Im Regen rennen sinnvoll?

Hi.

Auf dem Weg zur Kantine (einige 100 Meter) hatte es mal gehörig geschüttet. Einige Kollegen liefen daraufhin zur Kantine, um dem Regen und damit der Durchnässung zu ‚entkommen‘. Ein Freund meinte daraufhin, dass es völlig egal sei, ob man schnell oder langsam durch den Regen geht, da man ja beim Laufen zwar mehr Regentropfen aufnimmt (pro Zeit) , aber dafür weniger lang durch den Regen kommt. Die beiden Effekte heben sich dann auf, die Gesamtmenge der Regentropfen sei die gleiche.
Ich meinte hingegen, dass seine Rechnung nicht vollständig ist:
Seine Argumente mögen für die Frontalfläche stimmen (gleiche Nässung, egal welche Geschwindigkeit), aber nicht für die horizontale Kopffläche. Denn wenn man langsam durch den Regen geht, bekommt man mehr Tropfen auf den Kopf, als wenn man schnell geht, oder?

Wer hat Recht?

Markuss

Ich hab zwar keine mathematische Erklärung, aber meiner Ansicht nach ist das logisch (bei konstanter Regenstärke), dass es eben NICHT egal ist wie man läuft.

Du musst nur die extreme Betrachten… läufst du da in einer Stunde rüber die 100 Meter bist du klatschnass, sprintest du kurz rüber, dann nicht :smile:

Grüße
Bruno

Hallo, Markuss,
nass werden bei solch einem Gang durch den Regen (Regen gleichmäßig dicht und senkrecht) zwei Seiten:: die Frontseite und Die Oberseite (Kopf/Regenschirm).
Während die Menge der eingefangenen Regentropfen auf der Frontseite vor allem von der Geschwindigkeit der Fortbewegung abhängt, ist die Zahl der Tropfen auf die Oberseite von der Verweildauer im Regen abhängig.

Die Frontseite ist, was die Fläche betrifft, meist ein wenig größer als die Oberseite.

So jedenfalls wird es hier erklärt: http://www.zeit.de/stimmts/1998/1998_21_stimmts
Grüße
Eckard

Ich hab zwar keine mathematische Erklärung, aber meiner
Ansicht nach ist das logisch (bei konstanter Regenstärke),
dass es eben NICHT egal ist wie man läuft.

Du musst nur die extreme Betrachten… läufst du da in einer
Stunde rüber die 100 Meter bist du klatschnass, sprintest du
kurz rüber, dann nicht :smile:

Wenn ich sprinte, laufe ich ja mehr Tropfen entgegen (Frontalfläche), als wenn ich wie eine Schnecke gehe.
Aber die (horizontale) Kopffläche wird beim Schnecker klatschnass, wohingegen der Sprinter weniger auf den Schädel bekommt, oder?

Markuss

Danke für den Link.
Allerdings hast du dich in deinen Ausführungen vertan:

Während die Menge der eingefangenen Regentropfen auf der
Frontseite vor allem von der Geschwindigkeit der Fortbewegung
abhängt, [… ist die Zahl der Tropfen auf die Oberseite von der
Verweildauer im Regen abhängig.]

Dein erwähnter Link besagt aber (so wie ich es auch annahm):
„Wieviel die Frontpartie abkriegt, hängt nur von der zurückgelegten Entfernung ab“

Markuss

Wenn ich sprinte, laufe ich ja mehr Tropfen entgegen
(Frontalfläche), als wenn ich wie eine Schnecke gehe.
Aber die (horizontale) Kopffläche wird beim Schnecker
klatschnass, wohingegen der Sprinter weniger auf den Schädel
bekommt, oder?

Ja,

wenn du unendlich schnell läufst würdest du ja quasi die Menge Regen aufnehmen, die sich vor dir auf dem Weg zur Kantine befindet (Frontalfläche mal Entfernung) und keinerlei Regen von oben.

Wenn du unendlich langsam läufst plätscherts dir halt unendlich aufs Hirn :smile:

Grüße
Bruno

Tach Markus,

Wer hat Recht?

der Link von Eckard ist schon richtig.

Aber machen wir eine Extrembetrachtung.

