auf deutscher
Seite immer niedriger als die der Alliierten gewesen?

Die deutschen hatten keinerlei Reserven mehr - als dann die Amerikaner auf dem europäischen Kriegsschauplatz erschienen, war der Krieg für die Deutschen gelaufen.
Am Ende des Krieges hatten sich die Deutschen auf ihre letzte Abwehrstellung der Hindenburglinie zurückgezogen.
Dort traten 123 britische, französische, belgische und amerikanische Divisionen (57 zusätzlich in Reserve) gegen 197 deutsche Divisionen an, davon waren allerdings nach alliierten Nachrichtendienst nur 51 Divisionen voll kampffähig.
Am 8.August durchbrachen die britische und französische Panzerarmee bei Amiens die deutsche Front, von Ludendorf als „Der schwarze Tag des deutschen Heeres bezeichnet“ bezeichnet.
Der Witz an der Sache ist das Ludendorf selbst am 28. September 1918 um 18 Uhr Hindenburg erklärte, dass sofort ein Waffenstillstand geschlossen werden müsse, da die Stellung im Westen durchbrochen sei und das Heer nicht mehr kämpfen wolle. Nach dem Krieg konnte sich Ludendorf anscheinend nicht mehr an das gesagte erinnern und war einer der Propagandisten der Dolchstosslegende.

Erzähl den Jungs doch, dass der Heß der berühmteste
Fahnenflüchtige war.

Und das Hess nicht der Stellvertreter des Führers im Reich war, sondern nur der in Hitlers Augen unwichtigen Partei NSDAP, sozusagen der stellvertretende Parteivorsitzende.
Und das Hitler nach Hess Englandflug einige wüste Verwünschungen über Hess äusserte, und Hess für geisteskrank erklärte.

Gruss
Armin

Hallo Armin,

Am 8.August durchbrachen die britische und französische
Panzerarmee bei Amiens die deutsche Front, von Ludendorf als
„Der schwarze Tag des deutschen Heeres bezeichnet“ bezeichnet.

Der Witz an der Sache ist das Ludendorf selbst am 28.
September 1918 um 18 Uhr Hindenburg erklärte, dass sofort ein
Waffenstillstand geschlossen werden müsse, da die Stellung im
Westen durchbrochen sei und das Heer nicht mehr kämpfen wolle.
Nach dem Krieg konnte sich Ludendorf anscheinend nicht mehr an
das gesagte erinnern und war einer der Propagandisten der
Dolchstosslegende.

Vielen Dank, sehr informativ.

Erzähl den Jungs doch, dass der Heß der berühmteste
Fahnenflüchtige war.

Und das Hess nicht der Stellvertreter des Führers im Reich
war, sondern nur der in Hitlers Augen unwichtigen Partei
NSDAP, sozusagen der stellvertretende Parteivorsitzende.
Und das Hitler nach Hess Englandflug einige wüste
Verwünschungen über Hess äusserte, und Hess für geisteskrank
erklärte.

Prima Anregungen! Thanx!

Ich habe übrigens mal etwas von einer Lesung eines türkischen Journalisten/Satirikers aus „Mein Kampf“ für Schulklassen gesehen, in der der Mensch das Verhältnis zwischen Hess und Hitler während der Festungshaft gekonnt karikierte. Habe ich leider nie selbst erlebt, nur einen Ausschnitt im TV geschaut.

So long

MainBrain