Immer Ärger mit der Mutter

Ich habe seit der Geburt meiner beiden Kinder ein großes Problem mit meiner Mutter, mit der ich mich ansonsten sehr gut verstehe: Sie mischt sich dauernd in die Kindererziehung ein: „ist ihnen nicht zu kalt/warm? hat sie heute schon was gegessen? mach ihr doch einen brei damit sie satt ist! …“ Das nervt mich wahnsinnig, sie gibt mir ständig das Gefühl keine gute, fürsorgliche Mutter zu sein. Meinen Kindern fehlt es aber wirklich an nichts, sie sind gesund und lieben mich.

Meist halte ich den Mund wenn wieder eine Bemerkung kommt, innerlich koche ich aber und hin und wieder kommt es doch hoch und ich sage (sicherlich in einer bissigen Art und Weise, aber in dem Moment geht es nicht anders) ihr, daß sie nicht dauernd nörgeln soll. Sie ist daraufhin sofort beleidigt.

Letzten Sonntag war es wieder einmal soweit, daß wir aneinandergekracht sind, bis heute haben wir uns nicht gehört (ansonsten verstehe ich mich mit meiner Mutter sehr gut und wir telefonieren täglich).

Wer kennt diese Probleme und kann mir einen Rat geben wie ich in Zukunft diese Streiterein vermeiden kann, ohne jedoch die Besserwissereien von ihr erdulden zu müssen?

Hallo Majo,

Deine Mutter merkt, daß sie nicht mehr das wichtigste ist, Du hast jetzt selber Familie. Aus der Tochter ist auch eine Mutter geworden. Diese Erfahrung ist auch für Deine Mutter neu.

Wenn Sie Dir das Gefühl gibt, keine gute, fürsorgliche Mutter zu sein, sind Deine Reaktionen und Gefühle normal. Tröste Dich, niemand wird als Eltern geboren, auch Deine Eltern nicht. Deine Mutter versucht Dich mit Ratschlägen, vor Fehlern zu bewahren.

Das Problem ist, daß jeder meint, er kann etwas zum Thema Kinder beitragen (jeder kennt jemanden, dar auch schon mal Kinder hatte). Das zieht sich wie ein roter Faden durch Dein Leben. Die Vergleiche gehen weiter mit anderen Eltern: Meiner ist schon sauber, kann schon sprechen, war ganz ´doll erkältet… Die Liste ist beliebig verlängerbar und jeder hat gute Ratschläge: Anhören, freundlich sein und Dir Deinen Teil dabei denken. Sprech auch mit Deinem Partner darüber, Männer erkennen, die Situation nicht immer gleich und wissen nicht, was Frauen fühlen.

Euer Streit ist die Gelegenheit, einen ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen. Warte, bis Deine Mutter sich meldet und lenke das Gespräch in die Richtung, ob Sie ein Problem hat, jetzt Oma zu sein. Frag, wie Du Ihr helfen kannst.

Deine Mutter wird irgendwann erkennen, daß sich die Zeiten geändert haben. Insgeheim ist Deine Mutter doch stolz, wie ein Schneekönig. Warte ab, nach einiger Zeit hat Ihre Tochter die besten Kinuder überhaupt und Sie wird Dich und die, in Ihren Augen neuen Methoden der Erziehung, noch gegen andere verteidigen.

MfG

Thomas

Hallo Thomas!

Sprech auch
mit Deinem Partner darüber, Männer
erkennen, die Situation nicht immer
gleich und wissen nicht, was Frauen
fühlen.

Habe ich gerade gemacht: er versteht mich und ist auch der Meinung, daß ich einmal warten soll, bis sie sich meldet.

Deine Mutter wird irgendwann erkennen,
daß sich die Zeiten geändert haben.
Insgeheim ist Deine Mutter doch stolz,
wie ein Schneekönig. Warte ab, nach
einiger Zeit hat Ihre Tochter die besten
Kinuder überhaupt und Sie wird Dich und
die, in Ihren Augen neuen Methoden der
Erziehung, noch gegen andere verteidigen.

Da könntest Du auch recht haben, denn hin und wieder kommt schon durch, daß sie es gut findet wie meine Große z.B. schön bei Tisch essen kann (ihre Cousinen essen teilweise wie die Schweindeln). Also da dürfte sie meine Methoden gut finden.

Ich werde mir, bis sie sich bei meldet, genau überlegen was ich zu ihr sage, damit ich nicht wieder zu emotional werde und der Streit eskaliert.

Vielen Dank für Deine verständnisvollen Gedanken dazu
Majo

Ich will jetzt nicht sehr lange ausholen, aber mir scheint, daß Du die Mutter-Kind-Beziehung zu Deiner Mutter noch nicht beendet hast.
Du bist jetzt eine erwachsene Frau, hast eine eigene Familie und der Erziehungsjob Deiner Mutter ist beendet. Sag ihr das. Aber tu es freundlich: „Liebe Mama, vielen Dank, daß Du mich so gut erzogen hast und auf mich aufgepasst hast… Dein Job ist jetzt zu ende, ich freue mich daß wir jetzt eine tolle freundschaftliche Beziehung haben und ich liebe Dich… Ich respektiere Deine Meinung zu allem, aber ich entscheide selbst über mein Leben“
Am besten Du sagst das nicht im Zusammenhang mit Euerem Knatsch, sonst riecht sie den Braten.

Das sollten übrigens alle tun, die vom Inhalt dieser Rede überzeugt sind.

Das klingt zwar recht hart, wäre aber einen Versuch wert.
Danke Majo

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Das klingt zwar recht hart, wäre aber
einen Versuch wert.
Danke Majo

Und hast Du es gemacht? Schreib mal wie es war.

Und hast Du es gemacht? Schreib mal wie
es war.

Naja, so kraß habe ich es nicht geschafft. Ich habe sie nicht angerufen (ich war ja meiner Meinung im Recht), sie hat sich dann gemeldet und am Telefon haben wir das Thema (noch) nicht angeschnitten. Sie hat uns dann zum Mittagessen eigeladen und danach - als wir alleine waren - haben wir darüber geredet. Ich meinte, daß sie sich nicht darüber zu sorgen braucht, daß meine Kinder nicht gut versorgt werden, darauf hat erwidert, daß sie es ja nur „gut meint“ und ich es doch als Zuneigung zu den Kindern sehen soll - so sei es ja auch gemeint und außerdem hätte ihr meine Großmutter auch dauernd wohlmeinende Tips gegeben. Angeblich hat sie das nicht gestört; ich habe nochmals betont, daß es mich aber stört. Naja, mal sehen ob es jetzt besser wird. Noch reißt sie sich zusammen und es kam keine derartige Meldung, wäre toll, wenn es so bleibt.
Chaio Majo