  1. (Albert jetzt bitte weghören!)
    Wir bewegen uns unendlich schnell von A nach B
    Dann kommen wir nur mit den Tropfen in Kontakt, die sich im Volumenelement befinden, das wir queren.

  2. wir bewegen uns gar nicht
    Nun werden wir unendlich nass, weil wir unendlich lange von Regentropfen getroffen werden.

Bei einer endlich schnellen Bewegung spielt sich das Ergebniss irgendwo dazwischen ab. Wenn Du Dich also schnell bewegst, kriegst Du weniger Tropfen ab.

Gandalf

Hi.

Auf dem Weg zur Kantine (einige 100 Meter) hatte es mal
gehörig geschüttet. Einige Kollegen liefen daraufhin zur
Kantine, um dem Regen und damit der Durchnässung zu
‚entkommen‘. Ein Freund meinte daraufhin, dass es völlig egal
sei, ob man schnell oder langsam durch den Regen geht, da man
ja beim Laufen zwar mehr Regentropfen aufnimmt (pro Zeit) ,
aber dafür weniger lang durch den Regen kommt. Die beiden
Effekte heben sich dann auf, die Gesamtmenge der Regentropfen
sei die gleiche.
Ich meinte hingegen, dass seine Rechnung nicht vollständig
ist:
Seine Argumente mögen für die Frontalfläche stimmen (gleiche
Nässung, egal welche Geschwindigkeit), aber nicht für die
horizontale Kopffläche. Denn wenn man langsam durch den Regen
geht, bekommt man mehr Tropfen auf den Kopf, als wenn man
schnell geht, oder?

Wer hat Recht?

Hallo Markuss
Mach, wie bereits mehrfach erwähnt, das Gedankenexperiment und stelle eine Gleichung auf.
a) Rennen in der Zeit 0, d.h. Länge des Weges mal vertikale Projektionsfläche des Körpers, mal Regendichte in Menge pro Volumeneinheit.
b) Stehen mit dem Weg 0, d.h. horizontale Projektionsfläche des Körpers mal Zeit, mal Regendichte in Menge pro Zeiteinheit und Fläche
Dann setzt Du beides gleich und formst um, so daß Du letztendlich ein Verhältnis von Weg zu Zeit bekommst was dem Verhältnis der Projektionsflächen entspricht. Daraus ergibt sich dann die optimale Laufgeschwindigkeit zur Minimierung der Durchnässung.
PS. Vielleicht ist es günstiger zu warten bis der Schauer vorüber ist, denn das geht meist schneller als das Rechnen.(:smile:))
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Moin,

Das soll sogar schon einmal wissenschaftlich untersucht worden sein.

http://www.zeit.de/stimmts/1998/1998_21_stimmts

CU

Axel

offtopic
Hallo,
ungeachtet der Sinnhaftigkeit - rennen wg. Regen ist einfach höllisch uncool *g*.

Gruss
Enno

WIE UNCOOL …!
.

offtopic

Wenn du unendlich langsam läufst plätscherts dir halt
unendlich aufs Hirn :smile:

Mir plätscherts auch langsam im Hirn, ich brauch ein Bier.

Windgeschwindigkeit
Hi,
den bisherigen Antworten kann ich im wesentlichen zustimmen. Was bisher nicht beachtet wurde ist die Windgeschwindigkeit.
Wenn der Wind von vorne oder der Seite kommt duerfte er qualitativ kaum eine Rolle spielen.
Interessant waere es wenn du Rueckenwind hast. Ich persoenlich wuerde (aus Bequemlichkeit) meine Lauf/Sprintgeschwindigkeit dann dem Wind anpassen - wenn ich schnell genug bin :wink:
Man kann dann auch anfangen die Regenmenge die man von oben und von der Seite (=hinten/vorne) abkriegt zu gewichten („ich hab einen Hut auf, von oben stoert mich das weniger“) und dann zu optimieren… :wink:

Gruesse,
Moritz
(der auch noch seinen Senf dazugeben musste)

Danke für deinen Senf.

aber du hast Recht. Die Windgeschwindigkeit, und somit die Regenrichtung müsste auch noch berücksichtigt werden.

Markuss