Immer alles negativ - Warum?!

Hallo,

was meint ihr zu Menschen, die alles erstmal negativ sehen:

  • klingelt nach 21 Uhr das Telefon, ist bestimmt was total Schlimmes passiert (war noch die der Fall)
  • hinterlässt evtl. zukünftiger Chef ne Nachricht aufm AB nach nem Vorstellungsgespräch, war das bestimmt schon die halbe Absage (was sonst?!)
  • besteht der dusselige Bruder endlich die Führerscheinprüfung dauert es bestimmt nicht lange bis zum ersten (furchtbaren) Unfall (warum?)
  • melden sich Freunde mal länger nicht mehr, wollen sie bestimmt nix mehr von einem wissen (bisher noch nicht passiert)

ETC

Kann man sowas abstellen? Wie? Wie hilft man so jemandem? Oder sollte man versuchen, sowas zu ignorieren und denken „lass mal gut sein“?

Danke + Grüße
Anke

Hallo,

die Frage nach dem WARUM (Therapeutengedusel) ist vergebliche Mühe.

Irgendwann wurde aus dem gesunden Maß Skepzis eine Art Prinzipienreiterei. Deren Problem. Nicht Deins.

Belastend nur dann, wenn man sein Leben mit diesen Schlechtschwätzern teilt. Man will Orientierung und kein dauerndes Abwerten hören. Das geht, indem man deren Verhalten ausdrücklich missbilligt.

Sofern die ´Skeptiker´ nicht bereit sind das zu ändern, sollte man sie dann besser sich selbst überlassen um so vielleicht Aussicht auf einen Neuanfang zu erwirken. Fertig. Letztlich einzig eine Frage deren eigenen Vermögens und deren eigenen Geschicks.

Gruß
guvo

Hallo!

die Frage nach dem WARUM (Therapeutengedusel) ist vergebliche
Mühe.

Wenn Dich das Gedusel nicht interessiert, was machst Du dann in diesem Brett? Die Plauderecke ist glaube ich ganz unten.

Belastend nur dann, wenn man sein Leben mit diesen
Schlechtschwätzern teilt. Man will Orientierung und kein
dauerndes Abwerten hören. Das geht, indem man deren Verhalten
ausdrücklich missbilligt.

Sofern die ´Skeptiker´ nicht bereit sind das zu ändern, sollte
man sie dann besser sich selbst überlassen um so vielleicht
Aussicht auf einen Neuanfang zu erwirken. Fertig. Letztlich
einzig eine Frage deren eigenen Vermögens und deren eigenen
Geschicks.

Wer ist eigentlich dieser „man“, von dem „ich“ in der Schilderung subjektiver Lebensempfehlungen immer wieder lese? Ist dieser „man“ eventuell die fehlende Fähigkeit, zwischen sich und anderen Menschen oder Bedürfnissen zu differenzieren?

Naja, Therapeutengedusel halt…

Lieben Gruß
Patrick

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Hallo Anke,

die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen includieren negative und positive Komponenten. Es gibt nun Menschen, die ein besonderes Gespür für die negativen haben, d.h. sie sehen eher das schlechte dieser Welt.

Das entbehrt zunächst einmal nicht einer realen Grundlage. Wenn so ein Mensch jedoch überwiegend negative Dinge erlebt und sieht, dann ist diese Sicht u. U. geeignet, auch seine Erwartungen entsprechend negativ zu färben. Eigentlich entspricht dies ja seiner Realität.

Es wird diskutiert, dass solche Wahrnehmungen auch bei der Entstehung von psychischen Störungen beteiligt sein können (z.B. paranoider Entwicklung).

Ein Beispiel für eine solche Wahrnehmung könnte z.B. sein, wenn jemand in einer Gruppe einem anderen einen Gefallen tut, so sieht ein Gruppenmitglied hier eine Hilfeleistung, ein anderer aber eventuell ein hinter der Hilfeleistung liegendes egoistisches Motiv („Mittel zum Zweck“).

Oftmals entspricht diese Wahrnehmung sogar der Realität - nur sie bringt ja nichts. Zusätzlich ergibt sich das Problem, dass sie von der Umwelt nicht geteilt wird - was zu einer Dissonanz in der Interaktion mit anderen führt. Es ist also häufig zusätzlich irritierend, dass die negativen Dinge allgemein eher geleugnet werden.

