Im Segelboot pusten

Kleine physikalische Frage:

Ich sitze in einem kleinen, sehr leichten Segelboot und es weht kein Wind. Jetzt puste ich so fest ich kann auf mein Segel. Bewege ich mich fort?

Würde mich einfach mal Eure Meinung interessieren,

Alexander!

Ich sitze in einem kleinen, sehr leichten Segelboot und es
weht kein Wind. Jetzt puste ich so fest ich kann auf mein
Segel. Bewege ich mich fort?

klassische Mechanik.
Da gibt es immer zwei Saetze zu beachten, Energie- und
Impulserhaltung. Die Energieerhaltung waere kein Problem,
man muesste welche aufwenden, um zu husten. Impulserhaltung
ist ein Problem, den durch das Pusten erfaehrt der Puster
und damit auch das Boot (in welchem der Puster sitzt) einen
Impuls nach hinten (Rueckstoss).
Der Wind prallt auf die Segel und sorgt
fuer einen Impuls nach vorn. Der Impulserhaltungssatz fordert,
dass der Impuls eines Systems erhalten bleibt, also heben sich
beide Impulse auf und das Boot bleibt wo es ist. Alles
versteht sich unter idealen Bedingungen, d.h. ohne Luft-
widerstand, starre Vebindung zwischen Puster und Boot.
Ueber die praktische Umsetzung lohnt es sicher kaum zu
diskutieren :wink:

MEB

Hallo,

wenn das Segel so gestaltet ist, dass es die geblasene Luft nach hinten umleitet, wirst Du dich fortbewegen, da es dann einen Rueckstoss nach hinten gibt.

Gruss, Niels

wenn das Segel so gestaltet ist, dass es die geblasene Luft
nach hinten umleitet, wirst Du dich fortbewegen, da es dann
einen Rueckstoss nach hinten gibt.

Auch wenn das Segel so gestaltet ist, daß die geblasene Luft
zur Seite umleitet, bewegt sich das Boot (und zwar zur Seite). Daraus folgt, daß sich das Boot in jedem Fall bewegt, es sei denn, die geblasene Luft wird durch das Boot selbst vollständig abgebremst.

Ich sitze in einem kleinen, sehr leichten Segelboot und es
weht kein Wind. Jetzt puste ich so fest ich kann auf mein
Segel. Bewege ich mich fort?

Im Prinzip nein, aber…

Nein, denn durch das Pusten gibst Du dem Boot einen Stoss nach hinten, der durch den Aufprall der Luft auf dem Segel wieder aufgehoben wird (Impulserhaltung)

Aber, wenn Du in Dein Segel ein Loch machst, dann verbleibt Dir der Stoss durch das Pusten und Du bewegst Dich fort. Mit sehr heisser Luft nennt man das übrigens Düsenantrieb :wink:))

Gruß
Thomas

Ich sitze in einem kleinen, sehr leichten Segelboot und es
weht kein Wind. Jetzt puste ich so fest ich kann auf mein
Segel. Bewege ich mich fort?

Der Wind prallt auf die Segel und sorgt
fuer einen Impuls nach vorn. Der Impulserhaltungssatz fordert,
dass der Impuls eines Systems erhalten bleibt, also heben sich
beide Impulse auf und das Boot bleibt wo es ist. Alles
versteht sich unter idealen Bedingungen, d.h. ohne Luft-
widerstand, starre Vebindung zwischen Puster und Boot.
Ueber die praktische Umsetzung lohnt es sicher kaum zu
diskutieren :wink:

MEB

Kein Einwand, aber ich spinne den Gedanken mal weiter:
…der Wind prallt auf das Segel und sorgt für einen Impuls nahc vorne… ja und wohin geht der Wind/die Luft dann? sie bleibt am Segel doch nicht einfach stehen! wie Teilchen, die auf eine Platte geschossen werden, wir ein Anteil der Luftteilchen reflektiert(nach hinten), da die Bewegungsenergie ja nicht ganz vom Segel absorbiert wird. Nun brauche ich aus Gründen der Impulserhaltung eine weitere, nach vorne gerichtete Bewegung des Bootes; es geht zwar langsam, aber mit „ins Segel Pusten“ kommt man tatsächlich voran; (ja, über eine praktische Umsetzung läßt sich wohl wirklich nicht dirkutieren…:smile:

Noch besser:
Bau das Segel ab und schmeiss es zusammen mit dem Mast entgegen der geplanten Fahrtrichtung aus dem Boot. Entspricht übrigens auch dem Gesetz der Impulserhaltung.
Wenn es dir gelingt, gaaanz viele Segel in gaaanz kurzer Zeit aus dem Boot zu werfen, bist du der erste Deutsche auf dem Mond.

Schick ne Karte!

Gruß
Jan

Hallo Alexander,

nach meiner Meinung war die letzte Antwort die der Realität am nähesten kommende: Du wirst Dich nach hinten bewegen!

Begründung:
Durch das Pusten erhältst Du eine Beschleunigung nach hinten, die zu (nahezu) 100% an das Boot weitergegeben wird.
Die bewegte Luft wird sich zu großen Teilen in Richtung des Segels bewegen, wo sie einen Vortrieb erzeugt. Aber ein nennenswerter Teil der im entstehenden Luftzug steckenden Energie wird auch zur Seite entweichen (der Luftdruck breitet sich im Gegensatz zu z.B. Laserlicht nicht geradlinig aus), das Segel kann minimal durchlässig sein usw. - kurzum: es werden nicht 100% der von Dir eingesetzten Energie auf das Boot übertragen, so daß die Bewegung nach hinten nicht komplett kompensiert werden kann!

Kurt

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