Viele Menschen nehmen einfach einige Dinge in dieser Dimension nicht wahr. Wenn jemand sensiblere Antennen für negative Emotionen hat, so sucht er u.U. um so mehr nach Bestätigung dafür, wenn seine Umwelt das Vorhandensein dieser leugnet. So kann ein Teufelskreis entstehen, der den Focus zunehmend auf das Negative verlagert.

Eine gute Einstellung dagegen könnte also nicht sein, dass derjenige Unrecht hat (sowieso immer eine müßige Einstellung), sondern vielmehr dass es zwar so sein könnte - diese negativen Befürchtungen aber zu nichts führen.

Ich würde einem solchen Menschen versuchen klar zu machen, dass der persönliche Gewinn aus negativen Wahrnehmungen sehr fraglich ist, und dass er bei positiverer Wahrnehmung wesentlich größer ist.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo Patrick,

Wer ist eigentlich dieser „man“, von dem „ich“ in der
Schilderung subjektiver Lebensempfehlungen immer wieder lese?

mir fiel es leider nicht so leicht, die Rolle zu bestimmen, die Anke tatsächlich bezieht. Deshalb habe ich eine Postion skizziert („man“), die es jedem überlässt, diese einzunehmen, unbeschadet des jeweiligen Status. Für das bisschen Polemik bitte ich um Nachsicht.

Ist dieser „man“ eventuell die fehlende Fähigkeit, zwischen
sich und anderen Menschen oder Bedürfnissen zu differenzieren?

Danke. Diese Frage veranschaulicht sehr gut, wie schwer es nämlich jedem fällt, die Eingangsfrage nicht völlig aus dem Blick geraten zu lassen. Richtig?

Gruß
guvo

Hallo Patrick,

Ich würde einem solchen Menschen versuchen klar zu machen,
dass der persönliche Gewinn aus negativen Wahrnehmungen sehr
fraglich ist, und dass er bei positiverer Wahrnehmung
wesentlich größer ist.

Wo bitte ist dabei der Kopf des Nagels, der getroffen werden soll?

Gruß
guvo

Hallo!

Ich würde einem solchen Menschen versuchen klar zu machen,
dass der persönliche Gewinn aus negativen Wahrnehmungen sehr
fraglich ist, und dass er bei positiverer Wahrnehmung
wesentlich größer ist.

Wo bitte ist dabei der Kopf des Nagels, der getroffen werden
soll?

Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Zustandekommen der eigenen Wahrnehmung und Kognition? Und damit verbunden auch die Möglichkeit einer Wahl?

Mag Dir persönlich ja klar sein, dass Du das alles so drauf hast, aber anscheinend können es andere wohl nicht - oder wie kommt eine solche Anfrage sonst zustande???

Lieben Gruß
Patrick

Hallo,

was meint ihr zu Menschen, die alles erstmal negativ sehen:

ich würde vermuten, daß solche Menschen automatisch negative Gedanken haben, die auf negativen Grundüberzeugungen beruhen und zu typischen Denk"fehlern" führen. Die von Dir geschilderten Beispiele klingen nach einem bestimmten Typ solcher Denkfehler: willkürliches Schlußfolgern: Die Person zieht negative Schlüsse aus nicht ausreichendem oder widerlegtem Material. Solche Denkprozesse gehen mit einem erhöhten Risiko einher, eine Depression zu entwickeln.

Mehr dazu auf meiner Website hier:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Kann man sowas abstellen? Wie?

Die betroffene Person muß sich bewußt werden, daß sie sehr häufig und automatisch negative Gedanken hat. Dann kann sie anfangen, diese Gedanken bewußt zu hinterfragen und auf ihren Realitätsgehalt zu überprüfen.

Psychotherapeutisch wird dieser Prozeß des Entdeckens und Hinterfragens automatischer negativer Gedanken in der Kognitiven Therapie angewant:

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychotherapie/…

Beste Grüße

Hallo Anke,

Kann man sowas abstellen? Wie? Wie hilft man so jemandem?

Kannst du sticken?

Betrachte den Fluss deines Lebens und erkenne,
wie viele Ströme in ihm münden,
die dich nähren und unterstützen.

(Thich Nhat Hanh)

Gruß
Marion